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Antichrist
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Der Begriff Antichrist (aus: griechisch αντί (antí), »gegen«(im altgriechischen »anstelle«) und griechisch Χριστός (Christós),»der [von Gott] Gesalbte«) entstammt der Bibel. Er kommt nur in zwei Briefen von Johannes fünfmal vor: 1. Johannes 2,18. 22. 4,3 und 2. Johannes 1,7:
1. Joh 2,18; 1. Joh 2,22; 1. Joh 4,3; 2. Joh 1,7.
Unter anderen Bezeichnungen dagegen wird der Antichrist im Alten Testament und im Neuen Testament oft erwähnt.
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Biblische Beschreibung
Der Antichrist in der Bibel unter dieser Bezeichnung
Johannes meint in den genannten Briefen mit Antichrist entweder den, der noch vor der Wiederkunft Jesu kommen soll, oder eine Mehrzahl von Antichristen, die bereits in der Gegenwart als Vorläufer des eigentlichen Antichristen in Erscheinung treten (1. Joh 2,22; 2. Joh 1,7).
Diese schon jetzt auftretenden Antichristen sind vom "Geist des Antichristen" bestimmt, so dass vom Antichrist gesagt werden kann, er sei jetzt schon dem Geist nach in der Welt (1. Joh 4,3).
Der Antichrist und vor ihm die Antichristen werden Lügner und Verführer genannt (1. Joh 2,22; 2. Joh 1,7).
Die Irrlehre des Antichristen besteht in der doppelten Aussage:
Jesus sei nicht der Christus, das heisst, der im AT verheissene Messias (1. Joh 2,22)
Christus sei nicht - in Jesus - ins Fleisch gekommen (2. Joh 1,7), das heisst, ein wirklicher Mensch geworden.
Beides würde bedeuten, dass mit Jesus Christus nicht die Brücke über den Abgrund der Sünde geschlagen wäre, die auf beiden Ufern ruht, auf dem göttlichen und auf dem menschlichen, und die Menschen nicht darüber auf ewig zu Gott heimkommen könnten (Joh 14,16 vgl. Joh 1,29; Joh 3,16).
Diese Irrlehrer bzw. Antichristen sind nicht etwa geistlich ahnungslose Menschen, sondern vom Glauben abgefallene, untreu gewordene Christen (1. Joh 2,19).
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Der Antichrist in der Bibel unter anderen Bezeichnungen.
Bereits der Prophet Daniel schaut das "kleine Horn" einen König, der den Höchsten lästert und das Volk Gottes vernichten will (Dan 7,8.24.25; vgl. Dan 11,21-35). Unmittelbar wird das Kommen des Antichrists des AT, Antiochus IV. Epiphanes (175 - 164 v. Chr.) geschaut. Zugleich aber geht bereits der Blick auf das letzte dunkle Wegstück der Weltgeschichte, kurz bevor Gott seinen Sohn Jesus Christus als den Herrn über alle Welt offenbart und die Toten auferstehen (Dan 7,9-11.27; Dan 12,2.3). Der "Antichrist des AT" ist Vorausabbildung, Modell des endzeichtlichen Antichristen. Besonders an diesen alt. Schriststellen knüpfen die ntl. Aussagen über den Antichristen an, voran 2. Thess 2 und Off 13.
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Andere Beschreibungen
Es gibt auch außerbiblische Beschreibungen des Antichristen, die ihn als Bruder Jesu darstellen, der eifersüchtig auf diesen war und daher zum Widersacher (Satan) Jesu wurde. Es ist unklar, ob dieser Antichrist leiblicher (=weltlicher) Bruder Jesu war (sprich ein anderes Kind von Maria und Josef) oder ebenfalls Sohn Gottes. Als Sohn Gottes erinnert es sehr an das Bild des gefallenen Engels Luzifer (die Engel sind laut älteren, vorchristlichen Schriften die Kinder Gottes).
Eine andere Zeichnung des Antichristen beschreibt ihn als Ausgeburt Satans (Teufel, Luzifer), welcher selbst der gefallene Engel ist. Und so wie Jesus als Sohn Gottes dargestellt wird, so der Antichrist als Sohn Satans. Quasi als gleichwertiger Gegenpol zu Jesus, was schon eher dualistische Züge aufweist. Unter diesem Gesichtspunkt meint "Antichrist" wörtlich "Gegen (Jesus-)Christus". Jedoch gibt es keine Hinweise auf die Frau, die den Antichristen als solchen ausgetragen haben soll. Allerdings selbst in antropomorphen Gottesvorstellungen wurde der Teufel, im Gegensatz zu Gottvater, als männliches und weibliches sowie ungeschlechtiches Wesen oder Tier dargestellt. Daraus wurde vermutet, dass der Antichrist eben aus Satan und nur aus ihm - ungeschlechtlich - entstanden sei.
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Deutung
Viele Christen, Kleriker sowie Laien, zweifeln heutzutage die leibliche Existenz des Antichristen an und betonen, es sei das Böse als Idee gemeint (z. B. als Hass oder Rache). In der Kirchengeschichte hat es immer wieder Zuweisungen des Antichrist-Typos an bestimmte Personen oder Gruppen gegeben, z. B. haben Wyclif, Hus, Martin Luther und andere ausdrücklich den Papst als Antichristen bezeichnet. Die gegenwärtige ökumenische Verständigung zwischen den christlichen Kirchen hat von Zuweisungen des Antichrist-Typus an die jeweils andere Seite offiziell Abstand genommen.
Andere Christen halten an den biblischen Aussagen über die Geschichtlichkeit und Personenhaftigkeit des kommenden Antichristus fest. Zu unterscheiden von der zukünftig offenbar werdenden Person ist ihrer Ansicht nach der Geist des Antichristus, der sich sowohl in bestimmten politischen und auch religiösen Bewegungen als auch im Denken und Handeln einzelner Personen gezeigt habe.
Eine theologisch verantwortliche Deutung wird den Entscheidungscharakter des christlichen Glaubens herauszuheben haben: Wer sich durch seinen Unglauben oder seine sündige Tat bewußt und freiwillig gegen Christus stellt, wird damit zum Anti-Christen. Dies ist freilich kein Endzustand, solange der Mensch noch lebt und Bekehrung möglich ist. Dass es Personen bzw. Personengruppen gibt, die in besonderer Weise als Gegner des christlichen Glaubens auftreten und die in diesem Sinn als "Antichristen" zu werten sind, lässt sich schwer bestreiten. Fraglich bleibt, inwieweit solche Gegnerschaft bereits ein apokalyptisches Ausmaß annimmt. Systematische Christenverfolgungen gehen jedoch in diese Richtung.
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