Keuschheitsgebot in der Bahai-Religion


Zitat:
Vielen Dank der Nachfrage. Es geht mir gut soweit. Bin mit meinem Studium schwer beschäftigt, weswegen ich leider auch nicht so viel Zeit zum schreiben habe. Ich hoffe dir geht es auch soweit gut.


Ja - bin mit allem zufrieden.

Studium habe ich zum Glück schon hinter mir... seit acht Jahren schon - so schnell wird man alt

Alles Gute
Burkl hat folgendes geschrieben:
Der Gründer des Islams war nicht nur demütiges Opfer, der selbst um des Glaubens Willen gelitten hat, sondern auch ein "Feldherr", der Kriege geführt hat.


Ich bin normalerweise nicht für längeres Zitieren;
aber in dem Fall möchte ich Abdu'l Baha zum Thema 'Mohammad' zitieren:

Die militärischen Unternehmungen Muhammads waren im Gegenteil immer Verteidigungskriege. Ein Beweis hierfür ist, dass während dreizehn Jahren in Mekka Er und Seine Jünger die heftigsten Verfolgungen erduldeten. Sie waren in dieser Zeit das Ziel für die Pfeile des Hasses. Einige Seiner Gefährten wurden getötet und ihres Vermögens beraubt, andere flohen in fremde Länder. Muhammad Selbst floh mitten in der Nacht nach Medina, nachdem die Quraischiten (Ein arabischer Stamm, der z. Z. Muhammads in Mekka seinen Wohnsitz hatte und dem auch der Offenbarer angehörte), die Ihn bis zum äußersten verfolgt hatten, entschlossen waren, Ihn zu ermorden. Jedoch auch dann ließen Seine Feinde nicht ab, sondern verfolgten Ihn bis nach Medina und Seine Jünger sogar bis Abessinien.

Diese arabischen Stämme standen auf der tiefsten Stufe der Barbarei und Rohheit. Mit ihnen verglichen, waren die Wilden und die unzivilisierten Indianer Amerikas entwickelt wie ein Platon. Denn die amerikanischen Wilden begruben nicht ihre Kinder lebendig, wie es diese Araber mit ihren Töchtern taten, wobei sie noch wie auf eine edle Tat stolz darauf waren (Die Baní-Tamín, einer der wildesten arabischen Stämme, übten diese grausame Sitte aus.).
So sagten viele Männer drohend zu ihren Frauen: "Wenn du eine Tochter zur Welt bringst, töte ich dich." Selbst bis auf den heutigen Tag bedauern es die Araber, wenn ihnen ein Mädchen geboren wird. Ferner, wenn ein Mann wollte, konnte er sich tausend Frauen nehmen, und die meisten Männer hatten über zehn Frauen in ihrem Haushalt. Wenn diese Stämme Krieg machten, nahm der siegreiche die Frauen und Kinder des unterworfenen Stammes gefangen und behandelte sie wie Sklaven.
Starb ein Mann, der zehn Frauen gehabt hatte, nahmen die Söhne Besitz von ihren gegenseitigen Müttern. Und wenn ein Sohn seinen Mantel über eine Frau seines Vaters geworfen und ausgerufen hatte "Diese Frau ist mein gesetzliches Eigentum", wurde die unglückliche Frau sofort seine Gefangene und Sklavin. Er konnte mit ihr anfangen, was er wollte. Er konnte sie töten, in einer Grube gefangen halten oder sie schlagen, verwünschen und misshandeln, bis der Tod sie erlöste. Nach arabischem Brauch war er ihr Herr.

Augenscheinlich müssen Bosheit, Eifersucht, Hass und Feindschaft zwischen den Frauen und Kindern eines Haushalts geherrscht haben, und es ist deshalb nicht nötig, sich weiter über diesen Gegenstand auszulassen. Bedenke noch einmal, wie die Stellung und das Leben dieser unterdrückten Frauen waren! Darüber hinaus lebten diese arabischen Stämme von Plünderung und Raub, so dass sie dauernd durch Kampf und Krieg in Anspruch genommen waren, einander töteten, Hab und Gut, gegenseitig plünderten und verwüsteten, Frauen und Kinder gefangen nahmen und an Fremde verkauften. Wie oft geschah es, dass Töchter und Söhne eines Fürsten, die ihre Tage zu Nächten der Gefallsucht und des größten Luxus gemacht hatten, ihre Nächte in Morgen schrecklicher Schmach, Armut und Gefangenschaft verwandelt sahen. Gestern waren sie Fürsten gewesen, heute Gefangene; gestern große Damen, heute Sklavinnen.

Unter diesen Stämmen war Muhammad groß geworden. Nachdem Er dreizehn Jahre der Verfolgung durch sie ausgehalten hatte, floh Er (nach Medina). Aber diese Menschen hörten nicht mit der Bedrückung auf. Sie vereinigten sich, um Ihn und alle Seine Anhänger auszurotten. Unter solchen Umständen war Muhammad gezwungen, zu den Waffen zu greifen. Das ist die Wahrheit. Wir sind persönlich nicht blindgläubig und wollen Ihn auch nicht in Schutz nehmen, aber wir sind gerecht und sagen, was richtig ist. Betrachte es in Gerechtigkeit.

Abdu'l Baha / Beantwortete Fragen

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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:
Unter solchen Umständen war Muhammad gezwungen, zu den Waffen zu greifen. Das ist die Wahrheit.


Während er noch redete, kam Judas, einer der Zwölf, mit einer großen Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren; sie waren von den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes geschickt worden. Der Verräter hatte mit ihnen ein Zeichen verabredet und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es; nehmt ihn fest. Sogleich ging er auf Jesus zu und sagte: Sei gegrüßt, Rabbi! Und er küsste ihn. Jesus erwiderte ihm: Freund, dazu bist du gekommen? Da gingen sie auf Jesus zu, ergriffen ihn und nahmen ihn fest. Doch einer von den Begleitern Jesu zog sein Schwert, schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab.
Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.


(Mt 26, 47-52)

Auch Jesus hätte sich wohl mit Fug und Recht in Notwehr "verteidigen" können und "zu den Waffen greifen lassen". Warum hat er es nicht getan? Weil Gottes Kategorien der Gerechtigkeit andere sind... Ich glaube, dass diese Art von Gerechtigkeit, die uns zu retten vermag aus dem Kreislauf des Hasses, einzig und alleine in Jesus Christus voll aufgestrahlt ist.
Minou hat folgendes geschrieben:
Diese arabischen Stämme standen auf der tiefsten Stufe der Barbarei und Rohheit. ... Wenn diese Stämme Krieg machten, nahm der siegreiche die Frauen und Kinder des unterworfenen Stammes gefangen und behandelte sie wie Sklaven. ... Er konnte mit ihr anfangen, was er wollte. Er konnte sie töten, in einer Grube gefangen halten oder sie schlagen, verwünschen und misshandeln, bis der Tod sie erlöste. Nach arabischem Brauch war er ihr Herr.


Als Muhammad und seine Gefolgsleute - darunter Frauen - in Medina weilten und den wie oben beschriebenen Belagerern ausgesetzt waren - hatte er da nicht schon zuvor seine Offenbarung durch den Erzengel Gabriel erhalten? Baut der Koran nicht darauf auf? Und was geschah nun später in Medina? Drohten den Frauen aus der Anhängerschar des Propheten nicht massive Übergriffe von Seiten der Belagerer? Und war es nicht Omar, der Muhammad überredete, dass die Frauen sich verschleiern sollen, um nicht unnötig die Aufmerksamkeit der arabischen Unholde zu erwecken?

Eine in jener Situation durchaus sinnvolle und weise Vorkehrung. Doch was haben die Muslime daraus gemacht? Sie haben die Mär eines prinzipiellen Verhüllungsgebotes als Wille Allahs in die Welt gesetzt. Aus niederen Beweggründen. Nicht um Sorge für die muslimische Frau, sondern als Symbol eigener Besitzansprüche, die sie von den wilden Arabern übernommen haben. Dafür ist Muhammad nicht verantwortlich. Der Islam wurde von seinen Nachfolgern pervertiert.
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Die Galaxis ist eine Scheibe
Burkl hat folgendes geschrieben:
Studium habe ich zum Glück schon hinter mir... seit acht Jahren schon - so schnell wird man alt


Ja, wirklich! Bei mir ist der erste Studienabschluss ... ui - ich sag' lieber nicht (!) Jahre her, der zweite 24 Jahre! Also, ich brauche hinter die Ekenntnis des Altwerdens kein mehr zu setzen . Ist wirklich verdammt schnell vergangen die Zeit...
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Liebe Leute, ich sehe, wir kommen stark vom Thema ab! Habt Ihr Interesse, weiter über Muhammad zu diskutieren? Dann sollten wir nämlich einen neuen Thread aufmachen.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:

Ja, wirklich! Bei mir ist der erste Studienabschluss ... ui - ich sag' lieber nicht (!) Jahre her, der zweite 24 Jahre! Also, ich brauche hinter die Ekenntnis des Altwerdens kein mehr zu setzen . Ist wirklich verdammt schnell vergangen die Zeit...


Tja - gleich zwei Studienabschlüsse - da kann ich nicht mithalten. Ich wollt es bis jetzt nur einmal wissen - Jus hat gereicht.

Wenn ich jetzt noch Theologie und Philosophie nachschiebe überkommt mich am Ende noch die Faust'sche Glaubenskrise.



Alles Liebe
Minou hat folgendes geschrieben:
Liebe Leute, ich sehe, wir kommen stark vom Thema ab! Habt Ihr Interesse, weiter über Muhammad zu diskutieren? Dann sollten wir nämlich einen neuen Thread aufmachen.


Es geht nach wie vor um religiös begründete Keuschheitsgebote. Am Beispiel Muhammad (Zur Erinnerung: Du selbst hast ihn hier thematisiert) sollte nur festgestellt werden, dass religiöse Moralvorstellungen nicht unbedingt auf authendischer Überlieferung beruhen.

Von Menschen, die über Studienabschlüsse verfügen, darf man wohl erwarten, die Komplexität diverser Diskussionsverläufe anzuerkennen.

Viele Grüße
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Die Galaxis ist eine Scheibe
Zitat:
Von Menschen, die über Studienabschlüsse verfügen, darf man wohl erwarten, die Komplexität diverser Diskussionsverläufe anzuerkennen.


Schlage als neuen Thread vor: Gewaltlosigkeit als göttliches Prinzip - Unterschiedliche Sicht der Religionen.
Gewaltlosigkeit als göttliches Prinzip kann so aber nicht stimmen. Es sei denn, Naturgewalten führen ein gottverlassenes Eigenleben.
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Die Galaxis ist eine Scheibe