15.6 Wahrheit ist für alle


15.6 Wahrheit ist für alle

Manche Menschen sind gern bereit zuzugeben, daß die Bahá'í-Lehre eine herrliche Sache für Persien und für den Osten sei, bilden sich aber ein, daß sie für die Völker des Westens unnötig oder unangebracht sei. Jemandem, der eine solche Ansicht äußerte, erwiderte 'Abdu'l-Bahá:

»Bezüglich der Bedeutung der Sache von Bahá'u'lláh: Was immer mit dem allgemeinen Wohl zu tun hat, ist göttlich, und was immer göttlich ist, ist für das allgemeine Wohl. Wenn es wahr ist, ist es für alle, wenn nicht, ist es für niemanden. Deshalb kann eine göttliche Sache zum allgemeinen Wohl nicht auf den Osten oder den Westen beschränkt werden, denn die Strahlen der Sonne der Wahrheit erleuchten sowohl den Osten wie den Westen, und sie lassen Süden wie Norden ihre Wärme fühlen. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen dem einen oder dem anderen Pol. Zur Zeit der Manifestation Christi dachten die Römer und Griechen, seine Sache sei besonders für die Juden bestimmt. Sie dachten, sie besäßen eine vollkommene Zivilisation und hätten es nicht nötig, von Christi Lehren zu lernen, und infolge dieser falschen Voraussetzung wurden viele seiner Gnade beraubt. Wisse auch, daß die Grundsätze des Christentums und die Befehle von Bahá'u'lláh einander gleich und daß ihre Pfade die gleichen sind. Jeder Tag hat seinen Fortschritt: es gab eine Zeit, als diese göttliche Einrichtung (Fortschreitende Offenbarung) sich noch im Keimzustand befand, dann war sie neugeboren, dann ein Kind, schließlich ein vernunftbegabter Jüngling, heute aber strahlt sie in Schönheit und leuchtet im größten Glanz. Glücklich, wer das Geheimnis durchdringt und sich seinen Platz in der Welt der Erleuchteten erringt.«¹

¹ ohne Quellenangabe