Was ist Religion?


Es wird viel über Religion diskutiert, über Buddhismus, Islam, Christentum und vieles mehr. Was ist den eigentlich Religion und geht es auch ohne? Und ist auch alles Religion, was "man so" als Religion bezeichnet? Das Thema, denke ich, isz schon öfters dagewesen. Die Frage ist jedoch speziell an praktizierende Anhänger von allen, ich nenn es mal "Religionen", gerichtet.

Ich dank euch jetzt schon für eure antworten.

lg Veganism
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As full and bright as I am, this light is not my own.
Hallo Veganim
Ich habe zwar keine Religion und auch keine Konfession, hatte auch nie Eine, aber ich möchte Dir Deine Frage trtzdem beantworten.
Also was ist Religion?
Religion ist das Ergriffenwerden von der Wirklichkeit des Numinosen, das überwiegend in Glaubensgemeinschaften, den geschichtlichen Religionen, seine Ausdrucksform findet. Das religiöse Erlebenhebt sich vom Erkennen einer Wahrheit, vom Anerkennen einer sittlichen Forderung und vom Erfassen eines ästhetischen Wertes mit gleicher Deutlichkeit ab. Es ruft im Menschen das Kreaturgefühl der >schlechthinnigen Abhängigkeit >hervor (Schleiermacher) und erhebt ihn zugleich. Religiöses Erleben äußert sich in Gebet und Verehrung. Der religiöse Glaube an ein transzendentes Sein oder Sollen hat stets auch das Erkenntnisstreben herausgefordert, dass den Gegenstand der Religion zu begreifen, zu objektivieren sucht, in frühen Zeitaltern magisch, dann mythisch, dann rational. Die vielen Einzelreligionen lassen folgende Hauptformen erkennen: pantheistisch für die Gott mit der Welt eins ist, und mono- oder politheistische, in denen ein persönlicher Gott oder eine Mehrzahl von Göttern der Welt gegeüberstehen; Naturreligionen, die das heilige in Naturdingen erfassen, und Offenbarungsreligionen die durch historische Persönlichkeiten gestiftet sind und heilige Schriften besitzen; Volksreligionen die an eine begrenzte Gemeinschaft (Stamm, Volk) gebunden sind, und Universalreligionen, die Gültigkeit für alle Menschen beanspruchen (Weltreligionen)

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen, denn ich persönlich habe meinen eigenen Glauben der aus mir selbst gewachsen ist.

Alles Gute
Hayagriva
Religion ist inzwischen ein zu abgegriffener Begriff und gibt jedem der mit diesem Wort hantiert die Freiheit alles reinzupacken.

Aus Sicht eines Muslims, sollte Religion ein praktikables Lebenskonzept für den Menschen sein. Es konfrontiert Ihn (den Menschen) mit den Wahrheiten des Lebens und lehrt den Umgang mit dieser. Die Religion gibt Verhaltensregeln und Normen vor, die den Menschen seiner wahren Natur näher bringen. Erkennt der Mensch seine wahre Natur ist er frei von Verwirrungen.

Mit Glauben hat Religion im Grunde nichts zu tun, es ist eine Form der Überzeugung.
Hallo niceday,

Ich finde das hast Du sehr schön geschrieben!

Wenn es doch in Wirklichkeit so wäre und die (Alle) Menschen sich darauf besinnen würden, würde es keine Glaubenskriege und auch andere Kriege nicht mehr geben.

Und jeder Mensch würde den Anderen akzeptieren (egal was dieser glaubt und denkt).
Es gibt Menschen (wie Dich) die das machen, aber leider gibt es auch Andere!
Aber vielleicht irgend wann in der Zukunft gibt es das, wäre schön!

Liebe Grüße
Hayagriva
http://www.i s l a m p r e s s.de/2008/10/31/wann-und-wie-das-juedische-volk-erfunden-wurde

Gespräch mit dem Historiker Shlomo Sand – Israelischer Bestseller bricht nationales Tabu

Zitat:
Die Idee eines jüdischen Volkes ist erfunden, sagt der Historiker Shlomo Sand.

Dr. Sand behauptete, dass die Idee einer jüdischen Nation – die dringend einen sicheren Hafen benötigte, ursprünglich dazu verwendet wurde, um die Gründung des Staates Israel zu rechtfertigen – ein Mythos ist, der erst seit gut 100 Jahren besteht.


Woher kommt das jüdische Volk und woher die Religion ?

http://www.v a t i c a n.v a/a r c h i v e/h i s t_c o u n c il s/ii_vatican_council/d o c u m e n t s/vat-ii_decl_19651028_nostra-aetate_ge.html

Haben alle Religionen denselben Ursprung ?

Warum bekämpfen sich die Vertreter der Religionen dann so sehr und warum wurde speziell das jüdische Volk so massakriert ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stina_%28Region%29

Zitat:
Für das Judentum, den Islam und das Christentum besitzt die Region eine besondere geschichtliche und religiöse Bedeutung.

Die These der Amphiktyonie von Martin Noth


Eine der wichtigsten Thesen zum vorstaatlichen Israel ist diejenige der „Amphiktyonie“ von Martin Noth. Er geht in seinem Buch „Das System der zwölf Stämme Israels“ von dem in der Bibel vielfach erwähnten Umstand aus, dass das vorstaatliche Israel als eine aus zwölf Stämmen zusammengesetzte Einheit gesehen wird. Letztlich wird dies darauf zurückgeführt, dass der Erzvater Jakob (Israel) zwölf Söhne gehabt habe, von denen zehn als Stammväter der zwölf Stämme Israel gelten – die Stammväter der zwei letzten Stämme sind aufgrund der Landlosigkeit des Stammes Levi Kindeskinder Jakobs (Gen. 46, 1–26; 49,1–27 und Num 26,5–51). Dieses in der Bibel bezeugte Phänomen ist von Noth mit der Erscheinung der Amphiktyonie in der griechischen Welt verglichen worden. Analogien sieht Noth in der Zahl zwölf bzw. sechs. Außerdem nimmt die Stellung eines Zentralheiligtums eine große Bedeutung für ihn ein. Dieses Heiligtum sieht er in der Bundeslade. Ferner weist er auf die Liste in Ri 10,1–5, die einen bestimmten Turnus intendiere. Schließlich sieht er im Bericht vom sog. Landtag zu Sichem das entscheidende Ereignis in der Geschichte der altisraelischen Amphiktyonie. Dazu gehört auch die Erweiterung von sechs auf zwölf Stämme mit Übernahme des JHWH-Glaubens.


http://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lf_St%C3%A4mme_Israels
Zitat:
Die Zwölf Stämme Israels bilden nach dem Tanach, der hebräischen Bibel, zusammen das von JHWH erwählte Volk Israel, die Israeliten. Sie repräsentieren eine mythische vorstaatliche Frühzeit in der Geschichte Israels (etwa 1200–1000 v. Chr.).


Wir haben alle eine Vergangenheit - auf der historischen Ebene wie auf der geistig-seelischen Ebene - insofern sollte man sich manchmal doch fragen: woher komme ich eigentlich - wo liegt der Ursprung meiner Familie - woher sind meine Gene - und wer war der Erste in meiner Familie - wie lange liegt das zurück - vielleicht finden wir dann plötzlich, daß unsere Vorfahren vor langer Zeit aus einem ganz anderen Volk stammen. Alles ist möglich.

Denke ich mir mal so.

Zitat:
Der Stämmebund tritt dort seit dem 2. Buch Mose als Volk „Israel“ unter einheitlicher Führung auf. Zu diesem Volk wurde er jedoch erst im Lauf des Ansiedlungsprozesses im Kulturland Kanaan, in das Stämme von Halbnomaden unterschiedlicher Herkunft seit etwa 1500 bis 1000 v. Chr. in der Spätbronzezeit einsickerten.[1] Eine erste außerbiblische Bestätigung dafür gibt die "I s r a e ls t e l e" des Pharaos Merenptah (um 1210 v. Chr.).


Und was war lange vorher ?

Zitat:
Die zusammenwachsenden Stämme entwickelten durch gemeinsame Sprache, benachbarte Siedlungsgebiete, vor allem durch den an bestimmten Kultorten geübten Glauben an JHWH ein Bewusstsein ihrer Zusammengehörigkeit. Die biblische Geschichtsschreibung hat ihre Einzelüberlieferungen – besonders die Geschichten von Abraham bis zu Josef – so miteinander verknüpft, dass das Werden dieses Volkes von Beginn an als Gottes zielgerichtetes Wirken in der Geschichte dargestellt wird. Die Stämme führten sich auf gemeinsame Erzväter zurück, deren Überlieferungen in eine Generationenfolge gebracht wurden.[2] Der dritte dieser Stammväter, Jakob, habe von Gott den Ehrennamen „Israel“ erhalten.


Was wir so alles nicht wissen.

google: das jüdische und das arabische volk gemeinsamer ursprung
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Religion: darin stecken zwei Worte:
re - wieder und ligion - ligam - Bindung/Band

Also Wiederbindung/Rückbindung von etwas zuvor gelösten.

Eine zuvor gelöste Verbindung bzw Beziehung soll wieder erneuert werden.


Genau darin liegt aber schon ein gewaltiges Problem:
Wenn dieses Band einmal gelöst werden konnte, dann kann dies immer wieder geschehen im LAufe der unendlichen Zeit. Das bedeutet, dass jede neue "Rückanbindung" zwangsläufig nicht den Stempel "Ewig" garantieren kann.

Eine Vertreibung aus dem PAradies kann sich wiederholen, sonst wäre schon das erste Mal unmöglich gewesen. Und das führt zwangsläufig zu einer Ohnmacht gegenüber einer Allmacht.

Dieses Problem gilt es für die monotheistischen Religionen zu überwinden , wenn man eine dauerhafte unangreifbare Zuflucht zu erlangen sucht.
lumin hat folgendes geschrieben:

Wenn dieses Band einmal gelöst werden konnte, dann kann dies immer wieder geschehen im LAufe der unendlichen Zeit. Das bedeutet, dass jede neue "Rückanbindung" zwangsläufig nicht den Stempel "Ewig" garantieren kann.

Wer erwartet denn daß auf dieser Welt etwas "ewig" wäre?
lumin hat folgendes geschrieben:

Eine Vertreibung aus dem PAradies kann sich wiederholen, sonst wäre schon das erste Mal unmöglich gewesen. Und das führt zwangsläufig zu einer Ohnmacht gegenüber einer Allmacht.

Und die Vergebung Gottes wiederholt sich auch. Wo einer in die Irre gehen kann, kann er auch zurückkehren.
lumin hat folgendes geschrieben:

Dieses Problem gilt es für die monotheistischen Religionen zu überwinden , wenn man eine dauerhafte unangreifbare Zuflucht zu erlangen sucht.

Das ist ein Kopfproblem, kein reales...
"dauerhaft unangreifbare Zuflucht"...hmmm...irgendwie weiß ich gar nicht was das sein soll, oder besser: wozu das gut sein soll.

Wir sind hier zum lernen, nicht zum flüchten...
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
dtrainer hat folgendes geschrieben:

Wer erwartet denn daß auf dieser Welt etwas "ewig" wäre?

Das ist ein Kopfproblem, kein reales...
"dauerhaft unangreifbare Zuflucht"...hmmm...irgendwie weiß ich gar nicht was das sein soll, oder besser: wozu das gut sein soll.

Wir sind hier zum lernen, nicht zum flüchten...


och da gäbe es so ein paar Milliarden Menschen, die Nicht-Monotheistisch ausgerichtet sind. Einigen davon dürfte ein dauerhaftes Ziel nicht nur bekannt sein sondern sogar auch erstrebenswert.

Zuflucht , zumeist verwendet als Ort/Zustand/Möglichkeit des Sicherfühlens/Geborgenfühlens/zuhauseseins - dieses als blosses Flüchten zu degradieren ist selbst für Gottgläubige nicht angemessen.
Wie oft liest man selbst vom Himmel als Zuflucht, oder vom Gottesreich als Zuflucht, von Gottes Händen als Zuflucht.
Was wertest du also Begrifflichkeiten deiner eigenen Wurzeln ab?

Lernen, ja sicher, lernen zu lieben ohne zu erwarten, lernen sich im gegenüber selber zu erkennen. Dieses Ziel dürfte uns sicher gemein sein.
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Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit!
lumin hat folgendes geschrieben:
dtrainer hat folgendes geschrieben:

Wer erwartet denn daß auf dieser Welt etwas "ewig" wäre?

Das ist ein Kopfproblem, kein reales...
"dauerhaft unangreifbare Zuflucht"...hmmm...irgendwie weiß ich gar nicht was das sein soll, oder besser: wozu das gut sein soll.

Wir sind hier zum lernen, nicht zum flüchten...


och da gäbe es so ein paar Milliarden Menschen, die Nicht-Monotheistisch ausgerichtet sind. Einigen davon dürfte ein dauerhaftes Ziel nicht nur bekannt sein sondern sogar auch erstrebenswert.

Ob man nun statisch oder dynamisch denkt...diene Unterscheidung in monotheistisch/ nicht-monotheistisch in allen Ehren, aber ich mag das nicht gegen einander setzen. Werden und Vergehen sind feste Regeln auf diesem Planeten - wer will, kann sich etwas anderes denken.
lumin hat folgendes geschrieben:

Zuflucht , zumeist verwendet als Ort/Zustand/Möglichkeit des Sicherfühlens/Geborgenfühlens/zuhauseseins - dieses als blosses Flüchten zu degradieren ist selbst für Gottgläubige nicht angemessen.
Wie oft liest man selbst vom Himmel als Zuflucht, oder vom Gottesreich als Zuflucht, von Gottes Händen als Zuflucht.
Was wertest du also Begrifflichkeiten deiner eigenen Wurzeln ab?

Und wenn ich nicht der Meinung bis daß solches Denken zu meinen Wurzeln gehört? Was, wenn ich meine, daß dies nicht Glauben ausdrückt, sondern Opportunismus? "Glaube an Gott, klar, hat Vorteile..."?
lumin hat folgendes geschrieben:

Lernen, ja sicher, lernen zu lieben ohne zu erwarten, lernen sich im gegenüber selber zu erkennen. Dieses Ziel dürfte uns sicher gemein sein.

Lernen, sich nicht vom Weg abbringen zu lassen...
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Was ist Religion? Eine Gebrauchsanweissung für ein gutes Leben?