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Mahayana-Buddhismus












Die 46 Nebengelübde des Aufgebens folgender Handlungen:
Es unterlassen, täglich den Drei Juwelen der Zuflucht mit Körper, Rede und Geist Opfergaben anzubieten, indem man die Niederwerfungen ausübt, Lob­preisungen darbringt und ihre guten Eigenschaften betrachtet, um Glaube und Vertrauen in sie zu entwickeln.
Dem Wunsch nachgeben, aus Unzufriedenheit heraus Dinge besitzen und festhalten zu wollen.
Ältere Mönchen gegenüber, die vielleicht Bodhisattvas sind, keinen Respekt entgegenbringen.
Fragen, die du beantworten kannst, nicht beantworten.
Aus folgenden Gründen Einladungen nicht annehmen:
Aus Wut, mit der Absicht, den anderen zu verletzen;
Aus Stolz, indem du denkst, du seist zu hochstehend, um mit geringeren Leuten zusammenzukommen;
Aus Eifersucht, wobei du denkst, höher stehende Leute werden auf dich herabschauen, wenn du mit geringeren Leuten gesehen wirst.
Aus Wut, Stolz oder Eifersucht Geldgeschenke usw. von anderen nicht annehmen.
Denen den Dharma nicht lehren, die den Wunsch haben, ihn zu lernen.
Diejenigen, die die Disziplin der moralischen Selbstkontrolle gebrochen haben, abweisen, ihnen nicht vergeben und nicht beistehen.
jemanden eine bestimmte Dharmalehre nicht lehren, die er/sie zu lernen wünscht und die du fähig bist zu lehren, die aber nicht zu deiner persönlichen Praxis und zu deinem persönlichen Interessensbereich gehört.
Nicht eine der sieben schlechten Handlungen von Körper und Rede mit einer Bodhicitta-Motivation ausüben, wenn es von den Umständen her als notwendig erscheint, indem man sagt, dass ein solches Handeln gegen die versprochenen Regeln des moralischen Verhaltens verstoßen würde.
Nicht eine der schlechten Handlungen von Körper und Rede mit einer Bodhicitta-Motivation ausüben, wenn es von den Umständen her als notwendig erscheint, weil man zu wenig Mitgefühl hat.
Von anderen etwas annehmen, das sie sich durch eine der fünf verkehrten Formen des Lebenserwerbes angeeignet haben, nämlich durch Schmeicheln, Erpressung, Hinterlist, Bestechung oder Betrug.
Vornehmlich an unbedeutenden Handlungen interessiert sein wie Unterhaltung, Sportveranstaltungen, Trinken, Blödeleien usw., Tätigkeiten, die deinen Geist zerstreuen und zu grenzenloser Zeitverschwendung führen, während­dem du diese Zeit aufbauend für Dharma-Praxis verwenden könntest.
Die Einstellung haben, nur für dich alleine aus dem Kreislauf der Existenzen (Samsara) entrinnen zu wollen.
Diese Bodhicitta‑Gelübde nicht einhalten, weil du befürchtest, dadurch unpopulär zu werden.
Wenn du auf Grund von geistiger Unreinheit eines der Gelübde gebrochen hast, die positiven Gegenmittel, die dir angeben wurden, nicht ausüben. Immer noch bei der Ausübung von heilsamen Handlungen wütend werden und zurückgeben, wenn du geschlagen, gescholten, mit Schimpfnamen gerufen und zum Gegenstand der Wut gemacht wirst.
Es vernachlässigen, denen zu helfen, die wütend auf dich sind.
Die Entschuldigungen von jemanden nicht annehmen, der zugibt, dir Unrecht getan zu haben.
Gefühlen der Wut nachgeben und danach handeln.
Einen Kreis von Schülern und Nachfolgern um dich sammeln, mit dem Ziel Gewinn, Lob, Liebe und Sicherheit von ihnen zu erhalten.
Die Hindernisse der Trägheit, des Aufschiebens, der Vorstellung, unfähig zu sein, und der Verschwendung von Zeit und Energie auf triviale weltliche (samsarische) Dinge nicht zu überwinden. Sich leichtsinniger Rede und Klatsch über Sex, alkoholische Getränke, Drogen, Sektierertum usw. hingeben, weil du von diesen Dingen und dem Verlangen danach nicht loskommst.
Sich nicht anstrengen, die Methoden zu studieren, die zur Verwirklichung von einsgerichteter Konzentration führen.
Die Ablenkungen, die deine Meditation stören, nicht beseitigen.
Die freudvollen, guten Gefühle und andere Gewinne, die du aus der Meditation ziehst, als Selbstzweck ansehen und daran anhaften.
Es vernachlässigen, die Hinayana-Belehrungen zu studieren.
Sich einer anderen Methode der Praxis zuwenden, wenn du bereits eine wirk­same Methode ausübst. Dies entspräche dem Auswechseln des Lehrers und Fahrzeugs auf halbem Wege, wenn du schon eine stabile und gewisse Richtung zur Erleuchtung eingeschlagen hast.
Alle Zeit und Energie darauf verwenden, nicht-buddhistische Lehren zu studieren, was zwar erlaubt und sogar nützlich dafür ist, andere zu verstehen und ihnen zu helfen, aber nicht soweit verfolgt werden soll, dass dadurch das Studium des Dharma vernachlässigt würde.
Beim bloßen Lesen von nicht-buddhistischen Lehren diese vorziehen und sich an diese anhaften.
Die Mahayana-Belehrungen verwerfen.
Allgemein dich selber loben und andere herabsetzen aus Hochmut und Wut.
Nicht an religiösen Unterweisungen, Treffen, Andachten (Skt. Puja), Zeremonien usw. teilnehmen.
Deinen Guru verachten und seine Worte nicht befolgen.
Denen, die Hilfe brauchen, nicht helfen.
Dich nicht um kranke Personen kümmern.
Dich nicht dafür einsetzen, körperliches Leiden von anderen zu lindern.
Die Dharmalehren denen nicht geben, die sie nicht kennen und nur für innerweltliche Ziele arbeiten.
Die Güte, die andere dir erwiesen haben, nicht zurückzahlen.
Dich nicht dafür einsetzen, psychisches Leiden anderer zu lindern.
Armen und Bedürftigen keine materielle Hilfe zukommen lassen.
Dich nicht um die Schüler, Verwandten, Helfer und Freunde kümmern, indem du ihnen Belehrungen und materielle Hilfe gibst.
Die Dharmapraxis und heilsamen Handlungen von anderen nicht ermutigen und unterstützen.
Solche, die Lob verdienen, nicht loben und ermutigen.
Diejenigen, die im allgemeinen schädliche Handlungen ausüben und insbe­sondere diejenigen, die eine Bedrohung für den Dharma sind, nicht mit den Umständen entsprechenden Mitteln von ihren Handlungen abhalten.
Falls du übersinnliche Kräfte hast, diese, wenn sie benötigt werden, nicht anwenden.
Es gibt vier Einstellungen, die vorhanden sein müssen, damit ein Gelübde vollständig gebrochen wird. Die erste Einstellung beinhaltet, dass du das, was du getan hast, nicht als Fehler ansiehst. Die zweite Einstellung äußert sich darin, dass du den Gedanken, diese Handlung zu wiederholen, nicht aufgibst. Auf Grund der dritten Einstellung freust du dich und bist glücklich über das, was du getan hast. Die vierte Einstellung beinhaltet, dass du schamlos und rücksichtslos bist und dich nicht um die Folgen deiner Handlung für dich selber und andere kümmerst. Wenn du eines dieser Bodhicitta-Gelübde brichst, musst du die vier Gegenkräfte anwenden, wobei du deine früheren unheilsamen Handlungen offen zugibst, um zu verhindern, dass du die schwarzen karmischen Folgen dieser Handlungen erleiden musst. Dann wird es notwendig sein, die Bodhicitta-Gelübde im Rahmen einer geeigneten Zeremonie zu erneuern.
Mantra des Mitgefühls (Vajrayana)
Om Mani Peme Hung (Oh, Du Juwel im Lotus):
Nach der Überlieferung hat das Mantra Avalokiteshvaras die Kraft, das Leid in allen Bereichen Samsaras aufzuheben und allumfassendes Mitgefühl und Liebe des Praktizierenden für alle Wesen zu entwickeln.
Om Mani Padme Hum:
Om ist zusammengesetzt aus A, U und M und repräsentiert Körper, Rede und Geist des Buddha, die damit angerufen werden.
Der gesamte buddhistische Pfad beinhaltet den Pfad der Methode und den Pfad der Weisheit, die man zusammen entwickeln muss.
Mani symbolisiert den Pfad der Methode. Mani heißt soviel wie Diamant, man kann es sich wie eine Art wunscherfüllender Juwel vorstellen. Es repräsentiert den sogenannten weißen Pfad, der Tugenden wie Mitgefühl und den Erleuchtungsgeist beinhaltet. Dieser Pfad ist eine Art wunscherfüllender Juwel für die Lebewesen.
Padme heißt Lotus und steht für den Weisheitsaspekt des Pfades. Dieser besteht hauptsächlich in der Erkenntnis der endgültigen Realität, der Leerheit.
Hum bedeutet, dass etwas ungetrennt ist und weist auf die Vereinigung von Mani und Padme – Weisheit und Methode – hin, denn diese beiden sollten niemals getrennt voneinander praktiziert werden.
Lehrer-Schüler-System
Eine Konsequenz der Mahâyâna-Ausrichtung auf äußere Hilfe ist eine Orientierung von Schülern auf ihren Lehrer oder Meister (Vajrayana und Zen) bzw. die vertrauensvolle Orientierung auf Buddha Amida im Reinen Land Buddhismus. Es ist dabei aber wichtig zu erkennen, dass der Lehrer im Mahayana seine Schüler auf ihrem Weg zur Erleuchtung begleitet, ohne sie in Abhängigkeit zu führen. Der Weg zur Erleuchtung muß letztlich aus eigener Kraft und Motivation begangen werden. Der Lehrer im Mahayana verkörpert in aller Regel die Bodhisattva-Aktivität. Er ist es, der seinen Schülern dazu verhilft Erleuchtung zu erlangen, indem er sie in den Lehren Buddhas unterweist und Anleitung zur Praxis gibt.
Schriften
Wichtiger als der Pali-Kanon sind für die verschiedenen Mahayana-Schulen die in Sanskrit übertragenen Schriften. Neben dem Tripitaka enthalten diese insbesondere verschiedene Mahayana-Sutren. Von Anhängern des Mahayana werden diese auf Buddha-Shakyamuni selbst zurückgeführt. Theravada-Anhänger sehen sie als später entstanden an und akzeptieren als Grundlage der Lehre nur die Schriften des Pali-Kanon.
Verbreitung
Heute sind Richtungen des Mahayana besonders in Japan, Tibet, Bhutan, der Volksrepublik China und Korea verbreitet, teilweise auch in Vietnam, der Mongolei und dem asiatischen Osten Russlands.

Heute noch wirksame Schulen des Mahayana in Japan sind:

Amitabha-Buddhismus, Reines Land
Nichiren
Nipponzan-Myohoji
Reiyukai
Rissho Koseikai
Soka Gakkai
Tendai
Shingon
Zen
Zen und Tendai haben sich historisch aus dem chinesischen Chan-Buddhismus und dem Tiantai-Zong entwickelt.

Eine Weiterentwicklung des Mahayana findet sich im Vajrayana (vgl. Tibetischer Buddhismus), der den Bodhisattva-Pfad des Mahayana mit tantrischen Methoden ergänzt. In Tibet haben sich vier heute noch bestehende Schulen entwickelt:

Nyingma (auch in Nepal, Bhutan und Sikkim)
Kagyü (auch in Bhutan, Sikkim und Burjatien)
Sakya (auch in Nepal)
Gelug (auch in der Mongolei und Burjatien)
In China ist diese Form des Buddhismus in der Schule Mizong oder Zhenyan zu finden. In Japan wird er als Shingon übertragen.
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