was ist mit denen die nicht christlich oder gläubig sind wen


Wu hat folgendes geschrieben:

ich denke eher dass Gott geliebt werden will - und das nicht aus Zwang und unter
Strafe, sondern aus freier Entscheidung - den Spruch der islamischen Mystikerin
Rabía habe ich ja schon ein paarmal zitiert - der ist mir da ganz zentral...
Das ist für mich ein viel plausiblerer Grund für die Schöpfung als die Huldigerei


Wollte es nur nochmal aufgreifen, das ist sehr schön gesagt!
Das ist doch auch so auf der Welt! Es gibt menschen die ihm nicht preisen wollen und menschen die es tun! Hätte Gott gewollt das wir ihm alle huldigen, hätte er es ja so machen können! Aber er tat es nicht.

Ist das aber wirlich ein zwang ihn zu preisen, wenn Er sagt, erkenne mich an, bete, dann kommst du dafür in den Himmel? Wenn du es nicht tust, dann kommst du in die Hölle? Das sagen ja viele, dass durch die androhung der Hölle es ein zwang wäre, ihn zu preisen. Aber wenn du nicht an Gott glaubst, und auch nicht an Himmel und Hölle, dann ist es doch keine Drohung für dich, oder? Also ich versteh es nicht immer so ganz. Gott sagt doch klar, es gibt kein zwang im glauben, wenn du an mich glauben willst, dann tue dies und rechne mit Belohnung, wenn nicht dann tue es eben nicht, und rechne mit Bestrafung. Wo ist da der zwang? Du kannst frei entscheiden was du willst!

Gruss
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Selbst eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.

-Laotse-
Zitat:
Gott sagt doch klar, es gibt kein zwang im glauben, wenn du an mich glauben willst, dann tue dies und rechne mit Belohnung, wenn nicht dann tue es eben nicht, und rechne mit Bestrafung. Wo ist da der zwang? Du kannst frei entscheiden was du willst!


Das ist es doch grade , man wird bedroht. Das ist , als ob jemand deine Familie in seiner Gewalt hat und sagt:"Du hast die freie Wahl , entweder du machst das und das für mich oder du tust was du willst. Deine Familie wirst du dann (im letzten Falle) allerdings nicht wiedersehen."
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Denkt selber nach!
Salam Elisha!
Zitat:
Ich weiss nicht wie du darauf kommst? Das habe ich so auch nicht gesagt. Ich sagte nur, dass es Gott im ganzen nicht interressiert, ob du jetzt in die Hölle kommst oder nicht. Natürlich soll das nicht heissen, dass wir ihn garnicht interressieren! (damit will ich nicht sagen, ich wüsste es mit genauigkeit, aber die vermutung liegt doch nah, denn so viele Menschen tuen schlimme sünden..) Bieg doch nicht die worte so im meinem posting.

Hm - in ziemlich allen heiligen Schriften wird aber sein großes Interesse sehr betont - sowohl an denen, die seinen Willen erfüllen, als auch an denen, die das nicht tun... Drastische Zitate zu letzterem kann ich mir wohl sparen...
Zitat:
Ich finde es sehr interressant, wie leute reagieren wenn man die these aufstellt, dass Gott nicht der friede-freude-eierkuchen typ ist, mal ganz blöd ausgedrückt. Was ist so schlimm daran? Ich finde es ein gutes Gottesbild. Gott verzeiht eben nicht einfach so... Gott liebt nicht jeden bedingungslos. Wie könnte Gott auch jemanden lieben, der das, was er liebt (seine Schöpfung) zerstört?
Aber entfernt von thema. Ich wollte nur sagen, dass ich das nciht so gemeint habe, wie du es verstanden hast, wu...

Das Thema war doch 'Was ist mit denen, die nicht gläubig sind?'... Gott liebt nur unter gewissen Bedingungen? Diese Bedingungen werden aber ebenfalls von ihm geschaffen - steht nicht auch im Koran [sinngemäß] 'Ich gebe Glauben wem Ich will, und versage ihn wem Ich will"
Ob Gott 'einfach so' verzeiht oder nicht, darüber gibt es sehr verschiedene Meinungen, und meine Meinung ist, dass keine Meinung ihm gerecht wird. Du schreibst ja selbst auch
Zitat:
Woher weisst du was Gott verzeiht? Vielleicht ist es für Mogli genug, wenn er einmal zu den sternen aufschaut und erkennt dass die jemand gemalt haben muss.. Vielleicht ist es für uns nicht genug, jeden Tag zu beten. Du weisst doch nicht, was Gott von den einzelnen fordert.


Zitat:
Ist das aber wirlich ein zwang ihn zu preisen, wenn Er sagt, erkenne mich an, bete, dann kommst du dafür in den Himmel? Wenn du es nicht tust, dann kommst du in die Hölle? Das sagen ja viele, dass durch die androhung der Hölle es ein zwang wäre, ihn zu preisen. Aber wenn du nicht an Gott glaubst, und auch nicht an Himmel und Hölle, dann ist es doch keine Drohung für dich, oder? Also ich versteh es nicht immer so ganz. Gott sagt doch klar, es gibt kein zwang im glauben, wenn du an mich glauben willst, dann tue dies und rechne mit Belohnung, wenn nicht dann tue es eben nicht, und rechne mit Bestrafung. Wo ist da der zwang? Du kannst frei entscheiden was du willst!

Wenn ein König, ein Gesetzgeber, ein Familienvater oder sonst eine Autoritätsperson sagte "Ich gebe dir diese Gebote durch diese Mittelsperson und jene durch eine andere, und wieder andere durch noch andere, und dir obliegt es zu entscheiden was davon richtig und was falsch ist; aber deine Entscheidung ist unwiderruflich, und wehe dir wenn du falsch entscheidest - dann wirst du gequält und gefoltert in alle Ewigkeit!" - dann wäre das kein Zwang, sondern gerecht - und wenn er das nicht sagte, dann wäre er ein 'Friede-Freude-Eierkuchen-Typ' Und die 'Warner', die jedes Volk haben soll - sind die alle gleich glaubwürdig? Wenn ich nun durch Gottes Willen in einem Volk geboren würde, dessen 'Warner' ich aus subjektiv guten Gründen für höchst unglaubwürdig halte, ist das dann wirklich ganz allein mein Problem, meine 'freie Entscheidung'?

Zitat:
Ich will Feuer ins Paradies werfen
und linderndes Wasser in die Hölle träufeln,
daß beide nicht länger den Weg
zu Allah verschleiern.
Unser Ziel soll klar und sicher werden;
wir wollen dem Herrn ohne Seitenblick
auf anderes Glück
oder Hoffnung entgegenblicken,
ohne Furcht im Herzen.
Ihm allein haben wir zu dienen,
ohne auf Belohnung im Himmel zu rechnen
oder vor Höllenstrafen zu zittern.
[Rabía al-Adawia, 8. Jh.]
Hallo,

so wie ich die Beiträge verstanden habe, wirkt Gott deshalb als ungerecht, weil ihr meint, Gott habe den Menschen mit all seinen Leidenschaften und Sehnsüchten erschaffen, um ihn dann genau deswegen grausam zu bestrafen. Kurz, Gott hat dies so festgelegt und der Mensch muss sich dem wohl oder übel beugen, will er nicht in der Hölle landen.
Nach koranischer Aufassung aber, war es der Mensch, der dies so wollte. Nach koranischer Auffassung schuf Gott die Welt mit all ihren Lebewesen und fragte dann alle Lebewesen, wer die Verantwortung für die Welt übernehmen wolle. Aber die Übertragung dieser Verantwortung war an eine Bedingung geknüpft: das Lebewesen, das bereit ist, die Verantwrtung zu übernehmen, muss sich für seine Taten am Jüngsten Tag verantworten. Nach koranischer Darstellung haben alle Geschöpfe das Amt des "Hausmeisters der Erde" abgelehnt, da ihnen die Verantwortung viel zu groß und schwer erschien. Nur der Mensch hat zugestimmt. Und erst danach wurde aus dem Menschen auch das, was er heute ist, ein Geschöpf mit Intelligenz, Vernunft und Gefühlen. Denn diese Eigenschaften sind notwendig, um den Menschen erst einmal für dieses Amt zu befähigen.


Sure 33, 72
Wahrlich, Wir boten das Treuhänderamt den Himmeln und der Erde und den Bergen an; doch sie weigerten sich, es zu tragen, und schreckten davor zurück. Aber der Mensch nahm es auf sich. Wahrlich, er ist sehr ungerecht, unwissend.


Gruß Ines
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Sure 24, Vers 35: Gott ist das Licht der Himmel und der Erde.
Zitat:
so wie ich die Beiträge verstanden habe, wirkt Gott deshalb als ungerecht, weil ihr meint, Gott habe den Menschen mit all seinen Leidenschaften und Sehnsüchten erschaffen, um ihn dann genau deswegen grausam zu bestrafen.


Ne , das denke ich eben nicht. Ich finde diese Art von Gott nur unlogisch. Es ist möglich , aber meines Erachtens dennoch unlogisch ...
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Denkt selber nach!
Hallo Ines,
Zitat:
Sure 33, 72
Wahrlich, Wir boten das Treuhänderamt den Himmeln und der Erde und den Bergen an; doch sie weigerten sich, es zu tragen, und schreckten davor zurück. Aber der Mensch nahm es auf sich. Wahrlich, er ist sehr ungerecht, unwissend.

Das ist wohl eindeutig eine allegorische und keine wörtlich zu nehmende Darstellung.
Wem ist dieses 'Treuhänderamt' wann angeboten worden, wer hat es rechtskräftig für
wen
übernommen, und wie haben sich Himmel, Erde und Berge geweigert?
so wie das sich für mich anhört seht ihr Gott wie eine Art von Mensch oder Person. Ich glaube einfach das Gott nicht über Gut und Böse entscheidet, weil es für ihn einfach nicht wichtig ist. Ich denke es zählt da nur die Summe.Ich glaube nicht das es Gott schadet wenn Menschen böses tun, sondern nur uns selbst, wenn wir hassen fällt das auf uns in irgend einer Weise zurück. Und was ist überhaupt die Definition von Böse und Gut???? Kann man die Festlegen??.
Gott ist halt außerhalb, weit außerhalb von dem wie wir sind vieleicht zählt das ja nicht für ihn und dann denk ich nicht das er uns richtet den das würde ja vorrausetzen das er mit uns geistig intellektuell auf einer Stufe steht.
Hallo,

also angeboten hat es Gott, denn Gott suchte jemand, der sich um die Erde kümmert. Und der Mensch wurde auch erst nach der Annahme des Amtes als , sagen wir mal Hausmeister auf Erden, zu dem, was er heute ist, also zu einem Lebewesen, das über eine deutlich höhere Intelligenz und umfassendere Gefühlswelt verfügt als alle anderen Lebewesen. Vor diesem Akt der Verantwortungsübertragung besaß der Mensch laut koranischen Angaben nicht über diese Fähigkeiten.

Wie das aber konkret aussah, dazu kann ich keine Angaben machen, dennn ich war nicht dabei. Das konkrete Prozedere ist dabei nicht wichtig und wir können es von unserem heutigen Standpunkt auch nicht mehr rekonstruieren.

Sinn des Verses ist es, dem Menschen begreiflich zu machen, dass ER es war, der freiwillig diese Aufgabe übernahm. Sie wurde ihm nicht gegen seinen Willen aufgezwungen. Und dieser abschließende Satz "Wahrlich, er (der Mensch nämlich) ist sehr ungerecht, unwissend." beschreibt genau diese gegen Gott vorgebrachte "Anklage" : Warum, Gott, bist du so grausam und erschaffst uns mit Trieben und Leidenschaften, um uns hinterher den Vorwurf der Sünde zu machen, wennn wir sie ausleben", denn erstens war es der Mensch, der dies wollte und zweitens lässt sich Sündhaftigkeit nicht einfach an bestimmten Taten abmessen. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie gesagt, das ist die Darstellung des Korans. Ich wollte einfach dieses Bild des grausamen nach Sünden geifernden und auf Bestrafung sinnenden Gottes revidieren. Es ist für mich sehr interessant festzustellen, dass Menschen der unterschiedlichsten Konfessionen, die einen über das Herz führenden Weg zu Gott gefunden habe, ihn in ihrem Innern als Frieden, Liebe und Glück wahrnehmen, auch wenn die Schriften, auf die sie sich berufen, das Bild des strengen grausamen Gottes vermitteln.
Und DARIN liegt für mich die Wahrheit. Die Schriften sind in einer ganz speziellem Situation entstanden und absolut interpretierungsbedürftig, meiner Meinung nach.

Gruß Ines
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Sure 24, Vers 35: Gott ist das Licht der Himmel und der Erde.
Ja ich geb dir recht. Manchmal muss man sich auf sein Gefühl/Intuition verlassen.
Nur weil wir Gott nicht verstehen, und weil ständig schreckliche Dinge passieren heißt das noch lange nicht das er wirklich diesen Gedanken an Rache hat. Ich glaube da würden wir Gott
( der schließlich alles erschaffen hat. Man denke an die Biologie dort hat jeder kleiner Unterschied einen vielbedeutenden Sinn) doch sehr unterschätzen.
Hallo Ines,
Zitat:
also angeboten hat es Gott, denn Gott suchte jemand, der sich um die Erde kümmert. Und der Mensch wurde auch erst nach der Annahme des Amtes als , sagen wir mal Hausmeister auf Erden, zu dem, was er heute ist, also zu einem Lebewesen, das über eine deutlich höhere Intelligenz und umfassendere Gefühlswelt verfügt als alle anderen Lebewesen. Vor diesem Akt der Verantwortungsübertragung besaß der Mensch laut koranischen Angaben nicht über diese Fähigkeiten.

Also angenommen hat 'der Mensch' [welcher - der Australopithecus?] dieses 'Amt' noch
bevor er über die nötige Intelligenz verfügte, und gleich für alle seine Nachkommen,
die in dieses 'Rechtsgeschäft' dann ohne Wissen und Willen eingegangen sind
Wenn das so ist, dann war er tatsächlich sehr unwissend, inwiefern er aber ungerecht
war, kann ich nicht nachvollziehen, denn für Gerechtigkeit zu sorgen fiel dann ja wohl
in die Zuständigkeit des wissenden 'Verhandlungspartners'...
Das ist natürlich sarkastisch überspitzt - was ich damit aufzeigen will ist genau wieder
was Du ja auch sagst -
Zitat:
Die Schriften sind in einer ganz speziellem Situation entstanden und absolut interpretierungsbedürftig

und was hier beschrieben wird, sind eben ganz offensichtlich keine historischen
Wahrheiten, sondern Allegorien. Ich denke nicht, dass irgendjemand ernsthaft an einen
rachsüchtig sadistischen Gott glaubt, glaube aber, dass man sehr wohl aufzeigen soll,
dass manche Interpretationen leicht zu solchen Sichtweisen führen könnten...