13.9 Die große Auferstehung


13.9 Die große Auferstehung

Der Tag des Gerichts ist auch der Tag der Auferstehung, des Auferstehens vom Tode. Paulus sagt in seinem ersten Brief an die Korinther (1.Kor.15:51-53):

»Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit.«

Bezüglich der Bedeutung dieser Stellen über die Auferstehung der Toten schreibt Bahá'u'lláh in dem Buch Iqán (S.81 S.84 S.85):

»Mit den Worten `Leben` und `Tod`, wovon in den Schriften gesprochen wird, ist das Leben des Glaubens und der Tod des Unglaubens gemeint. Die große Masse hat, weil sie die Bedeutung dieser Worte nicht zu fassen vermochte, die Persönlichkeit der Manifestation verworfen und mißachtet; sie haben sich des Lichtes seiner göttlichen Führung beraubt und sich gesträubt, dem Beispiel jener unsterblichen Schönheit zu folgen ...«

»Jesus spracht `Ihr müsset von neuem geboren werden.` (Joh.3:7) Und wiederum sagte Er: `Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was von Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.` (Joh.3:5-6) Der Sinn dieser Worte ist: Wer immer in jeder Sendung aus dem Geiste geboren und durch den Hauch der Manifestation der Heiligkeit beseelt ist, der gehört wahrlich zu denen, die zum `Leben` und zur `Auferstehung` gelangt und in das `Paradies` der Liebe Gottes eingegangen sind. Und wer immer nicht zu ihnen gehört, der ist zum `Tod` und zur `Gottferne`, zum `Feuer` des Unglaubens und zum `Zorn` Gottes verurteilt ... Würdest du nur einen Tautropfen der kristallklaren Wasser göttlicher Erkenntnis erlangen, so würdest du alsbald gewahr werden, daß wahres Leben nicht das Leben des Fleisches, sondern das Leben des Geistes ist. Denn das Leben des Fleisches ist den Menschen sowohl als auch den Tiefen gemeinsam, wählend das Leben des Geistes nur den Reinen im Herzen eigen ist, die aus dem Meere des Glaubens getrunken und von der Frucht der Gewißheit sich ihr Teil erworben haben. Ein solches Leben kennt keinen Tod, und ein solches Dasein ist von Unsterblichkeit gekrönt. So ist gesagt worden: `Wer ein wahrer Gläubiger ist, der lebt sowohl in dieser Welt als auch in der künftigen.` Wäre mit `Leben` dieses irdische Leben gemeint, so müßte der Tod es hinwegraffen; das ist klar.«

Nach der Bahá'í-Lehre hat die Auferstehung mit dem physischen Körper nichts zu tun. Dieser Körper, einmal tot, ist damit abgetan. Er verfällt der Auflösung und seine Atome werden niemals wieder zum gleichen Körper zusammengesetzt. Auferstehung ist die Geburt des einzelnen zu geistigem Leben durch die Gabe des Heiligen Geistes, dargereicht durch die Manifestation Gottes. Das Grab, von welchem er sich erhebt, ist das Grab der Unwissenheit und Nachlässigkeit Gott gegenüber. Der Schlaf, aus welchem er erwacht, ist der geistige Schlafzustand, in welchem viele das Dämmern des Tages Gottes erwarten. Die Dämmerung dieses Tages gibt allen, die auf der Erde gelebt haben, ihr Licht, ob sie sich im Körper oder außerhalb des Körpers befinden, aber die, welche geistig blind sind, können sie nicht begreifen. Der Auferstehungstag ist kein Tag von vierundzwanzig Stunden, sondern ein Zeitalter, das jetzt begonnen hat und dauern wird, solange der gegenwärtige Weltzyklus dauert. Er wird noch fortdauern, wenn bereits alle Spuren der gegenwärtigen Zivilisation von der Oberfläche dieser Erde weggewischt sein werden.

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