14.1 Schöpferische Kraft von Gottes Wort


14.1 Schöpferische Kraft von Gottes Wort

Gott, und allein Gott, hat die Macht zu tun, was immer Er will, und der größte Beweis einer Manifestation Gottes ist die schöpferische Macht seines Wortes, seine Wirksamkeit, alle menschlichen Angelegenheiten zu ändern und umzugestalten und über allen menschlichen Widerstand zu triumphieren. Durch das Wort der Offenbarer verkündet Gott seinen Willen, und die sofortige oder spätere Verwirklichung dieses Wortes ist der klarste Beweis für den Anspruch des Offenbarers und die Echtheit seiner Erleuchtung.

Jesaja 55:10-11:

»Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen zu säen, und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus Meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder leer zu Mir zurückkommen, sondern tun, was Mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu Ich es sende.«

Als die Jünger von Johannes dem Täufer zu Jesus kamen mit der Frage: »Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?« war die Antwort Jesu, nur auf die Wirkung hinzuweisen, die seine Worte vollbracht hatten« (Matth.11:4-6):

»Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr höret und sehet: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, der nicht Anstoß nimmt an Mir.«

Laßt uns nun den Beweis sehen, mit dem gezeigt werden kann, ob die Worte von Bahá'u'lláh diese schöpferische Kraft besitzen, wie sie den Worten Gottes eigentümlich ist. Bahá'u'lláh befahl den Herrschern, den Weltfrieden zu errichten; und die Fortsetzung ihrer Kriegspolitik hat seit den Jahren 1869-1870 viele alte Dynastien vernichtet, während jeder darauffolgende Krieg immer weniger Siegesfrüchte hervorbrachte, bis der Weltkrieg 1914-1918 die historisch überraschende Tatsache ergab, daß der Krieg gleichermaßen für den Sieger und Besiegten zum Unheil geworden ist¹.

Bahá'u'lláh hieß die Herrscher auch, als Treuhänder jener zu handeln, über die sie regieren, und politisches Ansehen zu einem Mittel wahrer allgemeiner Wohlfahrt zu machen. Der Fortschritt in der sozialen Gesetzgebung ist beispiellos gewesen. Er befahl Ausgleich zwischen den Auswüchsen von Reichtum und Armut, und seither sind in immer weiterem Umfang Gesetze angenommen worden, die ein angemessenes Existenzminimum aufstellen und den Reichtum zu gestaffelter Besteuerung von Einkommen und Erbschaft heranziehen. Er befahl die Abschaffung sowohl der körperlichen als der wirtschaftlichen Sklaverei, und seitdem ist der Fortschritt zur Freiheit zu einem Sauerteig in allen Teilen der Welt geworden.

Bahá'u'lláh verkündete die Gleichstellung von Mann und Frau die in gleicher Verantwortlichkeit, gleichen Rechten und Vorrechten zum Ausdruck kommt; seit dieser Erklärung sind die Bande, durch welche die Frau seit undenklichen Zeiten gebunden war zerrissen worden, und die Frau hat sich rasch ihren rechtmäßigen Platz als gleichberechtigte Gefährtin des Mannes gesichert.

Er verkündete die grundlegende Einheit der Religionen, und der folgende Zeitabschnitt zeigt die höchst entschlossenen Anstrengungen aufrichtiger Seelen in allen Teilen der Welt, einen neuen Grad von Duldsamkeit, gegenseitigem Verstehen und gegenseitiger Zusammenarbeit für weltweite Ziele zu erreichen. Sektiererei ist überall untergraben und ihre historische Stellung immer unhaltbarer geworden. Die Grundlage der Abgeschlossenheit in der Religion ist von denselben Kräften zerstört worden, die dem in sich abgeschlossenen Nationalismus das Weiterleben unmöglich machten.

Er befahl allgemeine Erziehung und machte die unabhängige Erforschung der Wahrheit zum Beweis geistiger Lebenskraft. Die moderne Zivilisation ist durch diesen neuen Gärstoff in ihren Tiefen aufgerührt worden. Schulpflicht der Kinder und die Ausdehnung der Bildungsmöglichkeiten auf Erwachsene ist zum ABC der Regierungspolitik geworden. Völker, welche mit Bedacht die Unabhängigkeit des Gemütes und Geistes ihrer Bürger einzuschränken suchen, haben dadurch Revolution innerhalb und Verdacht und Furcht außerhalb ihrer Grenzen geweckt. Bahá'u'lláh befahl die Annahme einer Welthilfssprache, und Dr. Zamenhof und andere folgten seinem Ruf, indem sie ihr Leben und ihren Geist dieser großen Aufgabe und Gelegenheit weihten.

Vor allem erfüllte Bahá'u'lláh die Menschheit mit einem neuen Geist, indem Er in den Gemütern und Herzen ein neues Sehnen und neue Gesellschaftsideale weckte. Nichts in der Geschichte ist so dramatisch und eindrucksvoll wie der Gang der Ereignisse seit dem Beginn des Bahá'í-Zeitalters im Jahre 1844. Jahr für Jahr wurde die Macht einer toten, durch überlebte Gedanken, Bräuche, Gewohnheiten und Einrichtungen noch dahingeschleppten Vergangenheit geschwächt, und heute merken alle einsichtigen Männer und Frauen auf Erden, daß die Menschheit ihre schwerste Krisis durchmacht. Auf der einen Seite sehen wir, wie sich die neue Schöpfung erhebt, da das Licht von Bahá'u'lláhs Lehre den wahren Pfad der Entwicklung enthüllt hat. Auf der anderen Seite sehen wir nichts als Unglück und Fehlschläge in allen Reichen, wo diesem Lichte Widerstand entgegengebracht oder wo es nicht beachtet wird.

Jedoch dem gläubigen Bahá'í können diese und zahllose andere Beweise, so eindrucksvoll sie sind, nicht das wirkliche Maß der geistigen Erhabenheit von Bahá'u'lláh geben. Sein Leben auf Erden und die unwiderstehliche Kraft seiner inspirierten Worte stehen als das einzig wahre Kennzeichen des Willens Gottes da.

Eine Prüfung der mehr ins einzelne gehenden Prophezeiungen von Bahá'u'lláh und ihrer Erfüllung wird einen mächtigen, bestärkenden Beweis erbringen. Zu diesen Prophezeiungen wollen wir nun übergehen und ein paar Beispiele anführen, Über deren urkundliche Echtheit kein Zweifel herrschen kann. Sie wurden weithin verbreitet und bekannt gemacht, bevor ihre Erfüllung zutage trat. Die Sendschreiben, die Er an die gekrönten Häupter der Welt schickte, in denen viele solcher Prophezeiungen enthalten sind, wurden zusammengestellt zu einem Buch, das erstmals in Bombay gegen Ende des vorigen Jahrhunderts veröffentlicht wurde. Seither sind mehrere Auflagen erschienen. Wir werden auch einige Beispiele der bemerkenswerten Prophezeiungen von 'Abdu'l-Bahá geben.