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Aggresive Muslime












Zitat:
Und dabei hat man erkannt, dass das Thomasevangelioum ein Geschichtenerzähler ist, was tatsächlich auch zum aufmuntern ist. Heute würde man sagen "Grimms Märchenstunde" zum erholen!

Für angehende Theologen Bestandteil des 1. Semesters zur Exegesevorbereitung. Eine echte Erholung zur harten Erarbeitung synoptischer Zusammenhänge innerhalb der Exegese. Kann ich mich nach 30 Jahren noch recht gut dran erinnern!


Sorry, aber weil irgendwelche Theologen das vor 30 Jahren zerrissen haben, ist das kein wirkliches Argument. Geschichten? Sicher, aber was steht in den anderen Evangelien über Jesus Kindheit? Davon abgesehen das dieses Evangelium insgesamt ja sehr kurz ist.
Lieber Andreas,

Zitat:
Was mich bei dem "Diktat" des Koran direkt aus "Gottes Geist" durch den Erzengel Gabriel bis hin zur Feder Mohammeds zur Zeit noch interessiert ist, warum Gott die Inhalte des Alten Testments, Abrahams und der frühen jüdischen Propheten dem guten Mohammed so ganz ganz anders diktiert haben soll, als er das viele Jahrhunderte vorher anderen Schreibern "diktiert" hat.

Diese Frage bitte ich von einem entspannten Muslim oder einem klugen Bahai beantwortet zu


Die meisten Muslime würden dir jetzt wohl sagen, das jenes Alte Testament, welches wir heute haben verfälscht oder gefälscht ist. Eindeutige Beweise dieser Lehre aus dem Qur'án konnte mir dafür aber noch kein Moslem bringen. Bahá'u'lláh kritisiert im Kitáb-i-Íqán diese Verurteilung der Heiligen Schriften durch viele Muslime scharf.

Um auf diese Dinge jetzt einzeln einzugehen, müsstest du mir einige Beispiele nennen. Doch allgemein zu den historischen Darstellungen in Heiligen Texten. Welchen Sinn haben diese? Ich meine, warum erzählt Mohammed von Jesus? Warum erzählt Jesus von Moses? Der Sinn ist wohl kaum den Geschichtsschreibern unter die Arme zu greifen, sondern um Glaubensinhalte zu vermitteln und die Anhänger dieser Offenbarer anzusprechen. Ganz abgesehen um sich auf den Bund Gottes zu berufen.

Und tatsächlich, schaut man in das Neue Testament oder den Qur'án, so erscheinen Hinweise auf vergangene Offenbarungen, meist doch als ein Hinweis auf eine dort bereits verkündete Lehre, oder als eine lehrreiche Geschichte. Ich finde Rahiyms Hinweis auf die Schöpfungsgeschichte im Alten Testament sehr interessant.


Liebe Grüße, Tobias
Lieber Tobias, lieber Rahiym

Dann will ich Rahiyms Hinweis auf die Schöpfungsgeschichte einmal kommentieren.

Nachdem ich sagte, dass es doch seltsam ist, dass z.B. die Lebensgeschichte Abrahams in den Schriften der Juden und im Alten Testament des Christentums identisch sind, im Islam aber ganz ganz anders dargestellt werden, antwortete mir Rahiym, dass das pragamatisch sinnvoll gewesen sei, um unter den Arabern die neue Lehre verbreiten zu können, weil die mit den Thomasevangelien eben schon diese Geschichten derart (verzerrt, also bereits falsch) kannten.

Ich entgegnete darauf, ob Gott diese Fehldarstellung nötig hätte, um seiner neuen Offenbarung die notwendige Überzeugungskraft zu verleihen?

Rahiym antwortete dann damit, dass Pragmatismus ja doch nützlich sei, die Menschen zu vereinen. Wiederrum unterschreibe ich das gerne. Aber wir sprechen hier nicht von einer politischen Partei oder den Kegelfreunden Niederhirschbach e.V. die eine neue Satzung verabschieden müssen - wir sprechen von Gottes universaler Wahrheit. Und es erscheint mir etwas seltsam, dass Gott seine Offenbarung früherer Tage, später, bei einem anderen Volk, ganz anders darstellt, nur, damit dieses Volk missionierbar ist.

Dass Rahiym dann mit dem Argument

Zitat:
Was da für eine Weisheit dahintersteckt, dass verschiedene Überlieferungen im Umlauf waren, weiss nur Gott, der Erhabene, höchstpersönlich.


punktet, ist ok. Die Wege Gottes sind sicherlich für uns unergründlich. Bei neuen Offenbarern skeptisch zu sein, ist aber eine Verpflichtung, die ich Jesus Christus gegenüber empfinde. Vielleicht finden wir ja noch eine bessere Begründung?

Zuletzt kam dann diese Argument, dass du, Tobias, auch so treffend fandest:

Zitat:
Die Schöpfungsgeschichte ist in ihrem Wortlaut wissenschaftlich betrachtet ebenfalls eine Halbwahrheit. Hat Gott nun gelogen ? Ist die Bibel nun ein Werk der Halbwahrheit ?


Hier muss ich sagen, handelt es sich ja um etwas völlig anderes.

Die Frage hier lautet: Sind Gottes Worte falsch, wenn sie wörtlich ausglegt nicht mit der Wissenschaft übereinstimmen?

Unser aller Antwort wird wohl sein: Nein, sie sind auszulegen. Die Einheit zwischen Religion und Wissenschaft ist gottgegeben.

Meine Frage aber war: Kann eine Schrift Gottes Wort sein, wenn sie nur 600 Jahre nach Christus die Geschichte Abrahams einfach ganz anders darstellt, als Juden und Christen in all den Jahrhunderten zuvor?

Und ich packe noch einen drauf: Kann es Gottes Wort sein, wenn es die "Verwandele Lehm in einen lebenden Vogel"-Geschichte aus dem als Unterhaltungsliteratur nachgewiesenen Kindheitsevangelium als wahres Wunder Jesu beschrieben wird?

Ich danke für eure stets aufklärenden und bemerkenswerten Antworten - das meine ich ernst - für eine vereinende Vermittlung bin ich immer dankbar - ich wünsche mir das - aber solche Dinge halten mich fern davon.

Gruss,
Andreas
In den hier erfolgten Postings kann ich Einiges nicht nachvollziehen:
Zitat:
Dass der Koran eine Offenbarung an die gesamte Menschheit ist, soll und darf der Moslem doch wohl glauben.


Was ein Moslem glaubt oder nicht, ist ihm überlassen. Es soll ja Gläubige geben, die glauben auch noch zuzüglich zu ihrer Religionssaussage dann Dinge, die in ihrer Religion gar nicht zu Worte kommen. Aber sei es drum.

Der Anspruch an die gesamte Menschheit finde ich etwas seltsam. Abgesehen davon, dass Mohammeds Lehren sehr stark an die direkte Umgebung seine Wirkungsstätte bezogen waren, hinzu die Sprache, wieso wird hier ein solcher Anspruch abgeleitet?

Der versuchte Vergleich mit den buddhistischen Schriften, dazu schrieb ich an anderer Stelle schon meinen Kommentar. Und Mönchsstand und Volk sind ja in ihrer Willensbildung doch noch zu unterscheiden.

Der Argumentation von Andreas kann ich mich hier im Grißen und Ganzen anschließen. Ich habe bereits selber darauf hingewiesen, dass innerhalb des Korans Texte als göttliche Wahrheiten dargestellt werden, die nachweislich aus Überlieferungen stammen und bis zu diesem Zeitpunkt dieses Attribut überhaupt nicht kannten. Plötzlich werden sie zu einer göttlichen Wahrheit. Schade, dass die Verfasser, die diese Schriften Jahrhunderte vorher verbeitet hatten, nicht in den Genuß dieser göttlichen Inspiration gekommen sind.

Und mit Verlaub gesagt, meine Ironie wird hoffentlich nicht zu übersehen sein, eine GEMA gab es ja auch noch nicht...

Gruß
@Tobias
Zitat:
Sorry, aber weil irgendwelche Theologen das vor 30 Jahren zerrissen haben, ist das kein wirkliches Argument. Geschichten? Sicher, aber was steht in den anderen Evangelien über Jesus Kindheit?


Was hat das damit zu tun. Müßte nicht erst einmal ein Nachweis über die Authentizität geführt werden?

Es ist bekannt, dass über Jesu Kinheit nahezu nichts geschrieben wurde. Von daher hatten/haben Spekulationen seiner Reisetätigkeit Richtung Indien (dort gibt es übrigens Schriften, die sein Dasein dort angeblich belegen sollen) schon immer großen Zulauf. Rein zufällig sind ja (wesentliche) Lehraussagen aus dem Buddhismus in Jesu Lehre eingeflossen.

Dennoch ändert das alles nichts an der Unstimmigkeit des Anspruches aus dem Koran über die Lehre und der vorliegenden Realität, die hier offensichtlich verkannt wird. Es gibt ja Muslime, die darauf bestehen, dass auch die Bibel ein von Gott diktiertes Buch ist. Und da hört dann für mich der Sinn auf, in dem Bereich noch zu diskutieren!

Gruß
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