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Kontakte mit Gott: Bibel lesen
+ Gott hat uns seinen Willen durch die Bibel offenbart. Besonders durch das Lesen der Bibel erfahren wir immer wieder Antworten von Gott, bzw. werden von Gott angesprochen. Es ist also in gewisser Weise das ergänzende Stück zum Gebet. Natürlich erfordert das Angesprochen werden durch die Hl. Schrift wieder eine Antwort von uns durch das Gebet und die praktische Verwirklichung, es soll ja nicht alles bei der Theorie stehen bleiben.
- Aber die Bibel ist doch sehr schwer zu verstehen und enthält doch auch keine praktischen Anweisungen, wie man sich verhalten soll.
+ Gott ist so groß und für uns so unbegreiflich, dass es sehr verwunderlich wäre, wenn sich dies alles so ganz einfach niederschreiben ließe, so dass man es ganz einfach verstehen könnte. Aber wenn es uns gelänge, die Bibel weniger mit Verstand, sondern auch mit dem Herzen zu lesen, in aller Schlichtheit, wie kleine Kinder, dann fiele uns das Verstehen viel leichter. Unser Verstand ist beim Lesen oftmals wirklich überfordert. Ein altes Mütterchen, das täglich seine Bibel las, wurde einmal darauf angesprochen, dass sie das alles gar nicht verstehen könne. Darauf meinte sie: „Das macht nichts, dann beginne ich halt wieder von vorn!“ Diese Antwort enthält sicherlich das kindliche Gemüt, auf das wir immer wieder als Voraussetzung für das Annehmen können des Wortes verwiesen werden. Das ständige Lesen guter Lektüre, selbst wenn man sie nicht immer versteht, beeinflusst den Menschen im tiefsten Inneren; so auch die schlechte Lektüre – eine Gefahr, die wir zu meist nicht wahrhaben wollen, weil wir die Wirkung nicht unmittelbar wahrnehmen. Übrigens lassen sich besonders im Neuen Testament viele praktische Hinweise für das tägliche Leben finden; die Menschen damals hatten genau so ihre Probleme und Fragen, wie wir heute. Auch das Alte Testament hat viele Bücher, die sich nur mit Problemen und Fragen des Menschen beschäftigen und heute noch genauso aktuell sind wie damals.
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Es gilt auch hier: aller Anfang ist schwer, aber der Versuch rentiert sich sicherlich. Aber es gehört auch hier eine große Beharrlichkeit dazu. Die Gefahr zu schnell aufzugeben, wenn wir nicht sofort von allem begeistert sind erliegen wir leider nur zu leicht.
- Widerspricht sich die Bibel nicht des Öfteren, wenn man sie aufmerksam durchliest und lässt das nicht an der Richtigkeit der Überlieferung zweifeln?
+ Wenn Du mit ein paar Freunden eine Urlaubsreise machst und jeder hinterher einen Reisebericht schreibt, wird jeder Bericht sicherlich ganz anders aussehen, auch wenn die, die ihren Bericht erst später verfasst haben, die der Anderen gelesen haben. Und es wäre erstaunlich, wenn sich die Berichte in Einzelheiten nicht widersprechen würden – man müsste eine Absprache vermuten. Genau so ist es mit den Verfassern der Bibel, sie hatten einfach manches anders in Erinnerung, was nach den vielen Jahren vom Geschehen bis zur Niederschrift nicht verwunderlich ist. In den wichtigen Dingen, die den Glauben betreffen, wird man keine Unterscheide finden, höchstens eine andere Betonung einzelner Punkte, wie auch bei der Urlaubsreise der eine das und der andere jenes für besonders Erwähnenswert hält. Es wurde auch sorgfältig ausgewählt, welche Schriften wirklich zu unserer Bibel gehören. Man darf sicherlich davon ausgehen, dass der Hl. Geist die Kommission, die diese Auswahl getroffen hat die rechte Erkenntnis schenkte.
- Wo soll man denn zum Lesen anfangen in diesen vielen Büchern?
+ Es empfiehlt sich auf jeden Fall einmal im Neuen Testament anzufangen; hier wird uns über das Leben Jesu, seine Anhänger und seiner Gemeinde in der Anfangszeit des Christentums berichtet. Im Neuen Testament beginnt man wohl am Besten mit einem der Evangelien. Mir welchen, darüber sind die Meinungen sehr verschieden, aber es ist wichtig erst einmal über das Leben Jesu Bescheid zu wissen. Danach kann man ja auf Entdeckungsreise im Neuen Testament gehen; das ist sicherlich sehr interessant und man kann sich mit den Texten, die einen ansprechen näher beschäftigen.
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Kontakte mit Gott: Kirche besuchen
- Gibt es noch weitere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit Gott?
+ Ja natürlich. Gute Freunde besuchen sich immer wieder, manchmal förmlich, in Form einer offiziellen Einladung und manchmal einfach so im Vorbeikommen. So sollen auch wir unseren Herrn in seinem Haus, der Kirche besuchen. Wenn wir gerade mal an einer Kirche vorbeikommen einfach mal kurz Halt machen zu einem kurzen Gespräch. Und wenn wir ganz offiziell eingeladen sind beim Gottesdienst – dann sollten wir dieser Aufforderung, vielleicht sogar nicht nur am Sonntag, auch freudig folgen.
- Aber man kann doch überall beten, warum soll ich dazu in die Kirche gehen?
+ Ich kann mich auch überall mit meinem Freund unterhalten, auch im hektischen Getriebe auf dem Marktplatz, wozu soll ich ihn dann noch zu Hause besuchen?
- Aber wöchentliche oder sogar tägliche offizielle Einladung, das entspricht doch wohl nicht dem normalen Leben?
+ Viele Vereine und Vereinigungen treffen sich einmal oder öfters in der Woche, um das zu tun, was ihnen besonders am Herzen liegt und auch weil ihnen die Gemeinschaft miteinander besonders wichtig ist. Aber es geht ja bei der Messe um mehr, als nur um die Gemeinschaft, so wichtig diese auch ist; und damit wären wir schon beim nächsten Punkt:
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Kontakte mit Gott: Sakramente TAUFE
+ Eine sehr enge Verbindung mit Gott können wir durch den Empfang der Sakramente erlangen.
- Ich glaube es gibt 7; welche sind das?
+ Die Taufe, die Beichte, die Kommunion, die Firmung, die Ehe, die Weihen – Diakon, Priester, Bischof und die Krankensalbung.
- Wie kann man denn Kinder taufen, von denen man noch gar nicht weiß, ob sie einmal Christen werden wollen? Und von Kindertaufe steht doch überhaupt nichts in der Bibel.
+ Wie kann man Kinder auf die Welt bringen, von denen man nicht weiß, ob sie überhaupt in unserer Welt leben wollen? Solange das Kind unmündig ist werden die Eltern immer die Entscheidungen treffen müssen. Sie engen die freie Entscheidung des Kindes ja schon durch die Erziehung ein, das lässt sich nicht vermeiden. Würden sie es aber nicht im Glauben erziehen, dann würden sie die Entscheidung ihres Kindes noch mehr einschränken, da sie ihm den Zugriff, auf den einfachsten Weg zum Kostbarsten was es gibt zu gelangen, entziehen würden. Und mit der Taufe wollen sie zu dieser schweren Aufgabe auch die Gemeinde um Hilfe bitten und sich und ihr Kind besonders unter Gottes Schutz und Hilfe stellen. Was soll daran falsch sein, wenn man um ein hohes Ziel zu erreichen alle verfügbaren Hilfen in Anspruch nimmt. Als wahre Christen müssen die Eltern ja davon überzeugt sein, dass sie das Beste für ihr Kind tun und es müsste ihnen eigentlich unmöglich sein ihrem Kind nicht alle Hilfen auf diesem Weg zukommen zu lassen. Wenn es sich trotz allem später dagegen entscheidet hat es ja durch die Taufe keinen Nachteil, aber man hatte ihm den rechten Weg eröffnet, auf den es später vielleicht wieder einmal zurückfinden kann.
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| Besonders die Apostelgeschichte, in der sehr oft von der Taufe die Rede ist, ist in gewisser Weise ein Erfolgsbericht dessen, was die Apostel und besonders der Hl. Paulus gewirkt haben. In diesem Zusammenhang eine Kindertaufe zu erwähnen wäre sinnlos. Außerdem waren Kinder sowieso nicht erwähnenswert, wie wir an den verschiedenen Brotvermehrungsgeschichten sehen können. Es heißt da immer: Es wurden so und so viele Männer gespeist, Frauen und Kinder nicht mitgezählt. Deshalb waren auch nur Männer bei der Taufe erwähnenswert. Aber des Öfteren können wir lesen: Er ließ sich und sein ganzes Haus taufen. Von Kindern ausgenommen steht da nichts. Auch der Evangelist Matthäus schreibt zum krönenden Abschluss seines Evangeliums: ... macht alle Völker zu Jüngern indem ihr sie tauft ... und sie lehrt ... . Wieder ist bei den Völkern niemand ausgenommen und vor allem ist die Reihenfolge zu beachten. Es heißt nicht: Lehrt und tauft, sondern tauft und lehrt. Was auch vernünftig ist, da es sich in einer Gemeinschaft und mit Gottes Hilfe, eben mit der besonderen sakramentalen Hilfe, viel leichter belehren lässt. Und da wir ständig auf der Suche nach Gott sind und IHM nur stückweise näher kommen können, aber mit unserer Suche auf Erden nie fertig werden, wann wäre da der richtige Zeitpunkt für die Taufe? Eine Belehrung nach der Taufe wird immer wieder nötig sein. Also ist zur Taufe nur die Bereitschaft nötig Gott, für die christliche Taufe natürlich unseren christlichen Gott, suchen zu wollen. Diese Bereitschaft ist aber erst mal in allen Menschen vorhanden, da sie von Gott sind und zu ihm zurückkehren wollen, sie wird nur oft durch die Macht des Bösen verschüttet. Das Kind hat somit die Voraussetzung für die Taufe und sie entspricht auch seinem Wollen, das es nur noch nicht äußern kann.
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