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Liebe Freunde
Im Moment mache ich mir Gedanken über Dinge, die sich jenseits der Schriften befinden.
Ich denke über das Wesen von Christus oder Kristus ( darf auch Krishna oder KRST heissen ) nach.
Was ich im Moment erfühle ist, dass es einen Menschen Namens Jesus ( der auch Isa oder Isou heissen mag ) gab. Einen Menschen.
Nach dessen Taufe wurde er aber "Jesus der Christus".
Ich Glaube, dass das Wort Christus etwas ist, das jeder Mensch als Bruder des Menschen Jesus von Gott erhalten kann, wenn er wahrhaftig an sich selbst und an die Liebe Gottes glaubt.
Der Mensch Jesus kann sehr wohl gekreuzigt sein.
Es kann auch sein, dass das Kreuz nur ein Symbol ist, ohne dass ein Mensch Gekreuzigt wurde.
Es kann auch sein, das jeder Mensch das Kreuz in sich trägt.
Dann wäre es das Symbol Christi.
Ich für mich persönlich, versuche mich an dem Symbol des Christus ( KRST oder Krishna ), an dem Urgeigenen Wesen Gottes, das im Herzen jedes Menschen ist, zu orientieren.
Aufgrund des Symbols, des Wesens des Kristen im Menschen, kann ich jetzt auch die Worte auch meines Propheten Mohammed verstehen, als er sagte, es sei einer ihm ähnlicher gekreuzigt worden....
Ich bin des öfteren froh, dass ich nicht alles das in den Schriften steht Wortwörtlich nehme. Denn dann könnte ich den effektiven Hintergrund von Aussagen nicht verstehen.
Dies gilt natürlich für mich jedenfalls.
Es würde mich interessieren, was ihr über das Wesen Christi und dessen Symbol zu erzählen habt.
Bitte keine Schriften rezitieren, sondern jetzt nur eure ureigensten Gefühle und Gedanken. Bitte.
Gruss
Nasruddin
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Liebster Nasruddin
Ich versuche mich mal darin Dir eine Antwort zu geben.
Für mich als Christen, der sich so nennt, weil er Christus auf seinem Weg nachfolgt, ist es ja wichtig das "Wesen Christi" zu kennen. Denn wir Christen sagen: "Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir."
D.h. wir geben unser ICH, unser EGO auf. Wir geben es auf mit all dem egoistischen, das daran hängt: unseren egoistischen Gedanken, Trieben und Zielen, unseren eigenen menschengemachten Gedankenkonstrukten, unserem Streben nach Macht und Einfluss, nach grenzenloser Sexualität, nach "sich durchsetzen", unsere Bedeutung als Individuum. Wir machen uns frei vom Selbst und damit frei von der Sünde.
Wer sich vom ICH frei gemacht hat verspürt kein Verlangen mehr. Er ist frei! Frei vom Verlangen, frei von Angst und frei vom Leid.
Das fällt uns Menschen nicht leicht. Aber für dieses grosse Opfer werden wir reich entlohnt: wir können dafür CHRISTUS in uns aufnehmen. Wir nehmen ihn durch seinen Heiligen Geist in uns auf - mit all der Ruhe, Weisheit, Unabhängigkeit, Liebe, Erhabenheit, die das mit sich bringt. Wir erkennen, dass wir alle Eins sind, in CHRISTUS.
Der Verzicht auf das ICH fällt uns Menschen so schwer. Wir haben das ICH so lieb gewonnen. Wir kümmern uns um es ein Leben lang, ehe wir erkennen, dass wir uns lösen müssen, um frei zu sein. Den Schmerz und die Anstrengung dieses Loslassens nennen wir "unser Kreuz auf uns nehmen". Wenn wir unser ICH aufgeben, es sterben lassen, kreuzigen wir unser ICH. So wie Jesus sein Kreuz auf sich nahm und seinen Körper kreuzigen liess.
Das ICH ist der Ausgangspunkt. Ein Leben in Unfreiheit und Sünde.
CHRISTUS ist das Ziel.
Das Kreuz ist der Weg.
Mögen wir alle, alle Menschen auf der Welt, lernen diesen Weg zu gehen - wie auch immer wir ihn nennen.
Ich hoffe mit dieser Beschreibung gedient zu haben.
Grüsse,
Andreas
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>D.h. wir geben unser ICH, unser EGO auf.
Lieber Andreas,
das sind so Aussagen, die ich nicht verstehe, und die ich auch damals schon nicht verstanden habe, als ich vor über 30 Jahren noch Katholik war.
Nehmen wir einmal an, Gott sei.
Dann hat er uns ja auch Bewusstsein und Selbstbewusstsein gegeben, denn diese beiden Phänomena (die unter anderem an der Bildung des Ich beteiligt sind) sind im menschlichen Gehirn verankert. Das alles, und auch das ICH, sind somit Gottesgeschenke (Zumal Jesus doch selbst sagt, wir sollen nicht nur den anderen lieben, sondern auch uns selbst: Liebe Deinen Nächsten WIE DICH SELBST).
Warum sollten wir diese Geschenke "aufgeben"?
Warum sollen wir als Bedingung für tiefen Glauben etwas aufgeben, das GOTT uns, indem er uns schuf, geschenkt hat?
"Das Kreuz ist der Weg".
Originär christlich ist das aber nicht! 500 Jahre vor Jesus Christus lehrte der Buddha nichts anderes, indem er sagte: "Alles ist Leiden. Und die Ursache des Leidens ist die Gier (das Festhaltenwollen, Nichtloslassenkönnen). Die Überwindung des Leidens ist das Loslassen, das UNIVERSELLE Loslassen" Da treffen sich die Religionen (wieder einmal) ...
Lieben Gruss!
PeBu
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Lieber PeBu
Ich denke wir haben beide Recht Und das ist auch nicht paradox.
Wenn ich sage, wir geben das ICH auf, so meine ich durchaus nur die egoistischen Züge, die Quelle der Sünde sind.
Davon das Bewusstsein zu sein aufzugeben sagte ich nichts. Die Aufgabe des ICH findet im Geist statt. Ist eine reine Veränderung des Geistes. Dadurch kann ich mein Bewusstsein nur ändern, nicht aber aufgeben. Ich leere und reinige meinen eigenen menschlichen Geist und mache Raum für den Heiligen Geist.
Selbstbewusstsein als Bewusstsein individuell zu existieren, scheint mir bedeutend und gut, denn man ist auch für seine individuelle Seele verantwortlich. Selbstbewusstsein im Sinne von "ICH bin der grösste" halte ich jedoch für schlecht - das ist Teil dessen was man kreuzigt. Alles was das eigene ICH über andere erhöht, bevorzugt usw. ist sicher schlecht.
Auch unsere Talente, die wir haben, andere vielleicht nicht, sollen wir nicht aufgeben. Wir sollen sie aber im Sinne von Gottes Willen einsetzen und nicht um unsere ureigenen egoistischen Ziele zu erreichen.
Die guten Geschenke sollen wir also nicht aufgeben. Wir sollen sie im Sinne Gottes einsetzen. Wir sollen nur den Egoismus aufgeben, das Verlangen, Eitelkeiten, die Unbeherrschtheit der Triebe usw., die dem Fleisch entspringen.
| Zitat: |
"Das Kreuz ist der Weg".
Originär christlich ist das aber nicht! 500 Jahre vor Jesus Christus lehrte der Buddha nichts anderes |
Christlich ist es aber trotzdem - urchristlich, zentralchristlich
Ich sage ja auch nicht, dass Buddhismus und Christentum nichts gemeinsam hätten - ganz im Gegenteil, wenn du mich fragst.
Viele Grüsse,
Andreas
P.S.: Hast du noch was direkt zu Nasruddins interessanter Frage?
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Lieber Andreas,
wir sind einander doch näher als ich gedacht habe, das freut mich wirklich. Ich werde später sicher noch mehr dazu schreiben, vielleicht in einem anderen Thread.
Ich dachte eigentlich, dass mein Beitrag AUCH etwas zu/für Nasruddin ist:
Lieber Nasruddin,
für mich ist das Kreuz ein Symbol für das Leiden, das es zu überwinden gilt. Christen glauben, dass dazu Jesu Erlösungswerk vonnöten ist, Buddhisten glauben, dass das durch Selbst-Reflexion im tiefsten Sinne möglich ist, welche dann zum Loslassen führt.
Ich bin weder Christ noch Buddhist, fühle ich aber beiden nahe, und ich sehe im Kreuz eines der stärksten, mich berührendsten Symbole, die ich kenne. Ob Du es glaubst oder nicht, aber hier an meinem Arbeitsplatz steht ein Bronze-Kreuz...
Lieben Gruss an Euch beide
PeBu
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