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„Drei Botschaften senden die Götter, ihr Mönche.
Welche drei sind das?
Da wandelt jemand, übel in Gedanken, Worten und Werken. Wegen solch' übeln Wandelns in Gedanken, Worten und Werken geht er, wenn sein Leib zerbricht, jenseits des Todes den Unglücksweg, den bösen Gang, zur Verdammnis, zur Hölle.
Den ergreifen, ihr Mönche, die Höllenwächter hier und dort an den Armen und bringen ihn vor den König Yama: „Herr, dies ist ein Mann, der Mutter und Vater nicht geehrt hat, der Asketen und Brahmanen nicht geehrt, den Ältesten seines Geschlechts keine Ehre erwiesen hat. Über den mögest du, Herr Strafe verhängen!“
Dann befragt ihn und verhört ihn und redet mit ihm König Yama von der ersten Götterbotschaft: „Sage mit, Mann, hast du nicht gesehen, wie unter den Menschen die erste Götterbotschaft erschienen ist?“
Und er antwortet: „Das habe ich nicht gesehen, Herr!“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Sage mir, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine Frau oder einen Mann gesehen, achtzig oder neunzig oder hundert Jahre alt, greis, gekrümmt wie ei Gabeldach, gebückt, auf einen Stab gestützt, einherwandernd, schwach, der Jugendkraft bar, mit gebrochenen Zähnen, ergraut, kahl; er wackelt mit dem Kopf, ist runzlig und an allen Gliedern mit Flecken bedeckt?“
Und er antwortet: „Das habe ich gesehen, Herr!“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Sage mir, Mann, da du doch verständig genug und alt genug warst, hast du da nicht zu dir gesagt: Auch ich bin dem Alter unterworfen und von des Alters Macht nicht frei. Wohlan denn, ich will Gutes tun in Gedanken, Worten und Werken?“
Und er antwortet: „Das hab' ich nicht vermocht Herr. Das hab' ich im Leichtsinn versäumt.“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Höre, Mann, aus Leichtsinn hast du nichts Gutes getan in Gedanken, Worten und Werken. Wahrlich Mann, man wird dir tun, wie einem Leichtsinnigen gebührt. Deine bösen Taten hat nicht deine Mutter getan und hat nicht dein Vater getan, nicht dein Bruder und nicht deine Schwester, nicht deine Freunde und Hausgenossen und nicht deine Verwandten und Blutsfreunde, nicht Götter, nicht Asketen und Brahmanen. Du allein hast deine bösen Taten getan, und du allein sollst ihren Lohn ernten.“ Wenn König Yama ihn so, ihr Mönche über die erste Götterbotschaft befragt und verhört und davon mit ihm geredet hat, befragt und verhört er ihn und redet mit ihm von der zweiten Götterbotschaft: „Sage mir, Mann, hast du nicht gesehen, wie unter den Menschen die zweite Götterbotschaft erschienen ist?“
Und er antwortet: „Das habe ich nicht gesehen Herr!“
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Dann spricht König Yama zu ihm: „Sage mir, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine Frau oder einen Mann gesehen, krank, leidend, voll schweren Siechtums, daliegend in seinem eignen Urin und Kot, von anderen aufgerichtet, von anderen niedergelegt?“
Und er antwortet: „Das habe ich gesehen, Herr!“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Sage mir, Mann, da du doch verständig genug warst und alt genug warst, hast du da nicht zu dir gesagt: Auch ich bin der Krankheit unterworfen und von der Krankheit Macht nicht frei. Wohlan denn, ich will Gutes tun in Gedanken, Worten und Werken -?“
Und er antwortet: „Das habe ich nich vermocht, Herr. Das hab' ich im Leichtsinn versäumt.“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Sage mir, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine Frau oder einen Mann gesehen, tot seit einem Tage, oder tot seit zwei Tagen, oder tot seit drei Tagen, geschwollen, voll blauer Flecken mit fauligem Ausfluss?“
Und er antwortet: „Das hab ich gesehen, Herr!“
Dann spricht König Yama zu ihm: „Höre, Mann, aus Leichtsinn hast du nichts Gutes getan in Gedanken, Worten und Werken. Wahrlich, Mann, man wird dir tun, wie einem Leichtsinnigen gebührt. Deine bösen Taten hat nicht deine Mutter getan und hat nicht dein Vater getan, nicht dein Bruder und nicht dein Schwester, nicht deine Freunde und Hausgenossen und nicht deine Verwandten und Blutsfreunde, nicht Götter, nicht Asketen und Brahmanen. Du allein hast deine bösen Taten getan, und du allein sollst ihren Lohn ernten.“
Wenn König Yama ihn so, ihr Mönche, über die dritte Götterbotschaft befragt und verhört und darüber mit ihm geredet hat, schweigt er still.
Dann nehmen die Höllenwächter, ihr Mönche, mit ihm vor, was man die fünffache Fesselung nennt. Sie treiben einen glühenden eisernen Pflock durch seine Hand, treiben einen glühenden eisernen Pflock durch seine andere Hand ... durch seinen Fuss ... durch seinen anderen Fuss ...mitten durch die Brust. Da leidet er qualvolle, bittere, scharfe, stechende Schmerzen, und er stirbt nicht, solange seine böse Tat nicht abgebüsst ist.“
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Buddha – Worte der Vollendung, ISBN 978-3-257-23761-0, diogenes Verlag
Seite 57 ff
oder
Anguttara Nikaya ( Angereihte Sammlung), Buch 1, Übersetzer: Herrmann Oldenberg,
Siddhartha Gautama (*563 v.Chr. In Lumbini; +483 v.Chr.), lehrte als Buddha ( wörtlich: Erwachter) den Dharma ( die Lehre) und war der Begründer des Buddhismus. Sein Todesjahr 483 v. Chr. Galt früher als das älteste sicher datierbare Ereignis der indischen Geschichte, allerdings wird diese Datierung heute stark bezweifelt. In der gegenwärtigen Forschung wird seine Lebenszeit etwa ein Jahrhundert später angesetzt.
Gruss
Nasruddin
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Lieber Nasruddin, liebe Buddhisten,
Was hat Buddha konkret damit gemeint? Auf welcher Ebene spielt sich diese "Höllenqual" ab? Mit welchem teil unserer Existenz erleben wir die Höllenqual? Erleben wir sie überhaupt individuell, oder trägt sie das gesamte Menschengeschlecht für uns?
Gruss,
Andreas
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@Andreas
Deine Fragen sind wirklich schwer. Und so viel auf einmal.
Als unbedarfter dachte ich als erstes:
Irgendwie erinnert mich das an eine Kreuzigung!
Es war wie ein Hinweis ein Bildnis das sich in mir visualisierte.
Doch ich bin mir nicht sicher wie weit ich jetzt daneben liege.
Es müssten eigentlich unsere Buddhistischen Brüder und Schwestern etwas darüber sagen können.
Warten wir es ab.
Gruss
Nasruddin
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