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Sunna












Sunna
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Sunna (arabisch سنة, Brauch, gewohnte Handlungsweise, überlieferte Norm) steht im Islam für das, was der Religionsstifter Muhammad gesagt, getan, geduldet oder bewusst nicht getan haben soll. Neben dem Koran ist die Sunna die zweite bedeutende Quelle für islamischen Glauben, Leben und Handeln.

Über die Sunna des Muhammad haben seine Gefährten berichtet. Diese Berichte, die man Hadithe nennt, wurden jeweils durch eine Überlieferungskette (arab. Isnad) aus frommen, zuverlässigen Persönlichkeiten an die nachfolgenden muslimischen Generationen überliefert und wurden im 9. Jahrhundert, also etwa 200 Jahre nach dem Tode Muhammads, in Hadith-Sammlungen verschriftlicht und zusammengefasst. Die für die Muslime authentischsten und rechtmäßigsten zwei Bände heißen Sahih al Buchari (deutsch: Bucharis Authentische, Buchari ist 870 gestorben), sowie Sahih Muslim (deutsch: Muslims Authentische, Muslim ist 875 gestorben).

Die Anhänger der Sunna, die Sunniten, sind mit über 1,1 Milliarden Menschen die größte Glaubensgemeinschaft der Welt, gefolgt von den Katholiken mit knapp über eine Milliarde Anhänger. Allerdings gilt die Sunna auch so gut wie allen anderen muslimischen Gruppen (wie z.B. den Schiiten) als verbindliche normative Quelle. Die Abspaltung der Schiiten und Charidschiten von den später so genannten Sunniten erfolgte durch den Streit über die Prinzipien der Nachfolge Muhammads in der Leitung der Gemeinschaft der Muslime (arab. umma), nicht über die Gültigkeit der Sunna an sich.

Es gibt unter den Sunniten vier anerkannte Traditionen, die Sunna auszulegen. Dies sind die vier so genannten sunnitischen Rechtsschulen (arab. Madhhab), die den meisten Sunniten alle als rechtgläubig gelten.

Die vier Imame dieser Rechtschulen sind Malik Ibn Anas, Ahmad ibn Hanbal, Asch-Schafi'i und Abu Hanifa.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Sunna aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Sunna und Hadithe (von M. Mertek)

Das arabische Wort Sunna heißt wörtlich übersetzt Weg, Pfad, Vorbild. Neben dem Koran ist die Sunna die zweitwichtigste Quelle islamischen Lebens. Sie schreibt vor und verbietet, formuliert Prinzipien, die den religiösen Pflichten und Notwendigkeiten zu Grunde liegen müssen, und stellt fest, was rechtmäßig bzw. unrechtmäßig ist.

Während der Koran das Wort Gottes an die Menschen ist, verrät uns die Sunna, wie Sein Wort praktisch im Alltag umzusetzen ist. Die Sunna ist untrennbar mit dem Koran verbunden. Sie erklärt das, was im Koran vieldeutig ist, und beschreibt ausführlich, was im Koran nur kurz erwähnt wird.

Die Sunna gilt für alle Zeiten. Im Koran steht geschrieben, dass sich die Muslime der Führung des Propheten Muhammad unterwerfen und ihm folgen sollen: Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten! (8:46) Die Muslime, die den vier anerkannten Rechtschulen angehören (Hanafiten, Schafiiten, Hanbaliten, Malikiten), nennt man Sunniten oder auch „die Leute der Sunna und der Gemeinschaft“ (arab.: ahl as-sunna wa l-dschama’a). Außer an die Rechtsquellen Koran und Sunna muss sich diese Gemeinschaft an die übereinstimmende Meinung der Rechtsgelehrten (der Gemeinschaft) halten.

Die Sunna wurde in den Hadithen des Propheten Muhammad überliefert. Sie berichten uns vom Wirken des Propheten. In ihnen finden wir seine Worte, seine Empfehlungen, seine Anweisungen, seine Feststellungen und seine Wertungen und Stellungnahmen zu verschiedenen Fragen. Eine besondere Art von Hadithen nennt man hadith qudsi. Dies sind Worte, in denen eine Offenbarung von Gott zitiert wird, also außerkoranische Offenbarungen.

Da die Hadithe für das Leben der Menschen so bedeutend sind, musste sichergestellt werden, dass jeder einzelne Hadith auch tatsächlich echt war und vom Propheten auch so gesagt worden war. Mit dieser Arbeit beschäftigte sich die Hadithwissenschaft, die nicht nur die Hadithe selbst, sondern auch die Menschen, von denen sie überliefert wurden, überprüfte. Die Gewährsmänner, die einen Hadith oder mehrere Hadithe gehört und an andere Gewährsmänner weitergegebenen haben, bilden so genannte Überliefererketten.


Alle Hadithe werden in 3 Hauptkategorien eingeteilt:

1. echte, authentische (sahih),
2. schöne (hasan - die Überlieferung weicht möglicherweise leicht vom Originalwortlaut ab, während die Überlieferkette komplett und unzweifelhaft ist),
3. schwache (daif - möglicherweise weisen sowohl die Überlieferung als auch die Überlieferkette Fehler auf).


Die echten Hadithe müssen folgende Bedingungen erfüllen:

Der Gewährsmann muss
1. in Bezug auf seinen Glauben und sein Verhalten tadellos sein;
2. vertrauenswürdig sein und unvoreingenommen urteilen können;
3. gewährleisten können, dass er den überlieferten Inhalt richtig verstanden und wiedergegeben hat und
4. mehr als nur einen Hadith überliefert haben.

Der Hadith selbst muss
1. eine lückenlose Kette von Gewährsmännern aufweisen,
2. ausdrücklich anzeigen, dass Muhammad dies oder jenes gesagt oder getan hat und
3. einen Inhalt haben, der in die Zeit der Frühgemeinde hineinpasst.


Als Richtlinien für die Echtheit eines Hadith gelten:

Ein Hadith darf nicht
1. im Widerspruch zu irgendeiner Stelle des Koran stehen,
2. gegen die Sunna des Propheten Muhammad verstoßen,
3. historischen Tatsachen widersprechen,
4. der Vernunft widersprechen oder gegen die offenkundigen Lehren des Islam verstoßen.


Die wichtigsten Hadith-Sammlungen sind:

1. Bukhari, Sahih (Bukhari: 810-870)
2. Muslim, Sahih (Muslim: 817/821-875)
3. Abu Dawud, Sunan (Abu Dawud: 817-888)
4. Tirmidhi, Sunan (Tirmidhi: 815-892)
5. Nisai, Sunan (Nisai: 830-915)
6. Ibn Madsche, Sunan (Ibn Madsche: 824-886)
Erstmal DANKE lieber zaf-ad, für diese interessante Zusammenstellung

Ich nehme mal an, dass sich die Jahreszahlen am Ende des Textes auf die muslimische Zeitrechnung beziehen - wäre es die christliche Zeitrechnung, dann wären die ersten Hadith-Sammlungen nur 200 Jahre nach der Offenbarung Muhammads entstanden und hätten bereits eine gewisse zeitliche Autentität. Wenn sie aber erst 800 Jahre nach dem Hinscheiden des Propheten entstanden sind - tja, dann muss leider bezweifelt werden, ob die Kette der Überlieferer wirklich bis zu Muhammad zurück zu verfolgen ist - 800 Jahre ist eine lange Zeit (entspricht etwa dem 15/16 Jahrhundert nach der christlichen Zeitrechnung...). Tja, und da stellt sich dann schon die Frage, inwieweit die Hadithe tatsächlich und in allen Bereichen noch der ursprünglichen Lehre des Propheten folgen...
Falsch Thomas!

Die Zeitrechnung ist christlich! Das heisst, dass man 200 Jahre nach dem Tod Mohammed's irgendwelche Sinnlosen Sammlungen geführt hat... und dabei ist eine Sammlung resultiert, die auf jeden Fall nicht vom Propheten selbst stammt! Denn dieser war entschieden gegen diese Tradition und die islamische Welt hatte sich 200 Jahre daran gehalten, bis Omar gesagt hatte, dass das eine Lüge sei und die Sammlung beorderte (in der Zwischenzeit wurden die Ahadith krass verzerrt, dass sie die Wahrheit der Aussprüche in keinster Weise enthält)...

Friede!
Lieber zaf-ad,

da wäre es mal interessant zu wissen, ob aus der Zeit des Ali (des "verschwundenen" Iman) irgendwelche Sammlungen überlieferten sind, die in etwa den sunnitischen Hadithen entsprechen?
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