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Römisch-Katholische Kirche












Römisch-Katholische Kirche
aus Wikipedia

Die Katholische Kirche (oder auch Römisch-Katholische Kirche) ist die zahlenmäßig größte Konfession innerhalb des Christentums. Sie umfasst 22 Teilkirchen mit eigenem Ritus, darunter die (zahlenmäßig größte) Lateinische Kirche und die unierten Ostkirchen. Mit den Altkatholischen Kirchen und den Orthodoxen Kirchen teilt die Katholische Kirche die Siebenzahl der Sakramente und das Weiheamt, aufgegliedert in Bischof, Priester und Diakon. Unterscheidendes Merkmal ist die Anerkennung des Primats des Papstes. Der Katholischen Kirche gehören weltweit etwa 1,25 Mrd. Gläubige an.
Zur Bezeichnung
Die Bezeichnung "Römisch-Katholische Kirche" ist ein konfessioneller Begriff, der in der Folge der Reformation zur einfacheren Unterscheidung der gespaltenen christlichen Bekenntnisse entstanden ist. Gemeint ist die katholische Kirche, die den Primat des Papstes anerkennt. Da der katholische Kirchenbegriff eine konfessionelle Verfassung der Kirche wegen ihrer Singularität nicht kennt, hat sie Schwierigkeiten mit dieser Bezeichnung. Gleichwohl weisen offizielle Dokumente im ökumenischen Dialog - wohl aus Vereinfachungsgründen - bisweilen die Bezeichnung "römisch-katholisch" auf.

In der Regel aber bezeichnet sich die Römisch-Katholische Kirche selbst nur mit »Katholische Kirche«. Die Bezeichnung »Lateinische Kirche« bezieht sich auf die (Katholische) Kirche des Abendlandes (im Gegensatz zu den unierten Ostkirchen). Wenn in diversen kirchlichen Texten, wie z. B. Konzilsdokumenten von der »Heiligen Römischen Kirche« oder kurz von der »Römischen Kirche« die Rede ist, ist damit die Diözese von Rom gemeint, der in katholischer Auffassung aufgrund des Primats des Bischofs von Rom über die ganze Katholische Kirche ebenfalls eine besondere Bedeutung für die ganze Kirche zukommt.

Im allgemeinen und amtlichen Sprachgebrauch vor allem in westlichen Ländern werden die Bezeichnungen »Katholische Kirche« und "Römisch-Katholische Kirche" in der Regel synomym verwendet. In Deutschland ist die Bezeichnung »katholisch« auch namensrechtlich geschützt und darf als Bezeichnung nur für Einrichtungen und Veranstaltungen der Römisch-Katholischen Kirche benutzt werden.

Die Katholische Kirche versteht sich auch theologisch als die Katholische Kirche: Nach ihrer Auffassung kann es nur eine katholische, d. h. universelle Kirche Jesu Christi geben, und in ihr selbst ist diese eine Kirche auf so einzigartige Weise verwirklicht, dass es keine andere katholische Kirche geben kann.

Dies widerspricht dem Selbstverständnis einer ganzen Reihe von anderen Kirchen, die sich selbst als katholisch verstehen, sei es, daß sie sich mit einem der Katholischen Kirche ähnlichen Ausschließlichkeitsanspruch als die eine, wahre katholische Kirche sehen, sei es, daß sie sich als Teil einer weiter verstandenen katholischen Kirche sehen, die auch weitere konfessionell verfasste Kirchen umfasst. Solche Kirchen verwenden in offiziellen Texten für die Katholische Kirche in der Regel auch die Bezeichnung "Römisch-Katholische Kirche", selbst wenn im Alltag Angehörige dieser Kirchen meist dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch folgen. Zwar spricht die Katholische Kirche auch z.B. den orthodoxen Kirchen nicht die Katholizität ab, allerdings werden sie als »nicht in voller Einheit« mit der katholischen Kirche stehend oder als getrennte Kirchen bezeichnet.
Geschichtliche Herleitung der Struktur
Ein Bischof, von griech. Episkopos ("Aufseher", wörtlich: Allesüberblicker), ist seit ca. 100 n.Chr. Vorsteher der christlichen Gemeinde in einer Stadt und den umliegenden Dörfern. Der Bereich eines Bischofs heißt Bistum oder Diözese (von griech. oikos = Haus, vgl. Ökonomie, Ökologie; Diözese heißt ungefähr "Verwaltungsbezirk"), die Stadt ist der Bischofssitz. (Als Deutschland christianisiert wurde, gab es keine Städte, daher wurden die Diözese ziemlich große ländliche Bezirke. Noch heute sind die Diözesen hier viel größer als z.B. in Italien, wo es schon in der Antike richtige Städte gab.)

In den ersten 3 Jahrhunderten bildeten sich die Kirchenprovinzen heraus. Eine Kirchenprovinz umfasst mehrere Diözesen, der Vorsteher heißt Metropolit. Im Deutschen nennt man ihn normalerweise Erzbischof und diejenige Diözese, deren Bischof der Erzbischof ist, heißt auch Erzbistum. Der Sitz eines Erzbischofs ist die Metropole (= Mittel-polis, Großstadt, Hauptstadt). In der römisch-katholischen Kirche haben die Metropoliten an Bedeutung verloren. Es ist heute mehr ein formaler Vorrang.

Bis 451 wurden die fünf "wichtigsten" Metropoliten zu Patriarchen (Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia, Jerusalem). Der Streit zwischen Rom und Konstantinopel führte dazu, dass sich die westliche Kirche schließlich von der östlichen (orthodoxen) trennte. Heute gibt es etwas über 10 Patriarchate, wichtig ist vor allem Moskau. Im Westen gab es nur einen Patriarchen (Rom), der sehr viele Rechte auf Rom konzentrierte, während im Osten die Patriarchate sehr viel selbständiger blieben. Einige östliche Bistümer haben sich im Laufe der Geschichte mit Rom versöhnt (uniert), meist durch den Einfluss von katholischen Herrschern (Siebenbürgen, Ukraine u.a.). Es gibt heute an einigen Orten mehrere Bischöfe, z.B. einer mit Rom uniert, einer katholisch, einer orthodox. Die unierten Kirchen haben einen Ritus, der auf die griechische Kultur des antiken oströmischen Reiches zurückgeht, werden deshalb oft auch als griechisch-katholisch bezeichnet.
Die eine Kirche und ihre Teilkirchen
Die Katholische Kirche besteht aus 22 Teilkirchen, deren weitaus größte die Lateinische Kirche ist. Die übrigen 21 Kirchen teilen sich auf die anderen Ritenfamilien auf; es sind Teile anderer Teilkirchen, die sich im Laufe der letzten 1000 Jahre mit Rom versöhnt haben, ihren historisch gewachsenen Ritus aber beibehalten. Nur die Maroniten haben keinen orthodoxen Gegenpart; sie gehören gänzlich zur Katholischen Kirche.

Äußeres Merkmal der Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche ist neben der gemeinsamen Glaubenslehre die Anerkennung des päpstlichen Primats, d.h. der spirituellen und juristischen Leitungsfunktion des Papstes. Dieser übt jedoch nur über die Lateinische Kirche patriarchale Gewalt aus; die übrigen Teilkirchen haben meist eigene Patriarchen oder Großerzbischöfe.

In der Erklärung Dominus Iesus der Kongregation für die Glaubenslehre heißt es dazu erläuternd:

»Es gibt also eine einzige Kirche Christi, die in der katholischen Kirche subsistiert und vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession und die gültige Eucharistie, mit ihr verbunden bleiben, sind echte Teilkirchen. Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, insofern sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Bischof von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt.«
Lateinischer Ritus
Lateinische Kirche

Westsyrischer Ritus
Maroniten
Syrisch-katholische Kirche
Syro-Malankara Katholische Kirche

Ostsyrischer Ritus
Chaldäisch-katholische Kirche
Syro-Malabarische Kirche

Armenischer Ritus
Armenisch-Katholische Kirche

Byzantinischer Ritus
Bulgarisch-Katholische Kirche
Griechisch-Katholische Kirche
Italo-albanische Kirchen
Kroatisch-Katholische Kirche
Melkiten
Rumänisch-Katholische Kirche
Russisch-Katholische Kirche
Ruthenisch-Katholische Kirche
Slowakisch-Katholische Kirche
Ukrainisch-Katholische Kirche
Ungarisch-Katholische Kirche
Weißrussisch-Katholische Kirche

Alexandrinischer Ritus
Koptisch-katholische Kirche
Äthiopisch-Katholische Kirche
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