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| Hast ja Recht, wie so oft. Das mit dem unversehrten Hymen ist in vielen Patriarchaten traditionell ein wunder Punkt. |
Nun, wenn Frauen als Besitz gesehen werden, dann will man diesen auch 'erhalten'...
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| Nun fiel mir vor kurzem ein gewisser evangelischer Theologieprofessor (Paul Schwarzenau) in die Hände, der eine große Liebe zum Koran entwickelt hat und feststellt, dass es sich hier wohl tatsächlich um eine eigenständige Entwicklung des Judenchristentums handelt, die vom paulinischen Christentum in Gestalt des römischen Reichschristentums erst einmal plattgewalzt worden war. Schon in den Uranfängen, also im NT kann man die Feindseligkeit zwischen beiden Richtungen wahrnehmen. Vielleicht schwelt hier ein unterirdischer Brand, der ein wenig begründen könnte, weshalb diese beiden Richtungen einander nur mit äußerster Vorsicht wiederbegegnen können. |
Nun, sicher gab es Streitigkeiten zwischen den Judenchristen und den Heidenchristen. Aber hier sollte immer bedacht werden, das die Konflikte zwischen diesen eben auf Konzilen gelöst wurden. Im Gegensatz zu anderen Konflikten im Christentum, welche mit Gewalt gelöst wurden (z.B. Katholiken vs. Arianer).
Die These der eigenen Entwicklung aus einem orientalischen Christentum wird auch von Klaus Berger, einem recht bekannten und modernen katholischem Theologen, vertreten. Welcher Mohammed in gewisser Weise als einen nachchristlichen Propheten sieht, ähnlich wie Johannes dem Offenbarer, und die sich vom Katholizismus unterschiedenen Aussagen über Jesus auf ketzerische Lehren des orientalischen Christentums, zurückführt. Das Problem bei dieser christlichen Theologie ist, dass Muslime Mohammed nicht als einen Propheten im Schatten von Jesus Christus sehen, sondern als gleichrangigen Gesandten und Propheten, welcher zwar keine Wunder gewirkt hat, aber dafür den wunderhaften Qur'án brachte.
Diese Theorie ist also nur aus christlicher Sicht haltbar, aber kaum wenn man das Selbstverständnis des Islams betrachtet.
Liebe Grüße, Tobias
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@Tobias
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| Nun, wenn Frauen als Besitz gesehen werden, dann will man diesen auch 'erhalten'... |
Wie wahr! Und dieses Verhalten ist nun mal unbestreitbar auch heute noch in christlichen Kreisen genauso auffindbar!
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| Diese Theorie ist also nur aus christlicher Sicht haltbar, aber kaum wenn man das Selbstverständnis des Islams betrachtet. |
Auch da stimme ich Dir zu, uneingeschränkt - na, da sind wir sogar mal einer Meinung!
Gruß
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| Keuschheit - ob körperlich oder geistig - war in den traditionellen Religionen ohnehin der Beginn zur Haltungseinstellung einer beginnenden Körperfeindlichkeit. Aus dieser Startposition begann auch der Zölibat - was die Psyche angeht, von anderen Aspekten hier mit Absicht nichts geschrieben! |
Was hat Keuschheit generell mit Körperfeindlichkeit zu tun? Übertriebene Keuschheit vielleicht, aber nicht Keuschheit selbst.
Das ist wie mit maßvoller Ernährung, da ist kein Problem dabei. Nur wenn man dann beschließt nichts mehr zu essen, dann wird es problematisch.
Das Zölibat für christliche Priester (nicht für Mönche!) basiert, soweit ich weiß, auf politischen Entwicklungen und wurde von Benedikt VIII. und Heinrich II. (dem damaligen Kaiser!) im Jahr 1022 beschlossen. Theologische Begründung war die kultische Reinheit von Priestern, die weltliche Begründung war, dass kirchliche Lehen nicht mehr in einer Dynastie vererbt werden können. Letzteres Argument war wohl wesentlich tragender.
Liebe Grüße, Tobias
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@Tobias
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| Was hat Keuschheit generell mit Körperfeindlichkeit zu tun? |
Je nach Ausartung (Du schriebst ja bereits von extremen Auslegungen) KANN Keuschheit eben sehr schnell zur Neutralisierung jeglichen Lustgewinns herhalten. Deshalb schrieb ich auch vom Beginn.
Das war der Ursprungsgedanken des Zölibates, was Du beschreibst. Bis heute geht er aber wesentlich weiter. Da fällt jegliche sexuelle Handlung drunter, - auch wieder im Schema der absoluten Lustunterdrückung zum Wohle der "Arbeit".... salopp ausgedrückt. In meiner damaligen Diplomarbeit habe ich diesen Hexenkessel unter dogmatischen Gesichtspunkten abgehandelt, echt faszinierend.... aber ja, gehört hier nicht her.
Gruß
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| Je nach Ausartung (Du schriebst ja bereits von extremen Auslegungen) KANN Keuschheit eben sehr schnell zur Neutralisierung jeglichen Lustgewinns herhalten. Deshalb schrieb ich auch vom Beginn. |
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Ja nun, das ist bei allen Dingen so. Das kann ich auch mit Vegatarismus machen. Wenn ich einfach nur kein (durch Tötung gewonnenes) Fleisch esse, mag das insgesamt besser sein, weil für mich keine Tiere sterben. Wenn ich aber anfange fanatisch zu werden und zum Öko-Terrorist werde und Fleischesser in die Luft sprenge, dann tue ich der Welt nichts mehr gutes...
Das geht halt mit allen Dingen...
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| Das war der Ursprungsgedanken des Zölibates, was Du beschreibst. Bis heute geht er aber wesentlich weiter. Da fällt jegliche sexuelle Handlung drunter, - auch wieder im Schema der absoluten Lustunterdrückung zum Wohle der "Arbeit".... salopp ausgedrückt. In meiner damaligen Diplomarbeit habe ich diesen Hexenkessel unter dogmatischen Gesichtspunkten abgehandelt, echt faszinierend.... aber ja, gehört hier nicht her. |
Naja zwischen der Zügelung und der Unterdrückung eines Triebes ist ja ein Unterschied. Auch noch einmal, wenn ich mich freiwillig in diesen Zustand begebe (Mönch, Nonne) oder ob sich jeder immer daran halten müsste (Wasja in der Theorie in einigen Zeiten des Mittelalters so war, wo sich aber die Frage stellt wie nah dieses Bild überhaupt an der Gesellschaft war, besonders wenn man beachtet das spätestens in Städten Bordelle ein Teil des Stadtbildes waren. Naja, die Beichte hatte schon ihren Zweck. )
Liebe Grüße, Tobias
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