Wie so oft hier: Seit kurzer Zeit panische Angst vor dem Tod


Liebe Leute,

kurz zu mir: ich bin (erst) 23 Jahre alt und durch Zufall auf dieses Forum gestoßen. Und ich muß Euch erst einmal ein großes Kompliment aussprechen. Für ein "anonymes" Internet-Forum kann man hier beim Einholen von anderen Ansichten wirklich zu konstruktiven Lösungsansätzen bei seinen seelischen Problemen kommen. Auch schön, daß man sich sicher sein kann, nicht ausgelacht zu werden, wie es im alltäglichen Leben von besonders "rational" denkenden Menschen leider immer wieder vorkommt.
Schlimm sind hier nur diejenigen, die als lebender Mensch glauben, sie würden die "Wahrheit" kennen. Die werden wir wohl erst nach unserem Sterben erfahren. Wichtig ist, wie ich finde, nur die eigene Hoffnung und Überzeugung, um ohne Ängste mit dem Thema Sterben und Tod zurechtzukommen und sich darauf vorzubereiten, ohne panische Angst erleiden zu müssen. Eben ein gedanklicher, persönlicher Weg, damit ruhig umgehen zu können.

Weiter zu mir. Ich hatte in meiner Jugend bereits regelmäßig Angst- bzw. Panikattacken (bsp. panische Angst vor plötzlichem "wahnsinnig werden" in psychischer Hinsicht oder sonstigen plötzlichen Schäden wie Herzkollaps o.ä.). Ich war auch etwa ein Jahr lang bei einem (meiner Meinung nach eher schlechten) Therapeuten, habe aber durch mich selbst gelernt, damit einigermaßen umzugehen. Diese Ängste treten in der Regel auch nicht mehr auf. Ich war aber letztlich schon immer ein sehr sensibler Mensch (leider), der schnell Angst bekommen kann.

Mit dem Thema Tod habe ich mich bisher nur am Rande beschäftigt, was sich nun gerächt hat. Alles angefangen hat damit, daß ich vor einigen Wochen erst durch Zufall, später bewußt mit schonungslosen Bildern und Videos aus Massentierhaltung und Schlachthöfen konfrontiert wurde (seitdem auch kein Fleisch mehr zu mir nehmen kann), erst unfreiwillig, schließlich freiwillig - das ging soweit, daß ich zum örtlichen Schlachthof fuhr, nur um mir traurige Gewißheit über das alltägliche Grauen zu verschaffen. Ich habe mich immer mehr in das Leid der Tiere und ins Mitgefühl hereingesteigert und mich in diesem Zusammenhang bis heute gefragt, ob bei all den Grausamkeiten (nicht zu vergessen auch das, was wir Menschen uns global gegenseitig tagtäglich antun) überhaupt so etwas wie "Gerechtigkeit" existieren kann. Das mag absurd klingen, aber ich wünschte, ich hätte all diese Gedanken nie gehabt.

Was wäre z.B., wenn wir Menschen aus "Gerechtigkeit" darüber, was wir der (Tier-)Welt jeden Tag antun, z.B. als Tiere wiedergeboren würden und all das Leid am eigenen Leibe erfahren müßten? Für mich gibt es nichts schlimmeres als solche Vorstellungen.
Überhaupt kann ich mich mit dem Gedanken einer ständigen Wiedergeburt kaum anfreunden. Auch als Mensch nicht. Ich würde den Sinn darin nicht erkennen, das wäre so trostlos.
Auch das eventuelle "nichts" macht mir panische Angst. Ich kann einfach nicht damit umgehen, daß mein Körper irgendwann verbrennt und verrottet und die "Seele" plötzlich zu "nichts" wird, daß der Tod wie ein ewiger Schlaf ohne Traum werden könnte, bei dem ich nichts mehr fühlen kann, nichts mehr sehen kann, keine Liebe zu anderen, keine Natur oder ähnliches.

Dazu muß ich sagen, daß ich bisher leider (ich wünschte es mir so) keinen Zugang zu einer Religion finden konnte, mit der ich mich voll und ganz identifiziere.

Andererseits glaube ich nicht an eine "zufällige" Entstehung unseres Planeten, unseres Lebens. Unsere Körper, unsere Natur, unser Universum, all das funktioniert doch allein naturwissenschaftlich so perfekt und überlegt, daß es sich ein höheres Wesen "ausgedacht" haben muß. Es muß ja auch eine andere Ebene dieses menschlichen Zeit/Raum-Denkens geben.Ich hoffe auch auf das Gute in Gott bzw. dem höheren Wesen uns Menschen gegenüber.

Und ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem überzeugenden Gedanken, der mir die Existenz einer "Seele" veranschaulichen kann, die nach dem Tod vom Körper getrennt wird und in eine andere Ebene übergeht. Ist das, was wir uns als unsere "Seele" vorstellen, vielleicht nicht einfach die Summe chemischer oder biologischer Prozesse in unserem Hirn? Das wäre doch erschreckend.
Die Existenz einer Seele ist die einzige Hoffnung, an die ich mich zur Zeit bei meiner Angst klammere. Darum lese ich auch viel über Nahtoderfahrungen usw. Aber was nicht rational "bewiesen" ist oder greifbar ist, ist ja leider gerade durch die Denkmuster in der westlichen, materiellen Welt nur schwer glaubhaft und überzeugend.

Ich kann seit Tagen kaum mehr an etwas anderes denken und kaum noch ruhig schlafen. Diese Angst begleitet mich vor allem bei "ungesunden Handlungen" wie dem Rauchen, Alkohol trinken oder an Tagen, an denen ich unausgewogen gegessen habe. Dabei weiß ich, daß jede Sekunde, die ich in Angst darüber verbringe, eine verlorene ist. Denn ich lebe dieses Leben nur einmal und sollte das beste daraus machen.

Ich könnte nun versuchen, mich wieder mit den "weltlichen" Dingen abzulenken, doch es gelingt mir einfach nicht, und es ist auch nicht der richtige Weg, damit umzugehen, da es nur eine Verdrängung der Angst ist. Ich suche einen Weg, durch den ich mit dieser Angst umgehen kann und nicht mehr mitten in der Nacht schweißgebadet aufwache.

Sicher ging / geht es vielen von Euch ähnlich. Das war auch leider ein wenig zusammenhängender Beitrag, eher ein "Brainstorming", mit dem ich versucht habe, Euch meine Ängste zu erläutern.

Einträge dieser Art gab es auch schon häufig, wie ich gesehen habe, doch Angst ist ja immer etwas individuelles und spezifisches, von daher finde ich es wichtig, mitzuteilen, worin genau die persönliche Angst liegt.

Hat jemand von Euch ähnliche Gedanken gehabt, wie ich sie hier geschildert habe - und was sind Eure Wege, mit diesen Ängsten umzugehen?
Ein unbeschwertes Leben ist durch die Last dieser Ängste nicht möglich. Ich würde jedoch gern unbeschwert und angstfrei Leben, da es der einzige Weg ist, sein Leben sinnvoll zu nutzen.

Ich wünschte, ich könnte mit dem Gedanken an den Tod so umgehen wie z.B. mein Stiefvater, der dieser Thematik mit viel Humor und Gelassenheit entgegensieht.

Der wirre und lange Text tut mir leid, aber es mußte einfach vieles "raus". Ich bin in diesem Moment fast schon verzweifelt.

Lieben Gruß
Hi und ein herzliches Willkommen!

Hmm , ja zu deinem Thema:
Scheint wohl öfters der Fall zu sein , dass Leute in diesem Altersdreh zu solchen Angstzuständen kommen , ist bei mir auch so ...

Jetzt zu einer Religion , hier sind ja die ganzen Weltreligionen aufgelistet , ich beschäftige mich jetzt auch seit einer Weile mit dem Thema und finde den Taoismus eigentlich am Besten (ist natürlich nur meine Meinung und auch nur Momentan der Fall). Müsstest dich vielleicht mal selbst umschauen (falls du es noch nicht getan hast) , aber ich werde nochmal diesen Link hier reinsetzen.

http://www.klarerblick.de/paranormal/durchdaslicht.html
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Denkt selber nach!
Hi!!

Wieso haben so viele Leute in diesem Forum Angst vor dem Tod? ALLE Weltreligion sagen, daß nach dem Tod irgendwas kommt! Buddha, Moses, Zarathustra, Jesus, Mohammed, Baha'u'llah - die Größten der Welt haben es in ihren Heiligen Büchern geschrieben und Millionen Menschen glauben daran.

Die größte Frage ist doch: Woher kommen wir, woher kommt alles? Irgendwer muss doch ales erschaffen haben, und dieser jemand hat sicher nicht das Leben auf 80-90 Jahre ausgelegt. Es hat alles einen Sinn!

Wenn es Dir schwer fällt es zu glauben, dann befolge den Ratschlag Abdul-Bahas, denn das Hauptproblem in der heutigen Zeit ist der Mangel an geistigen Dingen:


Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten; dann lebe das Leben! Lebe das Leben! Lebe das Leben! Um diesen Durst zu bekommen, denke über das Leben nach dem Tode nach. Studiere die heiligen Worte.

Lies deine Bibel, lies die heiligen Bücher und studiere besonders die
heiligen Aussagen Bahá'u'lláhs.

Gebet und Meditation - nimm dir für beide viel Zeit. Dann wirst du diesen großen Durst spüren, und nur dann kannst du anfangen, das Leben zu leben!

'Abdu'l-Bahá




Du wirst ganz sicher an ein Leben nach dem Tod glauben, Du wirst mehr daran glauben als an die Existenz der Sonne, es wird Dir so klar und einleuchtend werden, aber die Bedingung ist, sich Gott zuzuwenden, die Heiligen Bücher zu lesen, zu meditieren und zu beten.

Grüße,
J.B.
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"Die beste Art Gott zu danken, ist einander zu lieben."

'Abdu'l-Bahá
Naja , ich würd einfach mal sagen , mach was dir Spaß macht!
Meditation, Yoga , Ayurveda usw. sind bestimmt sehr gut ...

Mehr kann ich dir dazu eigentlich auch nicht sagen , es tendiert zwar dazu , dass es wohl ein Leben nach dem Tod gibt , aber sicher bin ich nicht!
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Denkt selber nach!
ich glaube auch an ein leben nach dem tod, hab mich mit dem aber noch nie intensiv auseinandergesetzt . heisst angst vor dem tod hab ich (noch) nicht.

ich würd sagen.. leb dein leben wie es dir spass macht und lies die heiligen schriften um dir vorstellen zu können wie es in etwa weitergeht..
aber am ende ist es einfach eine glaubensfrage die wir menschen nie wirklich klären können die, die es wissen können es uns schlecht sagen ..

mfg Amenokal
Hallo Filip,

zunächst ein "herzliches Willkommen" von mir.

Ich finde es gut, dass du deine Ängste so ausführlich schilderst. Lang mag dein Text sein, aber Ausführlichkeit ist besser, als zu kurz und man kann nichts damit anfangen. Wirr finde ich ihn keinesfalls.



Zitat:
kurz zu mir: ich bin (erst) 23 Jahre alt und durch Zufall auf dieses Forum gestoßen. Und ich muß Euch erst einmal ein großes Kompliment aussprechen. Für ein "anonymes" Internet-Forum kann man hier beim Einholen von anderen Ansichten wirklich zu konstruktiven Lösungsansätzen bei seinen seelischen Problemen kommen. Auch schön, daß man sich sicher sein kann, nicht ausgelacht zu werden, wie es im alltäglichen Leben von besonders "rational" denkenden Menschen leider immer wieder vorkommt.


Ich finde es auch sehr wichtig, dass man hier nicht ausgelacht, sondern ernst genommen wird. Diese rational denkenden Menschen denken nur, dass sie rational denken. Vielleicht ist es genau umgekehrt, dass die, die "irrational" denken, näher an rationaler Denkweise sind, als man meint. Von daher: ich habe gelernt, meine Denkweise nicht mehr zu (ver)leugnen, und das Urteil vieler Möchtegernrationalisten, deren Werte letztlich zumeist auf Materielles, Macht, Kompetenz etc. reduziert sind, gar nicht mehr allzu nahe an mich heranzulassen.

Zitat:
Schlimm sind hier nur diejenigen, die als lebender Mensch glauben, sie würden die "Wahrheit" kennen. Die werden wir wohl erst nach unserem Sterben erfahren.


Viele glauben, die Wahrheit zu kennen, suchen Halt in Glauben und Hoffnung. Aber das finde ich im Ansatz insofern gut, als sich gerade diese Menschen bemühen, eine geistige, höhere Entwicklung zu erreichen und hierdurch u.a. lernen, ihren Mitmenschen mit Respekt, Achtung, Toleranz und vielleicht sogar mit Liebe zu begegnen. Die wirkliche Wahrheit wird jeder, egal, welcher Religion er angehört, erst nach dem Tode erfahren. Vielleicht wird manch einer angenehm überrascht sein, wie nahe sein Glaube in diesem irdischen Leben an der Wahrheit gewesen ist, vielleicht wird aber der ein oder andere erkennen müssen, dass er noch vieles zu lernen und zu revidieren hat.

Ich glaube jedoch, dass letztendlich vielleicht nicht der Glaube, sondern die Lebensweise maßgebend sind. Ich könnte mir vorstellen, dass man, wenn man seinen Nächsten liebt (sowohl Mensch als auch Tier!), nicht lügt, betrügt, stiehlt, die Natur achtet und ehrt und statt von ihr mit ihr lebt, am wichtigsten sind und hiernach der einzelne Mensch beurteilt wird.

Du kannst dieses Beispiel ganz gut auf das reale Leben übertragen: Wenn ein Schüler eine Mathearbeit schreibt, kommt es oft nicht auf den Weg, sondern auf die richtige Lösung an. Wenn ich satt im bequemeren, schnelleren Dreisatz etwas komplizierter und umständlicher rechne, aber die richtige Lösung erreiche, bekomme ich dennoch den Punkt...

Zitat:
Wichtig ist, wie ich finde, nur die eigene Hoffnung und Überzeugung, um ohne Ängste mit dem Thema Sterben und Tod zurechtzukommen und sich darauf vorzubereiten, ohne panische Angst erleiden zu müssen. Eben ein gedanklicher, persönlicher Weg, damit ruhig umgehen zu können.


Ich habe vor vielen Jahren einen Film gesehen. Der Titel ist mir entfallen. Es ging um einen Buddhisten, der seinen Schüler alles mögliche über das Leben lehrt. Der Schüler hatte auch Angst vor dem Tod. In den letzten Minuten des Films sah man Meister und Schüler nebeneinander in einer wunderschönen Hügellandschaft sitzen und philosophieren. Der Meister sagte seinem Schüler, er solle den Tod als seinen Bruder, seinen ständigen Begleiter betrachten, und dass er, je mehr er dazu in der Lage ist, die Angst davor verlieren wird. Plötzlich sah man, verschwommen, neben dem Meister eine nicht irdische Gestalt sitzen, welche den Bruder, den Tod verkörperte, mit einem Ausdruck der Liebe, Ruhe und Barmherzigkeit...

Zitat:
Weiter zu mir. Ich hatte in meiner Jugend bereits regelmäßig Angst- bzw. Panikattacken (bsp. panische Angst vor plötzlichem "wahnsinnig werden" in psychischer Hinsicht oder sonstigen plötzlichen Schäden wie Herzkollaps o.ä.). Ich war auch etwa ein Jahr lang bei einem (meiner Meinung nach eher schlechten) Therapeuten, habe aber durch mich selbst gelernt, damit einigermaßen umzugehen. Diese Ängste treten in der Regel auch nicht mehr auf. Ich war aber letztlich schon immer ein sehr sensibler Mensch (leider), der schnell Angst bekommen kann.


Ich kenne solche Panikattacken zur Genüge. Meistens überkommen sie einen nachts völlig unerwartet. Dann spult man das ganze Panikprogramm ab - Atemnot, Herzjagen. Man denkt, man würde wahnsinnig. Manchmal ist es so krass, dass ich, würde ich in einem Hochhaus wohnen, am liebsten runterspringen würde, nur, damit dieser Zustand endlich aufhören mag.

Wenn du selbst gelernt hast, damit einigermaßen umzugehen, dann ist das ein erster, positiver Schritt. Ab und an gelingt es mir, mich einfach auszutricksen, vielleicht ist dies auch ein ganz guter Tipp für dich: ich habe einmal einen Bericht von einem Psychologen gelesen, der sich überwiegend mit Panikattacken befasst. Er sagte, eine Panikattacke dauert im Durchschnitt 15 Minuten. Also versuche ich, mich auf die Uhr zu konzentrieren und warte, bis die Minuten verstreichen. Manchmal gelingt dieses sich selbst austricksen ganz gut.

Zitat:
Mit dem Thema Tod habe ich mich bisher nur am Rande beschäftigt, was sich nun gerächt hat. Alles angefangen hat damit, daß ich vor einigen Wochen erst durch Zufall, später bewußt mit schonungslosen Bildern und Videos aus Massentierhaltung und Schlachthöfen konfrontiert wurde (seitdem auch kein Fleisch mehr zu mir nehmen kann), erst unfreiwillig, schließlich freiwillig - das ging soweit, daß ich zum örtlichen Schlachthof fuhr, nur um mir traurige Gewißheit über das alltägliche Grauen zu verschaffen. Ich habe mich immer mehr in das Leid der Tiere und ins Mitgefühl hereingesteigert und mich in diesem Zusammenhang bis heute gefragt, ob bei all den Grausamkeiten (nicht zu vergessen auch das, was wir Menschen uns global gegenseitig tagtäglich antun) überhaupt so etwas wie "Gerechtigkeit" existieren kann. Das mag absurd klingen, aber ich wünschte, ich hätte all diese Gedanken nie gehabt.


Das klingt und ist keineswegs absurd! Dass dir solche Bilder nachhaltig zu schaffen machen, zeigt doch, dass du kein oberflächlicher, gleichgültiger Mensch bist! Ich bin auch sehr tierlieb, muste schon sehr viel Grausames sehen. Aber es ist besser, wenn Menschen wie du und ich sich so etwas nicht freiwillig antun. Du spulst die Filme immer wieder ab und leidest darunter. Es gibt keine Gerechtigkeit. Nicht hier auf Erden. Jedenfalls nicht in dem Maße, wie sie nötig wäre, damit Mensch und Tier nicht mehr leiden müssten. Dein Wunsch, diese Gedanken nie gehabt zu haben, ist ganz und gar nicht absurd. Auch aus Grausamkeiten, Gewalt, die man sieht, kann man lernen, vor allem dann, wenn man spürt, dass dieses nicht gerecht sein kann. Um so besser kannst du dich in andere Menschen und Tiere hineinversetzen und dir sehr gut vorstellen, wie sie sich fühlen müssen bei dem, was ihnen angetan wird. Und um so mehr geistige Reife kannst du dadurch erlangen, indem du solches verabscheust und dieses Mensch und Tier nie antun würdest.

Zitat:
Was wäre z.B., wenn wir Menschen aus "Gerechtigkeit" darüber, was wir der (Tier-)Welt jeden Tag antun, z.B. als Tiere wiedergeboren würden und all das Leid am eigenen Leibe erfahren müßten?


Na, für manche, die dieses bewusst und aus Profitgier und einfach Gefallen am Quälen und Schinden tun, würde mich das, ehrlich gesagt, freuen...

Zitat:
Für mich gibt es nichts schlimmeres als solche Vorstellungen.
Überhaupt kann ich mich mit dem Gedanken einer ständigen Wiedergeburt kaum anfreunden. Auch als Mensch nicht. Ich würde den Sinn darin nicht erkennen, das wäre so trostlos.


Vielleicht wäre es gar nicht mal so trostlos, weil ein neues Leben wäre ein neuer Anfang und die Möglichkeit, Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren.

Zitat:
Auch das eventuelle "nichts" macht mir panische Angst. Ich kann einfach nicht damit umgehen, daß mein Körper irgendwann verbrennt und verrottet und die "Seele" plötzlich zu "nichts" wird, daß der Tod wie ein ewiger Schlaf ohne Traum werden könnte, bei dem ich nichts mehr fühlen kann, nichts mehr sehen kann, keine Liebe zu anderen, keine Natur oder ähnliches.


Aber wenn die Seele tatsächlich zu "nichts" würde, wozu bräuchten wir sie denn dann? Ich vergleiche den irdischen Tod mit der Geburt. Was für uns hier, auf Erden, Tod bedeutet, bedeutet vielleicht in der anderen Welt Geburt.

Zitat:
Dazu muß ich sagen, daß ich bisher leider (ich wünschte es mir so) keinen Zugang zu einer Religion finden konnte, mit der ich mich voll und ganz identifiziere.


Ich denke, dass dir der Weg irgendwann und irgendwie aufgezeigt wird. Dann, wenn du innerlich dazu bereit bist und dich öffnest. Wenn du daran glaubst und darauf hoffst, wird sich eines Tages das Türchen auftun.

Zitat:
Andererseits glaube ich nicht an eine "zufällige" Entstehung unseres Planeten, unseres Lebens. Unsere Körper, unsere Natur, unser Universum, all das funktioniert doch allein naturwissenschaftlich so perfekt und überlegt, daß es sich ein höheres Wesen "ausgedacht" haben muß. Es muß ja auch eine andere Ebene dieses menschlichen Zeit/Raum-Denkens geben.Ich hoffe auch auf das Gute in Gott bzw. dem höheren Wesen uns Menschen gegenüber.


An Zufälligkeiten glaube ich auch nicht. Ich sehe es genau wie du, dass all das, was auf solch wundersame Art funktioniert, eines ins andere greift, entsteht... von einer höheren Macht geschaffen worden sein muss. Man kann sehr viel aus der Natur entnehmen. Leider sind viele Menschen jedoch nicht in der Lage oder nicht willens, dieses zu erkennen. Manchmal kommt es mir vor, als würden die, die die Schöpfung, Natur, Tiere nicht schätzen, mit Scheuklappen durchs Leben laufen. Sie bilden sich ihren eigenen kleinen Horizont, den es keinesfalls zu überschreiten gilt. Hinterher jedoch, wenn die Wälder gerodet, die Tiere ausgestorben sind, und sie - die Menschen - merken, dass dadurch auch ihr eigenes Leben, ihr Lebensraum, im Chaos versinkt, ist das Geschrei groß. Dann bemerkt man erst das, was nicht mehr da oder zerstört ist.

Zitat:
Und ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem überzeugenden Gedanken, der mir die Existenz einer "Seele" veranschaulichen kann, die nach dem Tod vom Körper getrennt wird und in eine andere Ebene übergeht. Ist das, was wir uns als unsere "Seele" vorstellen, vielleicht nicht einfach die Summe chemischer oder biologischer Prozesse in unserem Hirn? Das wäre doch erschreckend.


An eine Summe chemischer oder biologischer Prozesse im Hirn glaube ich nicht. Damit versucht die Wissenschaft, etwas, was sie selbst nicht "rational" erklären kann, in ein aus ihrer Sicht erklärbares Muster zu drängen, weil sie ehrlich gesagt selbst keine Antwort darauf wissen. Nicht alles, was nicht messbar und bestimmbar ist, muss demnach nicht existieren.

Zitat:
Die Existenz einer Seele ist die einzige Hoffnung, an die ich mich zur Zeit bei meiner Angst klammere. Darum lese ich auch viel über Nahtoderfahrungen usw. Aber was nicht rational "bewiesen" ist oder greifbar ist, ist ja leider gerade durch die Denkmuster in der westlichen, materiellen Welt nur schwer glaubhaft und überzeugend.


Mit Nahtoderfahrungen beschäftige ich mich schon sehr lange. Anfangs wurde dieses belächelt, mittlerweile ist ein ganzer Wissenschaftszweig, die Sterbeforschung oder Thanatologie, entstanden. Diese Wissenschaftler haben zum Teil die Vermutung, dass es sich bei NDE um Hormonausschüttunge u.ä., widerlegt. Es sind auch genügend Schulmediziner vertreten, die diese These nicht mehr glauben. Vielleicht sind diese Vorgänge gerade für die, die ihre menschliche Existenz und Lebenszeit auf materiellen Reichtum beschränkt haben, nicht davon überzeugt bzw. leugnen dieses aus reinem Selbstschutz, weil ihnen im Unterbewusstsein klar wird, dass sie ihre Schätze nicht mitnehmen können.

Zitat:
Hat jemand von Euch ähnliche Gedanken gehabt, wie ich sie hier geschildert habe - und was sind Eure Wege, mit diesen Ängsten umzugehen?
Ein unbeschwertes Leben ist durch die Last dieser Ängste nicht möglich. Ich würde jedoch gern unbeschwert und angstfrei Leben, da es der einzige Weg ist, sein Leben sinnvoll zu nutzen.


siehe weiter oben... Ich hatte als Kind von dem Zeitpunkt an, als ich wusste, dass jeder Mensch und jedes Tier eines Tages sterben wird, täglich panische Angst. Angst, dass meinen Eltern etwas passieren würde. Angst, dass mich eines nachts mein Vater weckt, um mir zu sagen, dass meiner Mutter etwas zugestoßen sei, dann habe ich stundenlang im Bett wachgelegen und gelauscht, ob ich´Schritte im Haus höre. Gelegt hat sich dieses nie ganz. Vor meinem eigenen Tod hatte ich merkwürdigerweise jedoch niemals Angst. Seit ich jedoch an ein Weiterleben nach dem Tod glaube, und daran, dass man seine Lieben, die einen hier alleine gelassen haben, wiedersehen wird, haben sich diese Ängste auf ein erträgliches Maß reduziert. Als mein Vater vor 13 Jahren seinen letzten Weg antreten musste, dachte ich, meine Welt bricht zusammen. Richtig realisiert habe ich es bis heute noch nicht. Aber in die Trauer, die niemals verschwinden wird, mischten und mischen sich Ereignisse, die mich noch tiefer glauben und hoffen lassen...

Zitat:
Ich wünschte, ich könnte mit dem Gedanken an den Tod so umgehen wie z.B. mein Stiefvater, der dieser Thematik mit viel Humor und Gelassenheit entgegensieht.


Dein Stiefvater hat vielleicht auch schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht, eine gewisse Reife erreicht. Sprich doch einmal mit ihm über dieses Thema. Je mehr Angst man vor dem Tode hat, und je weniger man darüber mit Menschen, denen man vertrauen kann, spricht, um so tiefer wird diese Angst sich im Unterbewusstsein, in der Seele festbrennen. Je mehr du jedoch darüber redest, auch über vielleicht schon erlebte Todesfälle im mittelbaren und unmittelbaren Umfeld, um so mehr verliert man die Scheu davor, glaube ich. Der Tod liegt für einen Menschen in deinem Alter normalerweise noch in der Ferne. Er ist dir vll aufgrund dessen etwas Unbekanntes. Und Menschen fürchten sich nun einmal vor Unbekanntem. Je mehr jedoch Unbekanntes zu Bekanntem, zu Vertrautem wird, desto mehr verliert man die Angst davor.

Zitat:
Der wirre und lange Text tut mir leid, aber es mußte einfach vieles "raus". Ich bin in diesem Moment fast schon verzweifelt.


Lang war dein Text. Das ist meiner auch, obwohl er - wie immer - eigentlich kürzer ausfallen sollte. Aber manches lässt sich nicht auf einen Dreizeiler reduzieren. Als wirr habe ich ihn jedoch keinesfalls empfunden.

Liebe Grüße

*suchende*
_________________
was mich nicht umbringt, macht mich stark
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Nicht um meinen Bruder zu besiegen,
suche ich Kraft, sondern meinen
größten Feind, mich selbst.
Was ist realität?

ich sage euch was realität ist!

Es sind Gedanken!

Bewustsein und Energie erschafen Materie.

Wenn Ihr sagt (Es gibt kein Leben nach dem Tod) dann gibt es für euch kein Bewusstes Leben nach dem Tod, denn Ihr Schaft eure Realität, selbst ob bewusst oder unbewusst, passiert genau das was Ihr wollt.
Ihr tut das bewusst oder unbewusst jeden Tag,Stunde,Minute,Sekunde und
jeden Augenblick in euer Leben.
Wow , das nenn ich ..... Platzverschwendung!
_________________
Denkt selber nach!
Ausserdem etwas unsinnig, wenn ich mal darf...

Zitat:

Bewustsein und Energie erschafen Materie.

Also kann ich denken: "Vor mir steht ein rieesiger Schokoeisbecher" Und er ist da?

Probe....

Leider kein eis...
_________________
Selbst eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.

-Laotse-
Naja, Elisha - das hängt natürlich nur daran, dass Dein Glaube an den Schokoeisbecher
nicht fest genug ist...

Aus einem religiösen Witz, der mir gestern aus den USA zugeschickt wurde:
Bei einem ökumenischen Treffen bricht ein Feuer aus...
Die Vertreter der 'Christian Science' machen eine Abstimmung und beschließen,
dass das Feuer nichtexistent ist...