Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Christen ?


Hallo,

ich bin zwar kein Christ, jedoch interessiere ich mich sehr für Religionen im Allgemeinen.

Die Bibel beinhaltet ja auch das Alte Testament, dass jedoch teilweise völlig im Widerspruch steht mit dem Neuen Testament.

Oft sagen Christen, dass das AT das NT "einleitet" bzw. dass das NT das AT "erfüllt". Aber was kann man sich darunter praktisch vorstellen ?

Jesus sagt, dass er nicht gekommen ist, dass AT aufzulösen. (MT 5,17)

Aber an vielen Stellen lehnt er das AT auch ab. (z.B. Steinigung der Ehebrecherin)

Was für eine Bedeutung hat somit das AT für den praktischen Glauben eines Christen ?
@Joshu
Zitat:
Aber an vielen Stellen lehnt er das AT auch ab. (z.B. Steinigung der Ehebrecherin)
Oh, hier muss man aufpassen, da er sich damit oft eben nicht gegen das AT auflehnt, sondern gegen falsche Vorstellung, Volks(un)glauben usw. So wäre die Steinigung der "Ehebrecherin" auch alleine nach dem AT so nicht Rechts gewesen. Damit konfrontierte er die Meute.

PS. Dieses ist wiederum nicht die christliche Sicht, da dieses in ihren Augen Neuerung von Jesus darstellen.
Lieber Joshu

Deinem Namen nach würde ich vermuten, dass du Jude bist. Auch weil Jakow offenbar aktiv dabei ist, will ich etwas ausführlicher formulieren.

Wichtig ist es natürlich die alttestamentliche Herkunft des Christentums, die Verwurzelung des Christentums im Judentum und die unauflösliche Verbundenheit von Juden und Christen zu betonen. Das Alte Testament ist die Religion, das Neue Testament ist die letztendliche Erfüllung in Christus, dem Erlöser, der aus unserer Sicht der Messias ist.

Auch stehe zumindest ich als Christ zu der bleibenden Erwählung Israels. Denn diesem Volk hat Gott sein Wort offenbart. Ich meine, wenn es nicht so wäre, was für ein unfassbar geniales Volk wären dann die Israeliten, dass sie diese Bücher des AT hervorgebracht haben? Tatsächlich: Entweder sind sie Gottes erwähltes Volk, oder das genialste Volk der Geschichte der Menschheit.

Das Christentum hat aus dem Alten Testament so viel Wertvolles übernommen: die zehn Gebote, die Psalmen, die messianischen Weissagungen. Daher sind wir ewige Schuldner des Alten Bundes zwischen Gott und seinem Volk.

Auch darf der Christ nicht vergessen über dem Satz "Die Juden haben den Herrn gekreuzigt" nicht vergessen, dass eigentlich die Sünden der Welt, also die Sünden jeden Volkes, das Lamm Gottes (= Jesus) zur Schlachtbank geführt haben.

„Glaubet nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, sie aufzuheben, sondern zu erfüllen“ (Mt 5,17) Dieser Satz zeigt uns Christen, dass die alttestamentlichen Offenbarungen weiterhin Gültigkeit besitzen. Es sagt uns, dass die Heilsgeschichte weitergeht. Gerade durch die Erfüllung in Jesus Christus gewinnt die Heilsgeschichte der alten Offenbarungen bleibende Gültigkeit.

Ich bin als Christ auch stark gegen jeden Versuch der Abschüttellung des Alten Testaments, so wie es von vielen unverständigen Christen versucht wird. Kein Christ darf das AT abschütteln, denn es steht der Name Gottes darin, es enthält seine Weisheit. Kardinal Manning sagte einmal zu Israeliten: ‚Ich würde meine eigene Religion nicht verstehen, wenn ich für die Ihrige keine Ehrfurcht hätte‘“

Jedoch liegen noch gewisse Schatten über dem Alten Testament, die erst mit der Offenbarung Christi aufgehoben wurden. Zwar wird auch im Alten Testament die Verfehlung grosser Gestalten, wie z.B. Mose nicht gerechtfertigt, aber die absolute Reinheit von Sünde finden wir so nur in Christus. Das zumindest nach christlichem Verständnis.

Erzbischof Kardinal Faulhaber bezeichnete Christus als den „Eckstein zwischen Judentum und Christentum“. Christus habe den Bausteinen des Alten Bundes den Omega-Stempel (Alpha = Anfang, Omega = Ende) der Vollendung aufgedrückt und in den neuen und ewigen Bund eingefügt. „Ebenso hat der Stifter des Neuen Bundes die unsterblich schönen Gebete aus den Hl. Büchern des vorchristlichen Judentums in seine Liturgie übernommen. Darum klingen im Gottesdienst der Kirche die altbiblischen Psalmen und Lesestücke der Propheten weiter." (Erzbischof Kardinal Faulhaber)

Ich hoffe ich konnte deine Frage zur Zufriedenheit beantworten.

Gruss,
Andreas
Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen Beitrag. Sicherlich erfüllt Jesus die Prophezeihungen des Alten Testaments, aber was ist mit den Gesetzen die Jesus nicht aufzuheben gekommen ist ?

Z.b. 5. Buch Mose, 22,22: Todesstrafe bei Ehebruch
oder 4. Buch Mose, 15,35: Steinigung wegen Sabbatschändung

Diese Gesetze, wie auch viele andere Teile des AT stehen im totalen Gegensatz zu Jesu Lehren (insbesondere Nächstenliebe, Vergebung).

Wie geht ein Christ damit um ? Ich bin der Ansicht, man kann entweder das gesamte AT ablehnen oder das gesamte AT annehmen, aber nicht Teile herauspicken (wie z.B. 10 Gebote).

Dieses ist der Grund, wieso ich meinen christlichen Glauben verloren habe ( ) . Der Gott des AT ist ein jähzorniger, wütender, eifersüchtiger Tyrann. Und dieser Gott soll der gleiche sein wie der im NT, der alles vergibt ung gütig und barmherzig ist ?


Mfg Joshu
@Joshu

Zitat:
22Wenn jemand gefunden wird, der bei einem Weibe schläft, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und das Weib, bei dem er geschlafen hat; und sollst das Böse von Israel tun.

[Luther-Bibel 1912: Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium). Die Luther-Bibel, S. 5924 (vgl. Dtn 22, 21-22)]


Diese gehört in diesen Kontext:

Zitat:
19so sollt ihr ihm tun, wie er gedachte seinem Bruder zu tun, daß du das Böse von dir wegtust,
20auf daß es die andern hören, sich fürchten und nicht mehr solche böse Stücke vornehmen zu tun unter dir.
21Dein Auge soll sie nicht schonen; Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.

[Luther-Bibel 1912: Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium). Die Luther-Bibel, S. 5914 (vgl. Dtn 19, 19-21)]


Diese oben aufgezeigten Auszüge sind Gesetze für eine Starrsinnige Hitzköpfige Rohe Gesellschaft.

Zitat:
4Denn ihr sollt dem HERRN, eurem Gott, folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.

[Luther-Bibel 1912: Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium). Die Luther-Bibel, S. 5892 (vgl. Dtn 13, 3-4)]


Damit wird dem Israelitischem Volke ein Rechtliches Rahmenwerk für ihr Zusammenleben und -Halt in einer Gemeinschaft geschaffen.

Der Christliche Weg für das zuerstgenannte Auszug: "Ehebruch" wäre, das ausreissen des eigenen Auges wenn es zum Stein des Anstosses wird.

Diese "Ehebrecher" müssten sich, nach Christlichem Rechtsempfinden selbst Töten.

Die Frage ist, ob das geht?...

Und später, wie ist es dann im Koran geregelt?

Zitat:

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
1 (Dies ist) eine Sure, die wir hinabgesandt und für verbindlich erklärt, und in der wir klare Zeichen (oder: Verse) hinabgesandt haben. Vielleicht würdet ihr euch mahnen lassen.
2 Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann verabreicht jedem von ihnen hundert (Peitschen)hiebe! Und laßt euch im Hinblick darauf, daß es (bei dieser Strafverordnung) um die Religion Gottes geht, nicht von Mitleid mit ihnen erfassen, wenn (anders) ihr an Gott und den jüngsten Tag glaubt! Und bei ihrer Bestrafung soll eine Gruppe der Gläubigen (als Zeugen) anwesend sein. 3 Und ein Mann, der Unzucht begangen hat, kann nur eine ebensolche oder eine heidnische Frau heiraten. Und eine Frau, die Unzucht begangen hat, kann (ihrerseits) nur von einem ebensolchen oder einem heidnischen Mann geheiratet werden. Für die (übrigen) Gläubigen ist dies (d.h. die Heirat mit jemand, der Unzucht begangen hat) verboten.

[Sure 24. Das Licht: Der Koran, S. 626 (vgl. Sure 24, 1-3) (c) Verlag W. Kohlhammer]



Mit Hundert Peitschenhieben wird man abserviert.

Ein Überleben dieser Menge an Peitschenhieben muss wohl garantiert sein, denn:

Danach kann man nur noch mit Gleichgesinnten oder mit Heiden ( = Austritt aus dem Islam ) weiterleben ...

Nun zu Deiner Aussage:

Zitat:
Dieses ist der Grund, wieso ich meinen christlichen Glauben verloren habe ( ) . Der Gott des AT ist ein jähzorniger, wütender, eifersüchtiger Tyrann. Und dieser Gott soll der gleiche sein wie der im NT, der alles vergibt ung gütig und barmherzig ist ?


Diese etwas überspitzte Formulierung des Gottes aus dem Alten Testament stammt offensichtlicht nicht in Gänze von Dir, wird aber als der Grund für den Verlust des Christlichen Glaubens angegeben.

Nun mal ehrlich Joshu.

Ist hier nicht eine versteckte Aufforderung an andere wie Du den Glauben zu verlieren ? ...


*** Hmmm ? ****

Gruss
Nasruddin
Zitat:
Und dieser Gott soll der gleiche sein wie der im NT, der alles vergibt ung gütig und barmherzig ist ?

Nu, das haben die Christen davon, wenn sie ständig den Gegensatz hervorheben und die Neuerungen von Jesus. Dann verstellt sich einem kritisichen Geist, dass dieses alles schon im sogenannten AT zu finden ist, ja von dort aus zu der Hervorhebung der Nächstenliebe und Liebe zu G'tt durch Jesus führt.

Das Judentum welches diese Abgrenzung logischerweise nie bedurfte, wird es hingegen ganz anders gesehen und eben der liebende G'tt im AT erkannt. So beginnt das AT mit der Nächstenliebe von G'tt gegenüber dem Menschen, als er Adam einkleidet und endet auch mit Nächstenliebe, als G'tt selbst für die Beerdigung von Moses sorgt. Und dazwischen finden Juden auch nichts anderes als Nächstenliebe von G'tt gegenüber dem Menschen.

Zitat:
Der Gott des AT ist ein jähzorniger, wütender, eifersüchtiger Tyrann.

Sind alles Werte welche im AT dem Menschen verboten sind und da wir ein Abbild von G'tt in unserem Verhalten sein sollen, sieht man dieses im Judentum als Gegenteil der Eigenschaften von G'tt. Wenn wir also heute diese Werte ablehnen, dann beruht dieses auf Lehren aus dem AT, welche im NT übernommen und so in unsere Kultur aufgenommen wurden.
@Jakow

Zitat:
Diese Gesetze, wie auch viele andere Teile des AT stehen im totalen Gegensatz zu Jesu Lehren (insbesondere Nächstenliebe, Vergebung).

Wie geht ein Christ damit um ? Ich bin der Ansicht, man kann entweder das gesamte AT ablehnen oder das gesamte AT annehmen, aber nicht Teile herauspicken (wie z.B. 10 Gebote).

Dieses ist der Grund, wieso ich meinen christlichen Glauben verloren habe ( ) . Der Gott des AT ist ein jähzorniger, wütender, eifersüchtiger Tyrann. Und dieser Gott soll der gleiche sein wie der im NT, der alles vergibt ung gütig und barmherzig ist ?


Nun zum wiederholten Mal eine Erklärung dazu:

Dein beschriebener Widerspruch zwischen AT und NT ist nur ein scheinbarer.

Jesus selbst erklärt, das AT könne in den Geboten, Gott und den Nächsten zu lieben, zusammengefasst werden (Matth. 22,37). Er sagte auch, Gott habe im AT immer wieder Liebe und Barmherzigkeit gefordert, nicht Opfer (Matth 9,13; 12,7).

Gott hätte nicht bestimmte Völker vernichtet, wäre er nicht ein Gott der Gerechtigkeit. Ihre Sündhaftigkeit konnte nicht ungehemmt und zügellos weitergehen.

Sein Absicht und sein Wunsch, sie zu bestrafen, waren Teil seines Planes, in Übereinstimmung mit seiner heiligen Natur und der Besorgnis um sein wanderndes Volk.

Im Fall der Amoriter gab Gott ihnen 100 Jahre Zeit, um zu bereuen, aber sie taten es nicht. (1.Mose 15,16).

Im Gegensatz zu mancher verbreiteten Meinung wurden die strengsten Aussagen über Gericht und Zorn von Jesus selbst gemacht. In Matt. 23. z. B. führte er einen Schlag gegen die religiösen Führer seiner Zeit, indem er sie als Heuchler und falsche Führer bezeichnete und ihnen sagte, ihr Schicksal werde ewige Verbannung aus der Gegenwart Gottes sein.

Viele Texte des AT weisen auf das NT und Jesus hin.

z.B. die Bücher Moses sind eine Entsprechung auf Jesus Christus.

Warum wir Christen nicht mehr unter dem Gesetz stehen:

Nach dem Gesetz Gottes steht auf Sünde das Gericht des Todes (Röm. 6,23)

Danach könnte kein Mensch bestehen.

Deshalb starb Jesus an unserer Stelle den Kreuzestod und nahm die Folgen unserer Sünden auf sich. Er ist unser "Stellvertreter".

Aufgrund seines Kreuzestod bietet Gott allen Menschen das Heil an. Einzige Bedingung ist, dass ich mich für Gott/Jesus entscheiden muss, bereit bin zur Umkehr und Buße und für ein Leben nach Jesu Lehre.
Lieber Joshu

Du hast deinen christlichen Glauben verloren, weil du den dir jähzornig erscheinenden Gott nicht mit dem liebenden Vater des Christentums übereinbringen konntest.

Ich sage Dir, da wo dir und manch anderem ein Unterschied zwischen den "Göttern" erscheint, ist keiner. AT und NT verwenden nur voneinander verschiedene Bilder um ein und das gleiche zu beschreiben. Klar muss aber sein, dass Bilder der ganzen Wahrheit Gottes nie ganz gerecht werden können. Klar muss auch sein, dass Gott nicht wortwörtlich menschliche Emotionen zugeschrieben werden können. Diese Attribute muss man also symbolisch verstehen.

Ich habe gute Nachrichten für dich: du kannst am Sonntag wieder in die Kirche gehen, dein Glaube ist rettbar.

Ich denke die Texte des AT und NT sind auf jeden Fall Bilder. Jesus selbst sagt das auch einmal deutlich, warum es notwendig ist die Wahrheit in Bilder zu verpacken. Und man muss zwar kein Gelehrter sein, um sie richtig zu verstehen, aber man muss sich mit ihnen beschäftigen und sich ihnen durch Gebet und/ oder Meditation, mit Herz und Verstand annähern. Wenn man logische Fehler in den Schriften entdeckt, dann immer nur, weil man etwas falsch verstanden hat. Und das sind wichtige Feststellungen! Nicht weil man danach die Bibel wegwerfen kann, sondern weil man dann angehalten ist seine eigene Wahrnehmung davon zu hinterfragen.

Und wirklich: das Gemetzel im AT ist nicht wortwörtlich. Gott greift nicht derart ins Geschehen ein, er ist auch nicht sadistisch,wird auch nicht so beschrieben. Es klingt für den Erstleser einfach nur so, weil er die Message dahinter nicht versteht. Wie sollte er auch, es kostet schliesslich viel Zeit sich ihr anzunähern und einen Vertrauensvorschuss.

Wenn Gott im Alten Testament die Menschen straft, dann zeigt uns das, mal grob gesagt, dass wir auf der Welt in einem komplexen System aus Ursache und Wirkung leben. Wenn wir gewisse Dinge tun, dann wirkt sich das gut auf uns aus, wenn wir andere Dinge tun (Sünde) dann wirkt sich das schlechter auf uns und unsere Welt aus. Das nur im Groben. Die vielen Geschichten und Gemetzel bieten uns das Verständnis vieler verschiedener klassischer Fehler der Menschen.

Und wenn ich Jakows Lästereien über "die Christen" auch nicht gutheissen kann, so muss ich ihm doch Recht geben, wenn er sagt:

Zitat:
Wenn wir also heute diese Werte (Einschub: AT) ablehnen, dann beruht dieses auf Lehren aus dem AT, welche im NT übernommen und so in unsere Kultur aufgenommen wurden.


Dieses jüdische Religionserbe, das AT, ist auch heute noch, ein ganz wesentlicher Bestandteil von unserer Wahrnehmung der Welt, unseren Moralvorstellungen und unserem Weltbild. Natürlich nicht einzig und allein. Aber ein wesentlicher Bestandteil.

Gruss,
Andreas
Zitat:
Du hast deinen christlichen Glauben verloren, weil du den dir jähzornig erscheinenden Gott nicht mit dem liebenden Vater des Christentums übereinbringen konntest.


Das war durchaus ein Hauptgrund.

Ein anderer Grund, warum ich heute das Christentum ablehne, ist, daß man es drehen und wenden kann wie man will: Kaum etwas ist eindeutig im Christentum.

Beispiel: Wie komme ich in den Himmel ?

a.) Manche Theologen sagen, alles ist vorherbestimmt. Prädestinationslehre.

b.) Manche sagen, dass Jesus für alle gestorben ist --> Alle kommen in den Himmel.

c.) Andere meinen nur Christen kommen in den Himmel (egal ob sie vom Glauben abgefallen sind oder nicht)

d.) Die Mehrheit meint, dass man in den Himmel kommt wenn man an Jesus glaubt und an die Auferstehung.

e.) Jesus selbst, sagt, dass alles vergeben wird ---> man kommt in den Himmel.

ABER: Wer den Heiligen Geist lästert, der hat Pech gehabt, dem wird niemals vergeben !

Wäre ich ja mit einverstanden, wenn Jesus uns erläutert hätte, was es mit dieser geheimnisvollen Sünde wider dem heiligen Geist auf sich hat.

Auch hierüber gibt es sehr viele Meinungen:

a.) Diese Sünde konnten nur die Menschen der damaligen Zeit verwirklichen. (Diese die Jesu Wunder mit eigenen Augen gesehen hatten)

b.) Die Lästerung besteht im Ablehnen der Liebe Gottes und die bewusste Abkehr von ihm.

(Mal davon abgesehen finde ich das psychologisch äußerst blödsinnig:
Der Mensch muss die Liebe, die er tatsächlich erfährt bewusst ablehnen.
Und wieso ? Weil er nicht geliebt werden will. Niemand würde so etwas machen)

c.) Die Lästerung ist die Wirkung des heiligen Geistes als Wirkung Satans bezeichnen. (salopp ausgedrückt).

Also gut und böse verdrehen ? Oder wie ? Oftmals verwischen die Grenzen zwischen gut und böse. Ein Glücksspiel also ?

-

Sicherlich die Theologie profitiert von diesen vielen interpretationsbedürftigen Stellen in der Bibel. Doch wieso "schreibt" ein allmächtiger Gott nicht deutlicher und klarer vor, was der Mensch zu tun und was er zu unterlassen hat. Oder empfindet er Freude daran, wie sich Millionen Menschen vor der Hölle fürchten, nur weil das "Regelwerk" so verworren ist und sie keine Klarheit besitzen.

Oder soll ich der Meinung folgen, die sagt, es gibt keine Hölle, dass sei nur die selbstgewählte Abwendung von Gott ?

Oder derjenigen die besagt, dass die Hölle hier unter uns ist. (Krieg usw.)


Ich hoffe ihr versteht, was ich meine mit "fast nichts im Christentum ist eindeutig".


mfg, Joshu
Lieber Joshu

Die Wahrheit ist auch komplex. Liess dich mal in den Hinduismus, in Schriften von Rabbis, in Schriften islamischer Kleriker usw. ein. Es ist immer Streit und Unklarheit.

Zwei Dinge will ich kurz abhandeln:

1. Die Sünde wider den Heiligen Geist. Du sprichst sicher von diesem Zitat hier:

Zitat:
Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen. (Matthäus 12,31-32)


Naja ... der Geist Gottes ist eben das Heiligste und wichtigste was wir hier auf Erden haben. Ganz gleich wie man diesen Gott nennt. Was die Sünde gegen den Geist konkret heisst findest du auch hier:

[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Sünde_wider_den_Heiligen_Geist[/url]

Das Kapitel "katholisches Verständnis" halte ich für das ausgereifteste.

Ich bin der Meinung, dass die Sünde sowieso ein zeitloser Zustand ist. Klar sündigt man in einem konkreten Augenblick, aber die Geisteshaltung, die die Sünde ermöglicht hat man ja schon davor eine Zeit lang. Für den Einzug ins Himmelreich entscheidend ist dein Geist zum Todeszeitpunkt. Wenn du die Sünde wider den Geist in dir trägst, schmorst du in der Hölle Wenn nicht, dann ziehst du ins Himmelreich ein, ganz gleich, ob du früher im Leben einmal die Sünde wider den Geist begangen hast. "Wird nicht vergeben werden", heisst, dass man mit dieser Sünde im Herzen nicht ins Himmelreich einziehen kann.

Und im Todeszeitpunkt (aber auch schon im Leben) gilt: Die, die reinen Herzens sind, werden Gott schauen (frei nach Bergpredigt).

Und damit ist auch deine zweite Frage aus meiner bescheidenen Sicht beantwortet. Ziel ist einfach nur das reine Herzen! Wer das behelligt, braucht sich nicht mehr um die wirren Definitionen der vielen Theologen aller Religionen zu kümmern. Der kann Schweinefleisch essen und braucht sich vor dem Gebet nicht zu waschen. Denn das reine Herz bewirkt das man das Angesicht Gottes sieht und damit grenzenlos Weisheit, Verständnis, Liebe und Frieden erhält. Je näher man dem reinen Herzen kommt, desto mehr sieht man vom Angesicht Gottes und erhält von seinen Gaben.

Zitat:
Oder soll ich der Meinung folgen, die sagt, es gibt keine Hölle, dass sei nur die selbstgewählte Abwendung von Gott ?


Ja! Unbedingt! Ich sehe das auch so. Ich verlinke dir mal einen Text von Meister Eckhart, den ich hier einmal mühevoll abgeschrieben habe:

http://www.geistigenahrung.org/fpost192823.html#192823

Es ist verdammt lang, aber wenn du ernsthaft nach einer Antwort und echtem Verständnis suchst und nach etwas, das du ruhigen Gewissens glauben kannst, dann liess es dir in Ruhe durch. Es ist gut.

Zitat:
Oder derjenigen die besagt, dass die Hölle hier unter uns ist. (Krieg usw.)


Ja und nein. Es gibt sie auf der Ebene des Körpers (= Stofflichkeit, Materie), also auf der Welt. Aber auch auf der Ebene der Seele (Transzendenz, Himmel und Hölle).

Zitat:
Ich hoffe ihr versteht, was ich meine mit "fast nichts im Christentum ist eindeutig".


Ja das verstehe ich auch. Auch für mich ist es nicht immer leicht hinter die Bedeutungen von allem zu kommen und meinen Weg durch die verschiedenen Sichtweisen zu finden. Aber er lässt sich finden.

Und der Weg muss im Kleinen zumindest auch verschieden sein zwischen den verschiedenen Menschen, denn ihre Seelen stehen vor verschiedenen Herausforderungen im Leben.

Ende Teil 1