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@alanna
Es gefällt mir, wie Du so in Ruhe und Gelassenheit "Buddhistische" Lehrreden übermitteln kannst.
Da ist aber die Schroffe Art meines Esels nichts Anderes "als Staub-Kehren mit dem Besen" ... Oder "das Geister-Austreiben mit dem Besenstiel"...
Doch ich gelobe mich auch zu bessern. ( zumindestens versuche ich es mal in diesem Posting) , und versuche ich mich nun auch an einer Lehrgeschichte wie Buddha es auch an seine Jünger empfahl zu tun ) ...
Idris Shah, die drei Wahrheiten, Herder spektrum, ISBN 978-3-451-07065-5, Seite 183 ff.
| Zitat: |
Der Vogel und das Ei.
Es war einmal ein Vogel, der nicht fliegen konnte.
Er lief wie ein Küken auf dem Boden herum, obgleich er wusste, das es andere Vögel gibt, die fliegen.
Nun geschah es durch ein Zusammentreffen von Ereignissen, dass das Ei eines fliegenden Vogels von diesem nicht-fliegenden ausgebrütet wurde.
Zur richtigen Zeit schlüpfte das Küken aus, mit der latenten Fähigkeit zu fliegen, die es immer gahabt hatte, auch zu der Zeit als es noch im Ei lag.
Es sprach seine Pflegemutter an und sagte: "Warum kann ich fliegen?"
Und der an die Erde gefesselte Vogel antwortete: "Versuche es nur weiterhin beharrlich, genau wie die anderen."
Denn sie wusste nicht, wie sie dem flügge werdenden Vogel Unterricht erteilen sollte, nicht einmal wie sie ihn aus dem Nest werfen könnte, damit er es lerne.
Und es ist merkwürdig, dass der junge Vogel das nicht begriff. Seine Einsicht in die Lage war dadurch verwirrt, dass er Dankbarkeit für den Vogel fühlte, der ihn ausgebrütet hatte.
"Ohne seine Hilfe", so sagte er sich, "wäre ich doch wohl noch im Ei?"
Und dann wieder sagte er sich einmal: "Jeder der mich auch ausbrüten kann, wird mich sicher auch das Fliegen lehren können. Es ist vielleicht eine Frage der Zeit, oder es liegt an meinen eigenen unbeholfenen Bemühungen, oder es ist eine erhabene Weisheit: Ja so ist es. Eines Tages werde ich plötzlich auf die nächste Stufe der Entwicklung geführt werden von eben demselben, der mich bis hierher gebracht hat."
Diese Geschichte erscheint im 12. Jahrhundert in verschiedenen Fassungen und Lesearten in Suhrawardis "Awarif al-Maarif" und vermittelt viele Botschaften.
Es wird gesagt, sie sei geeignet, intuitiv vom Schüler verstanden zu werden in Übereinstimmung mit dem Niveau des Bewusstseins, das er erreicht hat.
Auf der offen zutage liegenden Ebene vermittelt sie natürlich Morallehren, von denen einige die eigentliche Grundlage der heutigen Kultur unterstreichen.
Dazu gehört:
"Anzunehmen, dass eine Sache aus einer anderen gefolgert werden muss, kann absurd sein und das weitere Voranschreiten verhindern", und "Nur darum, weil jemand die eine Aufgabe erfüllen kann, ist dies kein Beweis dafür, dass er auch eine andere erfüllen kann."
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Welch eine Botschaft und wie Buddhistisch.
Gruss
Nasruddin
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@alanna
Ich bin nicht untätig geblieben.
Anscheinend bin ich nicht der einzige, der die christliche mystik und ich noch mit der generellen Mystik der Sufi in Einklang bringe.
Das Thema ist aber Westlich. Und bei meinen "Studien" habe ich folgendes Entdeckt.
| Zitat: |
Die Weisheitserlösung
Nicht wer zehn hunderttausende von Kämpfern in der Schlacht gefällt,
Wer einzig nur sich selbst besiegt, der, wahrlich, ist der grösste Held.
Dhammapadam, v. 103.
Es gab niemals grösseres Heldenthum, noch Streit, noch Kampf, als wenn Einer sein Selbst vergisst und verleugnet.
Meister Eckhard, Spruch 24.
[Buddhistische Anthologie: Anguttara-Nikayo. Die Reden Buddhas, S. 6110 (vgl. Buddhos Bd. 3, S. 907)] |
Im vorspann dieselben Sätze.
War vielleicht unser Meister Eckhard vielleicht ein verkappter Buddhist?
Und sagte was er sagen konnte in Christlicher Mysterien Syntax?
Wie weit ist eigentlich der Buddhismus vom Hinduismus entfernt.
Ich habe fast den Eindruck, dass sie dasselbe Ziel verfolgen ...
Und die Muslimschen Sufi's ( Stirb, bevor Du Stirbst )
Wo könnten noch die Hinweise versteckt sein?
Ich mache mal weiter.
Gruss
Nasruddin
PS. Das mit "ich bin", hat auch der Nasruddin erlebt.
aber erst wenn Du wieder Zeit gehabt hattest und bis hierher gelesen hast.
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Hi Nasruddin,
eine schöne Geschichte, vielen Dank Ob meister Eckhard ein verkappter Buddhist war (ich habe ja die Neigung, alle immer gleich im Vedanta unterzubringen ) ist zwar einerseits eine interessante Überlegung; andererseits meine ich, wenn es _eine_ Wahrheit gibt, dann werden sich viele, wenn auch von verschiedenen Seiten, auf das selbe zubewegen.
Ich glaube auch nicht, dass der Buddhismus weit vom Hinduismus entfernt ist Buddha selbst hat im hinduistischen Umfeld gelernt... ich und viele andere Aspiranten "meiner Schule" *g* erachten Buddha als einen der größten Advaita Vedanta Lehrer überhaupt. Ich finde es wunderschön, wie er (in meinen Augen) alles auf das Wesentliche reduziert, sodass es von jedem unabhängig seiner Herkunft irgendwie nachvollzogen werden kann.
Wenn ich im Ashram zu Besuch bin und wir gemeinsam das Arati singen, grüßen wir nicht nur die Meister der Yoga-Tradition, sondern genauso Buddha, Jesus, Laotse, Mohammed, Moses... Von jedem können wir lernen. "Der Formen sind viele, der Wahrheit ist eins"... letztenendes müssen wir ja doch alle Lehren loslassen, um das unbeschreibbare zu erfahren
In Israel gibt es in einer Ausstellung in der Davidsburg ein Bild, auf dem die Begründer der großen Religionen friedlichst nebeneinander vereint sind; darunter steht, dass sich nur die bekriegen, die den Wegweiser mit dem Ziel verwechseln, sodass ein Konflikt entsteht...
Ich denke auch mal weiter nach.
Alles Liebe
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@Alanna
Danke, das Du es gelesen hast.
Hier nun das mit dem "ich bin der ich bin"
Der Narr in der Gross-Stadt.
Es gibt verschiedene Arten des Erwachens. Aber nur eine ist die richtige. Der Mensch schläft, aber er muss auf die richtige Weise aufwachen. Hier ist die Geschichte eine Unwissenden, der auf die falsche Weise aufwachte:
Dieser Narr kam in eine grosse Stadt und war von den vielen Menschen in den Strassen verwirrt. Er hatte Angst, dass er sich, wenn er einschlafen würde, beim Erwachen unter so viel Menschen nicht mehr selber wiederfände. Darum band er einen Kürbis ans Fussgelenk, um sich wiedererkennen zu können.
Ein gewitzter Spassmacher, der verstand, was hier vorging, wartete, bis der Narr schlief. Dann band er den Kürbis ab und befestigte ihn an seinem eigenen Bein. Und auch er legte sich auf dem Boden der Karawanserei (Massen-Schlaf-Raum) zu Schlafen nieder.
Der Narr erwachte als erster und sah den Kürbis. Zunächst dachte er, dass er selber der andere Mann sein müsse. Dann aber beschimpfte er den anderen und rief: "Wenn du ich bist: - dann - um Himmels willen - wo und wer bin denn ich?"
Diese Geschichte taucht auch in der Sammlung der Spässe des Meisters Nasruddin auf, die man in ganz Zentralasien kennt. Sie wird überliefert in dem bedeutenden klassischen Werk "Salaman und Absl" des Mystikers Abdru-Rahman-Jami, einem Autor der 15. Jahrhunderts. Er kam von jenseits des Oxus und start in Herat als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der persischen Literatur.
Jami erregte bei den Theologen erheblichen Anstoss, weil er kein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte, vor allem aber auch, weil er sagte, dass er nur seinen eigenen Vater als seinen Lehrer anerkenne.
Seite 40,ff
ISBN 978-3-451-07065-5, Idris Shah, "Die drei Wahrheiten", Herder Verlag
Auch G.I. Gurdjeff sagte, dass der Mensch schläft und aufwachen müsste.
Gibt es bei den Buddhisten oder in der Vedanta-Tradition?
Mir war, als das ich "Buddha der Erwachte" irgendwo aufgenommen hatte.
Ich weiss aber nicht mehr in welcher Literatur....
Womit wir wieder uns dem "Thema der Annäherung" hinwenden.
Was ist das wohl für ein Zustand, welches als "Erwacht" oder "Erleuchtet" bezeichnet wird.
Gibt es Methoden zu "Erwachen" ?
Ist das "Erwachen" auch der Beginn des "Ich bin".
So wie.
"Ich bin wirklich wenn ich bin." - "I am real when i am"
Gruss
Nasruddin
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Lieber Nasruddin,
ja natürlich, heißt Buddha nicht sogar wörtlich der Erwachte?
Bei uns heißt es, die Welt der Veränderungen, wie wir sie kennen, ist Illusion, durch Maya. Das wird oft mit dem Schlaf, genauer. mit dem Traumzustand verglichen: Um träumen zu können, müssen wir die Realität vergessen. Außerdem ist im Traum der Zeitbegriff ein anderer. Selbst wenn wir erst seit zwei minuten schlafen, haben wir im Traum das Gefühl, e wäre schon immer so. Wir könnten als träumende nie herausfinden, wann, wo und wodurch unsere Traumwelt entstanden ist. Sobald wir aber aufwachen, stellt sich diese Frage gar nicht mehr.
Als Jivanmukta, als lebendiger befreiter, der sowohl die unveränderliche Realität kennt, als auch gleichzeitig in "unserer" welt lebt und sie wahrnimmt, ist es so, wie mit uns, wenn wir wissen, dass die Erde rund ist; sie erscheint dennoch flach. Und trotzdem haben wir nicht im mindesten Sorge, hinunterzufallen
ich denke weiter
ciaoi
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