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Lieber Tobias
Ich kenne den Katechismus der katholischen Kirche und er drückt sich zu diesem Thema in einiger Auslegung so aus:
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2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert" (CDF, Erkl. „Persona humana" 9).
Um ein ausgewogenes Urteil über die sittliche Verantwortung jener, die sich hierin verfehlen, zu bilden und um die Seelsorge danach auszurichten, soll man affektive Unreife, die Macht eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren berücksichtigen, welche die moralische Schuld vermindern oder sogar aufheben. |
Der Katechismus ist für mich als Katholiken Leitlinie aber nicht Gottes Wort. Er interpretiert und kommentiert Gottes Wort. In meiner Gottessuche bin ich aber frei. Wenn ein Sachverhalt des Lebens, eindeutig aus dem Wort Gottes herfvorgehend oder nur schwer anders auslegbar Sünde ist, so erziehe ich mich wenn es schwer fällt zur Disziplin.
Hier aber sehe ich es anders. Der erste fettmarkierte Satzteil ist in meinen Augen nicht richtig. "Das sittliche Empfinden der Gläubigen" ist hier keineswegs so eindeutig auf der Linie des tw. doch recht lustfeindlichen Augustinus. Das sittliche Empfinden von mir als Gläubigen hat dagegen jedenfalls nichts. Und wie gesagt: der Katechismus ist nicht Gottes Wort, und das ist für uns Katholiken eben an erster Stelle.
Und der Katechismus weiss ja selbst auch um die Relativität seiner Auslegung, wie der zweite markierte Satz zeigt. Hier steht, dass der Fehler der Masturbation durch die Umstände, wie z.B. so etwas lapidares wie Gewohnheit, aufgehoben werden kann.
Augustinus halte ich persönlich in dieser Sache für "im Irrtum". Aber das kann schon passieren und ist auch in Ordnung. Man wird nicht exkommuniziert, wenn man das denkt, denn nur einer war ohne Fehler vor Gott. Und das ist Jesus selbst.
Grüsse,
Andreas
P.S.:
| Zitat: |
| nur spricht der breite Abfall der Katholiken von katholischen Glaubenssätzen nicht unbedingt für den Katholizismus. |
Hier bist du etwas respektlos gegenüber meiner Konfession, muss ich sagen. Der Abfall hat wohl eher etwas mit Materialismus und "Aufklärung" zu tun, als mit dem Katholizismus an sich. Denn in der westlichen Welt fallen Katholiken, Protestanten, Juden und Muslime gleichermassen vom Glauben ab, weil sie denken, dass sie wegen des Reichtums und der fortgeschrittenen Medizin Gott nicht mehr brauchen. Abgesehen davon gibt es im Katholizismus zwei entgegengesetzte Entwicklungen. Die dem Materialismus Verfallenen, fallen langsam ab vom Glauben, aber viele andere finden ihn auch neu. Und viele kommen zurück. Schon bald wird letztere Entwicklung erstere zahlenmässig wieder übertreffen. Aber das ist eine andere Diskussion.
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| Eine Antwort gibt es von mir heute Abend. Nur vorweg, ich habe hier die Problematik des Zerfalls des Glaubens nicht alleinig auf den Katholizismus abwälzen wollen.
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Dass es bei den Katholen (perverserweise) verboten ist, ist doch bekannt!
Gruß
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| positiv, der Begriff Kathole ist negativ besetzt, er ist auf der gleichen ebene wie Muselmann für Muslime, also lass das bitte.
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@Tobias
Deine Behauptung ist absurd.
Hier bei uns ist "Katholen" sogar ein Kosewort für "Katholiken" innerhalb eines ökomenischen Arbeitskreises, dem ich angehöre. Also, lass Deine Schubladentechnik da, wo sie hingehört, nämlich draußen! - Und für mich, wie ich schon schrieb, seit über 10 Jahren der Begriff für Angehörige dieser Konfession, und keiner hat sich beklagt. - Was sollen also Deine Vorurteile?
Gruß
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