Körper


Ellen Lutringer hat folgendes geschrieben:
...Geh unter die Leute, amuesier dich und geniesse deinen Koerper und seinen Ausdruck und das Leben mit aller Freude.Denn dein Leben ist ein Geschenk .Also freu dich ueber alles was dir gefaellt und was es dir angenehm macht.So und was das Gedankenkarusell angeht empfehle ich dir es jetzt fuer eine laengere Zeit auf die Seite zu legen, genauso wie du die Schulbuecher in die Ecke stellst, in den Ferien. ... Ich wuensch dir einen schoenen und erlebnisreichen Tag
ohne schwere und tiefsinniges Denken
...


Danke Ellen !


@ der_ding:

Lieber der_ding,

das, was Ellen oben so klar anspricht, geht mir auch schon den ganzen Tag durch den Kopf. Man merkt beim Lesen Deiner Postings, dass Du mit enormem mentalem Einsatz dabei bist, an Deinen Fragen zu arbeiten. Auf der einen Seite höchst bewundernswert, auf der anderen Seite auch ein klares Warnsignal. Die Fragen, die Du stellst, sind groß und nicht im Handumdrehen zu beantworten, weil Dein Herz für die Entwicklung seines Verständnisses ein anderes Tempo hat als Dein Verstand. Das braucht viel mehr Weile, Ruhe, Muße, konkrete Lebenserfahrung u.v.a.m. Und Du kommst nur dann zu der gewünschten und dringend notwendigen Ruhe, wenn Du Deinem Herzen den nötigen Raum gibst, um mit der Entwicklung Deines Verstandes Schritt zu halten.

Deshalb möchte ich den Rat von Ellen nachdrücklich unterstützen. Halte das Gedankenkarusell mit aller Macht an. Du bist nicht auf einem 50 m Sprint, sondern auf einer sehr, sehr langen Wanderung, die Dich mit ihren Höhen und Tiefen auch in vielen Jahren noch überraschen wird. Deshalb ist es jetzt, wo die Dir gestellte Aufgabe sich hinreichend klar abzeichnet, Dein wichtigster nächster Schritt zu lernen, wie Du Deine Kräfte vernünftig einteilst, damit Du den ganzen Weg schaffst. Das bedeutet, dass Du ein sicheres Gefühl dafür entwickeln mußt, wann die nächste mentale Pause dran ist, wann also Dein Geist Zeit hat, sich zu regenerieren und wann die ihm innewohnenden Selbstordnungskräfte ungestört in Deinen Gedanken und Gefühlen wieder aufräumen können.

Letzteres setzt einfach nur Muße voraus. Du bist ein engagierter Kopfarbeiter und wirst das voraussichtlich Dein ganzes Leben lang bleiben. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass Du jetzt lernst, die Phasen intensiver gedanklicher Arbeit geschickt mit solchen zu kombinieren, in denen die aufgenommenen Eindrücke verarbeitet werden können. Das ist keine leichte Aufgabe, weil wir in einer Zeit leben, in der die totale Reizüberflutung zum alltäglichen Übel geworden ist, dass kaum noch jemand bewußt wahrnimmt. Wenn Du Dich allerdings ein bißchen umschaust, wirst Du feststellen, dass die großen Geister diese Kunst beherrschten.

Ich selbst habe mir inzwischen angewöhnt, darauf zu achten, dass ich jeden Tag ein gewisses Maß an körperlicher Tätigkeit habe, durch die ich einerseits meinen Körper bewege und andererseits meinen Geist entspanne. Das können ganz einfache Tätigkeiten sein, z.B. im Haushalt staubsaugen, Geschirr abspülen etc., also Tätigkeiten, bei denen ich bequem meinen Gedanken nachhängen kann. Die körperliche Bewegung spielt nach meiner Beobachtung auch insofern eine wichtige Rolle, weil die Körperwahrnehmung dabei wieder die Verbindung zur Gedankenwelt aufbaut. Ich habe immer so ein Gefühl, als ob meine Gedanken dadurch wieder "erdenfest" werden. Das bringt Ruhe, Gelassenheit und eine gewisse Nüchternheit in die manchmal "ins Kraut geschossenen" Gedanken. Auch körperliches Training und Bewegung in der freien Natur sind hierfür sehr hilfreich.

Du wirst übrigens dabei feststellen können, dass man wunderbar über das zuvor durch Lesen oder Zuhören aufgenommene Wissen nachdenken kann, wenn der Körper in einer ruhigen, gleichförmigen, vertrauten Bewegung ist. Ich habe während meines Studiums beim Joggen stundenlang hochkomplexe Softwarealgorithmen entwickelt und empfand es gleichzeitig als angenehm und entspannend. Hätte ich dieselbe Zeit weiter vor dem Computer verbracht, wäre ich sicher längst nicht so produktiv gewesen.

Also laß die aktive Arbeit an Deinen Fragen mal für ein paar Tage ruhen und unternimm Dinge, bei denen Du ganz natürlich in einen Zustand kommst, in dem Deine Gedanken ruhig und gleichmäßig fließen. Dann beginne wieder, in kleinen Portionen Gedanken zu Deinen Fragen aufzunehmen. Du wirst sehen, dass Dein Verstand in den Zeiten, in denen Du nicht aktiv geistig arbeitest, z.B. im Internet surfst oder liest, sehr wohl sehr intensiv arbeitet und dabei hochinteressante Ergebnisse erzielt, die Du auf keinen Fall verpassen solltest, weil sie die Essenz Deiner geistigen Arbeit beinhalten.

Liebe Grüße und einen guten Flow wünsche ich Dir,

Herzlich
Geist, Seele und Leib
Die WDG-Lehren stellen ein zusammenhängendes System dar. Der Mensch wird als "Geist" definiert, der "eine Seele hat, welche in seinem Leib wohnt". Es gibt eine scharfe Unterscheidung zwischen Leib und Seele einerseits und dem Geist des Menschen andererseits. Nur Geist ist es, der die Identität des Menschen trägt.

Die Bibel dagegen beschreibt den Menschen zwar auf mehrere unterschiedliche Weisen, es gibt aber einen gemeinsamen Grundzug in den unterschiedlichen Beschreibungen: Das jüdisch-christliche Menschenbild enthält nämlich gerade nicht die wertbeladene Trennung, die man in der WDG-Lehre findet. Im Gegenteil: Der christliche Schöpfungsglaube betont, daß der Mensch vor allem eine Ganzheit ist, die aus unterschiedlichen Gesichtswinkeln betrachtet werden kann: Körper, Seele, Geist, Sinn, Gedanke, Herz, u.s.w. Der Körper ist in christlicher Sicht also gerade nicht der Seele untergeordnet.
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http://www.geistigenahrung.org/posting.php?mode=reply&t=5195

(Eine Seite , mit ziemlich guten Texten , welche mir auch recht gut geholfen haben)
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Ich möchte aber nochmal etwas persönliches zu diesem Thema sagen (es ist zwar schon ziemlich angestaubt , aber dennoch):

Ich bin der Meinung , dass das dualistische Denken zwischen Leib und Seele krank macht (mich jedenfalls). Ich bin innerlich fast verreckt an diesem Gedanken. Und niemand ist da , dem man sich wirklich öffnen konnte. Entweder weil sie selbst Angst vor solch einem Thema haben , sich einen Dreck darum geschert haben , mit anderen Problemen beschäftigt waren (kann ich auch verstehen). Doch ich hab mich in das Problem so hineingesteigert , bis meine Stirn gebrannt hat , von dem ganzen Denken. Bis ich Hautkrankheiten bekommen habe.
Ich schließe mich dem Tao an: Der Westen liegt falsch , weil er den Körper als einzige Wahrheit ansieht , weil er die materielle Welt als einziges Wirkliches sieht. Doch auch der Osten liegt falsch , welcher den Körper verneint , welcher der materiellen Welt entsagt und sich dem Inneren zuwendet , der scheinbar einzigen Wahrheit.

Selbst viele 'westliche Menschen' haben der materiellen Welt entsagt und scheinbar die 'Unwissenden' (aus dem Westen) für dumm gehalten. Es wäre ja so dumm, sich für den Körper zu halten. Ich erinnere mich an einen Typen , welcher einen 'Erwachten' interviewt hatte und sagte:"Viele Menschen identifizieren sich ja immernoch mit dem Körper."
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Mir hat diese 'indische Lehre' von der Nicht-Existenz der Welt Angst bereitet. Die ganze indische Lehre hat mir Angst gemacht , da es einfach nicht meine Welt ist. Doch jetzt hat man von dem Zeug gehört und kann es nichtmehr vergessen. Ich habe ein Buch von Hermann Hesse gelesen namens Siddharta , auch vor diesem Buch hatte ich mich gefüchtet. Ich hatte Angst vor den Aussagen , die darin vorkommen könnten.

Deswegen kann ich mich nur dem Tao oder der jüdisch-christlichen Religion anschließen und sagen , dass der Mensch als Ganzheit verstanden wird. Ich weiss es nicht , doch um mich zu beruhigen kann ich mich dem nur anschließen.

Übrigens find ich die Weisheit , dass es kein 'Ich' und kein 'Du' gibt auch krank machend ...
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Denkt selber nach!
der_ding hat folgendes geschrieben:
... Der Westen liegt falsch , weil er den Körper als einzige Wahrheit ansieht , weil er die materielle Welt als einziges Wirkliches sieht. Doch auch der Osten liegt falsch , welcher den Körper verneint , welcher der materiellen Welt entsagt und sich dem Inneren zuwendet , der scheinbar einzigen Wahrheit.
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Das klingt vernünftig. Solange wir in dieser Welt leben, müssen wir sowohl mit den materiellen wie auch mit den geistigen Dingen umgehen, um unseren Alltag zu bewältigen. Es kommt eben auf das richtige Maß an und das ist sicher ein anderes, als uns die heute übliche Lebensweise suggeriert.

Liebe Grüße,

Herzlich