Märtyrertod des Báb (9. Juli)


Asiram hat folgendes geschrieben:
Verstehe, nur sind Leute die neu hier sind, ja da um sich schlau zu machen, man kann ja nicht alles glauben was in Büchern steht.


Könntest du das bitte etwas genauer erklären? Ich kann dir leider nicht ganz folgen.

Asiram hat folgendes geschrieben:
Aber Märtyrer impliziert irgendwie auch das man bewusst seinen Tod für das was man tut in Kauf nimmt.


Märtyrer kommt aus dem Griechischen und heißt "Zeugnis [für den Glauben]". Es geht also tatsächlich darum seinen Glauben zu bekennen, obgleich der Konsequenzen.

Nur mit 'Terrorismus' hat das erst einmal nichts zu tun.
Also ich verstehe warum sich die Frau so empört hat und mich der Lügen bezichtigt, ich habe allerdings nur wiedergegeben was ich in einem Buch gelesen habe.

Ja das haben Märtyrer so an sich, aber zur damaligen Zeit könnte das wie Terrorismus ausgesehen haben, war doch der Koran unantastbar.
Asiram hat folgendes geschrieben:
Also ich verstehe warum sich die Frau so empört hat und mich der Lügen bezichtigt, ich habe allerdings nur wiedergegeben was ich in einem Buch gelesen habe.


Die Geschichte des Babitums ist sozusagen das Vorkapitel zum Baha'itum. Negative Aussagen über das Babitum treffen also auch Baha'i. Viele zentrale Gestalten des Babitums gelten auch den Baha'i heute noch als heilig.

Hinzu kommt eben, dass eine Verdrehung der Geschichte des Babi- und Baha'itums oft Teil einer Angriffs auf den Glauben der Baha'i oder gar auf die Baha'i selbst ist.

Beides sorgt dann eben dafür das man eine entsprechend starke und emotionale Reaktion bekommt. Das es in irgendeinen Buch stehen mag ändert daran wenig. Zumal ich auch stark bezweifle das dies bei Browne so steht wie du es hier wiedergegeben hast, da Browne den Babi sehr positiv gegenüber stand.

Der Post hatte auch etwas provokantes, da er mit Wörtern wie "Terroristen", "endgültigen ghihad", "theokratischen regierten Babi-Staat", "bewaffneten Aufstand", "entfachte", "entbrannte", "Horde missionarischer Männer zum ghiad aufruft" um sich warf.

Asiram hat folgendes geschrieben:
Ja das haben Märtyrer so an sich, aber zur damaligen Zeit könnte das wie Terrorismus ausgesehen haben, war doch der Koran unantastbar.


Der Bab hat die Heiligkeit des Koran nie auch nur im Ansatz bezweifelt. Viele seiner Schriften kommen sogar im Gewand eines Korankommentars (tafsir). Was soll denn bitte 'Terrorismus' gewesen sein? Allein eine andere religiöse Ansicht zu haben kann wohl kaum als 'Terrorismus' gelten.

Der Grund der harschen Reaktion des schiitischen Klerus dürfte wohl eher darin gelegen haben das der Bab einerseits die bereits zuvor vom Usuli-Klerus verhasste Lehre des Scheichismus weiter verbreitet und entwickelt hat und zudem ihre theokratische, patriarchale und feudale Machtbasis untergrub. Seine enorme macht bezog und bezieht der schiitische Klerus nämlich aus der Abwesenheit des Mahdi. Zwar hat auch der Bab den Stand der Religionsgelehrten nicht ganz abgeschafft - viele seiner Anhänger waren selbst welche - gleichwohl aber stark eingeschränkt. Zudem hat er das im Iran des 19. Jahrhundert absolute Patriachat infrage gestellt wie er auch die Modernisierung des Landes forderte.
Zitat:
Zitat Tobias
Hinzu kommt eben, dass eine Verdrehung der Geschichte des Babi- und Baha'itums oft Teil einer Angriffs auf den Glauben der Baha'i oder gar auf die Baha'i selbst ist.

Das mit dem ghihad steht übrigens bei M Hunter, op.cit., S9. Ich weiß allerdings nicht genau wie ich die wahre Geschichte ermitteln könnte.

Zitat:
Tobias Beides sorgt dann eben dafür das man eine entsprechend starke und emotionale Reaktion bekommt. Das es in irgendeinen Buch stehen mag ändert daran wenig. Zumal ich auch stark bezweifle das dies bei Browne so steht wie du es hier wiedergegeben hast, da Browne den Babi sehr positiv gegenüber stand.

Nun kann man nicht einmal heutzutage in einem islamischen Land solche Sachen verkünden, man ist das Tor oder die Herrlichkeit Gottes, kein Wunder wenn das die Iraner auf die Palme brachte, denn das stand nicht in einem Buch, im Gegenteil der Koran schließt so etwas aus.
Zitat:
TobiasDer Post hatte auch etwas provokantes, da er mit Wörtern wie "Terroristen", "endgültigen ghihad", "theokratischen regierten Babi-Staat", "bewaffneten Aufstand", "entfachte", "entbrannte", "Horde missionarischer Männer zum ghiad aufruft" um sich warf.

Ich versuche mich in beide Seiten zu versetzen, irgendwas hatte ich davon gelesen das durch den Konvent von Badast die Babi den Zeitpunkt für den ghihad gekommen sahen, ich werde versuchen, dazu noch einmal ein Buch zu finden.
Asiram hat folgendes geschrieben:
Ja das haben Märtyrer so an sich, aber zur damaligen Zeit könnte das wie Terrorismus ausgesehen haben, war doch der Koran unantastbar.


Zitat:
Der Bab hat die Heiligkeit des Koran nie auch nur im Ansatz bezweifelt. Viele seiner Schriften kommen sogar im Gewand eines Korankommentars (tafsir). Was soll denn bitte 'Terrorismus' gewesen sein? Allein eine andere religiöse Ansicht zu haben kann wohl kaum als 'Terrorismus' gelten.

Vielleicht wegen den Missionierung, ich bin kein Fachmann sondern ein Laie auf diesem Gebiet.
Zitat:
Der Grund der harschen Reaktion des schiitischen Klerus dürfte wohl eher darin gelegen haben das der Bab einerseits die bereits zuvor vom Usuli-Klerus verhasste Lehre des Scheichismus weiter verbreitet und entwickelt hat und zudem ihre theokratische, patriarchale und feudale Machtbasis untergrub. Seine enorme macht bezog und bezieht der schiitische Klerus nämlich aus der Abwesenheit des Mahdi. Zwar hat auch der Bab den Stand der Religionsgelehrten nicht ganz abgeschafft - viele seiner Anhänger waren selbst welche - gleichwohl aber stark eingeschränkt. Zudem hat er das im Iran des 19. Jahrhundert absolute Patriachat infrage gestellt wie er auch die Modernisierung des Landes forderte.

Wie man sieht hat das bis heute nicht gefruchtet, jetzt muss sich der Iran selbst vor der IS schützen.
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Freiheit, kann es nur ohne Dogmen geben
Asiram hat folgendes geschrieben:
Das mit dem ghihad steht übrigens bei M Hunter, op.cit., S9. Ich weiß allerdings nicht genau wie ich die wahre Geschichte ermitteln könnte.


Welches Werk von Hutter meinst du?

Asiram hat folgendes geschrieben:
Nun kann man nicht einmal heutzutage in einem islamischen Land solche Sachen verkünden, man ist das Tor oder die Herrlichkeit Gottes, kein Wunder wenn das die Iraner auf die Palme brachte, denn das stand nicht in einem Buch, im Gegenteil der Koran schließt so etwas aus.


Es gibt eine Reihe islamischer Länder die weit toleranter gegenüber den Baha'i sind als die Islamische Republik Iran. Das mag z. T. daran liegen das es dort weniger Baha'i gibt, aber z. T. auch an einem anderen Verständnis des Islams und der Grundrechte.

Der Bab begründete seinen Anspruch durch Koran, Hadithe und schiitische, besonders scheichistische Theologie und Philosophie. Zigtausende Iraner folgten ihm, darunter auch einige hundert islamische Rechtsgelehrte.

Gerade diese Überzeugungskraft war es das Fundamentalisten und den Klerus so alarmierte.

Asiram hat folgendes geschrieben:
Ich versuche mich in beide Seiten zu versetzen, irgendwas hatte ich davon gelesen das durch den Konvent von Badast die Babi den Zeitpunkt für den ghihad gekommen sahen, ich werde versuchen, dazu noch einmal ein Buch zu finden.


Mag es in irgendeinem Buch gestanden haben oder nicht, so war die Sprache deines Posts trotzdem provokativ und abwertend. Daher eben auch die Reaktion.

Asiram hat folgendes geschrieben:
Vielleicht wegen den Missionierung, ich bin kein Fachmann sondern ein Laie auf diesem Gebiet.


Auch Mission hat nichts mit 'Terrorismus' oder 'Dschihad' oder 'Horde' zu tun.

Aber ja. Der Erfolg der Babi-Mission war einer der zentralen Gründe warum der Klerus Bevölkerung und Staat aufhetzte. Man hatte Angst um die eigene Macht.

Asiram hat folgendes geschrieben:
Wie man sieht hat das bis heute nicht gefruchtet, jetzt muss sich der Iran selbst vor der IS schützen.


Das Babitum wurde ja auch als Bewegung zerschlagen und dämonisiert. Das Baha'itum ereilte zwar nicht das gleiche Schicksal, aber wurde an den Rand der Gesellschaft gedrängt. So hatte sich die Modernisierung des Iran um Dekaden verlangsamt und fand zum Großteil in autokratischer Manier unter den Pahlavi statt. Auf der anderen Seite ist der Iran auch seit der Islamischen Revolution weiterhin das mit am weit entwickeltste Land der Region.
Zitat:
Ja das haben Märtyrer so an sich, aber zur damaligen Zeit könnte das wie Terrorismus ausgesehen haben, war doch der Koran unantastbar.


Hallo Asiram, ich glaube, dass nur der ein wirklicher Märtyrer ist, der selbst nichts aktiv dazu beigetragen hat, durch andere zum Märtyrer gemacht wurde ( also von anderen unschuldig umgebracht wurde) Ganz im Gegensatz zu den selbsternannten Märtyrern, die sich selbst und andere umbringen, in Wirklichkeit also gar keine sind, sondern eher fehlgeleitete Menschen die ein Verbrechen begehen.

Außerdem glaube ich, dass der Koran, genau wie die anderen Heiligen Schriften nach wie vor unantastbar sind, allerdings nicht das was die jeweiligen Anhänger daraus gemacht haben, die ja sehr oft die Schriften zu ihren eigenen Gunsten, und oft aus dem Zusammenhang gerissen, ausgelegt haben.

Schöne Grüße
Linde

und auch Dir ein herzliches Willkommen hier im Forum.
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Zitat:
Also ich verstehe warum sich die Frau so empört hat und mich der Lügen bezichtigt, ich habe allerdings nur wiedergegeben was ich in einem Buch gelesen habe.


Ups, das hatte ich total überlesen.

Hallo Asiram, wollte Dir nur sagen, dass ich nicht Dich der Lügen bezichtigt habe, wenn das auch so verstanden werden konnte.
Ich bin Tobias dankbar, dass er einiges klar stellen konnte.

Aber das was da stand hatte mich zutiefst ins Herz getroffen weil das meiner Meinung nach wirklich eine Verdrehung ist und mit der Wahrheit nichts zu tun hat. Möglicherweise hab ich auch etwas überreagiert. Sorry !

In meinem Leben gibt es im Moment so viele Herausforderungen, Schwierigkeiten und Probleme die mich bis aufs Letzte fordern und da liegen manchmal auch die Nerven blank. Hatte auch nicht den Kopf und die Möglichkeit alle Kommentare vollständig zu lesen.

Aber das was da in dem Buch stand das Du gelesen hattest ist schon echt ungeheuerlich.

Schöne Grüße Linde
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Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Also ich verstehe warum sich die Frau so empört hat und mich der Lügen bezichtigt, ich habe allerdings nur wiedergegeben was ich in einem Buch gelesen habe.


Ups, das hatte ich total überlesen.

Hallo Asiram, wollte Dir nur sagen, dass ich nicht Dich der Lügen bezichtigt habe, wenn das auch so verstanden werden konnte.
Ich bin Tobias dankbar, dass er einiges klar stellen konnte.

Kein Problem, dafür sind Foren da, um zu Diskutieren und Dinge ins rechte Licht zu rücken.
LG. Asiram
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linde hat folgendes geschrieben:


Hallo Asiram, ich glaube, dass nur der ein wirklicher Märtyrer ist, der selbst nichts aktiv dazu beigetragen hat, durch andere zum Märtyrer gemacht wurde ( also von anderen unschuldig umgebracht wurde) Ganz im Gegensatz zu den selbsternannten Märtyrern, die sich selbst und andere umbringen, in Wirklichkeit also gar keine sind, sondern eher fehlgeleitete Menschen die ein Verbrechen begehen.

Außerdem glaube ich, dass der Koran, genau wie die anderen Heiligen Schriften nach wie vor unantastbar sind, allerdings nicht das was die jeweiligen Anhänger daraus gemacht haben, die ja sehr oft die Schriften zu ihren eigenen Gunsten, und oft aus dem Zusammenhang gerissen, ausgelegt haben.

Schöne Grüße
Linde

und auch Dir ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Hallo Linde,
Nach Meinung der Bahai ist die Offenbarung ja stufenmässig, der Koran ist aber meiner Meinung nach, mitnichten zu vergleichen mit der Botschaft von Jesus. Deutlich ist der Frust von Mohammed zu erkennen, in den Suren die er später in Medina schreiben lies. Auch das Verhältnis zu Frauen ist kein Vergleich, sondern rückwärts gerichtet, noch dazu war Mohammed ein Kriegstreiber und hatte keine moralischen Bedenken ein Kind zur Frau zu nehmen, da kann ich nur pfui sagen.
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Asiram hat folgendes geschrieben:
Auch das Verhältnis zu Frauen ist kein Vergleich, sondern rückwärts gerichtet, noch dazu war Mohammed ein Kriegstreiber und hatte keine moralischen Bedenken ein Kind zur Frau zu nehmen, da kann ich nur pfui sagen.


Bevor du dir so entschieden eine Meinung bildest, die du auch durch Äußerungen der Abscheu bekundest, würde ich dich ermutigen, dich mit verschiedenen Darstellungen auseinanderzusetzen.
Zum Thema der Ehe von Mohammed mit Aysha finde ich diesen Artikel recht interessant: http://www.islamheute.ch/Aischas%20Heiratsalter.htm