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Liebe Mara,
danke für deinen wichtigen Beitrag.
Habe es mir durch den Kopfgehen lassen.
Du hast recht, es ist wichtig, das die Kinder die Wahrheit erfahren.
Weil wir ansonsten durch versteckte Botschaften ihnen doch etwas vermitteln.
Doch wenn sie es erfahren, sollten sie im Leben stehen und erwachsen sein. So das sie eine gefestige Persönlichkeit sind. Dann kann man es ja kurz und knapp sagen. Vorraussetzung ist, sie fragen danach. Und sie bestimmen, inwieweit sie die ganze Geschichte wissen wollen oder nur das Ende.
Mara, ich gebe dir recht: Selbstmord ist immer eine Handlung psychischer Beeinträchtigung. Psychologisch gesehen weiß ich es 100 Prozent - da stimme ich dir zu.
Nur mein Gefühl, ist da anders. Deshalb schrieb ich auch meinen Beitrag an die Posterin, das jenes egoistisch sein. Ich kenne den Schmerz und vielleicht, hat die Posterin sich das angehört.
Leider schreibt sie ja nicht mehr. Vielleicht wollte sie sich nur Luft verschaffen.
Bei Hellinger, da habe ich es in der Pädagogischen Ausbildung gelehrt bekommen. In meinem Beruf wandte ich es an, bei der Supervision.
Die Supervisorin die wir hatten - da gab es einige - naja, da war von gut bis hin zu schlecht.
Schlecht wahren folgende Supervisoren, die einen aus der Familienauffstellung nicht rausholten. ICh erinnere mich, ich sollte mich für ein Kind hinstellen, das ich damals behandelte.
Zwei Wochen brauchte ich, um mich aus der Beklemmung zu befreien.
Weißt du Mara, manche Geheimnisse der Familie - wird man sein LEben lang aufarbeiten. So geht es mir und ich kenne einige Menschen, denen es genauso geht. Gewiß, man ist glücklich mit dem Leben und zufrieden. Doch manche stellen der Seele brauchen immer mal wieder guten Zuspruch.
Ich habe meinen Frieden mit meinen Vater, aber nur zum Teil. Ein Teil von mir wird immer einwenig am gebrochenen Herzen leiden und ich weiß:
Wahren Frieden finde ich mit ihm erst, wenn ich mein Leben gelebt habe.
Wenn irgendwann meine Stunde kommt, von dieser Erde zu gehen.
Wie du richtig sagtest, Mara, es ist ein Teil der Familie - der eigenen Geschichte - und man wird damit Leben und lernen, aus dem Schmerz eine Blume des Trostes wachsen zu lassen.
Alles Liebe und Gute auch für dich, Mara.
In Verbundenheit Serpens
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Liebe Serpens,
ich freue mich über Deine Reaktion zu meinem Beitrag, über so viel Selbstreflektion und Bereitschaft zur Veränderung.
Ich erinnere mich, auch einmal große Probleme beim Herauskommen aus einer Stellvertreterrolle beim Familienstellen gehabt zu haben. Da ging es um ein Naziverbrechen. Die Therapeutin ließ mich schließlich zu jedem der ca. 20 Teilnehmer gehen und ich musste mich namentlich vorstellen, worauf der andere mich mit meinem Namen jeweils begrüßte. ... Wir haben die Kerzen für die tote Mutter und das im Mutterleib erstickte Kind noch länger brennen lassen und dann die Aufstellungsarbeit für diesen Abend vorzeitig beendet. Auf Wunsch der Aufstellenden und einiger Stellvertreter konnten wir am nächsten Morgen noch mal daran arbeiten und es zu einem für alle befriedigendem Ende bringen.
Erlaube mir, noch ein paar Dinge direkt anzusprechen, die Dir vielleicht einen neuen Blickwinkel ermöglichen.
Als Mutter ist man sehr stark mit seinen Kindern verbunden, man will ihnen vieles ersparen und merkt manchmal nicht, wenn man die eigenen Wünsche oder Schwierigkeiten in sie hineinsieht.
Ein Kind nimmt Probleme seiner Mutter, ständig auf einer anderen Ebene wahr. Wenn wir ihm nichts Konkretes sagen, weil wir nicht wollen, dass es so leiden muss, wie wir selbst, ist das zwar verständlich, aber für das Kind belastend, denn es spürt, dass , was die Mutter sagt, gefühlsmäßig irgendwie nicht stimmt.
Nach meiner Erfahrung wird es, weil die Mutter so geredet hat, als wäre alles in Ordnung, und/ oder es spürt, dass es der Mutter unangenehm ist, nicht selber weiter nachfragen.
Mit dem Kind offen, dem Alter entsprechend, über MEIN Problem zu reden (z.B. Du merkst, dass ich jetzt wieder so traurig bin. Dass ist so, weil ich als Kind was Schlimmes erlebt habe...), hat mich die erstaunliche Erfahrung machen lassen, dass mein Kind mir geholfen hat, indem es mich einfach in den Arm nahm und versuchte, zu trösten, wie es selbst das von mir so oft erfahren hatte.
So kann das Kind u.a. lernen, dass man auch als Erwachsener schwach sein und es zeigen darf und, dass Mitgefühl eine Form des Trostes ist.
Manchmal unterschätzen wir unsere eigenen Kinder völlig, vergessen, dass sie an Stellen, wo sie eben nicht das Gleiche durchgemacht haben, wie wir selbst, viel stabiler sein können, aufgrund eigener guter Erfahrungen und auch aufgrund einer völlig anderen Persönlichkeitsstruktur.
Für mich selbst war als Kind nur sehr schlimm und ich fühlte mich schuldig dafür, dass ich das Geheimnis meiner Mutter und ihres Vaters zufällig durch Papieren aufdeckte, die mir in die Hände gefallen waren.
Vielleicht hat es meiner Mutter ein wenig geholfen, als sie von ihrem Kind hörte, dass sie sich auf gar keinen Fall schämen müsse dafür. Doch wirklich sich etwas sagen lassen von ihrer Tochter, die so ganz anders war, als sie selbst, konnte sie erst auf dem Sterbebett und danach. (Sie hatte übrigens von der unguten Geschichte mit ihrem Vater erst als junges Mädchen und durch fremde Menschen erfahren, wodurch es richtig schrecklich und beschämend für sie geworden war).
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Liebe Serpens,
nun zu der anderen Geschichte.
Weißt Du, ich hätte da schon Hoffnung, dass Du noch zu Deinen Lebzeiten völligen Frieden mit Deinem Vater finden könntest, auch gefühlsmäßig. – Falls Du das willst.
Hast Du schon mal daran gedacht, ein Aufstellung für Deinem toten Vater und Euer gemeinsames Familiensystem machen zu lassen? - Da könnten Zusammenhänge herauskommen, die man so, über den Kopf niemals finden kann.-
Ich verstehe gut, wenn jemand lieber mit leichten gefühlsmäßigen Einschränkungen lebt, als das Risiko großer emotionaler Erschütterung noch einmal einzugehen. Noch dazu, wenn der Erfolg nicht wirklich sicher ist.
Für mich selbst wäre dies jedoch keine Lösung. Ich versuche Dinge, die mich belasten immer wieder anzuschauen und zu bearbeiten, auch wenn ich dafür durch die Hölle gehen muss.
Bis jetzt bin ich jedes Mal wie Phönix aus der Asche auferstanden und habe meinen inneren, auch emotionalen Frieden gefunden. -
Wenn Du noch Fragen hast, bin ich dafür offen.
In jedem Fall wünsche ich Dir, dass Du den für Dich besten Weg findest.
In herzlicher Verbundenheit,
Mara
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Ja die Wahrheit ist schwer zu ertragen, doch da ich mich, im Gegensatz zu dir, nicht selbst umbringen will, deswegen muss ich sie einfach schreiben und sagen.
In allem Ernst, das was ich schreibe können Männer und Frauen nicht ertragen.
Sie würden sich sogar in sehr belebender Art und Weise gegen mich verbünden, um mich dafür zu erschlagen, aber ich habe das bisher immer überlebt und kann es somit ganz gut vertragen.
Freies Buchdownload: http://home.arcor.de/uniperversum/html/download_buch.html
beziehungsWEISE
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