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Angst vor dem Tod, vor der Endlichkeit :(












Hallo,

ich (w, 23) habe das Forum hier gefunden, nachdem ich zum ersten mal überhaupt im Internet danach gesucht habe und bin schonmal beruhigt, dass ich mit meinem Problem scheinbar nicht alleine bin.
Ich muss es jetzt trotzdem einmal loswerden und fange von vorne an:

Ich erinnere mich daran, dass ich in der 1. oder 2. Klasse (d.h ich war 6 oder 7 Jahre alt) mit einer Freundin im Hof spielte.
Weil ich ab und zu darüber nachdachte frug ich sie, ob sie angast vor dem Tod hat. Sie meinte damals: "Nein,w arum. Wenn ich tot bin sehe ich doch alle meine Lieben wieder und laufe mit denen zusammen im Himmel über eine grüne Wiese."

Wenn sie wüsste, was für einen Gefallen sie mir damals als kleines Mädchen damit getan hat. jahrelang habe ich, immer wenn Gedanken an den Tod kamen, daran aufgezogen und es war okay. Ich find es jetzt eh komisch, dass sich ein 6-jähtiges Kind schon Gedanken darüber macht, obwohl bis dahin niemand aus meiner Familie gestorben ist. Noch nicht mal ein haustier o.ä.

Später ... so ca. mit 12 Jahren frug ich meinen Opa das Gleiche. Er sagte "selbst ichb mache mir noch keine Gedanken darüber. Du bist so jung. Wenn ich keine Angst habe, brauchst Du erst recht keine zu haben!"

Das war dann auch okay für mich.
Danach hatte ich immer mal wieder so Anflüge von Angst ... nicht schön, aber auch schnell wieder weg.

Nun ist es anders. Seit ca. 2 Monaten komme ich von den Gedanken einfach nicht mehr los und aus den minimal kleinen Anflügen sind richtige Angstzustände geworden inkl. Beklemmungsgefühl, mir wird schlecht, mein Herz rast etc.
Wenn ich mich hier umsehe und lese, dass manche deshalb teilweise gar keinen Spaß mehr am Leben haben können und richtige Depressionen bekommen ... das finde ich ja nicht so prickelnd und möchte das mit aller Kraft verhindern!
Abgesehen davon, dass diese Angstzustände auch ziemlich unerträglich sind und sicherlich keine positiven Auswirkungen auf meinen Körper haben.

Ich kann mit dieser Endgültigkeit gerade nicht leben. Das es nie eine handfeste Antwort darauf geben wird, was nach dem Tod geschieht. Ich meine ... erinnert sich jemand an das "Leben" VOR der Geburt? Wohl nicht, warum sollte es also ein Bewusstsein danach geben?
Andererseits MUSS ich daran glauben, dass danach etwas kommt. Sonst gehe ich kaputt!
Ich bin christlich, nicht wirklich erzogen, aber ich glaube. Ich glaube allerdings nicht alles, was die Kirche etc. uns vorsetzt. Das ist mir nicht möglich.
Außerdem studiere ich Religionswissenschaften, setze mich also mit vielen Religionen aueinander. Viele von ihnen beinhalten Dinge, die ich gut finde. Die Religion, die mir 100% zusagt, muss also erst noch geschaffen werden.

Am meisten beruhigen mich die Nahtod-Erfahrungen von Menschen, das es das handfesteste ist, was man haben kann. Denke ich. Werde mir auch Bücher darüber kaufen in der Hoffnung, meine Angst dadurch in den Griff zu bekommen.

Ich will nicht, dass meine Lebensqualität sinkt, weil ich Angst habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nicht wirklich etwas geschafft oder sogar geschaffen habe? Ich studiere und habe weder ne eigene Wohnung, noch eine eigene Familie (sprich Mann+ Kinder) ... was ja auch völlig legitim ist in meinem Alter. Aber vielleicht muss ich erstmal was schaffen?
Oft denke ich auch, dass je mehr geliebte Menschen ich verliere, desto egaler wird mir mein eigener Tod sein.

Wie ich es auch drehe und wende, es treten immer wieder neue Fragen auf. Wenn es z.B. weiter geht. Wie voll kist es denn bitte Im Jenseits? Welche Gestalt habe ich? Lichtpunkt? Schallwellen? So wie ich aussah als ich gestorben bin? Oder so wie ich mich selbst sehen möchte?
Und wenn .... laufe ich dan T-Rex über den Weg? Oder kommt vielleicht Goethe auf mich zu und wir halten ein pläuschchen? Und die Neandertaler sind dann verwirrt, weil sie unsere Sprache nicht verstehen?

Also ... ich weiß ja nicht, ob jemandem was zu meinem riiiesen Gedanken- Wirrwarr einfällt xD
Vielleicht kann mal jemand schrieben, woran er glaubt bzw. wie das dann im jenseits so abläuft/ ablaufen könnte.

Ware sehr lieb. Vielen Dank im Voraus für die Geduld =)
Hallo, LeFum,

ich habe bis vor einigen Jahren auch extreme Todesangst gehabt, wobei ich aber auch zweimal sehr schwer krank und dem Tod sehr sehr nahe war.

Seltsamerweise wird meine Todesangst mit zunehmendem Alter (ich werde 57) immer weniger. Ich werde gelassener, und gerate auch bei dem Gedanken, dass mit meinem letzten Atemzug "alles zu Ende" ist, nicht mehr so in Panik wie früher.

Ja, ich denke, ich akzeptiere so langsam, dass der Mensch sterblich ist und dass mit seinem Tod sein LEBEN definitiv zuende ist.

Was danach kommt, weiss ich nicht. Mal denke ich, danach ist "nichts mehr", und dann wiederum bin ich mir dessen nicht so sicher. Aber selbst WENN es nach dem Tode noch "etwas" geben wird, das "mit mir zu tun hat", so bin ich sicher, dass es GANZ anders sein wird, als ich kleines Menschlein mir das so vorzustellen versuche.

Liebe Grüsse

PeBu
Danke für die Antwort. Ich versuche ja auch immer zu denken, dass es im Alter nachlässt. Weil man halt auch bis dahin vermutlich den Einen oder Anderen verlieren wird.

Aber ich möchte das Leben bis zum Alter genießen. 23 ... da steh ich ja nun wirklich noch nicht an der Schwelle des Todes. Deshalb muss ich das in den Griff bekommen, bevor es noch schlimmer wird.

Liebe Grüße
Wenn es so schlimm ist, dass es Deine Lebensqualität deutlich senkt, gehe bitte zu einem Therapeuten. Dann könnte eine "Angststörung" vorliegen, und die sollte therapiert werden. Manchmal steckt hinter der Todesangst eine ganz andere Angst...

Alles Liebe

PeBu
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