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Warum erhört Gott unser Bitten nicht?












Bittet und ihr werdet erhalten! Ein Märchen?
Es war einmal vor langer, lan­ger Zeit, da gab es doch tatsächlich Menschen -man kann es sich heutzutage kaum mehr vor­stel­len- da gab es doch tat­säch­lich Menschen die behaupteten: Gott würde ih­re Bitten nicht er­hö­ren.
Da machte sich eine Frau auf den Weg um einen Weisen zu finden, der ihr sagen könn­te wa­r­um das so ist. Es handelte sich um eine sehr kluge Frau, denn sie gab sich nicht wie die an­deren da­mit zufrieden, dass es halt so ist. Nachdem sie einige Zeit gewandert war, begegnete ihr ein Weiser: "Kannst Du mir alle Fragen beantworten?" Bedächtig kam die Antwort: "Ich weiß, das ich nichts weiß." "Das hilft mir nun auch nicht gerade weiter." dachte sich die junge Frau, bedankte sich freundlich und ging weiter. Da begegnete ihr eine Kindergärtnerin: "Du hast doch viel mit jungen Leuten zu tun, da kannst Du doch sicherlich jede Frage beantworten!" Diese erwiderte ganz erschreckt: "Nein, das kann ich wirklich nicht." "Bist Du Dir auch ganz sicher? Du weißt doch, dass man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll." "Man kann von jungen Menschen zwar viel lernen, aber alle Fragen kann ich wirklich nicht beantworten." Ein bisschen enttäuscht ging die junge Frau weiter, bis sie ein kleines Kind traf: "Kannst Du mir alle Fragen beantworten?" "Ja klar, aber ich habe jetzt keine Zeit: Ich muss spielen!" Dafür hatte die Frau zwar viel Verständnis, aber es war schon etwas entmutigend, so kurz vorm Ziel wieder gescheitert zu sein. Langsam und sehr nachdenklich ging sie weiter. Da begegnete ihr ein alter Schä­fer. "Kannst Du alle Fragen beantworten?" "Kein Mensch kann alle Fragen beantworten." erwiderte der alte Schäfer freundlich lächelnd. Jetzt war die junge Frau schon fast verzweifelt, aber sie gab die Hoffnung nicht auf: "Du kennst doch viele Geschichten, dann weißt Du doch sicherlich für jede Frage eine passende Geschichte." "Nuuun ja, was hast Du denn für eine Frage?"
"Kannst Du mir sagen, warum Gott meine Bit­ten nicht erhört?" Kur­zes Schweigen: "Deine Fra­ge ist falsch." "Warum soll meine Frage falsch sein?" meinte die Frau etwas gereizt, "Fast alle Menschen auf der ganzen Welt können Dir bestätigen, dass es wirklich so ist." "Trotzdem ist Deine Frage falsch." schmunzelte der Schäfer: "Wenn Du Gott nicht sehen und er­kennen kannst, dann fragst Du ja auch nicht: Wa­rum gibt es kei­nen Gott? Die Gründe warum Du nicht sehen und er­ken­nen kannst, dass Gott Dei­ne Bitten erfüllt, sind sehr vielfältig. Die Fra­ge hätte doch rich­tig lau­ten müssen: Warum kann ich die Er­fül­lung meiner Bit­ten nicht sehen?"
Ich will Dir das an ein paar kleinen Geschichten verdeutlichen:

Da ist ein kleiner Junge, der Probleme in der Schu­le hat und wenn die­se Schulaufgabe wieder da­ne­ben geht, dann hat er kaum noch Aus­sicht das Klassenziel zu erreichen. Aber leider hat er wie­der so ei­ni­ges durcheinander gebracht und bit­tet deshalb Gott: "Ach lieber Gott lass doch den Ama­zonas durch die Schweiz fließen, damit ich nicht durchfalle." Und was tut Gott jetzt nicht? Er nimmt nicht einige klei­ne geologischen Ver­än­de­run­gen vor, macht die Schweiz etwas grö­ßer und den Amazonas etwas kleiner und in ein paar Mil­lio­nen Jah­ren wäre der Wunsch des Jungen er­füllt. Aber das würde ihm bei sei­nen Schulsorgen nicht mehr helfen. Also wählt Gott einen an­de­ren Weg: Der Junge kommt mit der schlechten No­te nach Hause und -wie gesagt, es ist ein uraltes Mär­chen- bekommt vom Vater eine Tracht Prügel, wo­rauf er sich schweren Herzens dazu ent­schließt doch fleißiger zu lernen und er merkt, dass es ihm so­gar Spaß be­reitet, was er natürlich nie zugeben wür­de. Und das Unglaubliche ge­schieht: Er fällt nicht durch. Aber er wird wohl kaum glau­ben, dass das irgendetwas mit seiner Bitte zu tun hatte. Woran lag es? Der Junge woll­te Gott vorschreiben, wie er sei­nen Wunsch zu er­füllen hätte. Aber Gott ist ein frei­schaf­fender Künst­ler und lässt sich nicht gerne sagen, wie er sei­ne Arbeit zu ver­rich­ten hat. Au­ßer­dem müssen wir ihm zugestehen, dass er den bes­se­ren Über­blick hat.
Da ist ein Mann der betet: "Lieber Gott mache mich reich, damit ich glück­lich und zufrieden werde." Gott kommt und krempelt nicht gleich die Ärmel hoch, wie wir Menschen es so gerne machen, son­dern er betrachtet sich erst mal das Ganze. Nach­dem er Herz und Nie­ren des Bittsteller gründlich er­forscht hat kommt er zu dem Schluss: "Ja, den kann ich dazu bringen, dass er seinen Reichtum mit den Armen teilt. Also steht der Bitte nichts im Weg. Er kann sei­nen Reichtum haben." Sofort macht sich Gott ans Werk ihn auf den künf­tigen Reich­tum vorzubereiten. Aber es ist natürlich nicht so ein­fach, den Bittsteller so zu verändern, dass er durch das berühmte Na­delöhr passt. Be­son­ders weil Gott dabei ja ganz behutsam und lie­be­voll ans Werk gehen will, um dem Menschen nicht mehr Schmer­zen als unbedingt nötig zuzufügen. Und so ei­ne schwierige Operation braucht na­türlich seine Zeit. Aber nach einem halben Jahr, nach­dem dem Bitt­steller immer noch kein Ver­mö­gen zugeflossen ist meint er: "Ich habe es mir ja schon fast gedacht. Da kann man bitten soviel man will und nichts ge­schieht." Gott lässt sich natürlich durch so et­was nicht von seiner schwie­ri­gen Aufgabe abbringen und nach zwei Jah­ren ist der Bittsteller wirklich ein reicher Mann: "Wenn ich mich nicht so ab­ge­plagt und so geschuftet hätte, wäre ich heute noch ei­ne ar­me Kirchenmaus. Auf Gott ist einfach kein Ver­lass." Woran lag's, dass er Gottes Hilfe übersah? Er wollte Gott einen Terminplan setzen, ohne zu ahnen, wie schwierig sein Wunsch zu erfüllen war.

Wenn es um's Bitten geht, darf natürlich der böse Nach­bar nicht feh­len:
"Lieber Gott, Du weiß dass man mit die­sem Nachbarn unmöglich auskommen kann. Lass ihn doch bitte ster­ben." Manche Men­schen sind sind etwas empfindlicher: "Lieber Gott ich danke Dir für mei­nen Nachbarn. Ich liebe ihn ja so sehr. Aber wenn Du ihn mehr liebst als ich, dann nimm ihn doch bit­te zu Dir."
E­gal wie die Bitte auch immer formuliert ist, Gott ist ein viel be­schäf­tig­ter Mann und wählt deshalb man­ch­mal die schnelle Lösung. Der Nachbar be­kommt eine Gehaltserhöhung und zieht in eine an­de­re Ge­gend. Die Bitte ist wunderbar erfüllt: Der Bitt­steller ist seinen Nach­barn los und braucht nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu ha­ben: "Da sieht man's wieder mal. Dieser Faulpelz be­kommt Ge­halts­erhöhung und ich der mich tag­täg­lich abrackere, habe wieder mal das Nachsehen. Aber so war es ja schon immer: Die Guten und Frommen sind immer die Dummen." Hass und Neid haben ihm den klaren Blick getrübt für die wahre Liebe Gottes.
Wenn Gott mehr Zeit hat, dann überlegt er sich: "Was wollte er? Seinen Hass loswerden? Das wird ein schwieriges Stück Arbeit, aber der Aufwand lohnt sich." Jetzt kommt es darauf an, wie ein­sich­tig der Bittsteller ist. Der eine klopft sich auf die Schul­ter: "Was bin ich doch für ein toller Kerl, dass es mir sogar gelungen ist mich von meinen Hass zu tren­nen." Einer der ein bisschen einsichtiger ist, lobt und preist Gott für diese Gnade, würde sich a­ber am liebsten im nächsten Mäuseloch ver­krie­chen, weil er sich so über seine Bitte schämt.

Aber es gibt auch Mensch die sich mit ihrem Nach­barn versöhnen wollen: "Lieber Gott, ich meine es ganz aufrichtig und will mich wirklich mit meinen Nach­barn versöhnen. Aber er muss natürlich den An­fang ma­chen und zu mir kommen." Nun soll man seine Bitte zwar nicht mir einer Bedingung ver­knüpfen, aber Gott ist nicht kleinlich. Er peilt die Lage: "Den Nachbarn habe ich schnell so weit, dass er bereit ist zum Bittsteller zu kommen, gar kein großes Problem. Aber der Bitt­steller, ist er wirk­lich in der Lage seinem Nachbarn aus ganzem Her­zen zu verzeihen? So wie er seine Bitte ge­äu­ßert hat wohl nicht. Das wird wohl das schwie­ri­ge­re Stück Arbeit." Sofort macht sich Gott ans Werk und nach einiger Zeit ist es wirklich so weit. Gott ist gera­de auf den Weg zum Nachbarn um ihn her­über­ zu holen, als der Bitt­stel­ler an ihm vor­bei schießt: "Ich gehe jetzt selbst hinüber. Wenn ich war­te bis Gott meine Bitte erfüllt, lebe ich mit mei­nen Nachbarn in Streit bis zum jüngsten Tag." Ja, die Ungeduld macht uns oft für alles Gute blind.

Einige verheiratete Männer treffen sich in der Wirtschaft. Ei­ner davon wird bald Vater und meint: "Ich werde sicherlich der bes­te Vater auf der gan­zen Welt." "Duu? Ausgerechnet Du? Nie und nim­mer. Dann schon eher ich." Und nach einer Wei­le schließen sie eine Wet­te ab: "Wer in achtzehn Jahren der beste Vater von ihnen ist, des­sen Sohn o­der Tochter müssen die anderen zur Volljährigkeit ein tol­les Geschenk machen."
Einer von ihnen, bei dem noch keine Va­ter­schaft in Sicht ist, kommt nach Hause und bittet Gott schon mal vor­sorglich: "Lass mich doch der beste Vater von der ganzen Welt wer­den." Gott runzelt etwas die Stirn: "Aber wenn er es gerne sein möch­te, warum nicht." Also macht sich Gott an die Arbeit. Nach ei­ni­ger Zeit meint Gott zu dem Bittsteller -wie gesagt das Mär­chen ist aus uralten Zeiten-: "Es wäre jetzt vielleicht an der Zeit, dass Du Dich mal im Windeln waschen übst." "Wiiie? Windeln waschen? Also so hab ich's ja ei­gentlich nicht gemeint. Musst Du denn alles so wört­lich nehmen? Der viert-oder fünftbeste Vater wür­de sicherlich auch schon reichen. Ab welchen Platz braucht man denn keine Windeln mehr zu wa­schen?" Woran lag's, dass der Erfolg ausblieb? Er hat eine Bitte geäußert, bei der er nicht wissen konn­te was alles auf ihn zukommt. Er konnte nicht zu jedem Schritt, der zur Erfüllung seiner Bit­te nötig war JA sagen.

Ein anderer ging gleich von der Wirtschaft in die Ka­pelle: "Herr, lass mich doch der beste Vater auf der ganzen Welt werden. Ich bin auch be­reit alles zu tun, was dazu nötig ist. Nur noch eine Klei­nig­keit: Ich wer­de schon morgen Vater." Wahr­schein­lich wird sich das Kind die ers­ten Jahre mit einem noch nicht vollkommenen Vater begnügen müs­sen, weil Veränderungen an Menschen einfach eine ge­wis­se Zeit brauchen.

Nach all dieser anstrengenden Arbeit, setzt sich Gott am Abend ganz er­schöpft in seinen Lehnstuhl um sich auszuruhen, aber die ganze Welt schreit: "Warum erfüllt Gott unsere Bitten nicht?"


Nachdenklich meinte das Mädchen: "Ich glaube ich habe in meinem Leben einiges übersehen, was Gott für mich getan hat. Ich sollte wohl achtsamer werden für all das Gute was mir Gott tagtäglich schenkt und ihm dafür danken."


Zur Frage:
Wenn Gott unsere Bitten erhört, warum beseitigt er dann nicht mir Wundern das Leid wie Jesu?
Wunder gibt es immer wieder unter
http://www.geistigenahrung.org/viewtopic.php?p=196175#196175
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