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Lebensaufgabe












Hallo,

seit einiger Zeit befasse ich mich mit dem Thema ob mein gegenwärtiges Tun und Handeln relevant für die Zeit nach dem Tod ist und wollte mal fragen was ihr darüber denkt.

Kann ich meine Lebensaufgabe selbst bestimmen (Beruf und Berufung)?
Kann ich meine Lebensaufgabe wiederholen, oder habe ich das gar schon?
was meint Ihr wie sich das bemerkbar machen würde, durch Vorlieben, Interessen, Gesinnungen?

Das Kleinkind ist salopp gesagt ein "Rohling" wenn ein Kind aus einer unmusikalischen oder unreligiösen Familie stammt, wie kann es sein dass es sich zu solchen Dingen hingezogen fühlt.

was macht mich naturverbunden? warum gibts Leute die Lieber für Winterabende sind, andere für Sommertage?

Sind viele Fragen, aber ich freue mich auf eure Gedanken und Antworten

Gruß
Rolf
Lieber Rolf

Herzlich Willkommen und guten Start. Es ist ein gutes Forum hier. Du wirst viel interessantes erleben.

Ich will dir mal meine Sicht zu deinen Fragen zeigen.

Ich glaube, dass der Mensch ausser dem Körper, aus dem wir herausschauen und dem Geist mit dem wir denken eine Seele besitzt, die unsere Verbindung zum transzendenten ist, vielleicht sogar mit dem transzendenten eins ist, aber dennoch individueller Natur. Diese drei Elemente des Menschen sind in meinen Augen miteinander verbunden und wirken gegenseitig aufeinander. Jedoch ist die Seele unvergänglich.

Da die Seele mit dem transzendenten, das du von mir aus gerne als kollektives Bewusstsein oder Gottvater bezeichnen kannst, zusammenhängt und aus ihm entspringt, enthält sie alle Informationen aller anderen Seelen, überhaupt aller Existenz, unabhängig von allen Dimensionen.

Daher ist in meinen Augen ein Neugeborenes nur körperlich und geistig ein Rohling, nicht aber seelisch. Seelisch sehe ich den Neugeborenen als "alten Hasen", der schon immer unabhängig von der Zeit existiert hat. Und er trägt allerhand Information in sich, die mehr oder weniger an die materielle geistige und körperlicher Oberfläche auf der Welt gelangt.

Ob du jetzt sagst der Neugeborene sei "wiedergeboren" oder von Gott geschaffen ist dafür glaube ich gar nicht so relevant - er kommt aus dem grossen Ganzen.

Daher Präferenzen, Prägungen, Neigungen, Eingebung, Intuition, Muse, sprechen in unbekannten Sprachen usw.

Vielleicht aber auch nur die verdrehte Ansicht eines Katholiken, der zu viel Balvatsky gelesen hat

Viele Grüsse,
Andreas
Hallo Rolf,

> Kann ich meine Lebensaufgabe selbst bestimmen (Beruf und Berufung)?

Dazu müßtest du erst einmal klären, ob es so etwas wie eine Lebensaufgabe überhaupt gibt. Das primäre Ziel der physischen Existenz ist es, Erfahrungen mit deinem dir eigenen Charakter zu sammeln. Natürlich können wir uns bestimmte Ziele für unser jeweiliges Leben setzen und dazu kann manchmal auch ein bestimmter Beruf gehören.

In jedem Fall bestimmst du im Rahmen der Sammlung von Erfahrungen beides selbst - Lebensaufgabe und Berufung.

> Kann ich meine Lebensaufgabe wiederholen, oder habe
> ich das gar schon?

Das hängt nun wieder davon ab, was du mit Lebensaufgabe meinst. Aber prinzipiell ist dein gesamten physisches Leben deine eigene Sache. Niemand außer dir selbst bestimmt, was mit dir geschieht.

> was meint Ihr wie sich das bemerkbar machen würde,
> durch Vorlieben, Interessen, Gesinnungen?

Das könnte sowohl bedeuten, daß du in einem früheren Leben eine besondere Vorliebe für etwas hattest, aber umgekehrt genauso, daß du bisher nie etwas damit zu tun hattest, es aber ein wichtiges Ziel für dein aktuelles Leben ist.

> Das Kleinkind ist salopp gesagt ein "Rohling" wenn ein Kind
> aus einer unmusikalischen oder unreligiösen Familie stammt,
> wie kann es sein dass es sich zu solchen Dingen hingezogen fühlt.

Ich stimme hier meinem Vorredner zu. Der Körper ist ein "Rohling", ein immer neues 'Transportmittel' für dein eigentliches Ich. Diese eigentliche - und nebenbei bemerkt unsterbliche - Ich hat einen ganz individuellen Charakter der sich natürlich auf alle pyhsischen Leben auswirkt. Der Körper ist dabei das Produkt der Eltern, aber das Ich nicht. Das Ich hat sich vor der phyischen Existenz bestimmte Eltern ausgesucht, deren Leben die besten Möglichkeiten bieten, um die eigenen gesetzten Ziele verwirklichen zu können. Wenn ein Ziel für das aktuelle Leben bspw. darin besteht, die Erfahrung zu machen, mit acht Geschwistern aufzuwachsen, dann sucht man sich eben genau solche Eltern aus - wie musikalisch sie sind, spielt dabei keine Rolle. Daher können durchaus auch in unmusikalischen Familien kleine Beethoven aufwachsen.

> was macht mich naturverbunden? warum gibts Leute die
> Lieber für Winterabende sind, andere für Sommertage?

Dein Vorlieben sind einfach die Summe aus individuellem Charakter, Erfahrungen der vorangegangenen Leben und Zielsetzung für das aktuelle Leben.
Zitat:
seit einiger Zeit befasse ich mich mit dem Thema ob mein gegenwärtiges Tun und Handeln relevant für die Zeit nach dem Tod ist und wollte mal fragen was ihr darüber denkt.


Es gibt nichts, was drauf hindeutet, dass die persönliche Entwicklung und das Handeln des Menschen durch irgendetwas übernatürliches beeinflusst wird. Alles kann ganz einfach mit natürlichen Vorgängen erklärt werden, jedes Gefühl, jede Reaktion, jeder Gedanke. Das bedeutet, dass du deine Berufung nicht wirklich beeinflussen kannst und für deine Handlungen letztendlich nicht verantwortlich bist.

Es muss nicht bedeutend, dass man keine Seele hat, denn das ist auch so möglich. Die Seele ist halt nur vom Körperlichen insofern getrennt, dass sie keinen Einfluss hat, sondern nur ein Beobachter ist.

Es gibt viele Dinge, die dafür sprechen, dass die Seele nicht den Charakter bildet, zum Beispiel körperliche Verletzungen und Krankheiten, die den Charakter in jeder Beziehung beeinflussen können, oder auch die Tatsache, dass Zwillinge sich immer sehr ähnlich sind (nicht nur äußerlich)...
Danke für eure Antworten, hat sich eine ganz interessante Thematik entwickelt

@ Nebulös

>Es muss nicht bedeutend, dass man keine Seele hat, >denn das ist auch so möglich. Die Seele ist halt nur >vom Körperlichen insofern getrennt, dass sie keinen >Einfluss hat, sondern nur ein Beobachter ist.

In der Rolle als Beobachter sollte die Seele ein allgegenwärtiges Speichermedium darstellen, die nach dem Tod ja das "Ich" verkörpert.
Ebenso, SEI sie nur ein beobachter , dürfte sie für die begangenen Taten auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Aber wenn ich gegen eins der 10 Gebote verstoße, werde ich dafür bestraft. D.H. meine Seele darf nicht nur ein Beobachter sein.


Die Seele ist wohl eine kleine Flamme die in uns wohnt und in jedem leben in unseren Geist übergeht.
Demnach sollte sie auch lernfähig sein und unsere interessen vertreten, unabhängig von familiärer und umfeldwirkender Modifikation.
Die Frage ist demnach ob sie in der Lage ist vor unserem anstehenden Leben unser Schicksal auszuhandeln. vorhin fiel der Begriff "freier Wille", dies sollte ja hier mit einfließen.


Eine kleine Schlussbemerkung ist mir grade gekommen bei dem Begriff "freier Wille."
Unser Schöpfer gab uns Ihn, aber sicherlich nicht damit wir in der Lage sind hinter die Gehmeinisse seiner Schöpfung zu sehen und diese zu verstehen.

Glauben, nicht Wissen sollte ja seine Devise lauten.
jedoch ist dieses Wissen mit reinem Verstand nicht möglich. die frage lautet "warum". da fällt mir etwas zu unserem Gehirn ein.

Die speicherkapazität des Gehirn ist schier unendlich, und theoretisch könnten wir uns an jede sekunde unseres Lebens erinnern. Allerdings können wir nur etwa 10% des gesamtem leistungsumfangs nutzen.
Was der Selektion und des Recht des Stärkeren stark widerspricht in gewisser hinsicht ist das eine Behinderung.

Daher die idee ob wir so eingeschränkt sind, damit wir nicht hinter die Schöpfung blicken können?

Was meint ihr dazu

Gruß
Rolf
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