|
|
|
@Fipps,
| Zitat: |
| Ich habe lange Zeit versucht, zu leben wie es halt üblich ist, |
Ich versuche so zu leben, wie es mir gefällt und lasse mir da auch nicht gern was vorschreiben. Aufgrund meiner selbständigen Tätigkeit genieße ich auch einiges an Freiraum. Ich bin niemanden Rechenschaft schuldig, trage aber z.B Verantwortung für meine Angestellten, ohne die ich meine Arbeit nicht verrichten könnte. Die verlassen sich nämlich auch auf mich.
| Zitat: |
jeden Pfennig musste ich mir selbst verdienen, aber das war irgendwie nie ein Problem.
|
Geld bedeutet mir nicht viel, aber ich muss schon soviel beischaffen, dass ich meine Angestellten bezahlen kann und auch noch was für mich und meine Familie abfällt.
Würde ich Geld in den Vordergrund meiner Tätigkeit rücken, würde ich mich sicherlich nicht ausschließlich mit Strafverteidigung beschäftigen. Da wird man nämlich normalerweise nicht sonderlich reich mit. Es gibt Monate in denen meine Bürovorsteherin netto mehr nach Hause trägt als ich. Aber ohne sie hätte ich auch ein echtes Problem. Sie hält meinen Laden mit dem alltäglichen Scheiss am laufen.
| Zitat: |
| und mir fällt es einfach (auf bescheidenerer Ebene) von selber zu. |
Es sei dir gegönnt. Ich erwarte von niemandem, dass er sein Leben so einrichtet, wie es "üblich" ist, was immer das sein mag. Jeder hat die Freiheit so zu leben wie er will und ich wäre der letzte, der da irgendwelche Vorschriften machen will.
| Zitat: |
| Zum Beispiel, dass Nekilotte ein Mann zu sein scheint. |
Exakt.
@Vaijanath
| Zitat: |
Meine damit nicht, dass man ihn fälschlich für eine sie hält. Aber das ergibt ja auch einen interessanten Sinn.
|
Tja, das überlasse ich jetzt deiner Phantasie. Aber wie so oft im Leben, ist die Antwort ganz banal.
|
|
|
|
@Nekilotte
Immerhin muss ich anerkennen, dass du erheblich mehr für dein Umfeld leistest als ich. Alle Achtung!
|
|
|
|
| Zitat: |
| Es ist schon sonderbar. Meine Schwester, beispielsweise, hat ihr Leben lang energisch mit viel Anstrengung dies und jenes erreicht, und mir fällt es einfach (auf bescheidenerer Ebene) von selber zu. |
Ja, so eine Schwester habe ich auch. Ein regelrechtes Arbeitstier, fleissig, ordentlich, strebsam in der Schule, Studium, eigene Firma, Kind..
Jetzt ist alles aus dem Ruder gelaufen.
Mir ist auch alles mehr oder weniger zugefallen. Hausaufgaben? Zimmer aufräumen? Ich hatte immer die netten Lehrer..
Von irgendetwas ein Plan haben? Nö. Ich habe mich treiben lassen.
Trotzdem habe ich jetzt eine feste Vorstellung, was ich will und nicht will, was wichtig für mich ist und was nicht.
Ich war lange gefesselt in der Beziehung zu meiner Mutter, und mein Selbstbildnis entsprach lange dem, daß sie von mir hatte.
Und sie hat nicht viel von mir gehalten (obwohl sie das nie zugeben würde), und jedesmal muss ich mir anhören: Duuuuu und Kinder...?
(ich war bekennender Kindernichtmöger)
Ich sehe in meinem bisherigen Lebensweg keine "höhere Fügung", vielleicht sieht es im Nachhinein so aus, weil man meint, den besten Weg gegangen zu sein, ohne auch nur zu ahnen, wo die anderen Wege hingeführt hätten.
Auch ich habe Ideale, aber die liegen mehr in der Beziehung zu den Menschen die mich umgeben und nicht so sehr in der Erlangung von Weisheit, Gerechtigkeit und Erleuchtung.
Afrika ist voll von weissen "Gutmenschlern", und es ist leicht, sich mit ein bißchen Hilfe für andere ganz prima zu fühlen. Letztendlich kann man jede Tat, sei sie noch so freudlich gemeint, in Frage stellen.
Aber das ist jetzt weit weg vom Thema.
Manchmal habe ich mich auch gefragt, ob es "Fügung" ist, daß ich mit vier Kleinkindern im Busch sitze, aber...nein.
Ich habe es mir bewusst ausgesucht, hier habe ich mich nicht treiben lassen. Ich hatte die Option und ich habe zugegriffen, weil ich an einem gerüttelten Maß an Selbstüberschätzung verfüge
Nein, im Ernst. Ich brauch ab und zu einen Tapetenwechsel, und meine Kinder sollen die Welt kennenlernen.
Und - bis auf das die Hälfte der Familie mal wieder krank auf Koje liegt, geht es uns eigentlich richtig gut.
Nur - weisheitstechnisch bringt mir unser Hiersein nicht wirklich was. Ich wusste auch schon vorher, was mich hier erwartet, ich bin ja nicht erst gestern vom Baum gefallen.
So richtige Augenöffner gab es bisher nicht.
|
|
|
|
@nekilotte
danke für die ausführliche Antwort. Ich gehe mal davon aus, dass dein Eintreten für Gerechtigkeit nicht nur auf die Übereinstimmung mit den Gesetzen in unserem Land, also die reinen Formalismen zu reduzieren ist. Ich weiß nicht warum, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du als Richter in der NS-Zeit problemlos Freunde von Juden mit dem Tod bestraft hättest. In meiner Praxis hatte ich mal einen verurteilten Bankräuber. Ein absolut sympathischer Kerl und wenn ich nicht Skrupel gegenüber meiner Familie und meinem Beruf gehabt hätte, ich hätte mir durchaus vorstellen können, die nächste Bank mit ihm auszurauben, denn ich glaube auch, dass viele "legale" Verbrecher mit Schlips und Kragen an einem noblen Bürostuhl sitzen. Mein persönlicher Maßstab von Gut und Richtig deckt sich nicht unbedingt mit dem Gesetz. Allerdings sehe ich unser Rechtssystem als eine recht gelungene Annäherung an dieses moralische Gesetz an, was in anderen westlichen Ländern nicht überall so ist. Nun hast Du es viel schwieriger, du hast es mit menschlichen Tätern zu tun, deren Beweggründe für ihre menschlichen Niederträchtigkeiten nicht, oder bestenfalls in Ansätzen nachzuvollziehen sind. Es sind Abgründe die sich da auftun, jenseits von Recht und auch jenseits von Moral und man bekommt vermutlich eher das Gefühl unser Rechtsystem schützen zu müssen, als den Täter.
Nun, ich denke Du vertrittst mehr als nur unsere Gesetze. Allein, weil Du kein theoretischer Mensch bist, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut, der sich für uns alle mit diesen Abgründen auseinandersetzt, und eben doch Moral und Gesetz höher stellst als diese menschlich moralische Anarchie. Du magst es nicht Liebe nennen, was ich verstehen kann, für mich ist es doch eine Art von Liebe.
LG Vaijanath
|
|
|
|
Astrella "schulterklopf*herzerfrischend geschrieben und so wirklichkeitsnah. Alle Achtung - zumindest kannst Du in 30 Jahren auf ein ereignisreiches Leben zurück blicken - möchte mehr von Dir und Deinem Leben lesen - machste das ? In manchen Passagen erkenne sogar ich mich
Gruß
|
|
|