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Bildung und Islam












Lieber Tobias, lieber Solution_1

Wie sind denn ungefähr die Machtverhätnisse zwischen Muslimen, die den Weg des Taqlid gehen und denen, die den Weg des Ijtihad verteilt?

Ich meine dieses Spannungsfeld zwischen "nicht zu wörtlich leben" und "nicht zu weit interpretieren" gibt es ja wahrscheinlich in jeder Religion mehr oder weniger. Auch bei uns Christen.

Mir ist es auch im Forum schon immer wieder mal aufgefallen, dass sich der eine Muslim über einen anderen echauffiert hat, weil jener zuviel interpretiere und rumdiskutiere und deshalb sowas ähnliches wie die Wurzel allen Übels wäre.

Gruss,
Andreas

P.S.: Demut und Gehorsam sind auch für mich als Katholiken notwendige Eigenschaften des Gläubigen und stehen der individuellen, spirituellen Suche nach den verborgenen Bedeutungen der Worte nicht im Wege. Gottesfurcht halte ich für gefährlich!
@Andreas

Zitat:
Wie sind denn ungefähr die Machtverhätnisse zwischen Muslimen, die den Weg des Taqlid gehen und denen, die den Weg des Ijtihad verteilt?

In dem Bereich den ich kenne sind etwa 99,99% zu 0.01% fuer Taqlid.

Zitat:
Ich meine dieses Spannungsfeld zwischen "nicht zu wörtlich leben" und "nicht zu weit interpretieren" gibt es ja wahrscheinlich in jeder Religion mehr oder weniger. Auch bei uns Christen.

Sicherlich nicht in dem Masse. Alleine die Saekularisation und das Verbannen der Religion zur Privatsache hat m.E. Wunder bewirkt.

Zitat:
Demut und Gehorsam ... stehen der individuellen, spirituellen Suche nach den verborgenen Bedeutungen der Worte nicht im Wege.

Das sehe ich vollkommen anders!
Forschung und Suche kann niemals erfolgreich sein, wenn ein Verbot, dem man in Demut gehorchen soll, diese Suche verbietet.
Das hat schon Galilei erfahren muessen.

lg
Lieber Solution_1

Demut und Gehorsam meine ich natürlich nicht gegenüber den Worten von irgendjemandem, sondern nur gegenüber Christus' Worten (für mich als Christen).

Denn Christus' Worte sind für mich als christlichen Suchenden ja sozusagen die Strassenbegrenzungspfosten des Weges, den mich Jesus bittet ihm nachzufolgen. Sie einzuhalten ist notwendig um nicht vom Weg abzukommen. Um aber auf dem Weg vorwärtszukommen brauche ich stille Einkehr, also Gebet, Meditatio und Contemplatio, welche immer in einem individuellen Erforschen und Verstehen resultieren.

Zitat:
In dem Bereich den ich kenne sind etwa 99,99% zu 0.01% fuer Taqlid.


Das ist allerdings kein gutes Verhältnis. In meinen Augen, obigem Bild folgend, sind zwar alle diese Menschen auf dem Weg ihres Propheten, aber sie kommen nicht voran.

Gruss,
Andreas
@Andreas

Dazu gaebe es auch noch eine Menge zu sagen.
Jedoch nicht hier.
Dafuer sollten andere Threads herhalten.

Ich staune, das kein Moslem hier im Forum Einspruch gegen unsere Analyse der Gruende des islamischen Bildungsdefizits erhebt.

Nun gut...

lg
Zitat:
Wie sind denn ungefähr die Machtverhätnisse zwischen Muslimen, die den Weg des Taqlid gehen und denen, die den Weg des Ijtihad verteilt?


Kommt drauf an wo du fragst. Allgemein kannst du aber im Moment von einem weiten Übergewicht von Taqlid ausgehen.

Zitat:
Ich meine dieses Spannungsfeld zwischen "nicht zu wörtlich leben" und "nicht zu weit interpretieren" gibt es ja wahrscheinlich in jeder Religion mehr oder weniger. Auch bei uns Christen.


Naja das ist eine andere Ebene, ein Muslim der Ijtihad als das höchste gut der Theologie ansieht, kann trotzdem religiös sehr eng sein.

Zitat:
Demut und Gehorsam sind auch für mich als Katholiken notwendige Eigenschaften des Gläubigen und stehen der individuellen, spirituellen Suche nach den verborgenen Bedeutungen der Worte nicht im Wege. Gottesfurcht halte ich für gefährlich!


Gottesfurcht gehört genauso zum Glauben an Gott, wie die Liebe zu Gott, wobei letztere aber meist mehr konnotiert wird.

Zitat:
Sicherlich nicht in dem Masse. Alleine die Saekularisation und das Verbannen der Religion zur Privatsache hat m.E. Wunder bewirkt.


Ist so nicht völlig haltbar, dann dürfte es in den USA keine religiösen Fanatiker geben.

Zitat:
Forschung und Suche kann niemals erfolgreich sein, wenn ein Verbot, dem man in Demut gehorchen soll, diese Suche verbietet.
Das hat schon Galilei erfahren muessen.


Könntest du mir den Vergleich mal erklären?

Zitat:
Demut und Gehorsam meine ich natürlich nicht gegenüber den Worten von irgendjemandem, sondern nur gegenüber Christus' Worten (für mich als Christen).


Und als Katholik auch gegenüber dem Papst.
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