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Lebensaufgabe












Hallo Rolf,

> In der Rolle als Beobachter sollte die Seele ein allgegenwärtiges
> Speichermedium darstellen, die nach dem Tod ja das "Ich" verkörpert.

Das mit dem "Ich" ist so eine Sache, denn eigentlich gehören wir alle einem gemeinsamen Ursprung, einem großen Ganzen an, zu dem wir auch ständig Kontakt haben und zu dem wir auch wieder zurückkehren. Das "Ich" oder auch die Seele ist eine abgespaltene, individuelle Ausprägung dieses großen Ganzen. Unser 'Job', wenn man so will, ist es mit dieser individuellen Ausprägung so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Unsere physische Realität ist eine Art 'Lernsystem', geschaffen, um die Isolation und ihre Wechselwirkungen erfahren zu können. Das geht nur, indem die Verbindung zu unserem Ursprung für die Zeit unseres Aufenthalts unterbrochen oder zumindest stark gedämpft wird.

Das allgegenwärtige Speichermedium sind wir selbst - zusammen mit all den anderen 'Kindern' unseres Ursprungs. Außerhalb der physischen Realität können wir auf die gesammelten Erfahrungen anderer zugreifen, weil wir alle verbunden sind. Hier geht das nicht. Das Ich kann nun - je nachdem, welchen Bezugsrahmen man wählt - unser gegenwärtiges Ich sein (die physische Manifestation) oder unsere 'Familie' auf der nichtphysischen Seite oder deren Familien oder einfach das große Ganze.

> Ebenso, SEI sie nur ein beobachter , dürfte sie für die
> begangenen Taten auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Das wird sie / werden wir auch nicht. Es gibt kein Gut und kein Böse - es gibt nur Erfahrung. Die zehn Gebote sind eine kirchliche Erfindung, wie auch das gesamte System aus Sünde, Himmel und Hölle. Geschaffen, um die Menschen kontrollieren zu können. Der einzige, der unser Leben bewertet, sind wir selbst als Individuum. Wenn wir das wollen...

> Die Frage ist demnach ob sie in der Lage ist vor unserem
> anstehenden Leben unser Schicksal auszuhandeln.

Die Seele ist nichts, was sich von uns unterscheiden würde. Wir sind die Seele. Unser Körper ist lediglich das physische Transportmittel, das es uns erlaubt, die physische Realität mit allen Sinnen zu erfahren. Ein Vermittler also zwischen physischer und nichtphysischer Realität.
> Unser Schöpfer gab uns Ihn, aber sicherlich nicht damit wir in
> der Lage sind hinter die Gehmeinisse seiner Schöpfung zu sehen
> und diese zu verstehen.

Wir wissen diese 'Geheimnisse' schon lange, wir haben nur in der physischen Realität keinen Zugriff mehr darauf. Der freie Wille ist uns inhärent und auch notwendig, denn ohne ihn wären wir doch sehr eingeschränkt, was unsere Aufgabe angeht, das Unbekannte zu erforschen.

> jedoch ist dieses Wissen mit reinem Verstand nicht möglich.

Natürlich ist das möglich - nur eben nicht hier. Wir müssen uns hier zwangsläufig (aber freiwillig) den Gesetzen der physischen Realität anpassen und die sehen so etwas nicht vor. Das ist Absicht, denn nur so lassen sich unbeeinflußt Erfahrungen in der physischen Realität sammeln.

> Die speicherkapazität des Gehirn ist schier unendlich,

Unser Gehirn speichert nichts - es ist nur eine Art "Trafo", ein Vermittler zwischen der physischen und der nichtphysischen Realität.

> und theoretisch könnten wir uns an jede sekunde unseres
> Lebens erinnern.

Auch praktisch. Und zwar nicht nur erinnern, sondern auch durchleben - in 3D und Farbe mit allen Emotionen. Und zwar nicht nur unsere eigenen Erinnerungen, sondern auch diejenigen der Personen, mit denen wir interagiert haben. Man kann ganz genau durchleben, wie bspw. unser Partner sich gefühlt hat, als wir ihm einen Heiratsantrag machten - oder wie er sich fühlte, als wir ihn bloßstellten oder verletzen. Das ist dann kein Film, man durchlebt die Situation als der andere... Das geht aber eben nicht hier, weil uns hier die bewußte Verbindung fehlt.

> Was der Selektion und des Recht des Stärkeren stark widerspricht
> in gewisser hinsicht ist das eine Behinderung.

Eine Selektion findet nur auf horizontaler Ebene innnerhalb der Arten statt. Auf vertikaler Ebene hätte der Mensch eine Selektion nie überleben können, weil er viel zu viele Schwachstellen hat. Im Gegensatz zu Tieren, die ja perfekt auf ihren Lebensraum angepaßt sind, ist der Mensch alles andere als perfekt.
>Eine Selektion findet nur auf horizontaler Ebene >innnerhalb der Arten statt. Auf vertikaler Ebene hätte >der Mensch eine Selektion nie überleben können, weil >er viel zu viele Schwachstellen hat. Im Gegensatz zu >Tieren, die ja perfekt auf ihren Lebensraum angepaßt >sind, ist der Mensch alles andere als perfekt.

Der Mensch hätte gekonnt, konnte und hat es getan.
Der Mensch ist nicht perfekt, er ist an keinerlei lebensraum angepasst. da gebe ich dir recht, aber er hat daraus gelernt und hat sich eben selbst angepasst. Er war in der Lage, Werkzeug zu erfinden, sich Felle zu bauen und Feuer zu machen. Der unanfechtbare Beweis ist die Evolution. Und DER beweis überhaupt ist, dass wir hier im Internet darüber diskutieren können.


>Unser Gehirn speichert nichts - es ist nur eine Art >"Trafo", ein Vermittler zwischen der physischen und >der nichtphysischen Realität.

Selbst wenn es so wäre, so könnten wir hier nicht sitzen und schreiben, jedes wort jeder gedanke würde uns sofort entfallen, WENN er überhaupt zu stande käme.


>Wir wissen diese 'Geheimnisse' schon lange, wir >haben nur in der physischen Realität keinen Zugriff >mehr darauf. Der freie Wille ist uns inhärent und >auch notwendig, denn ohne ihn wären wir doch sehr >eingeschränkt, was unsere Aufgabe angeht, das >Unbekannte zu erforschen.


Nun ja, als ich den beantworteten Satz schrieb war es Grundvoraussetzung, dass wir darüber in Kenntnis sitzen.


Nunja kein Gut und kein Böse. Adolf Hitler? Judenfrage?
Amerikaner und Indianer? nur ein Spiel?
Sowjet Union? alles nur Show?

hmm....

Die kirche nur Fiktion. Wenn wir zu einem gemeinsamen Ursprung angehören, im Diesseits und Jenseits und wenn wir in der Lage sind zwischen diesen Welten zu schwanken. So wird es mit sicherheit auch irgendwelche Zwischenwesen geben die darüber wachen, das sind fast gezwungene Maßnahmen. Was ist denn der Ursprung. die Kirche hat den Ursprung als "Gott" interpretiert.

Danke dir für deine Antworten, dennoch beantworten sie eher dir Frage nach dem Sinn des lebens, anstatt auf meine Anfangs gefragten kriterien

Gruß Rolf
Zitat:
Ebenso, SEI sie nur ein beobachter , dürfte sie für die begangenen Taten auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Aber wenn ich gegen eins der 10 Gebote verstoße, werde ich dafür bestraft. D.H. meine Seele darf nicht nur ein Beobachter sein.


Wie kommst du darauf, dass du dafür bestraft wirst? Das ist doch nur deine Vermutung. Viel logischer und vernünftiger ist es, wenn man davon ausgeht, dass man nicht dafür bestraft wird.

Zitat:
Die Frage ist demnach ob sie in der Lage ist vor unserem anstehenden Leben unser Schicksal auszuhandeln. vorhin fiel der Begriff "freier Wille", dies sollte ja hier mit einfließen.


In ihrer Welt hat die Seele sicher einen freien Willen, aber hier hat sie keinen mehr. Allein schon die Tatsache, dass die Seele nichts mehr von sich weiß und sich an nichts mehr erinnern kann, deutet doch schon stark darauf hin, dass sie für die Zeit des Lebens nur noch ein Sklave des Körpers ist.
@ Rolf

Erst einmal herzlich willkommen in diesem Forum, wo so viele Meinungen aufeinander treffen und wo doch jeder mit seinen Ansichten und Erfahrungen dem anderen beistehen will, auch wenn ganz verschiedene Akzente in den Vordergrund geschoben werden. Hast du es schon bemerkt? Der eine stellt die Existenz der Seele in Frage, der andere betont, wir sind nur ein jeweils individueller Ausdruck eines übergreifenden Ganzen, usw.

Wenn du nun nach der Lebensaufgabe eines Menschen frägst, so unterscheide ich zwei Bereiche: Den Bereich des Alltags und die Dimension des geistigen Blickwinkels. Und obwohl sich das grundsätzlich unterscheidet, haben doch beide Wirklichkeiten eines gemeinsam:

Es ist die freie Entfaltung, ich meine der freie Wille. Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil unseres Menschseins, und das, obwohl wir notgedrungen vielen Zwängen, Umständen und Regeln folgen müssen.

Viele Menschen reden überhaupt nur davon, dass für uns alles von vornherein bestimmt oder fix vorgegeben ist. Bitte, Ansichtssache. Hier halte ich nur dagegen: Man trifft in Wirklichkeit ständig neue, freie und eigenständige Entscheiungen. Ein Beispiel: Angenommen du bist krank und musst 3x am Tag eine Tablette nehmen. Geht in Ordnung, aber du entscheidest jedesmal neu über den Zeitpunkt der Einnahme. Darüber kannst du immer wieder frei entscheiden, es liegt ganz bei dir.

Das heißt, du kannst dich auch frei für einen Beruf entscheiden. Du kannst ihn frei wechseln. Du kannst dich auch entscheiden, in welcher Stadt du wohnen willst oder wo du dir ein Haus bauen würdest und wie du es innerhalb deiner finanziellen Möglichkeiten gestaltest. Es liegt frei in deinem Ermessen, ob du dann auch liebevoll auf das hinhörst, was dir deine Liebste oder deine Frau dazu zu sagen hat. Usw. usw.

Für die geistige Dimension kannst du aber auch viele freie Entscheiungen festlegen. Du kannst deiner Lebensaufgabe bewusst oder auch unbewusst nachkommen. Bewusst kannst du häufig beten, meditieren, dir Vorstellungen über dich, deine innere Struktur oder über Gott aufbauen. Du könnest frei ein asketischen Leben in tiefer Einsamkeit wählen oder du kannst unbewusst geistige Haltung im Kreis deiner Familie pflegen. Du kannst frei darüber entscheiden, ob dir der Gedanke etwas bringt, dass es nach dem Sterben ein sicheres Weiterleben im Jenseits gibt. Du kannst dich frei entscheiden, ob dir die Liebe Gottes wichtiger erscheint als seine Gerechtigkeit, eine strege Gerechtigkeit, die dich schussendlich auch für ewig in der Hölle schmoren und braten lassen würde.

Und es liegt in deinem freien Ermessen, dir als Lebensaufgabe eine schöne Orientierung aufzubauen oder nicht. Aus dem Gedanken der unendlich vielen Möglichkeiten habe ich mir erlaubt, ein Buch als Wegweiser zu schreiben. Selbstlob ist ja verpönt, aber ich weiß, es hält doch einiges bereit, meint - reinwiel

www.balanceamweg.de.ki
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