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Lieber Andreas,
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Ich kenne den Katechismus der katholischen Kirche und er drückt sich zu diesem Thema in einiger Auslegung so aus:
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Ich zitiere noch einmal aus dem Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche.
Sünden, die entsprechend der jeweiligen Natur des Gegenstandes schwer gegen die Keuschheit verstoßen, sind: Ehebruch, Selbstbefriedigung, Unzucht, Pornographie, Prostitution, Vergewaltigung, homosexuelle Handlungen. Diese Sünden sind Ausdruck des Lasters der Unkeuschheit. Wenn sie an Minderjährigen begangen werden, wiegen solche Handlungen noch schwerer, weil sie gegen deren physische und moralische Unversehrtheit verstoßen. (KKKK 492. / 2351-2359, 2396)
Und dann noch einmal aus dem vollen Katechismus:
Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert" (CDF, Erkl. „Persona humana" 9).
Um ein ausgewogenes Urteil über die sittliche Verantwortung jener, die sich hierin verfehlen, zu bilden und um die Seelsorge danach auszurichten, soll man affektive Unreife, die Macht eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren berücksichtigen, welche die moralische Schuld vermindern oder sogar aufheben. (KKK 2352)
Der Katechismus lehnt Selbstbefriedigung also als Sünde ab, ja brandmarkt sie sogar!
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| Der Katechismus ist für mich als Katholiken Leitlinie aber nicht Gottes Wort. Er interpretiert und kommentiert Gottes Wort. In meiner Gottessuche bin ich aber frei. Wenn ein Sachverhalt des Lebens, eindeutig aus dem Wort Gottes herfvorgehend oder nur schwer anders auslegbar Sünde ist, so erziehe ich mich wenn es schwer fällt zur Disziplin. |
Nun stellt sich die Frage nach dem Anspruch des Katechismus. Johannes Paul II., aka "der vorherige Papst", schrieb in der Einleitung zum Katechismus:
Der ,,Katechismus der katholischen Kirche", den ich am 25. Juni 1992 approbiert habe und dessen Veröffentlichung ich kraft meines apostolischen Amtes heute anordne, ist eine Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird. Ich erkenne ihn als gültiges und legitimes Werkzeug im Dienst der kirchlichen Gemeinschaft an, ferner als sichere Norm für die Lehre des Glaubens. Möge er der Erneuerung dienen, zu der der Heilige Geist die Kirche Gottes, den Leib Christi, die Pilgerin auf dem Weg zum unvergänglichen Licht des Reiches, unablässig ruft. (Johannes Paul II., APOSTOLISCHE KONSTITUTION ,,FIDEI DEPOSITUM", 4. Geltung des Textes)
Diese Aussage verstehe ich so, dass dieses Dokument kirchenrechtlich verbindend ist. Somit Selbstbefriedigung also kirchenrechtlich eine Sünde ist, welche gebrandmarkt wird. Ich lasse mich hier gern belehren.
In meiner Buchausgabe stimmt Benedikt XVI. dem Katechismus voll zu, eine solch neue Auflage habe ich auf der Webseite des Vatikans nicht gefunden, von welcher ich hier zitiert habe.
Was du als privater Mensch machst, ist natürlich deine Sache, aber mit der Lehre der Katholischen Kirche scheint es nicht übereinzustimmen.
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Hier aber sehe ich es anders. Der erste fettmarkierte Satzteil ist in meinen Augen nicht richtig. "Das sittliche Empfinden der Gläubigen" ist hier keineswegs so eindeutig auf der Linie des tw. doch recht lustfeindlichen Augustinus. Das sittliche Empfinden von mir als Gläubigen hat dagegen jedenfalls nichts. Und wie gesagt: der Katechismus ist nicht Gottes Wort, und das ist für uns Katholiken eben an erster Stelle.
Und der Katechismus weiss ja selbst auch um die Relativität seiner Auslegung, wie der zweite markierte Satz zeigt. Hier steht, dass der Fehler der Masturbation durch die Umstände, wie z.B. so etwas lapidares wie Gewohnheit, aufgehoben werden kann.
Augustinus halte ich persönlich in dieser Sache für "im Irrtum". Aber das kann schon passieren und ist auch in Ordnung. Man wird nicht exkommuniziert, wenn man das denkt, denn nur einer war ohne Fehler vor Gott. Und das ist Jesus selbst. |
Nimm es mir jetzt bitte nicht übel, aber wenn ich die Bestimmungen aus dem Katechismus anschaue und den Anspruch des Katechismus, dann scheint es kirchenrechtlich Häresie zu sein, was du hier betriebst.
Mir ist das ehrlich gesagt egal, nur das als legitime katholische Sicht zu bezeichnen, halte ich dich für nicht tragbar. Soweit ich weiß ist die apostolische Sukzession über Petrus in der Katholischen Kirche unfehlbar, und nach katholischer Lehre geht diese über den Bischof bzw. den Patriarch von Rom, welcher eben Papst genannt wird. Aus der Bibel wird dazu angeführt:
Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Matthäus 16,18-9 nach der Einheitsübersetzung)
Heißt wohl in diesem Falle, wenn der Papst Selbstbefriedigung nicht mag und sie brandmarkt, dann ist dies bei Gott genauso. Das schließt natürlich Gnade, Verzeihung, Vergebung etc. durch Gott nicht aus.
Wenn ich hier Quark geschrieben habe, dann lasse ich mich gern belehren, aber ich habe mich in all dem ja auf katholische Texte bezogen.
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| Hier bist du etwas respektlos gegenüber meiner Konfession, muss ich sagen. Der Abfall hat wohl eher etwas mit Materialismus und "Aufklärung" zu tun, als mit dem Katholizismus an sich. Denn in der westlichen Welt fallen Katholiken, Protestanten, Juden und Muslime gleichermassen vom Glauben ab, weil sie denken, dass sie wegen des Reichtums und der fortgeschrittenen Medizin Gott nicht mehr brauchen. Abgesehen davon gibt es im Katholizismus zwei entgegengesetzte Entwicklungen. Die dem Materialismus Verfallenen, fallen langsam ab vom Glauben, aber viele andere finden ihn auch neu. Und viele kommen zurück. Schon bald wird letztere Entwicklung erstere zahlenmässig wieder übertreffen. Aber das ist eine andere Diskussion. |
Wie ich schon schrieb, es war nicht meine Absicht respektlos gegenüber deiner Konfession zu sein. Fakt ist aber, das die Katholische Kirche ihre Moral, insbesondere in Westeuropa und Nordamerika, nicht mehr durchzusetzen vermag und sich dabei inzwischen auch recht geduldig gibt. So z.B. der Verzicht auf Exorzismen in Deutschland (ich weiß nicht wie es in anderen europäischen Ländern ist), aber in anderen Teilen der Welt wird er munter weiter vollzogen. Nimm es mir nicht übel, aber das, und einige andere Dinge, kommen mir etwas "Doppelzüngig" vor.
Ich weiß nicht ob du schon lange genug in diesem Forum bist, aber ich bin der Letze der an dem beliebten "sich-mal-über-Katholiken-lustig-machen" teilnimmt, oder sämtliche Schuld immer auf "die Kirche" lädt.
Natürlich haben andere Religionsgemeinschaften ähnliche Probleme, obwohl oft wesentlich liberaler, rennen den evangelischen Konfessionen die Mitglieder sogar noch schneller weg als der katholischen Kirche, zumindest in Deutschland. Wie du schreibst liegt es gewiss nicht allein an der katholischen Kirche oder deren Mitglieder, sondern hat eben auch viel mit dem allgemeinen Trend in der Gesellschaft zutun.
Nur, gerade für die katholische Kirche, oder das Christentum generell, spricht dies alles nicht. Und das ist keine Kritik an Jesus, den christlichen Glauben, oder sonstiges, sondern eine rein soziale Betrachtung.
Liebe Freunde! Der Niedergang in den Schicksalen der Inhaber weltlicher Macht spielte sich zur selben Zeit ab wie die nicht minder erschiitternde Abnahme des Einflusses der geistigen Führer der Welt. Die gewaltigen Ereignisse, die der Auflösung so vieler König- und Kaiserreiche vorausgingen, sind zeitlich nahezu zusammengefallen mit der Zerstörung der scheinbar unverletzlichen Bollwerke religiöser Orthodoxie. Dieses gleiche Geschehen, das in tragischer Schnelle den Urteilsspruch über Könige und Kaiser besiegelte und ihre Herrscherhäuser auslöschte, hat auch das Ansehen der kirchlichen Führer des Christentums und des Islám geschädigt und in einigen Fällen den Sturz ihrer höchsten Einrichtungen bewirkt. Wahrhaftig, "die Macht ist entrissen"* beiden, "Königen und Geistlichen". Die Glorie dieser ist verdunkelt, die Macht jener ist unwiderruflich dahin. (Shoghi Effendi, Der Verheissene Tag ist gekommen 20:1 [1941])
* In den Zitaten zitiert Shoghi Effendi Bahá'u'lláhs Schriften.
Liebe Grüße, Tobias
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Lieber Positiv,
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@Tobias
Deine Behauptung ist absurd.
Hier bei uns ist "Katholen" sogar ein Kosewort für "Katholiken" innerhalb eines ökomenischen Arbeitskreises, dem ich angehöre. Also, lass Deine Schubladentechnik da, wo sie hingehört, nämlich draußen! - Und für mich, wie ich schon schrieb, seit über 10 Jahren der Begriff für Angehörige dieser Konfession, und keiner hat sich beklagt. - Was sollen also Deine Vorurteile |
Meine Vorurteilen basieren auf der Kenntnis der deutschen Sprache.
Ka|tho|le, der; -n, -n [zu →katholisch] (ugs. abwertend): Katholik. (Duden)
Zumindest da wo ich herkomme weiß das auch fast jeder. Kathole sagt man nur, wenn keiner dabei ist.
Was sein könnte, das du aus einer extrem katholische Gegend kommst, wo man das Wort entweder nicht kennt, oder eben seine Bedeutung nicht kennt. Siehe dazu hier, natürlich auf die folgenden Seiten:
http://www.jstor.org/stable/2912208?seq=1 (Kann sein, das dieser Link bei euch nicht geht, weil ich dort einen speziellen Zugang über das Uninetzwerk habe)
Liebe Grüße, Tobias
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