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Bildung und Islam












In der Koranschule, aber auch in der säkularen Schule lernen Kinder in weiten Teilen der islamischen Welt vor allem durch Auswendiglernen und Wiederholen. Eigene Gedanken, Diskutieren, Hinterfragen oder sogar das Ablehnen des Lernstoffs sind in aller Regel nicht gefragt.

Diese Lernmethode hat m. E. ihre letzte Ursache im Gottes- und Menschenbild des Islam: Gott muss nach islamischer Auffassung nicht verstanden, sondern vor allem angebetet werden. Es geht nicht darum, seinen Willen, sein Handeln zu hinterfragen oder zu diskutieren, sondern sich ihm und seinem Willen zu unterwerfen, die von Gott geforderten Pflichten einzuhalten und ihm Dank zu sagen für seine Wohltaten. Dem Menschen kommt es nicht zu, Gott und sein Wort, den Koran, in Frage zu stellen, kritische Gedanken dazu zu äußern oder zu überlegen, welche Anweisungen des Korans für heute in welcher Form gültig sein könnten. Darin liegt wohl auch ein Grund dafür, warum arabische Korankommentare in aller Regel sehr vorsichtig darin sind, eigenständige Beurteilungen von Koranversen vorzunehmen. Insbesondere in den klassischen Kommentaren werden einige altbekannte Meinungen nebeneinander gestellt, die den Text vorsichtig zu deuten versuchen. Aber es wird nur selten ein eigenständiges Urteil gefällt oder abschließend eine der Auslegungsmöglichkeiten klar favorisiert.

Zitat:

Lernen und Studieren in Ägypten besteht weitgehend in einem akkumulativen Aneignen von Faktenwissen im Hinblick auf seine praktische Verwertbarkeit zunächst in der Prüfung und später im Berufsleben, während auf das Verständnis der Zusammenhänge und analytisches Denken geringer Wert gelegt wird. Der zweckfreie Drang nach wissenschaftlicher Erkenntnis als letzten Endes ein Weg zur Wahrheit, der zu den Grundlagen moderner westlicher Geisteshaltung gehört, ist in Ägypten kaum vorhanden. Das Wort des Propheten Muhammad, das zur "Suche nach Wissen" (talab al-ilm) auffordert, "selbst in einem so entfernten Land wie China", scheint vergessen. Im ägyptischen Bildungswesen herrscht bis heute vielmehr der Geist der traditionellen Koranschule (kunab) vor, die Taha Htuain in seiner Autobiografie literarisch verklärt hat. Schwerpunkt dieser Erziehung liegt auf dem Auswendiglenren zuerst des Korans und dann anderer Lehrstoffe. Da unabhängiges Denken scheel angesehen wurde, könnte es doch zu einer Schwächung des Glaubens und des Gehorsams führen, war das mechanische Auswendiglemen das Übliche.
Auf die heutige politische Lage in Ägypten und seine autoritäre Herrschaftsform bezogen, könnte unabhängiges Denken, ein offener Dialog im Klassenzimmer und zu viel Bildung auch zur Kritik am politischen System verleiten und damit das Regime zwar nicht unmittelbar gefährden, doch auf die Dauer unterhöhlen.

Quelle: Der Islam: Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog Von Hans Zehetmair, Hanns-Seidel-Stiftung


Aus eigener Erfahrung kann ich das nur zu gut bestaetigen.
Selbst einfache Transferleistungen koennen die meisten muslimischen Schueler und Studenten nicht erbringen.
Dies ist ein wesentlicher Grund, warum so viele Muslime an Hochschulen westlichen Zuschnitts scheitern.

lg
Passend dazu:
ARABISCH / ISLAMISCHE NOBELPREIS GEWINNER
Aus einem Pool von 1.4 MILLIARDEN Moslems
20% der Weltbevölkerung
Chemie
1999 - Ahmed Zewail
Physik
1979 - Abdus Salam

JÜDISCHE NOBELPREIS GEWINNER
Aus einem Pool von 12 Millionen Juden
0.2% der Weltbevölkerung
Chemie
1905 - Adolph Von Baeyer1906 - Henri Moissan1910 - Otto Wallach1915 - Richard Willstaetter1918 - Fritz Haber1943 - George Charles de Hevesy1961 - Melvin Calvin1962 - Max Ferdinand Perutz1972 - William Howard Stein1972 - C.B. Anfinsen1977 - Ilya Prigogine1979 - Herbert Charles Brown1980 - Paul Berg1980 - Walter Gilbert1981 - Ronald Hoffmann1982 - Aaron Klug1985 - Herbert A. Hauptman1985 - Jerome Karle1986 - Dudley R. Herschbach1988 - Robert Huber1989 - Sidney Altman1992 - Rudolph Marcus1998 - Walter Kohn2000 - Alan J. Heeger2004 - Irwin Rose2004 - Avram Hershko2004 - Aaron Ciechanover2006 - Roger D. Kornberg
Physik
1907 - Albert Abraham Michelson1908 - Gabriel Lippmann1921 - Albert Einstein1922 - Niels Bohr1925 - James Franck1925 - Gustav Hertz1943 - Gustav Stern1944 - Isidor Issac Rabi1945 - Wolfgang Pauli1952 - Felix Bloch1954 - Max Born1958 - Igor Tamm1958 - Il'ja Mikhailovich1958 - Igor Yevgenyevich1959 - Emilio Segre1960 - Donald A. Glaser1961 - Robert Hofstadter1962 - Lev Davidovich Landau1963 - Eugene P. Wigner1965 - Richard Phillips Feynman1965 - Julian Schwinger
1967 - Hans Albrecht Bethe1969 - Murray Gell-Mann1971 - Dennis Gabor1972 - Leon N. Cooper1973 - Brian David Josephson1975 - Benjamin Mottleson1976 - Burton Richter1978 - Arno Allan Penzias1978 - Peter L Kapitza1979 - Stephen Weinberg1979 - Sheldon Glashow1988 - Leon Lederman1988 - Melvin Schwartz1988 - Jack Steinberger1990 - Jerome Friedman1992 - Georges Charpak1995 - Martin Perl1995 - Frederick Reines1996 - David M. Lee1996 - Douglas D. Osheroff
1997 - Claude Cohen-Tannoudji2000 - Zhores I. Alferov2003 - Vitaly Ginsburg2003 - Alexei Abrikosov2004 - David Gross
2004 - H. David Politzer2005 - Roy Glauber
@ solution_1

1. Deine Aussage über das Menschen und Gottesbild des Islam widerspricht sich mit Deinem analogen Vergleich bezüglich der akademischen Erfolgsquote der jüdischen und islamischen Gemeindemitgliedern.

Wenn nämlich akademischer Erfolg an der Theologie scheitern soll, so ist das falsch, denn der Gott des Judentums ist gewiss kein rationalerer Gott als der im Islam, der sich hinterfragen lässt und mit seinen Gläubigen demokratisch umgeht.

2. Auch widerspricht sich Dein zitierter Text mit deiner Prämisse. Und zwar bist Du der Meinung der Islam an sich sei für den schlechten Erfolg der Moslems an Schulen und Hochschulen schuld.

In diesem, von Dir zitiertem Text, steht allerdings, dass Mohammed gesagt haben soll, man solle das Wissen selbst aus China holen. Entweder musst Du Dich von diesem Text im nachhinein distanzieren oder aber man gestehe ein, dass Mohammed nicht ganz so wissensfeindlich war, wie Du es versuchst darzustellen.

3. "Die Wüstenaraber sagen: "Wir glauben." Sprich: "lhr glaubt nicht; sagt vielmehr: "Wir haben den Islam angenommen", und der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen." Wenn ihr aber Allah und Seinem Gesandten gehorcht, so wird Er euch nichts von euren Werken verringern. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig." (49:14)

Wie man aus diesem Vers erkennen kann wird Zweifel am Islam durchaus geduldet ! Sonst würde man den Wüstenarabern, die am Glauben nicht ganz mit dranhängen wohl eher die Hölle androhen.

Gruß,
Rahiym
@Rahiym

Mir geht es lediglich um Fakten.
Fakt ist, dass aus der islamischen Welt kaum Nobelpreistraeger kommen.
Fakt ist, dass in Schulen in islamischen Laendern vor allem Auswendiglernen und Wiederholen und nicht eigene Gedanken, Diskutieren oder Hinterfragen im Vordergrund des Schulalltags stehen.
Fakt ist, das Moslems sowohl oft an westlichen Universitaeten scheitern, als auch in akademischen Positionen (im quantitativen Vergleich zur Zahl der Muslime) kaum eine Rolle spielen.

Dafuer muss es Gruende geben.
Da, anders als in westlichen Gesellschaften, Religion in islamischen Laendern eine tragende Rolle spielt, liegt nahe, dass die Paedagogik der Koranschulen ursaechlich verantwortlich ist fuer diese extreme Bildungsmisere.

Ob diese Tatsachen deiner Meinung nach nicht im Einklang mit dem Koran stehen oder die Frage wie der Gott beschaffen ist, wie er angebetet wird, ist in dieser Betrachtung vollkommen unerheblich.

lg
@Solution_1

Zitat:
Selbst einfache Transferleistungen koennen die meisten muslimischen Schueler und Studenten nicht erbringen.


Mit diesem Vorurteil der Lehrberechtigten bin ich ausgewachsen und gebildet worden. Mit einem einzigen Unterschied. Ich hab den Phd. in...

Zitat:
Dies ist ein wesentlicher Grund, warum so viele Muslime an Hochschulen westlichen Zuschnitts scheitern.


Wenn Erziehungsberechtigte Vorurteile haben, wollen sie diese, ob gewollt oder ungewollt es auch bestätigt haben.

Am Gymnasium verrechnete sich meine Mathematik-Lehrer...
Das mit einem Abflug des Schülers aus dem Gymnasium belohnt wurde.
Ein anderer Schüler hatte auch mit dem "Verrechnen" des Kollegiums zu Leiden. Obwohl die selben Noten und unter dem Durchschnitt hat man den Rausschmiss des Sohnes vom Herrn Doktor vergessen.

Dies ist eine der Gründe, warum Muslimische und auch Ausländische Kinder an den Schulen scheitern müssen!

Gruss
Nasruddin
Forum -> Islam


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