14.5 Türkei


14.5 Türkei

An den Sultán der Türkei und seinen ersten Minister 'Ali-Páshá richtete Bahá'u'lláh, der sich damals (1868) in türkischer Gefangenschaft befand, einige seiner feierlichsten, nachdrücklichsten Verwarnungen. Er schrieb dem Sultán aus dem Staatsgefängnis von 'Akká (Star of West II p.3):

»O du, der du dich selbst für den Größten aller Menschen erachtest ... In kurzem soll dein Name vergessen sein, und du sollst dich in großer Bedrängnis befinden. Nach deiner Meinung ist dieser Erquicker der Welt und ihr Friedebringer strafbar und aufrührerisch. Welches Verbrechen haben die Frauen, Kinder und leidenden Säuglinge begangen, um deinen Grimm, deine Unterdrückung und deinen Haß verdient zu haben? Ihr habt eine Anzahl von Seelen verfolgt, die in eurem Land sich keinen Widerstand zuschulden kommen ließen und die keine Revolution gegen die Regierung angezettelt haben, nein, die vielmehr bei Tag und Nacht friedevoll sich der Verkündung Gottes gewidmet haben. Ihr habt ihr Eigentum geraubt und durch eure tyrannischen Handlungen ihnen alles, was sie hatten, genommen ... Vor Gott ist eine Handvoll Staub größer als euer Königreich, euer Ruhm, eure Herrschaft und eure Gewalt, und wenn Er es wünschte, würde Er euch verwehen wie Sand in der Wüste. In kurzem soll sein Zorn über dich kommen, Aufstände sollen in eurer Mitte sich erheben, und euere Länder werden zerrissen werden! Dann werdet ihr weinen und wehklagen, und nirgendwo werdet ihr Hilfe und Schutz finden ... seid wachsam, denn der Zorn Gottes ist bereit, und in kurzem sollt ihr sehen, was durch die Feder des Befehls beschrieben worden ist.«

Und an 'Alí-Páshá schrieb Er (Lawh-i-Ra'ís):

»O Ra'ís (Oberhaupt), du hast begangen, was Muhammad, den Propheten Gottes, im allerhöchsten Paradiese seufzen ließ. Die Welt hat dich stolz gemacht, so sehr, daß du dich abwandtest von dem Angesicht, durch dessen Licht die Schar der himmlischen Heerscharen erleuchtet wurde. Bald sollst du dich in offensichtlichem Unglück befinden. Du hast dich mit dem Herrscher von Persien vereinigt, um Mir Leid zuzufügen, obgleich Ich zu euch kam vom Dämmerungsort des Allmächtigen, des Großen, mit einer Sache, welche die Augen der von Gott Begünstigten belebt ...«

»Dachtest du, du könntest das Feuer verlöschen, das Gott entzündet hat im Weltall? Nein! Ich erkläre dies bei seiner wahren Seele - gehörtest du doch zu denen, die begreifen. Mehr denn dies: es wurden dadurch, daß du dies getan hast, die Flammen und ihr Lodern neu angefacht. Bald wird es die Welt und ihre Einwohner erfassen ... Bald werden das Land des Geheimnisses (Adrianopel) und andere Länder sich verwandeln und den Händen des Königs entgleiten, und Aufruhr soll entstehen. Wehklagen soll sich erheben. Zersetzung soll sich zeigen in den Teilen des Reiches, und die Staatsangelegenheiten werden sich wegen dessen, was sich gegen diese Gefangenen (Bahá'u'lláh und seine Gefährten) von seiten der Scharen der Unterdrückung zugetragen hat, verwirren. Der Befehl wird wechseln, und die Verhältnisse werden drückend werden bis zu einem solchen Ausmaß, daß die Sandkörner auf den verlassenen Hügeln wehklagen, die Bäume in den Gebirgen weinen werden und Blut fließen wird von allen Dingen, und die Menschen sollen in großer Not gesehen werden ...«

»So ist die Sache beschlossen worden von seiten des Planenden, des Weisen, dessen Befehl die Heerscharen im Himmel und auf Erden nicht widerstehen können, und den alle Könige und Herrscher nicht abhalten können von dem, was Er will. Unglück ist das Öl für diese Lampe und durch solches wächst ihr Licht - gehörtet ihr zu denen, die wissend sind! Aller Widerstand, der von den Unterdrückern entfacht wird, wirkt wahrlich als Herold für diese Sache, und dadurch ist das Erscheinen Gottes und Seiner Sache unter den Völkern der Welt weit verbreitet worden.«

Ferner schrieb Er im Buch Aqdas:

»O Punkt, der du an den Ufern von zwei Meeren liegst (Istanbul)! Der Thron der Ungerechtigkeit ist in dir aufgerichtet worden, und in dir wurde das Feuer des Hasses in solcher Weise entzündet, daß die allerhöchsten Heerscharen und die, welche den erhabenen Thron umgeben, darüber wehklagen. Wir sehen in dir die Törichten über die Weisen herrschen und die Finsternis sich über das Licht erheben. Wahrlich, du brüstest dich in offensichtlichem Stolz. Hat dein äußerer Schmuck dich stolz gemacht? Bald sollst du dahinschwinden, bei dem Herrn der Schöpfung! Und deine Töchter und Witwen und die Menschen, die in dir leben, sollen wehklagen! Dies sagt dir der Weise, der Allwissende voraus.«

Die aufeinanderfolgenden Leiden, die über dieses einst so große Reich seit dem Bekanntwerden dieser Warnungen gekommen sind, haben eine beredte Auslegung ihrer prophetischen Bedeutung geliefert.