13.4 Prophezeiungen über den Báb und Bahá'u'lláh


13.4 Prophezeiungen über den Báb und Bahá'u'lláh

Nach der Bahá'í-Auslegung beziehen sich besonders die Prophezeiungen, die von der »Zeit des Endes«, den »letzten Tagen«, dem »Kommen des Herrn der Heerscharen«, dem »Ewig-Vater« sprechen, nicht auf das Kommen von Jesus Christus, sondern auf das von Bahá'u'lláh. Nehmen wir als Beispiel die wohlbekannte Prophezeiung des Jesaja (9:1, 9:3-6)

»Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell ... Denn du hast das Joch ihrer Last- und die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn alle Rüstungen derer, die sich mit Ungestüm rüsten, und die blutigen Kleider werden verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und Er heißt Wunder-Rat, Kraft-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, daß Er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.«

Dies ist eine der Prophezeiungen, die oft als auf Christus bezüglich angesehen werden, und viel davon mag ganz richtig anwendbar sein, aber eine kleine Prüfung wird zeigen, wieviel vollständiger und passender sie auf Bahá'u'lláh bezogen wird. Christus war tatsächlich ein Lichtbringer und Erlöser. Aber während der nahezu zweitausend Jahre seit seinem Auftreten wandelt die große Mehrheit der Menschen auf Erden immer noch im Finstern, und die Kinder Israel und viele andere Kinder Gottes fuhren fort, unter dem »Stecken des Treibers« zu stöhnen. Auf der andern Seite hat während der ersten wenigen Jahrzehnte des Bahá'í-Zeitalters das Licht der Wahrheit den Osten und den Westen erhellt, die frohe Botschaft von der Vaterschaft Gottes und von der Bruderschaft der Menschen wird in alle Länder der Welt getragen, und ein Völkerbund wurde ins Leben gerufen, der allen niedergetretenen und unterdrückten Nationalitäten der Welt bald Erleichterung bringen soll. Der große Krieg, der von 1914 bis 1918 die Welt durchbrauste, mit seiner noch nie dagewesenen Anwendung von Feuerwaffen, von flüssigem Feuer, Brandbomben und Feuermaschinen, ist in der Tat etwas gewesen, das »verbrannt und mit Feuer verzehrt« hat.¹ Bahá'u'lláh hat, als Er einen großen Teil seiner Schriften Fragen der Regierung und Verwaltung widmete und zeigte, wie sie am besten gelöst werden, »die Herrschaft auf seine Schulter« genommen auf eine Weise, wie es Christus niemals tat. Bezüglich der Titel »Ewig-Vater«, »Friede-Fürst« verweist Bahá'u'lláh wiederholt auf sich selbst als die Manifestation des Vaters, von der Christus und Jesaja sprachen, während Christus immer von sich als dem Sohn sprach. Und Bahá'u'lláh erklärt, daß seine Sendung ist, den Frieden auf Erden aufzurichten, während Christus sagte: »Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert«, und tatsächlich gab es während des ganzen christlichen Zeitalters Kriege und sektiererische Streitigkeiten in Fülle.

¹ Der zweite Weltkrieg zeigte erneut die Erfüllung dieser Prophezeiung, mit dem Höhepunkt der Verwendung von Atombomben.