14.9 Das Kommen des Königreiches Gottes


14.9 Das Kommen des Königreiches Gottes

Mitten in diesen unruhigen Zeiten wird die Sache Gottes trotzdem erstarken. Die von dem selbstsüchtigen Kampf für das Einzeldasein, für die Partei oder für sektiererischen oder nationalistischen Nutzen hervorgerufenen Nöte werden die Menschen dazu führen, sich in der Verzweiflung zu dem Heilmittel zu wenden, das mit dem Worte Gottes dargereicht ist. Je mehr die Schwierigkeiten überhandnehmen, desto mehr werden die Menschen sich dem allein nützenden Heilmittel zuwenden. Bahá'u'lláh sagt in seinem Sendschreiben an den Sháh:

»Gott hat die Nöte geschaffen als Morgenschauer für diese grüne Aue und als Docht für seine Lampe, von welcher Erde und Himmel erleuchtet werden ... Durch Not hat sein Licht geschienen und sein Lob gestrahlt ohne Ende. Dies war seine Weise in verflossenen Zeitaltern und in vergangenen Zeiten.«

Sowohl Bahá'u'lláh wie 'Abdu'l-Bahá sagen in den bestimmtesten Ausdrücken den schnellen Sieg der Geistigkeit über den Materialismus voraus und dadurch die Aufrichtung des Allergrößten Friedens. 'Abdu'l-Bahá schrieb 1904 (Tablet an Isabelle D. Brittingham, Star of West XII Nr.8 1.August 1921):

»Wisse, daß Bedrängnis und Unglück Tag für Tag wachsen und die Menschen gequält werden sollen. Die Tore der Freude und des Glücks sollen allerorts geschlossen sein. Schreckliche Kriege werden kommen. Enttäuschung und Fehlschläge von Hoffnungen sollen über die Menschen aus jeder Richtung hereinbrechen, bis sie gezwungen sind, sich Gott zuzuwenden. Dann sollen die Lichter großen Glücks die Horizonte erleuchten, so daß der Ruf, `Yá Bahá'u'l-Abhá!`¹ sich von allen Seiten erhebe«

Im Februar 1914 antwortete Er auf die Frage, welche von den Großmächten den Glauben annehmen würden (Star of West IX p.31):

»Alle Menschen in der Welt werden Gläubige werden. Wenn ihr den Beginn der Sache mit ihrem heutigen Stand vergleichen würdet, so würdet ihr sehen, welchen raschen Einfluß das Wort Gottes hat, und jetzt hat die Sache Gottes die Welt umfaßt ... Fraglos werden alle Menschen unter den Schatten der Sache Gottes kommen.«

Er erklärte, daß die Errichtung der Welteinheit im Laufe des gegenwärtigen Jahrhunderts zustande kommen wird. In einem Seiner Tablets schrieb Er:

»Alle Glieder der Menschheitsfamilie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, sind immer mehr voneinander abhängig geworden. Selbstgenügsamkeit ist für niemanden mehr möglich, da politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinigen, und die Beziehungen durch Handel und Industrie, Landwirtschaft und Erziehungswesen täglich fester werden. Folglich kann die Einheit aller Menschen an diesem Tage erreicht werden. Das ist wahrlich nichts anderes als eines der Wunder dieses wundervollen Zeitalters. Davon waren frühere Zeitalter ausgeschlossen, während dieses Jahrhunderts - das Jahrhundert des Lichts - mit einzigartiger und beispielloser Herrlichkeit, Kraft und Erleuchtung beschenkt wurde. So entfaltet sich auf wunderbare Weise jeden Tag ein neues Wunder; am Ende wird man sehen, wie strahlend sein Licht unter der Menschheit leuchtet.«²

In den letzten zwei Versen des Buches Daniel stehen die geheimnisvollen Worte (Daniel 12:12-13):

»Wohl dem, der da wartet und erreicht tausenddreihundertfünfunddreißig Tage! Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du aufstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage!«

Viele Versuche wurden von gelehrten Forschern unternommen, das Rätsel der Bedeutung dieser Worte zu lösen. In einem Tischgespräch, bei dem der Verfasser dieses Buches anwesend war, errechnete 'Abdu'l-Bahá die Erfüllung von Daniels Prophezeiung, indem er vom Datum des Beginns des muhammadanischen Zeitalters ausging. 'Abdu'l-Bahás Tablets machen deutlich, daß diese Prophezeiung auf den hundertsten Jahrestag der Erklärung von Bahá'u'lláh in Baghdád, also auf das Jahr 1963 hinweist:

» ... nun zu dem Vers bei Daniel, nach dessen Auslegung du fragtest: `Wohl dem, der da wartet und erreicht tausenddreihundertfünfunddreißig Tage`. Diese Tage müssen in Sonnenjahren, nicht in Mondjahren berechnet werden. Wenn nach dieser Berechnung ein Jahrhundert vergangen ist nach dem Tagesanbruch der Sonne der Wahrheit, dann werden die Lehren Gottes fest errichtet sein auf der Erde, und das göttliche Licht wird die Welt überfluten vom Osten bis zum Westen. Dann werden die Gläubigen an diesem Tage voll Freude sein.«

¹ Ya Bahá'u'l-Abhá! - O Du Herrlichkeit der Herrlichkeiten!, eine andere Form des Größten Namens Alláh-u-Abhá, d.h. Gott ist der Allherrliche, als Begrüßungsformel unter den Bahá'í verwendet.

² Zitat ohne nähere Quellenangabe