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Friede sei mit euch.
Wie bereits angekündigt werde ich von Zeit zu Zeit für unsere besinnliche Zeit der Muslimischen "Fastenzeit" verschiedenes zu bedenkendes hier ablegen.
Dieses mal möchte ich etwas von Khalil Gibran herauspicken, etwas aus seinen Schriften und seinem bekanntesten Werk, der Prophet.
Bevor manche sich in diese Lange Geschichte einliest noch etwas Wissenswertes über den Author.
Khalil Gibran wurde 1883 in Bsharri, Libanon, als Sohn einer christlich-Maronitischen Familie geboren. Mit 11 Jahren wanderte er mit seiner Familie in die USA aus, besuchte später eine Eliteschule in Beirut, bevor er definitiv in die Vereinigte Staaten zog.
1931 starb er in New York, Khalil Gibran ist der bekannteste Dichter des Orients in der westlichen Welt und Der Prophet ist sein berühmtestes Buch.
Der Prophet wurde sofort nach seinem Erscheinen im Jahr 1923 in über 20 Sprachen übersetzt und ist heute längst ein Kultbuch, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
ISBN 978-3-257-23765-8, Khalia Gibran, Der Prophet, Verlag Diogenes
Weiter in den nächsten Teilen ...
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Von Verbrechen und Strafe Teil 1
Dann trat einer der Richter des Stadt vor und sagte: Sprich zu uns von den Verbrechen und Strafe.
Und er antwortete und sagte:
In dem Augenblick, in dem euer Geist mit dem Winde geht,
Tut ihr, allein und unbewacht, einem anderen Unrecht und damit euch selbst.
Und für dieses Unrecht müsst ihr ans Tor des Gesegneten klopfen und eine Weile unbeachtet dort warten.
Wie der Ozean ist euer Gott-Selbst;
Es ist für immer unbefleckt.
Und wie der Äther trägt es nur den, der Flügel hat.
Es kennt weder den Weg des Maulwurfs, noch such es die Höhlen der Schlangen auf.
Aber euer Gott-Selbst wohnt nicht allein in eurem Sein.
Vieles in euch ist bereits Mensch, und vieles in euch ist noch nicht Mensch,
Sondern ein gestaltloser Zwerg, der schlafend im Nebel umherirrt, auf der suche nach seinem eigenen Erwachen.
Und vom Menschen in euch spreche ich nun.
Denn es ist dieser Mensch und nicht das Gott-Selbst und auch nicht der Zwerg im Nebel, der das Verbrechen und die Strafe für das Verbrechen kennt.
Oft habe ich euch von einem, der ein Unrecht begangen hat, sprechen hören, als ob er nicht einer von euch wäre, sondern ein Fremder, ein Eindringling in eurer Welt.
Aber ich sage, so wie der Heilige und der Gerechte sich nicht über das Höchste, das in euch ist, erheben kann,
So kann auch der Böse und der Schwache nicht tiefer fallen als bis zum Niedrigsten, da in euch ist.
Und so wie ein einzelnes Blatt sich nur mit dem schweigenden Einverständnis des ganzen Baums gelb färben kann,
So kann der Verbrecher ohne eure stillschweigende Einwilligung kein Unrecht begehen.
Wie in einer Prozession geht ihr gemeinsam auf euer Gott-Selbst zu.
Ihr seid der Weg und die Wanderer.
Und wenn einer von euch fällt, dann fällt er für die, die hinter ihm kommen, als Warnung vor dem Stolperstein.
Ja, er stürzt auch für die vor ihm, die, obwohl schneller und sicherer unterwegs, den Stolperstein nicht aus dem Weg geräumt haben.
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Von Verbrechen und Strafe Teil 2
Und dann ist noch folgendes, auch wenn da, was ich sage, euer Herz bedrücken wird:
Der Ermordete ist nicht frei von Verantwortung für seine Ermordung;
Und der Beraubte ist nicht frei von Schuld an dem Raub.
Der Gerechte ist nicht unschuldig an den Taten der Bösen,
Und wer saubere Hände hat, bleibt nicht unbefleckt vom Tun der Verbrechers.
Ja, der Schuldige ist oft Opfer des Geschädigten.
Und noch öfter trägt der Verurteilte die Last des Freigesprochenen und Unbescholtenen.
Ihr könnt den Gerechten nicht vom Ungerechten trennen und den Guten nicht vom Bösen;
Denn angesichts der Sonne stehen sie Seite an Seite, so wie der weisse und der schwarze Faden miteinander verwoben sind.
Und wenn der schwarze Faden reisst, muss der Weber das ganze Tuch prüfen, genauso wie er den Webstuhl selbst überprüfen muss.
Will einer von euch ein Urteil über die untreue Ehefrau fällen,
Dann soll er auch das Herz ihres Ehemannes wägen und dessen Seele mit dem Mass-Stab messen.
Und wer den Täter geisseln möchte, der möge auch den Geist des Opfers betrachten.
Und will einer von euch im Namen des Rechts strafen und die Axt an den Baum des Bösen anlegen, möge er zuerst die Wurzeln betrachten;
Und er wird die Wurzeln des Guten und des Bösen, des Fruchtbringenden und des Fruchtlosen finden, ineinander verwoben in der Stille des Herzens der Erde.
Und ihr Richter, die ihr gerecht sein wollt.
Welches Urteil fällt ihr über einen, der ehrlich im Fleisch, aber im Geiste ein Dieb ist?
Welche Strafe erlegt ihr dem auf, der im Fleisch tötet, aber im Geist selbst getötet wird?
Und wie verfolgt ihr den, der im Handeln ein Betrüger und Unterdrücker ist,
Aber zugleich auch selbst enttäuscht und verletzt ist?
Und wie werdet ihr jene bestrafen, deren Reue bereits grösser ist als ihre Missetaten?
Ist denn Reue nicht genau jene Gerechtigkeit, die eben das Gesetz vorsieht, dem ihr so gerne dienen wollt?
Und doch könnt ihr Reue dem Unschuldigen nicht auferlegen oder das Herz des Schuldigen davon befreien.
Ungebeten ruft sie in der Nacht, damit die Menschen erwachen und sich selbst betrachten.
Und ihr, die ihr Gerechtigkeit verstehen wollt, wie wollt ihr dazu fähig sein, wenn ihr nicht alle Taten im hellsten Licht betrachtet?
Nur dann könnt ihr erkennen, dass der Aufrechte und der Gefallene ein und derselbe sind, der im Zwielicht zwischen der Nacht seines Zwergen-Selbst und dem Tag seines Gott-Selbst steht,
Und dass der Eckstein des Tempels nicht höher ist als der unterste Stein in seinem Fundament.
Seite 44 u. ff
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| Zitat: |
Khalil Gibran wurde 1883 in Bsharri, Libanon, als Sohn einer christlich-Maronitischen Familie geboren. Mit 11 Jahren wanderte er mit seiner Familie in die USA aus, besuchte später eine Eliteschule in Beirut, bevor er definitiv in die Vereinigte Staaten zog.
1931 starb er in New York, Khalil Gibran ist der bekannteste Dichter des Orients in der westlichen Welt und Der Prophet ist sein berühmtestes Buch. |
Vielleicht auch noch recht interessant:
Juliet Thompson, one of Kahlil Gibran's acquaintances, said that Gibran told her that he thought of `Abdu'l-Bahá, the leader of the Bahá'í Faith in his lifetime, all the way through writing The Prophet. `Abdu'l-Bahá's personage also influenced Jesus, The Son of Man, another book by Gibran. Gibran did two portraits of him during this period. (Khalil Gibran#Art and poetry In: Wikipedia)
Es sei aber gesagt das Juliet Thompson Bahá'í ist bzw. war, eine der ersten Stunde in den USA.
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@Tobias
Ich staune immer wieder, was Du alles so weisst.
Und das mit Deinen jungen Jahren...
"The Son of Man" = Des Menschen Sohn oder Adam's Sohn ...
Grüsse
Nasruddin
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