Perlen der Himmelskrone Mariens


Perlen der Himmelskrone Mariens


Im heutigen und im letzten Papst sehen wir zwei große Marienverehrer.
Was ist dran an Maria?
Vor etwas über 100 Jahren befleißigte sich der begnadete Prälat Johann Martin Schleyer, Erfinder der Welthilfssprache Volapük, auch der katholischen Poesie, wie er es selbst nannte. Und so muss es als bedauerlich angesehen werden, dass seine Mariengedichte unter dem Titel "Perlen der Himmelskrone Mariens, Sonettenkranz aus Lobsprüchen heiliger Seelen gewunden" heute nahezu vergessen sind.
Um dem abzuhelfen, werde ich hier nach und nach diese kleinen sprachlichen Kunstwerke, die gewiss das Herz eines jeden Katholiken erheben werden, der interessierten Gemeinde darbieten.

Johann Martin Schleyer
1831 – 1912

Perlen der Himmelskrone Mariens,
Sonettenkranz aus Lobsprüchen heiliger Seelen gewunden


Willst du wissen, welche Seele
Ohne Makel, ohne Fehle
Aller Perlen reinste Schöne
Mit dem höchsten Prachtschmuck kröne:
Schau zum Sternendom, zum blauen
Auf, zum Urbild der Jungfrauen!
Schau mit lauterm Engelsinn
Hin zur Engelkönigin!


I.
Du auserwählte Tochter des ewigen Vaters!
(St. Justin.)


Am reinsten Liebebusen sah’n Aeonen,
Sah’n sel’ge Geister einst vor allen Zeiten
Dort in des Himmels unermess’nen Weiten
Den ew’gen Sohn beim ew’gen Vater thronen.

Doch unter all den klaren Aetherzonen,
Die endlos ihren Wonneglanz verbreiten,
Sah’n sie noch keine Himmels-Tochter kleiden
Sich in das Goldgewand der Mächte, Thronen. –

Da zuckt ein Lichtstrahl, dunkle Geister scheuchend,
Hoch aus dem Vaterhaupte voll Ideen,
Hoch aus der Wolkenstirn des Allberaters:

Und flieh’, wie Pallas einst, dem Haupt entsteigend
Des Vaters Zeus, bejubelt ward in Höhen:
So hallet Preis der Tochter Gott des Vaters.

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Lieber Fipps,

"Kunstwerke, die gewiss das Herz eines jeden Katholiken erheben werden"

Vielen Dank dafür. Das sind wohl vergessene Schätze. Freut mich, wenn du weiter machst!

Grüsse,
Andreas
Lieber Andreas und andere Freunde hoher Poesie,

In den Versen des begnadeten Prälaten Johann Martin Schleyers sehen wir, wie irdische Liebesfreude sich überhöht und in mehr virtuelle, himmlische Liebe transmutiert. Uns wird klar, dass der Zölibat manchmal tatsächlich die schönsten Gefühle hervorbringen kann. Der heiligen Jungfrau haben die Muslime nichts entgegenzusetzen. Sie müssen neidisch abseits stehen.

II.
Du Quelle der Menschheit Gottes des Sohnes!
(St. Method.)


Der Weisheit Lichtstrom, tief zur finstern Erde
Will strömen Er, zur wüsten, zur unreinen,
um neu im Gnadenstreiche zu vereinen
Was Sündennacht einst schied vom Lichtesheerde.

Doch flieh’, das Lichtmeer, das die Geister nähret:
Als Bächlein will es rieseln her zur kleinen,
Entweihten Erd’, ein Kind in Binden weinen,
Nur so entsühnen, was die Schuld entehrte. –

Nun sagt, ihr Geister, uns: wo ist die Quelle
Zu finden, die in ungetrübter Helle
Herab von klaren Höh’n des Sternenthrones

Dies Licht uns sende, das uns rettend leuchte,
Das dort die Finsternis zum Abgrund scheuchte?:
Sie ist’s, der laut’re Herzquell Gott des Sohnes.


PS: Auch im Koran kommt im Zusammenhang mit Maria ein Bächlein vor. Für die islamischen Gottesgelehrten ist diese Stelle immer etwas dunkel geblieben. Uns indessen sprießt die Wahrheit leuchtend auf!
Die Heilige Dreieinigkeit besteht -- wenigstens in Sprachen, die grammatische Geschlechter kennen -- nur aus männlichen Teilen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Oder doch nicht?
Die folgende Hymne, fußend auf einem Spruch des Hlg. Hieronymus, zeigt wie es sich tatsächlich verhält:

III.
Du Wohnsitz des heiligen Geistes!
(St. Hieronym)


Des Vaters Lichthaupt schauen hehr umschweben
Die Jubelgeister Ihn, den Geist der Wonne,
Der Lieb’ und Wahrheit; dann zum ew’gen Sohne,
In seines Busens Heiligtum sich heben,

In jenes Liebecentrum, dem das Leben
Des Alls so reich entquoll; in jene Sonne,
Die Licht entsendet bis zur fernsten Zone,
Wo Welten noch die Sphärennetze weben.

Hier konnte ruh’n der Geist der ew’gen Wahrheit. –
Doch nein, auch im Geschöpf sucht Er die Stätte,
Wo weilen soll im Weltenflug sein Fittig.

Er fand sie. Wo?: Im Herzen reinster Klarkeit,
Das lieblich blinkt in silberklarer Glätte:
Im Jungfraubusen, ach, so keusch, so sittig!


Beachten wir den Jungfraubusen. Prälat Schleyers hohe Gefühle entzünden sich nicht im leeren Raum.
Nun wird Prälat Schleyer deutlicher, und dabei findet er trefflich-schöne Worte für die Fleischeslust (Sonnenglut der Flammenlieb', der Mittagsstrahlen Pfeile), die auch ihm offenbar nicht unbekannt war.
Er fand den Weg, seine Lust fern von Sünde zu lindern: Maria!

IV.
Du Lustgarten des ewigen Vaters!
(Chrysipp.)


Die Sonnenglut der Flammenlieb’ zu mindern,
Will pflanzen sich die Minne einen Garten,
Wo sie im Schattenhaine unter zarten,
Liebholden Blüten sich ergeht, zu lindern

Der Mittagsstrahlen Pfeile. Seht, bei Kindern
Der Menschen: wo sich Lieb’ und Unschuld paarten,
Wo Reinheit, Einfalt Edenswonne wahrten:
Da findet ihre Lust sie, fern von Sündern. –

Doch sagt mir, Welten all! wo zu erspähen
Wohl ist ein solch entzückend Lustgefilde,
Wo wir die Urlieb’ selbst lustwandeln sähen?

Wo aller Himmelsblumen Prachtgebilde
Ambra verhaucht in linden Zephyrs Wehen? --:
Maria nennt sich’s, Jungfrau süß und milde.


Ja, dies kann uns immer als hohes Geistesbild vor Augen schweben: eine Jungfrau, "süß und milde".
Muslime müssen dagegen wegen eines Deutungsfehlers (Christoph Luxenberg) im Paradies entgegen allen schönen Hoffnungen mit hellen Trauben vorlieb nehmen, die aber immerhin auch "süß und milde" sind.
>Er fand den Weg, seine Lust fern von Sünde zu lindern:

Sorry, aber das klingt, als ob Lust eine Krankheit wäre.

Gruss

PeBu
Schlimmer: Fromme Christen leiden alle seit dem Sündenfall (Adam und Eva, wie bekannt) unter der Erbsünde. Satan hat jetzt Zugriff auf uns, und daher sind wir von Lust befallen und gieren nach Sex. Das freut den Teufel, während Gott die Stirn runzelt. Da es kaum etwas Schlimmeres gibt als Unzucht (kannst du jeden Muselmann fragen), muss man sich vor der Fleischeslust in Acht nehmen. Da kann die Betrachtung der Hlg. Jungfrau helfen. Glühende Liebe zur Gottesmutter könnte zumindest zeitweilig den Samendruck vergessen machen. In Russland gab es mal eine Sekte, bei der die Männer sich deswegen selbst entmannt haben. Die waren wenigstens konsequent.

Ich gebe hier nur Schleyers von Lobsprüchen verschiedener Heiliger inspirierte Mariengedichte wieder. Wer sie fassen kann, der fasse sie!

LG, Fipps

V.
Du getreueste Ernährerin Christi!
(St. Wilhelm.)

Ein Himmelslämmlein will auf Erden weiden.
Zu eng sind Ihm des weiten Himmels Auen,
Wo Sterne zahllos zieh’n am hehren, blauen
Prachtdom des Aethers. Seht doch, Engel neiden

Die Blumen all, die Lilien, die beschreiten
Des Lämmchens Füße. Demanttröpfchen tauen
Dort Gnadenbäche nieder auf den grauen,
Den dürren Sand, wo seine Tritte gleiten. –

„O dürfte ich dies süße Lämmchen nähren!“
So hör’ ich Schäferinnen tausend flehen,
Die leider, ach! des Lilienschmucks entbehren. –

Nur Eine ist’s, die wir es laben sehen
Mit Liliensaft und Milch und Honigbeeren:
Die Geisterhirtin dort in Sternenhöhen.


Johann Martin Schleyer war eine Art Genie. Er lernte über 50 Sprachen und beherrschte mehrere Musikinstrumente, darunter auch Orgel und Harfe. Als Pfarrer reüssierte er allerdings nicht. Er war kein Mann des Kompromisses.
"romme Christen leiden alle seit dem Sündenfall (Adam und Eva, wie bekannt) unter der Erbsünde. "

Liebe Freunde,

alle Menschen leiden unter der Erbsünde.

Und das ist bedeutend mehr als nur das Verlangen nach Sex.

Gruss,
Andreas
Ich begreife nicht, wie man derart lustfeindlich sein kann. Hat Gott die Lust NICHT erschaffen? Ich dachte immer, liebevolle Lust sei etwas Wunderbares und Gottgewolltes, und nicht etwas, das es mit aller Macht zu sublimieren gilt (um es mal vorsichtig auszudrücken).

Gruss,

PeBu