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Es gibt keinen Gott!Aber der Teufel steckt in jedem von uns!












Lieber Wut,

ich möchte Dir mein Beileid aussprechen! Erst habe ich mich nicht getraut zu deinem Beitrag etwas zu schreiben, vor Ehrfurcht vor der Schwere des Ereignisses. Es ist schon schwer die richtigen Worte für so einen Verlust zu finden. Und wenn ich daran denke, dass mein Vater in einigen Jahren auch sterben könnte, denn er ist krank, wird mir ganz anders. Wenn ich an den Tod meiner Grossmutter, einer herzensguten Frau, denke ebenso.

Dieses Gefühl ist ein Gefühl des Bauches. Des Körpers, des Fleisches. Und nur auf dieser Ebene existiert Leid. Zum Glück ist es eine wenig bedeutende Ebene. Dennoch ist es ein tief menschliches Gefühl. Trauer, darüber, dass jemand nicht mehr auf der Erde in unserem hiesigen Leben ist. Ich trauere, weil jemand, den ich liebe nicht mehr hier ist. Weil er nicht mehr für mich und die anderen, die ich mag, da sein kann. Er fehlt mir. Trauern muss man! Laut und intensiv!

Aber trauern muss ich nicht deshalb, weil der Tod für den Gestorbenen etwas Schlechtes ist. Im Gegenteil: Ich glaube fest an ein Weiterleben der Seele des Menschen. Und dieses Weiterleben ist ein sehr befreites. Weil der Körper und damit die Ebene des Leides vom Menschen gewichen ist. Aber Geist und Seele leben ewig weiter. Ohne das Leid des Fleisches. Energie kann nicht vergehen.

Ich glaube das nicht deshalb, weil es mich beruhigt. Ich glaube es nicht deshalb, weil ich im katholischen Glauben aufgewachsen bin (das bin ich nicht). Ich glaube es, weil ich nach einiger Zeit des stillen "Hören auf mein Herz" einfach herausgefunden habe, dass es so ist.

Und genau das ist das einzige helfende, was Gott uns zukommen lässt: die Erkenntnis tiefer Geheimnisse hinter den sichtbaren Dingen der Erde. Sonst lässt er uns Freiheit. Das ist seine Liebe. Nicht das er uns alles abnimmt. Wir haben es selber in der Hand.

Mein Vater hat mir mal folgende Geschichte erzählt:

"Wenn du die Wahrheit über dein Leben, über Gott, den Sinn deines Lebens wissen willst, dann musst du dir den Weg zur Antwort so vorstellen: Stell dir vor, du bist im Regenburger Dom und er ist voll mit Menschen, die alle reden. Im hintersten Eck des Doms sitzt eine kleine Maus. Sie sagt die Wahrheit, über alle Geheimnisse der Welt. Sie musst du versuchen zu hören, alle anderen Geräusche, all die Stimmen musst du ausblenden."

Versuch das "Wut"! Lass die Wut raus und die Trauer. Sprich mit deinem Vater, er hört dich!

Und wenn du willst kannst du das Gebet beten, das ich dir per PN schicke.

Ich wünsche dir eine intensive Trauerarbeit - lass alles raus, sonst zerreisst es dich von innen (so wie jetzt an der Verzweiflung sichtbar) und dann, wenn du innerlich wieder rein bist von den Stimmen der Trauer, der Wut und der Verzweiflung, hör auf die kleine Maus in der Ecke des Doms.

Andreas
Zitat:
Astrella: Und ein Gott, der durch Nichtstun glänzt und durch Nichteingreifen (weil es dann unserem freien Willen zuwiderlaufen würde oder den Naturgesetzen oder was weiß ich), den muß man meiner Meinung auch nicht anbeten.


Woher weißt Du, daß Gott und seine Heerscharen nicht eingreifen ?

Gruß
er hat nicht eingegriffen, zumindest nicht im guten
Und es ist seine Aufgabe als Gott, einzugreifen?

Was Ihr alles von/über Gott und seine Aufgaben wisst. Beeindruckend

Gruss

PeBu
Ich erinnere mich, in Gesprächen genau diese Einstellung von Bekannten gehört zu haben: er hat nicht eingegriffen - und ich habe sie gefragt, wie stellst du dir das vor ?
Und die Antwort kam: also er müßte seinen langen Arm ausstrecken und alles an seinen Platz stellen.

Also auch eine Vorstellung von Gott. Eine sehr seltsame - aber eben eine bestimmte Art des Denkens.

Liest man aber weiterführende Literatur, schält sich ein ganz besonderes Bild von Gott - bzw. von einer Kraft heraus, die in allem wirkt.

Apropos - die Geschichte aus der Bibel, wo der Bauer seine Söhne hinaus in die Welt schickt, damit sie ihre Erfahrungen machen - ich glaube nicht, daß der Bauer sie auf Schritt und Tritt verfolgt und kontrolliert hat. Er hat den Dingen seinen Lauf gelassen - aber ich glaube, so ein Thema ist so unendlich komplex, wenn man nur einen Schritt hinein macht um nur annähernd Gott zu begreifen.

Und trotzdem: es werden immer unterschiedliche Denkweisen bestehen und somit kein Ende der Diskussionen.
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