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Wenn die Seele stumm bleibt












Wenn die Seele stumm bleibt

Trennung von Frau und Kindern - was bleibt?

Anstatt Traurigkeit und Angst – Teilnahmslosigkeit. Und unerträgliche Rückenschmerzen. Jeder zehnte Mensch kennt weder Glück noch Trauer, ist unfähig, bei sich oder anderen Gefühle wahrzunehmen. Sie sind gefühlsblind.

Ursache ist vermutlich eine Fehlfunktion im Gehirn, die Gefühle in einem frühen Stadium abblockt und in Schmerzen umwandelt.

Gefühlsblinde Menschen, die über ihre Gefühle sprechen sollen, sind vergleichbar mit Blinden, die Farben beschreiben sollen – sie sollen über etwas sprechen, das ihnen grundsätzlich fremd ist. Gefühlsblindheit ist ein in der Öffentlichkeit relativ unbekanntes Phänomen, das aber gar nicht selten ist.

Psychologische Tests in Skandinavien kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis: 13 Prozent aller Probanden waren gefühlsblind, davon waren 10 Prozent Frauen und 17 Prozent Männer. Beinahe über Nacht ist dieses Phänomen zu einem der heißesten Themen der Hirn-Forschung geworden und wird mit dem griechischen Wort Alexithymie benannt

Alexithymie ist das Unvermögen, Gefühle hinreichend wahrzunehmen, zu beschreiben und von körperlichen Folgen einer Belastungssituation zu unterscheiden. (aus: Klinisches Wörterbuch "Pschyrembel") Alexithymie ist vermutlich keine angeborene Persönlichkeitsstörung, sondern wird früh im Leben durch ein Trauma erworben. Quasi wie eine Schutzmauer, ein Panzer, schottet die Gefühlsblindheit mit Hilfe einer Fehlfunktion des Gehirns den Menschen ab.

Bei Versuchen wurde die Hirndurchblutung bei Probanden gemessen, die an eine extrem emotionale Situation denken sollten - wie zum Beispiel den Tod eines ihnen nahe stehenden Verwandten. Das Ergebnis: Das limbische System, Zentrum der Gefühlsverarbeitung, regte sich kaum, dafür eine ganz andere Region im Gehirn, der Stirnlappen. Er ist in der Lage, die Weiterleitung emotionaler Reize zu unterbinden. Dafür reagiert der Gefühlsblinde mit körperlichen Beschwerden.

Gefühlsblindheit ist demnach nicht das Fehlen von Gefühlen, sondern ihre Unterdrückung. Für den Mediziner ist die Unfähigkeit, Gefühle zu haben und zu lesen, deshalb ein mehr oder weniger ausgeprägtes Persönlichkeitsmerkmal und keine Krankheit. Ursache zwischenmenschlicher Probleme

Gefühlsanalphabeten leiden unter einem Defizit, das sie schnell ins gesellschaftliche Abseits manövrieren kann. Wohl kaum ein anderes psychologisches Phänomen erschwert das menschliche Miteinander so wie die Gefühlsblindheit. Menschen kommunizieren nicht nur mittels Sprache, sondern auch nonverbal durch Mimik, Gestik und Körperhaltung und transportieren so verborgene Botschaften, die mitunter gar nichts mit der verbalen Aussage zu tun haben. Wer diese Signale nicht deuten und darauf angemessen reagieren kann, steht außen vor. Er ist wie ein Tauber im Konzertsaal. Gefühle – wichtiges Entscheidungsinstrument

text geht auf zweiter seite weiter
können sekundenschnell SituWir brauchen Gefühle, um vernünftig handeln zu können. Sie sind ein wichtiges Instrument, um Entscheidungen treffen zu können. Mit Gefühlenationen bewertet werden – lange bevor sich der Verstand einschaltet. Wo der Kopf lange das Für und Wider abwägt, hat der Bauch intuitiv längst entschieden. Ohne diese Entscheidungshilfe ist man hilf- und orientierungslos, laboriert lange und uneffektiv an Aufgaben herum. Der Körper reagiert

Situationen, auf die man normalerweise gefühlsbetont reagiert, führen bei gefühlsblinden Menschen nur zu körperlichen Beschwerden. Eine unangenehme Prüfungssituation zum Beispiel ruft keine Angst hervor, sondern Bauchschmerzen oder Schwindelgefühle. Betroffene stehen dauerhaft unter Anspannung und haben ständig erhöhte Mengen von Stresshormonen im Blut. Das bleibt nicht folgenlos: Chronische Schmerzzustände, erhöhter Blutdruck, Rückenbeschwerden, Depressionen lassen sie von Arzt zu Arzt laufen. Nicht selten werden sie aufgrund ihrer Beschwerden als Simulanten abgetan oder müssen sich wirkungslosen Therapieversuchen unterziehen. Eine Therapie ist möglich

Die Psychotherapie hat spezielle Behandlungstechniken entwickelt, bei der intensiv auf den Patienten eingegangen wird. Im Gegensatz zur klassischen Therapie, bei der sich der Therapeut komplett zurücknimmt, gibt er bei Gefühlsanalphabeten ständig Rückmeldungen. Er hilft ihm, seine Körperempfindungen als Gefühle zu deuten, indem er auf mögliche Empfindungen hinweist. "Ich kann mir vorstellen, dass Sie das sehr wütend macht," oder Ähnliches. Dadurch kann der Gefühlsblinde lernen, seine physische Befindlichkeit in Gefühle zu übersetzen. Er lernt zu akzeptieren, dass auch er Gefühle hat und dass das nichts Schlimmes ist. In intensiver Gesprächs- und Körpertherapie ist das möglich.
Hallo Goldstaub,
was heisst das für Dich,wie hast Du jetzt gehandelt,oder was hast Du erkannt..?
lg...kleeblatt
Hallo Kleeblatt,
diese Krankheit betrifft nicht mich sondern meinen Exfreund zumindestens glaube ich das...ich fande diesen Artikel sehr interessant und deshalb habe ich ihn online gestellt.
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