Synkretismus


Synkretismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Synkretismus bedeutet die Vermischung von religiösen Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild. Voraussetzung ist, dass die religiös-philosophischen Teilaspekte auf einen Absolutheitsanspruch verzichten. Synkretismus nimmt vielmehr die Aspekte unterschiedlicher Religionen bewusst auf und formt sie zu etwas Neuem.

Der Buddhismus z.B. ist offen für andere Lehren. Insbesondere in Japan und China ist es üblich, nicht einer Religion "anzugehören", sondern verschiedene Religionen und Lehren (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Shintō) nach eigenem Gutdünken zu mischen (siehe auch: Japanische Götter, Drei Lehren). Auch deren Heiligtümer werden abwechselnd verehrt.

Bei frisch missionierten Völkern erlaubte auch das Christentum die Weiterbenutzung heidnischer Kulte, die lediglich uminterpretiert wurden. Hier ist allerdings der Begriff Synkretismus nicht mehr ganz zutreffend und geht in Assimilation über. Die Uminterpretationen der religiösen Inhalte missionierter Völker erlaubten nicht die gleichzeitige (adäquate) Verehrung der vormals verehrten Götter, sondern nur die Verehrung der alten Inhalte unter christlicher Vorgabe. Ein neues Weltbild ist somit nicht entstanden.

Erkenntnisse der heutigen Wissenschaften sehen einen gewissen Synkretismus als natürlich und selbstverständlich an, da dies die natürliche Folge des Umgangs mit Fremdheit oder Neuem ist. So z.B. in einer multikulturellen Gesellschaft. Aber sogar innheralb einer Konfession treten praktisch Widersprüche und Ansichts-Strömungen auf. Die Natürlichkeit des Vorgangs widerspricht jedoch dogmatischen Vorstellungen, die im Laufe der Zeit in Religionsorganisation (z.B. Kirchen) wachsen und einer Beliebigkeit entgegenwirken sollen.

In neuerer Zeit werden mit dem Begriff insbesondere sich neu bildende Mischreligionen wie Voodoo oder Candomblé bezeichnet (und z.B. von der christlichen Kirche als Sekte eingeordnet).