Meditation- waas genau ist das denn?



Was ist für euch Meditation?
Nachdenken
20%
 20%  [ 2 ]
sich konzentrieren
30%
 30%  [ 3 ]
sich Gott zuwenden
30%
 30%  [ 3 ]
etwas anderes
20%
 20%  [ 2 ]
Stimmen insgesamt : 10

Hallo!

1-- Was ist für euch Meditation?
2-- Wie meditiert ihr?
3-- Und wann meditiert ihr?
4-- Was bringt es euch?
Zitat:
1-- Was ist für euch Meditation?

Hm - sich der Quelle zuwenden, ohne sie zu benennen
In einer jüdischen Quelle - ich glaube im Buch Zohar, heißt es 'Meditation ist die demütige Annäherung an das unnennbare Absolute'.

Vor vielen Jahren hat mich ein (sehr katholischer) Neffe einmal gefragt, was das denn eigentlich sei - 'Meditieren'? Ich antwortete ihm, er wisse doch, man könne laut beten - mit gesprochenen Worten - oder still - nur in Gedanken. Meditation sei eine dritte, noch stillere Art zu beten - bei der man auch das Denken noch lasse. Er sah mich mit großen Augen an und sagte: "Puuh - das muss aber sehr schwierig sein..." - womit er nicht unrecht hatte. Es ist etwas, das den meisten Menschen nicht von Natur aus gegeben ist, das sie erst lernen müssen.
'Nachdenken' war die ursprüngliche Bedeutung des Wortes im Lateinischen; das ist heute nur mehr selten gemeint damit.
'Sich konzentrieren' - hm - mein erster Lehrer sagte, es sei eher ein dezentrieren als ein konzentrieren...
'Sich Gott zuwenden' - ja und nein; irgendwie stimmt es, andererseits - sobald ich Anstalten mache, mich irgendetwas zuzuwenden, sind schon wieder Vorstellungen im Spiel - von einer Bewegung, von einem Objekt, von einem Ich...

Zitat:
2-- Wie meditiert ihr?
3-- Und wann meditiert ihr?

Wenn ich 'rituell' meditiere (und das mache ich - heute - nicht mehr so regelmäßig wie früher), dann setze ich mich am frühen Morgen, bevor die Sonne aufgeht, auf mein Plätzchen und 'schalte ab' - 'shikantaza' sagen die Japaner, 'Ausschließliches Betreiben der Tätigkeit Sitzen'. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit zu meditieren - ich kenne eine chinesische Zen-Lehrerin, die sagt sie sei in ihrem ganzen Leben noch nie auf diese Weise 'gesessen', sie mache ihre Meditation beim Kochen und Putzen - und ich habe einige lange Retreats mitgemacht, bei denen wenig gesessen, aber viel, und durchaus meditativ, auf Berge gestiegen wurde...

Zitat:
4-- Was bringt es euch?

Schon der Gedanke dass da 'etwas' ist, das 'mir' etwas 'bringt', ist ziemlich kontraproduktiv dabei... Klingt vielleicht nicht sehr einladend, ist aber eine oft genug gemachte Erfahrung.
den geist frei machen eins sein mit der energie des universums die augen schliessen in sich hineinspüren den atem spüren zeit und raum auflösen nur zu sein nichts zu wollen nichts zu denken nur sein
Mein Freund war Buddist, und der jetztigen Situation angesehen wünschte ich mir ich hätte mir das Zeug gemerkt, dass er mir damals immer vor gepredigt hat.
Hallo Krabby,

das was Dir Dein Freund immer gepredigt hat, kannst Du auch selbst hören und
lesen, bei jedem buddhistischen Lehrer und in jedem buddhistischen Buch - aber
dort heißt es auch immer wieder, dass jede Predigt und jede Lehre ihr Ende hat -
und dass das auch richtig ist so...
Hallo Wu,

Ja das ist wohl so

Also bis jetzt haben 2, bei der Umfrage, für "Nachdenken" gestimmt... Damit werde ich jetzt nicht wirklich schlauer. Ich denke 24 Stunden am Tag. Meint man mit "Nachdenken" halt wirklich intensiv mit Konzentration und so? Dann täte ich theoretisch die meiste Zeit vom Tag meditieren, da ich ein sehr stummer Mensch bin :\

Dieses Thema bringt mich auf einen neuen Thread den ich gleich aufmachen werde
Hallo Krabby,
Zitat:
Also bis jetzt haben 2, bei der Umfrage, für "Nachdenken" gestimmt... Damit werde ich jetzt nicht wirklich schlauer. Ich denke 24 Stunden am Tag. Meint man mit "Nachdenken" halt wirklich intensiv mit Konzentration und so? Dann täte ich theoretisch die meiste Zeit vom Tag meditieren, da ich ein sehr stummer Mensch

Zu sagen, 'Meditation' ist genau Dieses und alles Andere nicht, ist auf jeden Fall eine Verengung des Begriffs. Ursprünglich bedeutete das lat. Wort meditatio 'Nachdenken, nachsinnen'; später bekam es die Bedeutung 'religiöse Betrachtung', wie die 'meditationes' von Augustinus - das blieb so das ganze Mittelalter hindurch und änderte sich erst grundlegend mit dem Auftauchen der ostasiatischen Meditationsformen im Westen. Diese Methoden hatte es auch früher im Christentum schon gegeben, da hatte man sie aber eher als Kontemplation bezeichnet. Heute verwendet Jeder das Wort in der Bedeutung die er gerade meint - kein Wunder, dass man oft nicht weiß wovon gerade die Rede ist... Du könntest also mit einer gewissen Berechtigung behaupten, Du würdest den ganzen Tag meditieren - aber dann tun Philosophen, Theologen, Wissenschaftler, Künstler, Manager und Gangsterbosse auch nichts Anderes...

Da mir in Baha'i-Quellen das Wort oft im Zusammenhang mit 'Nachdenken' begegnet, vermute ich, dass die Antworten, die Du zitierst, dorther kommen. Orthodoxe Christen verstehen das Wort oft so wie ich auch - als 'Abschalten und Öffnen' - aber vor einem anderen Horizont: sie fürchten, mit diesem Offenhalten sich gerade nicht Gott zu öffnen, sondern irgendwelche üblen Geister einzuladen, sich in ihnen einzunisten. Woher diese Angst kommt bei Menschen, die an einen liebenden, allgütigen und allmächtigen Gott glauben, ist mir nicht ganz begreiflich
Kontemplation, sich der eigenen Ganzheit bewusst sein , beim Geschirrspuelen ,beim Buegeln ,die Natur betrachten , das innere Gebet,Singen,oder vielmehr zum eigenen Gesang werden,Im Hier und Jetzt einfach So-Sein.