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Wie begegnen wir dem Islamismus?












Ja. Welchem Islamismus?

Politischer Islam?
Gewalttätiger und Politischer Islam?
Oder ...

In der NZZ einer Schweizerischen Elite-Zeitschrift werden "Dossiers" veröffentlich, die vielfältig und informierend sind.

Hier ist ein Link, der den Obgenannten Themen-Titel beinhaltet.

http://www.nzz.ch/magazin/dossiers/.....ir_dem_islamismus_2.45636


Einer von diesen "Dossiers" hat meine Aufmerksamkeit erregt.

Zitat:

Der syrische Denker Sadik al-Azm schlug den Arabern schon 1968 eine «Selbstkritik nach der Niederlage» und im folgenden Jahr eine «Kritik des religiösen Denkens» vor. Er sieht für den muslimischen Glauben einen dritten Weg zwischen Radikalismus und Staatsislam.
...



Weiter im Teil 2
Der Kampf um die Bedeutung des Islam

Von Sadik Jalal al-Azm

Es ist unbestritten, dass der Islam als Glaube und als eine der historischen Weltreligionen derzeit eine politische und kämpferische Virulenz in sich trägt; ebenso wichtig ist es aber, wahrzunehmen, dass der politische Islam nicht der ganze Islam ist und dass der gewalttätige Islam der Jihadisten nicht der ganze politische Islam ist. Und es darf auch nicht ausser acht gelassen werden, dass – anders, als es der erste Eindruck suggeriert – ein erbitterter Kampf um die Definition des muslimischen Glaubens und die diesbezügliche Deutungsmacht ausgetragen wurde

...

Der Kampf um Definition und Deutungsmacht in der islamischen Welt ist deshalb so heftig, weil die Religion auch heute noch die doktrinäre Basis muslimischer Gesellschaften ist und weil sie diesen ein kollektivistisches und kommunitäres Gepräge verleiht, das im Gegensatz zu den hochgradig individualisierten und privatisierten Formen der Religiosität steht, die mittlerweile im Westen praktiziert werden

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Drei Faktionen

Im Ringen um die Deutungshoheit und Kontrolle über den Islam stehen sich hauptsächlich drei Faktionen gegenüber. Die erste konstituiert sich aus Regierungen, Staatsapparaten und dem etablierten Klerus, die gemeinsam das formulieren und propagieren, was man als «offiziellen Staatsislam» bezeichnen könnte.

...

Das Gegenstück zum Staatsislam ist der militante radikale Islam mit seiner Unzahl von Faktionen und Gruppierungen, die das längst in Vergessenheit geratene Banner des Jihad wieder hissten, um ihre Ziele weltweit mit Hilfe von spektakulären Gewaltakten durchzusetzen

...



Der Weg der Mitte


...

Letztlich gibt es einen kommerziellen Islam der Mittelklasse, der sich vor allem in den Bourgeoisien muslimischer Länder findet. Er ist durch eine ganze Anzahl von Institutionen vertreten, etwa Handels-, Industrie- und Gewerbekammern oder die Zweige des islamischen Bankgeschäfts. Da diese Mittelklasse in den betreffenden Ländern das Rückgrat der Zivilgesellschaft darstellt, dürfte dieser Islam generell zum Islam der muslimischen Zivilgesellschaft werden. Es ist ein moderates, konservatives Islamverständnis, das den Gang der Geschäfte nicht stört. Es schreckt vor linken Weltverbesserern ebenso zurück wie vor radikalislamischen Eiferern.

Das Modell für die Hegemonie eines solchen Islam findet sich heute in der Türkei mit ihrer gemässigt islamischen AKP-Regierung. Der Einfluss dieses Modells ist in der arabischen Welt – dem Herzland des Islam – schon weitherum spürbar. Wenn die gegenwärtig in Aufruhr befindlichen arabischen Staaten und Gesellschaften erst einmal zu einem Mass an Stabilität und Demokratie gefunden haben, dann dürfte nach meinem Ermessen ein solcher Mittelklasse-Islam die Oberhand gewinnen und für längere Zeit dominieren

Den ganzen Text als Link ist hier:

http://www.nzz.ch/magazin/dossiers/.....g_des_islam_1.807075.html


Gruss
Nasruddin
Lieber Nasruddin,

Interessant. Ich hatte diesen sehr guten Text in der NZZ gelesen, als er veröffentlicht wurde. Er beschreibt einen Weg, der sicherlich sehr segensreich wäre für die Welt.

Ich frage mich nur manchmal, ob das Risiko und die Ursache des Misverständnisses, das zu den gefährlicheren Auslegungen des Islam führt, nicht bereits in den Worten des Koran enthalten ist.

Denn seit es den Koran gibt, wurde er in einem Ausmass und einer Regelmässigkeit (also ohne zeitliche Unterbrechung) zur Rechtfertigung von Gewalt benutzt, dass man so nicht kannte.

Zwar kent man diesen Missbrauch auch von Heiligen Schriften aller denkbaren anderen Religionen. Der Unterschied ist nur, dass es in der Geschichte des Korans einfach überhaupt gar keine Zeit gab, in der das Buch nicht als Rechtfertigung von Gewalt misbraucht wurde. Ohne Unterbruch. Nicht örtlich, aber leider zeitlich.

Das ist es was die Menschen, die ausserhalb des Islams stehen, immer wieder annehmen lässt, er sei nicht Gottes Werk.

Die Antwort darauf kann natürlich niemand wissen. V.a. keine Aussenstehenden, die nicht Mohammedaner sind, da ja auch die Mohammedaner selbst untereinander offenbar nicht einig sind über das Verständnis der Schrift.

Dieser Beitrag von mir soll v.a. dazu dienen, dass man als Mohammedaner verstehen kann, warum der Islam von aussen oft in keinem guten Licht gesehen wird.

Gruss,
Andreas
Also, meine persönliche Meinung ist, dass Islamismus und Islam nicht wirklich zu trennen sind. Islamismus ist einfach nur die strenge und stark gläubige Form des Islams und damit der Kern, das Fundament des Islams schlechthin. In meinen Augen führt bereits die Unterscheidung "Islam/Islamismus" zu einer verzerrten Sichtweise, weil sie den Eindruck erweckt, als gäbe es einen "friedlichen, harmlosen Kern im Islam", und der "Islamismus" sei nur eine falsch verstandene Abart davon. Das sehe ich aber nicht so. In meinen Augen ist der Kern des Islams bereits ein religiöser Überlegenheitswahn ("die von Gott geliebten Muslime und die Ungläubigen, die in der Hölle landen und schlimmer als Vieh sind")l, kombiniert mit Gewalt und Hass.

Folglich denke ich, dass man dem Islamismus nur damit begegnen kann, dass man Koranschulen und ähnliche Formen religiöser Gehirnwäsche unterbindet, und durch Aufklärung möglichst viele Muslime zu Atheisten oder Gläubigen anderer Religionen bekehrt.

Meine Meinung.

UG
Naja, den Satz kannst du auch entsprechend für das Christentum umschreiben und sicher auch für das Judentum. Ich glaube es wird sich zeigen ob und wie man im Islam entsprechende Gewalt proklamierende Passagen einfach ignorieren kann, wie im z.B Christentum.
Forum -> Islam


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