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Islamische Prophezeiungen über das letzte Gericht












Das letzte Gericht

Eine der Bahá’í-Lehren, welche für Muslime wohl am schwersten zu akzeptieren ist, ist dass Bahá’í in dem Kommen Bahá’u’lláhs den „Tag des letzten Gerichtes“ sehen, welcher im Islam auch als „Tag der Auferstehung“ oder „Tag der Abrechnung“ bekannt ist.

Wenn man den Qur’án wörtlich, ohne weiteren Zusammenhang, liest, dann ist dieser „Tag“ mit einer kosmischen Katastrophe verbunden:

Wenn die Sonne umschlungen wird' und wenn die Sterne verstreut werden und wenn die Berge versetzt werden und wenn die trächtigen Kamelstuten vernachlässigt werden und wenn die wilden Tiere versammelt werden und wenn die Meere zum Überfließen gebracht werden und wenn die Seelen gepaart werden und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird, wegen welcher Sünde es getötet wurde, und wenn die Blätter aufgeschlagen werden und wenn der Himmel abgezogen wird und wenn die Hölle angefacht wird und wenn der (Paradies)garten nahe herangebracht wird, wird eine (jede) Seele erfahren, was sie vorgebracht hat. (Qur’án 81:1-14 nach Bubenheim / Elyas)

Da solch eine Katastrophe nicht geschehen ist, gehen die meisten Muslime davon aus, dass der Tag des Gerichtes nicht stattgefunden haben kann. Allerdings berichtet der Qur’án davon, dass die Menschen, auch wenn der Tag des Gerichtetes bereits geschehen ist, sich dessen nicht bewusst sind:

Warne sie vor dem Tag der gramvollen Reue, wenn die Angelegenheit entschieden sein wird, während sie (all dessen) unachtsam sind, und während sie (noch) nicht glauben. (Qur’án 19:39 nach Bubenheim / Elyas; siehe auch 12:107, 30:55-6)

Wenn der Tag des Gerichtes eine Katastrophe kosmischen Ausmaßes ist, wie kann es dann sein, dass es Menschen gibt, welche sich diesem nicht gewiss sind und weiterhin nicht Glauben, auch wenn der Tag des Gerichtes im Vollzug ist? Dafür muss es eine logische Erklärung geben. Dazu wollen wir uns weitere Verse des Qur’án und Erklärungen aus der Bahá’í-Lehre anschauen.

Bahá’u’lláh erklärt, dass das Kommen jedes Offenbarers ein Tag des Gerichtes ist. So war das Kommen Jesus für das Judentum der Tag des Gerichtes und das Kommen Mohammeds der Tag des Gerichtes für das Christentum. An vielen Stellen berichtet der Qur’án von der Verfolgung und der Ablehnung neuer Offenbarer. So wird jeder Tag des Gerichtes zu einer Prüfung des Glaubens der Menschen. Denn um den Gauben Gottes zu folgen ist es nötig den neuen Offenbarer zu akzeptieren. Der Qur’án berichtet hierzu:

Meinen die Menschen, daß sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: ‚Wir glauben‘, ohne daß sie geprüft werden? (Qur’án 29:2 nach Bubenheim / Elyas)
Trotzdem richten sich die Kleriker der vorherigen Religionen gegen die neue Offenbarung, was auch die Kritik der Offenbarer selbst erregt:

Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: Auf Moses Lehrstuhl haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken! Denn sie sagen es und tun es nicht. Sie binden aber schwere und schwer zu tragende Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. Alle ihre Werke aber tun sie, um sich vor den Menschen sehen zu lassen; denn sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten groß. Sie lieben aber den ersten Platz bei den Gastmählern und die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten und von den Menschen Rabbi genannt zu werden. Ihr aber, lasst ihr euch nicht Rabbi nennen! Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn einer ist euer Meister, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden. (Evangelium nach Matthäus, 23:1-11 nach Revidierter Elberfelder Übersetzung)

Sie haben ihre Gelehrten und ihre Mönche zu Herren genommen außer Allah, sowie al-Masih ibn Maryam, wo ihnen doch nur befohlen worden ist, einem einzigen Gott zu dienen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Preis sei Ihm! (Erhaben ist Er) über das, was sie (Ihm) beigesellen. Sie wollen Allahs Licht mit ihren Mündern auslöschen. Aber Allah besteht darauf, Sein Licht doch zu vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist. (Qur’án 9:31-2 nach Bubenheim / Elyas)

Hier wird eindeutig klargestellt, dass die Menschen Gott und Seinen Offenbarern folgen sollen und nicht Klerikern oder anderen Menschen.
Hinweise aus dem Qur’án

Wie bereits angedeutet wollen wir uns besonders intensiv den Erklärungen zu diesem Thema aus dem Qur’án zuwenden. So enthält der Qur’án Verse, mit welchem sich die Prophezeiungen über den Tag des Gerichtes interpretieren lassen und so logisch erklären lassen.

So lässt sich z.B. die Verdunklung der Sonne (Qur’án 81:1) mit dem Abfall vom Glauben Gottes erklären, denn Gott ist das Licht der Himmel (Qur’án 24:35). Wenn dies passiert sendet Gott einen neuen Offenbarer, mit einem neuen Buch (Qur’án 5:16-7; 2:257; 14:1; 14:5; 33:43; 57:9; 65:11).

Ein weiteres Beispiel ist die Erklärung des „Schütteln“ (zalzalah) der Erde am Tag des Gerichtes (Qur’án 99:1; 22:1), welches im qur’ánischen Sprachgebraucht eher dem „Schwanken im Glauben“ entspricht. So berichtet der Qur’án:

Dort wurden die Gläubigen geprüft und heftig erschüttert [zalzalah]. (Qur’án 33:11 nach Bubenheim / Elyas)

Dies sind nur einige Beispiele, an denen ich aufzeigen wollte, dass es für all die Beschreibungen, welche eine kosmische Katastrophe erahnen lassen eine spirituelle Erklärung gibt. Diese Erklärungen sind die einzig sinnvolle Erklärung, denn wie sollte es sonst möglich sein, dass es Menschen gibt die den Tag des Gerichtes nicht wahrnehmen wollen oder können?

Ein weiteren Hinweis bildet der Zorn und die gewaltige Strafe Gottes am Tag des Gerichtes (Qur’án 22:1), denn der Qur’án erklärt eindeutig:

…Wir strafen nicht eher, bis Wir einen Gesandten geschickt haben. (Qur’án 17:15 nach Bubenheim / Elyas)

Ebenfalls bestätigt der Qur’án, dass bereits das Kommen Mohammeds ein Tag des Gerichtes war (Qur’án 47:18; 50:20).

Ein Begriff für den Tag des Gerichtes im Qur’án, welcher eben oft auch mit „Tag des Gerichtes“ übersetzt wird ist „Yawm ad-Dín“ (Qur’án 37:20) der Begriff „Dín“ bedeutet jedoch „Glauben“ oder auch in einem gewissen Sinne „Religion“. Auch dieser Begriff deutet darauf hin, dass keine kosmische Katastrophe eintritt, sondern Gott den Glauben wiederherstellt. Dies geschieht laut Qur’án durch Offenbarer.

Generell lehnt der Qur’án die Idee, dass es keine Offenbarung mehr gebe scharf ab und prophezeit zugleich, dass auch Muslime dies tun werden:

O mein Volk, gewiß, ich fürchte für euch den Tag des gegenseitigen Zurufens, den Tag, an dem ihr den Rücken kehren werdet, wobei ihr nichts vor Allah Schützendes haben werdet. Und wen Allah in die Irre gehen läßt, der hat niemanden, der ihn rechtleitet.

Bereits zuvor kam Yusuf zu euch mit den klaren Beweisen. Ihr aber bliebt weiterhin im Zweifel über das, was er euch gebracht hatte. Als er dann gestorben' war, sagtet ihr: ‚Allah wird nach ihm keinen Gesandten mehr erstehen lassen.‘ So läßt Allah in die Irre gehen, wer maßlos und voller Zweifel ist.

Diejenigen, die über Allahs Zeichen streiten, ohne eine Ermächtigung erhalten zu haben, - welch schwerwiegende Abscheu erregen diese bei Allah und bei denjenigen, die gläubig sind. So versiegelt Allah das Herz eines jeden Hochmütigen und Gewalttätigen.
(Qur’án 40:31-2, 33, 34 nach Bubenheim / Elyas)
Dies ist der erste Teil einer Reihe, welche ich gerade anfertige. Da sie etwas unter Zeitdruck stehe möge man mir kleinere Fehler verzeihen und sie entweder hier nennen oder mir per Mail senden. In einigen Tagen werde ich einen weiteren Post schreiben, über den "Tag der Auferstehung".
Keine Seele kann etwas für eine andere Seele ausrichten


Auf diesen Vers hat mich der Nutzer Josef hingewisen:

Am Tag, da keine Seele für eine (andere) Seele etwas (auszurichten) vermag; und der Befehl [Amr] wird an jenem Tag Allah (allein) zustehen. (Qur'án 82:19 nach Bubenheim / Elyas)

Bahá'u'lláh beschreibt Seine Offenbarung als den Amr Alláh, den Willen, die Sache Gottes. Hier zeigt sich die Verbindlichkeit Seiner Offenbarung, wie sie im Qur'án bestätigt wird und das Seine Offenbarung nur von Gott ist. Bahai sprechen deshalb oft von der "Sache Gottes" (Amr Allah) wenn sie über die Bahai-Religion sprechen.

Doch keine Seele kann etwas für eine andere Seele ausrichten, wenn es um die Annahme einer Offenbarung geht, da die Menschen am Ende alle von Gott geführt werden und es im wahren Glauben [Dín] keinen Zwang gibt (Qur'án 2:256).

In der Offenbarung Bahá'u'lláhs gibt es keine Erbsünde und kein Mensch muss die Last eines anderen Menschen tragen. Auch sind Männer nicht mehr die Vormünder der Frauen. Ja Bahá'u'lláh sagt sogar voraus, dass wenn die Menschheit den Weg zu Gott finden wird, kein Mensch mehr die Last eines Königsamtes tragen wollen wird.
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