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| Baruch hat folgendes geschrieben: |
Wieso wird hier dazu augefordert sich an die vorherigen Bücher (Thora, Injil) zu richten, wenn doch eure Behauptung ist, dass die Originalversionen dieser beiden Schriften verloren gegangen sind bzw. verfälscht wurden?
Wenn die Thora und der Injil doch verloren gegangen sind und die Originalversion nicht mehr vorhanden ist, wieso versuchen dann Muslime das Kommen Mohammeds mit den Stellen Deuteronomium 18 and John 14 & 16 zu rechtfertigen? |
Ich bin zwar kein Moslem aber ich erlaube mir mal zu antworten
Die Verfälschung, die im Koran angesprochen wird ist keine textuelle Verfälschung sondern eine interpretative. Gerade aus dem Grund, dass Mohammed sehr wohl sich auf die in Arabien im Umlauf gewesenen Bibeln stützte, kann man sagen, dass von einer textuellen Verfälschung nicht die Rede sein kann.
In Arabien gab es einige andere Überlieferungen über die biblischen Figuren, wie zum Beispiel das "Arabische Kindheitsevangelium nach Thomas".
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Lieber Nasruddin
Vielen Dank für deine ausführlichen Ausführungen. Das ist sehr eindrücklich und ich sehe deine Argumente deutlich.
Nur ist eben Theorie und Praxis nicht ganz das gleiche. In keiner Religion - leider.
An der christlichen Bibel siehst du, was sich Baruch und auch ich vom Koran wünschen würden: sie enthält das alte und das neue. Beides in einem gebundenen Buch, das in keinem Haushalt eines echten Christen fehlt.
Zwar sagst du folgendes:
"285 Der Gesandte (Gottes) glaubt an das, was von seinem Herrn (als Offenbarung) zu ihm herabgesandt worden ist, und (mit ihm) die Gläubigen. Alle glauben an Gott, seine Engel, seine Schriften und seine Gesandten - wobei wir bei keinem von seinen Gesandten (den anderen gegenüber) einen Unterschied machen. Und sie (d.h. die Gläubigen) sagen: Wir hören und gehorchen."
D.h. der Mohammedaner hört und gehorcht den Worten der Thora, des Evangeliums und der Korans. Dieses Argument von dir verstehe ich gut, und ich würde es an deiner Stelle ganz genauso schreiben. Aber verstehst du, es gibt einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis - und die obige Sure ist eben leider nur die Theorie.
In der Praxis - und da bitte ich dich mich zu korrigieren falls ich mich irre - hat der Mohammedaner wahrscheinlich zu Hause einen Koran, der etwa 20% der Worte Christi enthält und in etwa seine Funktion, durch die Brille des Islam betrachtet. Und er hat das ein oder andere aus dem AT im Koran, aber sicher nicht alles und wiederrum: durch die Brille des Islam betrachtet. Und diesen Koran hört er in der Moschee. Aber auch nur diesen.
Aber warum hat er nicht die Thora und die Evangelien, oder einfach eine christliche Bibel zu Hause? Denn, wenn er wirklich "keinen Unterschied" machen würde, so hätte er das doch, oder nicht? Und wenn er wirklich "keinen Unterschied" machen würde, müsste dann nicht in Moscheen auch die Bergpredigt als Kernstück Jesu Ethik gepredigt werden oder Kohelets entspannende und politische Spannungen relativierende Weltdistanz.
Aber das wird nie passieren, denn die Schriften der Juden und Christen werden leider mit Geringschätzung betrachtet, weil sie als gefälscht bezeichnet werden. Wie kann der Mohammedaner jemals "keinen Unterschied" machen, wenn er die eine Schrift als rein, göttlich und unverändert sieht, die andere aber als von einem schmutzigen Volk verfälscht?
Weisst du, ich denke - und das verstehst du als jemand der wirklich in allen drei Werken gebildet ist sicher sehr gut - dass die Lektüre aller drei Werke mit "keinem Unterschied", ein absolut weisheitsschaffendes, Fanatismus besänftigendes, Respekt schaffendes und reflektierteres Klima unter Muslimen, als es momentan herrscht erzeugen würde. So wie ich das bei dir mit Freude beobachte. Du bist der erste Mohammedaner in meinem Leben, bei dem ich nicht das Gefühl habe, dass er mich verachtet oder mir böses wünscht. Und wenn das der Geist in der Breite der Mohammedaner wäre, dann bräuchten Leute wie ich auch keine Angst vor eurem demographischen Ausbreiten in Europa zu haben.
Meine Frage war als keine Provokation oder so etwas, sondern wirklich ein Anliegen, das sollte ich nochmals betonen!
Viele Grüsse,
Andreas
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Hallo,
Was Mohammed und das alte und insbesondere das neue Testament angeht, so ist es sehr wohl möglich, dass ihm beides nicht vorgelegen hat. Dazu gibt es einen höchst aufschlussreichen Aufsatz eines evangelischen Theologen und Orientalistikprofessors: (hier klicken)
Er kommt zu der Erkenntnis, dass der Islam auf eine judenchristliche Tradition mit eigenem Überlieferungsstrang zurückgeht. Schon früh hat es eine Spaltung in die Judenchristen und Heidenchristen gegeben, die man sogar noch im Neuen Testament aufspüren kann. Paulus ist der eigentliche Erfinder und Propagandist des heutigen Christentums gewesen (er kannte Jesus nur als Vision), während das Judenchristentum Petrus und den Jesusbruder Jakobus auf seiner Seite hatte. Eine sehr interessante Sache, die mir den Islam in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt. Demnach ist der Islam die eigentlich legitime Fortsetzung des ursprünglichen Christentums. Wer hätte das gedacht?
Auf diesen Aufsatz wurde ich durch M.M.Hanel aufmerksam, der ihn auch in diesem Forum schon mehrfach erwähnt und zur Lektüre empfohlen hat.
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@Andreas80
| Zitat: |
| Aber warum hat er nicht die Thora und die Evangelien, oder einfach eine christliche Bibel zu Hause? Denn, wenn er wirklich "keinen Unterschied" machen würde, so hätte er das doch, oder nicht? Und wenn er wirklich "keinen Unterschied" machen würde, müsste dann nicht in Moscheen auch die Bergpredigt als Kernstück Jesu Ethik gepredigt werden oder Kohelets entspannende und politische Spannungen relativierende Weltdistanz. |
Anscheinend scheine ich ein komisches Leben zu führen.
Mir ist bewusst, dass der Koran ohne die Kenntnisse des Alten Testamentes und des Neuen Testamentes für einen Muslimen grösstenteils ein Buch mit Sieben Siegeln bleiben wird. Denn der Koran ist tatsächlich die Besiegelung des AT und des NT.
Nun zum Thema Thora und Evangelien im Hause...
| Zitat: |
| Aber das wird nie passieren, denn die Schriften der Juden und Christen werden leider mit Geringschätzung betrachtet, weil sie als gefälscht bezeichnet werden. Wie kann der Mohammedaner jemals "keinen Unterschied" machen, wenn er die eine Schrift als rein, göttlich und unverändert sieht, die andere aber als von einem schmutzigen Volk verfälscht? |
Ich denke es ist die reine Angst der Menschen, dass wenn jemand in dem NT oder AT schmökert, seine "Muslimische Herkunft" verlieren könne.
Er könnte die Religion zu Gott wechseln.
Andererseits kann nicht geleugnet werden, dass die Muslime mit ihren "besonderen Kritiken", herausgesucht aus dem AT und NT deren Kenntnisse wohl von irgendwoher haben?
Doch nicht aus dem AT oder NT ?
Wir wissen, dass Angst irrational ist. Wir wissen auch, dass die Religion als Macht- und Zuchtinstrumente der Staatlichen Elitären Macht herhalten muss. Das die Mächtigen die Gläubigen dumm halten und hielten kann mir niemand hier verleugnen können.
Und ich weiss, dass ein Imam oder ein Hoca oder ein Rabbiner oder ein Pfarrer mehr "von den anderen Religionen" weiss als er es je zugeben würde....
Macht korrumpiert!
Auch im Glauben!...........
Gruss
Nasruddin
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@Andres80
| Zitat: |
| Weisst du, ich denke - und das verstehst du als jemand der wirklich in allen drei Werken gebildet ist sicher sehr gut - dass die Lektüre aller drei Werke mit "keinem Unterschied", ein absolut weisheitsschaffendes, Fanatismus besänftigendes, Respekt schaffendes und reflektierteres Klima unter Muslimen, als es momentan herrscht erzeugen würde. So wie ich das bei dir mit Freude beobachte. Du bist der erste Mohammedaner in meinem Leben, bei dem ich nicht das Gefühl habe, dass er mich verachtet oder mir böses wünscht. Und wenn das der Geist in der Breite der Mohammedaner wäre, dann bräuchten Leute wie ich auch keine Angst vor eurem demographischen Ausbreiten in Europa zu haben. |
Dann ist es an der Zeit, daran zu arbeiten.
Den Juden, Christen und Moslems klar zu machen, dass im Koran "keine Unterscheidung zwischen den Schriften, und Propheten "gefordert wird.
Dass die Muslime der Jüngste Spross an den Glauben an den EINEN einzigen Gott sind.
Das es eine eigenständige Europäische Islam geben muss. Unbelastet und unbekümmert von der Geschichte des bisherigen Islam. Einen Islam, der den Muslim zum Jüdisch-Christlichen-Muslim einlädt.
Einer toleranten Gesinnung, wie Allah es hat. Barmherzig, Vergebend, Mitfühlend, Hilfsbereit (Dienend) und Gottgläubig.
Gruss
Nasruddin
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