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Lieber Sam
Du sagst also, dass die Geringschätzung der wissenschaftlichen Bildung in islamisch geprägten Ländern nicht der islamischen Theologie inhärent ist.
Darum meine Frage: Warum wird es dann gelehrt? Was ist die Ursache? Denn wenn es nicht der Glaube ist, dann ist eine andere Ursache und die würde mich interessieren.
Wie gesagt, der Imam (einer deutschen Moschee) in der Dokumentation hat gesagt, dass es sich für junge Muslime nicht lohne irgendetwas anderes zu lernen als Mohammeds Worte. Ich meine, es ist diese Einstellung, die euch Muslime in den letzten Jahrhunderten so unfassbar weit hinter den Rest der Welt hat zurückfallen lassen.
Gruss,
Andreas
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| Du sagst also, dass die Geringschätzung der wissenschaftlichen Bildung in islamisch geprägten Ländern nicht der islamischen Theologie inhärent ist. |
Ich denke die Vergangenheit hat gezeigt, dass dem nicht so ist. Siehe meinen letzten Post.
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| Warum wird es dann gelehrt? Was ist die Ursache? Denn wenn es nicht der Glaube ist, dann ist eine andere Ursache und die würde mich interessieren. |
Warum hat man in der katholischen Kirche Jahrhunderte gegen die Wissenschaft gekämpft? Warum gibt es heute noch Evangelikale, welche die Evolution und diverse andere wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen?
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| Wie gesagt, der Imam (einer deutschen Moschee) in der Dokumentation hat gesagt, dass es sich für junge Muslime nicht lohne irgendetwas anderes zu lernen als Mohammeds Worte. Ich meine, es ist diese Einstellung, die euch Muslime in den letzten Jahrhunderten so unfassbar weit hinter den Rest der Welt hat zurückfallen lassen. |
Tja, da überleg dir mal warum der Imam das sagt. Wer lehrt nochmal das Wort Mohammeds? Zumal ich an der wörtlichen Aussage etwas zweifle, weil Muslime den Koran nicht als Worte Mohammeds sehen, sondern als die Worte Gottes.
Die Meinung gibt es derweil unter einigen Christen auch noch. Also liegt es wohl nicht am Islam selbst.
Religionen neigen dazu zu verfallen. Soweit ich mich entsinne ging es mit Europa auf breiter Front auch erst wieder aufwärts, als die Säkularisierung einsetzte.
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Lieber Andreas80,
Danke für die Antwort.
Ich wollte eigentlich Tobias Aussage nichts hinzufügen, weil er schon eigentlich meiner Meinung nach gut auf den Punkt trifft . Nur eine kleine Korrektur
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| Ich meine, es ist diese Einstellung, die euch Muslime in den letzten Jahrhunderten so unfassbar weit hinter den Rest der Welt hat zurückfallen lassen. |
Ich bin selber Bahai und kein Muslim. Nur bin ich nicht ein Freund der Verallgemeinisierung wenn es nicht wirklich 100% (also auch nicht 98%) zutrifft.
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@Tobias &Sam,
Tobias:
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| Es liegt also nicht am Islam selbst, sondern an der heutigen islamischen Lebensweise. |
Obwohl ich eigentlich von einer Betrachtung der Vergangenheit absehen wollte, frage ich mich jetzt langsam auch:
Wenn die heutige Auslegung so viel schlechter ist als die vergangener Zeiten, wuerde das einen Rueckschritt in der islamischen Theologie bedeuten.
Das waere nicht nur fatal, sondern m.E. auch unwahrscheinlich. falls das jedoch wahr waere, so muesste man extrapolieren koennen, wo der Islam in 100 Jahren stuende. ...na dann gute Nacht!
@Sam:
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| Damals wollte ich einfach sagen, dass man es nicht auf das ganze muslimische Volk diese Bildungsfeindlichkeit zurechnen kann und es noch genug große muslimische Gruppen gibt, die sehr gebildet sind |
Ich glaube du verharmlost das Problem etwas.
Unter Bildung verstehe ich die Faehigkeit, selbststaendig zu denken (z.B. kognitive Transferleistungen erbringen zu koennen), kritikfaehig sein zu koennen (also auch einstecken zu koennen), usw.
Diese Faehigkeiten sind fuer verschiedene Universitaetsabschluesse nur bedingt erforderlich.
Ich lebe in Indonesien. Und ich kenne keinen einzigen Moslem hier, der dazu in der Lage waere.
Sam, das sind 100%!
Und ich bewege mich hier als Lehrer einer internationalen Eliteschule bereits in der indonesischen "Bildungselite".
In einer Physik-Klausur, die identisch mit einer deutschen waere, wuerden alle(!) indonesischen Moslems,die ich unterrichte (20 von 20, also 100%) durchfallen.
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| Nur bin ich nicht ein Freund der Verallgemeinisierung wenn es nicht wirklich 100% (also auch nicht 98%) zutrifft. |
Ich denke hier, dem groessten islamischen Land der Erde mit 130 Mill. Menschen, liegt die Zahl der Akademiker mit. o.g. Faehigkeiten weit unter einer Promille! Und ich glaube kaum, das dieses Verhaeltnis sich sehr unterscheidet von denen anderer islamischer Laender.
lg
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Lieber Tobias, lieber Sam
Danke für eure Antworten. An einem Punkt möchte ich aber noch unbedingt nachhaken, denn eine wirkliche Antwort habe ich auf diese Frage noch nicht bekommen und ich denke, sie ist der Kern des Problems:
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Zitat:
Warum wird es dann gelehrt? Was ist die Ursache? Denn wenn es nicht der Glaube ist, dann ist es eine andere Ursache und die würde mich interessieren.
Warum hat man in der katholischen Kirche Jahrhunderte gegen die Wissenschaft gekämpft? Warum gibt es heute noch Evangelikale, welche die Evolution und diverse andere wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen? |
Weisst du die Geschichte der katholischen Kirche von vor hunderten vor Jahren und die der heutigen amerikanischen Evangelikalen, deren Bildungsfeindlichkeit sich ja nur auf die Evolution bezieht und ein paar andere Gebiete und nicht auf die ganze Wissenschaft an sich, ist etwas vollkommen anderes.
Leider kommt oft, wenn man fragt warum dieses oder jenes im Islam zur Zeit so sei, nur die enttäuschende Antwort: ja im Christentum war das ja vor 1000 Jahren auch mal einige Zeit lang so.
Aber das trifft nicht den Kern der Frage! Christentum und Islam sind zwei verschiedene Religionen, die zu verschiedenen Zeiten bestenfalls ähnliche Probleme hatten. Niemals aber identische. Die Ursachen sind in der Folge als nicht zwangsläufig die gleichen.
Abgesehen davon sind Fanatismus und Geringschätzung der Bildung Phänomene, die in islamisch geprägten Ländern schon wesentlich länger anhalten als in irgendeiner anderen Religion der Welt jemals am Stück beobachtbar waren.
Ich meine ausser einer kurzen wissenschaftlichen Boomsituation nach Gründung des Islam, kam da gar nichts mehr. Nichts!
Und das hat ganz eigene Gründe, die in der Religion liegen können, aber nicht müssen.
Und ich würde mir da eine etwas differenziertere Reaktion darauf wünschen, als "ihr Christen seid doch selber auch doof!".
Viele Grüsse,
Andreas
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