Angst vor dem Tod durch Flugangst ausgelebt?


Hallo zusammen!

Ich finde dieses Forum wirklich wundervoll! Ich habe gemerkt, wie ich die Texte in mich aufnehme, sei es um dabei gute oder schlechte Gefühle zu druchleben. Aber es tut beides gut!

Ich selbst habe auch schreckliche Angst vor dem Tod. Manchmal kommt es heftig hoch, dann weine ich so ca. einen Tag und dann ist es wieder vergessen und mir gehts gut.

Was mich seit ca. 10 Jahren auch begleitet, ist die Flugangst und sie wird immer heftiger! Extrem heftiger, ich habe richtig Panikattacken. Flugangstseminar und Autogenes Training helfen nicht besonders viel. Langsam aber sicher merke ich, dass das vielleicht gar nicht so sehr mit dem fliegen zu tun hat, sondern mit meiner Angst vor dem Tod. Letztes Jahr während meiner Indienreise, hat mich nämlich auch ein Heulkrise befallen.

Was meint Ihr, könnte meine Theorie stimmen?! Und wenn ja, wie kann ich das vielleicht entkoppeln, so dass ich "nur" die Angst vor dem Tod verarbeiten muss? Wäre super wichtig für mich, denn mein nächster Flug ist am Samstag und ich stehe Todesängste durch!

Hoffe Ihr könnt mir helfen, weil ich glaube wirklich, dass es eigentlich keine Flugangst ist!

Vielen herzlichen Dank,
Sarah-Megan
Hallo Sarah-Megan und nachträglich ein Willkommen von meiner Seite aus,

ich muss sagen, ich habe in meinem Leben noch nie ein Flugzeug bestiegen. Dachte auch immer ich hätte Angst davor abzustürtzen - letztendlich habe ich aber gemerkt, das ich einfach nur Panik davor habe in einem kleinen Raum zusammengefercht mit Menschen sitzten zu müssen um dann den Boden unter den Füssen zu verlieren (im übertragenen Sinne). Beides ist absolut inakzeptabel für mich und für mich selbst steht fest, das ich auch niemals ein solches Gerät benutzen werde.
Das mag Dir vielleicht nicht weiterhelfen, aber Deine Angst und Deine Panik muss nicht mal etwas mit dem Tod zu tun haben.

lieben Gruss
Gaby
Liebe Gaby, danke fürs willkommen heissen!

Ich beschäftige mich mit meiner Flugangst nun seit ca. 6 Monaten intensiv, inklusive Verhaltenstherapie. Und was ich für mich zuerst herauskristallisiert habe, ist, dass ich Angst vor dem Absturz habe. Weil Busfahren tu ich gern, und so achterbahnmässiges auf und ab stört mich sonst auch nicht. Mein Lehrer des autogenen Trainings, meinte dann, dass es höchstwahrscheinlich eher Verlust der Kontrolle sei. Zusammen haben wir dann rausgefunden, dass ich die Flugangst eigentlich gar nicht aufgeben möchte, da ich sie für notwenig empfinde. Dies deute darauf hin, dass etwas ganz anderes dahinter ist. Und ich merke einfach, wie mir meine Angst vor dem Tod bewusster wird, je mehr ich mich mit meiner Flugangst beschäftige. Gegen die Angst vor dem Tod möchte ich nach den Ferien eine Therapie machen. Bis dahin muss ich einfach noch die Flugangst von meiner Flugangst wegbringen, sonst wird dieser Flug sehr qualvoll für mich werden (und die Zeit bis dahin).

Grüessli retour,
Sarah
Willkommen auch, Sarah!

Zitat:
Deine Angst und Deine Panik muss nicht mal etwas mit dem Tod zu tun haben.

Das stimmt natürlich - sie kann aber damit zu tun haben, und wenn diese
Annahme es für Dich einfacher macht, dann würde ich dem einmal nachgehen,
bevor ich unerfreulichere Möglichkeiten ins Auge fasse.
Ich selbst kann's nicht nachvollziehen, da ich das Fliegen bisher immer genossen
habe und auch niemand kenne, der an Flugangst leidet. Ob Dir die Versicherung
weiterhilft, dass Deine Vermutung stimmen könnte, weiß ich nicht - wenn das
Problem für Dich so gravierend ist wie es klingt, dann würde ich die Frage mit
einem Psychologen abzuklären versuchen - aber für den Flug am Samstag wird
das wohl wenig helfen...
Liebe Sarah,

ich bin nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner wenn es um ''Todes-Angst' geht - da ich es nicht nachvollziehen kann; aber gestatte mir eine kleine Fragerunde;
Fliegst Du oft, oder bist Du oft geflogen bisher? Was war Dein erster Beweggrund für die Angst.. kommt soetwas von heute auf morgen??

fragenden Gruss
Gaby
Sali Wu!

Auch Dir vielen Dank für Deine Antwort! Ich habe selber schon sooo einen Prozess durchgemacht, von der Flugangst zum begreifen, dass dies wohl "nur" ein Symptom und keine Ursache ist, da möchte ich nicht so schnell aufgeben und weiterforschen. Dass ich dazu Hilfe benötige, denke ich unterdessen auch. Eben, mein Lehrer des autogenen Trainings bietet dies auch an, kombiniert mit Hypnose. Ich vertraue ihm noch, da er mich bereits ein wenig kennt durch die 8 Wochen AT-Stunden. Aber eben, wie Du sagst, vor den Ferien reichts nicht mehr. Ich frage mich nur immer, ob eine Angst eben auch begründet sein kann, und ich besser nicht fliege.....


Gaby, also zu Deinen Fragen:
Ich bin schon häufig geflogen, schon als kleines Kind. Die Angst dümpelt seit 10 Jahren so rum, also seit ich ca. 17 war. Aber eigentlich immer aushaltbar. Nur seit ca. einem Jahr ist es so schlimm, dass ich lieber nicht mehr fliegen möchte. Das war während dem Indienflug, der eigentlich nicht wirklich Anlass zu besonderer Angst gegeben hätte. Das war ja auch da, also ich dann so 10 Tage später noch die Weinattacke hatte, weil ich Angst vor dem Tod habe. Damals habe ich dies nicht mit dem Fliegen in Verbindung gebracht - heute schon. Ich habe mich aber dazu entschlossen, der Angst nicht den Vorrang zu geben und habe diese Ferien gebucht (ich hasse mich jetzt deswegen). Darum habe ich auch das Flugangstseminar gemacht und als dies nicht so sehr geholfen hat, mit autogenem Training angefangen. Vor ca. 3 Wochen habe ich einen Probeflug nach Nizza gemacht. Der Hinflug ging einigermassen, der Rückflug war wieder recht schlimm.

Danke an Euch beiden, dass Ihr mir helfen wollt!
Liebe Sarah,
also den Hass dir gegenüber, das Du die Reise gebucht hast, den kannst Du beruhigt in irgend einen Schrank stellen und einschliessen.
Allerdings habe ich leider auch kein Rezept parat wie Du mit der Angst die nächsten Tage umzugehen hast. Ich kann mich Wu nur anschliessen.
Mir persönlich hilft bei Ängsten oder Furcht aller Art ein ablenken..


lieben Gruss
Gaby
Liebe Sarah -

Du arbeitest ja mit großem Mut und Engagement an der Sache - finde ich toll - da wirst
Du à la longue sicher Erfolg haben... Ich halte Dir mal die Daumen für Samstag!
Mensch, da geht es tatsächlich noch jemanden genauso wie mir.
Ich habe auch schreckliche Angst vor dem Tod und fliege deshalb (seit wir in einem Jahr auf dem Rückflug furchtbare Turbulenzen hatten) auch nicht mehr. Kann mich da voll reinversetzen. Mein Therapeut meinte, das läge daran das die Menschen die Angst vor dem Tod haben, sich anfälliger und endlicher fühlen als andere Menschen. Ich würde sagen, wenn es sich bei dir ähnlich verhält, hängt das auch zusammen. Das ist zwar nicht pauschal sagbar, aber wenn es bei mir so ist, halte ich es auch bei dir für möglich.
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Mit der Angst vor dem Tod, verliert man die Freude am Leben.
www.juliafreimuth.com
Liebe Gaby & Wu,

Vielen Dank für die lieben Antworten, werde mein bestes geben nächsten Samstag. Wobei ich gestern voll wieder die Krise gehabt habe. Ich fühle mich im Moment ständig so eingeschnürt und habe deshalb gestern ein vom Arzt für die Reise verschriebenes Beruhigungsmittel genommen. Nicht mal das hat gewirkt, bin trotzdem in Tränen ausgebrochen!


Liebe Julia,

ich habe Deine Beiträge verfolgt und gemerkt, dass wir ähnlich fühlen. Bei mir hielt sich diese Angst immer in Grenzen, bis jetzt wo ich durch den zuvorstehenden Flug nur noch daran denken kann! Hat Dir Dein Therapeut einen Tipp gegeben, wie Du die Todesangst und die Flugangst entkoppeln kannst?!

Liebs Grüessli, Sarah