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Bildung und Islam












Zitat:
Aber, auf Solution_1's Post hast du ja dann doch einen Teil der wünschenswerten Antwort gegeben, indem du die verschiedenen Traditionen mal beim Namen genannt hast. Interessant wäre es jetzt noch für alle, zu wissen woher diese fatale Gewichtung der Traditionen rührt.


1. Die teilweise schlechten Kalifen, welche vor allem den sunnitischen Islam herunterwirtschafteten.
2. Die immer größere Dominanz des sunnitischen Islams, wobei die großen islamischen Gelehrten aber meistens aus dem schiitischen Islam kamen. Ehe ich jetzt von Sunniten hier angegriffen werde, schaut nach welches Bekenntnis die entsprechenden Leute hatten. Es ist einfach ein Fakt. Hinzu kommt, das die Schia formal kein Taqlid kennt und dafür Ijtihad lobt. Was heute im Iran unter Ijtihad verstanden wird ist leider wieder eine andere Sache.
3. Die Invasion der Mongolen und Turkvölker, welche massive Zerstörung anrichteten und die Herrschaft an sich rissen, deren Geist für Wissenschaft war zu Beginn sehr gering. Auch die Kreuzzüge belasteten. Teilweise wurden Bildungseinrichtungen etc. auch einfach zerstört.
4. Das fortschrittlichste sunnitische Land, Al-Andalus (Iberische Halbinsel) ging durch die Reconquista verloren.
5. All diese Vorfälle schwächten die fortschrittlichen Elemente im Islam sehr, und lösten einen allgemeinen Denkwechsel aus, in die Richtung des heutigen Islam. Die Intoleranz gegen Philosophen, Wissenschaftler, Theologen etc. begann...
6. Im Zeitalter des Kolonialismus und Imperialismus kamen die Muslime mit westlichen Ideen in Kontakt und Modernisierungswellen entstanden. Oft wurden westliche Elemente in die islamische Kultur 'hineingeschlagen' und kamen die Muslimen als Zersetzung ihrer Kultur vor. Bald entwickelten sich starke Gegenbewegungen. Die bekannteste davon dürften die Wahabiten sein.


Aber das hatten wir hier alles schon. Nicht falsch verstehen, aber es ermüdet immer wieder das Gleiche durchzukauen.
Andreas80, ja nun hast du deine Antwort... hatten wir aber alles schon und lässt sich inzwischen in diversen Publikationen nachlesen.

Das macht die Anmerkung, dass es im Christentum fast nie besser war aber nicht wett.
Lieber Tobias

Ich danke Dir von Herzen für eine Antwort

Ich verstehe auch deine Ermüdung dadurch, dass immer wieder bereits diskutierte Fragen neu aufkommen und nochmals das gleiche geschrieben und erklärt werden muss wie schonmals. Aber viele sind eben neu hier und es ist nicht immer der angenehmste und effeizienteste Weg Archive von alten Threads nach einer Antwort zu durchsuchen. Ich mache es manchmal, aber glaub mir: es ist noch ermüdender.

Ansonsten hilft dir ja Copy/Paste, wenn alte, gute Beiträge von dir später wieder einmal notwendig werden. Ich mache das auch ab und an muss ich zugeben.

Zitat:
Das macht die Anmerkung, dass es im Christentum fast nie besser war aber nicht wett.


Stimmt macht es nicht wett, sie war aber trotzdem nicht zielführend als Antwort auf meine Frage und passte nicht zum Threadthema. Wir können aber gerne einen entsprechenden Thread eröffnen.

Grüess us Züri,
Andreas
Na ich hoffe diese Antwort hat dir jetzt geholfen.
Hallo Andreas,

Tatsaechlich habe ich eine Hypothese, welche Ursache dieser fatale Bildungsrueckstand des Islams zumindest teilweise hat.

Bereits in frueheren Threads schrieb ich:
Zitat:
Der Djiahd bezieht sich im Koran auf die Kampf der niederen Instinkte des Menschen und somit auch auf die Vermeidung der Anwendung von Gewalt.

Diese Deutung existiert erst seit dem 11. Jahrhundert.
Iman Al Gazalli hat diese (umdeutende) Interpretation in Folge auf verlorenen Schlachten der muslimischen Völker in der damaligen Zeit, publiziert.
Tatsaechlich forderte Al Gazalli einen glaeubigen Moslem, denn dieser sei, gemäß dem Koran, unter dem Schutz Allahs in der Lage, jeden Krieg zu gewinnen.
http://www.geistigenahrung.org/ftopic38895-15.html


Abu Hamid Muhammad ibn Muhammad al-Ghazali (auch al-Gazzali, lateinisch Algazel; * 1058 in Tus bei Maschhad, heute Iran; † 1111 ebenda) war ein persischer islamischer Theologe, Philosoph und sufistischer Mystiker.

Nun, da ein guter Moslem jener war also jener, der als Sieger aus einer Schlacht hervorgeht.
Deshalb sollte nun jeder ein moeglichst gottesfuerchtiges Leben fuehren.
Zitat:
Sura Der deutliche Beweis (98) Vers 5:
"Nichts anderes ward ihnen geheissen als Gott zu dienen
ausschliesslich für Ihn die Religion und mit aufrechtem Glauben
(hunafâ)."

Wie dieses auszusehen hat, wurde und wird noch immer von Koran und Hadithen und in bestimmten Schulen durch Fatwas vorgeschrieben. Doert aber steht nichts von Kritikfaehigkeit, selbststaendigen Denken oder Diskussionen, sondern ganz im Gegenteil Gottesfurcht, Demut, Gehorsam und Pflichtbewusstsein.*

Nun, bis heute gilt der Prophet Mohammed als Idealfigur der Moslems auf aller Welt.
Dessen Leben, welches ja in den Hadithen beschrieben wird, soll nachgeeifert werden.
In Verbindung mit den Richtlinien AlGazalis ergibt das ein Bild, welches recht gut auf die Haltung von Moslems in aller Welt passt.

- Kaempfe deinen eigenen Djihad (nach AlGazali) und lebe deshalb moeglichst so wie es Mohammed getan hat.
- Sei glaeubig und unter dem Schutz Allahs wirst du in der Lage sein , jeden Krieg zu gewinnen.
- Um dieses Ziel zu errichen studiere den Koran und die Hadithen.
Zitat:
Die Geistesmänner (arbâb al-qulûb)(2) wissen durch die Erleuchtung des Glaubens und das Licht des Korans, dass es kein Mittel gibt zur Seligkeit zu gelangen, ausser durch die Erkenntnis und und den Dienst Gottes.
Al-Ghazali, IHja `uluum-u ddiin, Neubelebung der Wissenschaften der Religion,
Einleitung zum 37. Buch: Über Intention, Reine Absicht und Wahrhaftigkeit; übers. Hans Bauer; Halle 1916, Nachdruck Georg Olms Verlag, 1979.

- Lasse dich nicht ablenken von irdischen Verfuehrungen

*Der Islam ist eine "Verbotsreligion": Alles was nicht ausdruecklich erlaubt ist, ist verboten.
Deshalb fordert der gute Moslem ja auch eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten), wenn er unsicher ist, wie er sich zu verhalten hat (anstatt selbststaendig nachzudenken)

lg
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