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Diese zweite Ebene der Religiosität ist völlig anders. Sie ist die an die Person gebundene Vertiefung des Glaubens, die Religiosität der stillen Tiefe, der persönlichen Verinnerlichung. Sie kann die erste Ebene völlig überspringen oder aber auch aus dieser hervorgehen. Sie setzt nicht die wortgetreue Kenntnis und Befolgung der Schrift voraus, wiewohl sie darin höchst bewandert sein kann. Sie ist eine Realität, die einen Analphabeten ebenso erfassen kann wie einen Menschen höchster Bildung, wie es nasruddin einer ist, der sich bestens auskennt und doch Zugang zu tiefsten Weisheiten findet.
So liegt diese zweite Ebene tiefer als die erste, nämlich im Herzen. Für sie ist der Verstand im Kopf nicht das Ausschlaggebende, der Kopf erhält nur die Aufgabe der Mitteilung und des Erkennens. Das alles bedeutet, die zweite Ebene ist in vielen Bereichen gegenüber der ersten revolutionär. Sie sagt etwa, du musst nicht auf einen Versammlungsplatz gehen um zu beten, bete im Geheimen, in dir. Dein Gebet seien nicht schöne Worte des Mundes, dein Gebet sei die Verbindung zu Gott, die du in dir aufbaust. Sie kann dir stets bewusst sein oder auch nicht, denn dieses Beten ist innere Öffnung, ist ein inneres Fließen. Es kann unscheinbar, ein zaghaftes Rinnsal sein oder ein mächtiger Strom. Doch das alles ist weder von den Rosenkränzen, Kreuzen und Kreuzzeichen der Christen noch von allen Kopftüchern der Männer und Frauen im Islam abhängig.
Gleichzeitig ist zu spüren, wie diese zweite Ebene gewisser Art gefährdet ist. Nicht allein dass sie es gegenüber dem Auftrumpfen der ersten schwer hat, nein, gegen sie treten alle modernen Zweifler an. Die zweite, vertiefte Herzensebene lebt vom subjektiven Gehen, vom gefühlsmäßigen Aufnehmen des Wesentlichen und von den subjektiven Vorstellungen ab, die sich jeder mit wesentlicher Eigenverantwortung von Gott und der geistigen Welt aufbaut. Da ist nichts sicher. Je tiefer ein Mensch in sich geht, die Stimme der Stille aufnehmen will, desto mehr kämpfende, oft ungebetene Gedanken umfluten ihn, zeigen ihn, wie schwer es ist, auf Linie zu bleiben und Unvorstellbares in die Vorstellung zu nehmen. Ist Unvorstellbares überhaupt vorstellbar?
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Und hier setzt eben der ganz große Angriff gerade gegen die zweite Glaubensebene an, gegen die Religiosität des Herzens aller Religionen. Das geht nicht allein gegen christliche Konfessionen, auch gegen den Islam, den Buddhismus, den jüdischen Glauben. Und der Angriff heißt ganz einfach: An Gott zu glauben ist der größte Irrtum, es gibt keinen. Es gibt keine Seele, es gibt kein Leben nach dem Tod. Alles eine große Lüge, denn alles das ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Liefert uns den wissenschaftlich fundierten Beweis von der Existenz eines angeblichen Gottes. Wenn ihr euch nicht von dieser Lüge befreit, dann seid ihr eigentlich ja nur dumme, zu bedauernde Schwachköpfe. Zu dieser unterschwelligen Verhöhnung kommt dann nahtlos Schuldzuweisungen hinzu, etwa folgende: Die Religion ist der Hauptverursacher aller Kriege auf der Erde. Sie ist auch für jeden Unfrieden verantwortlich.
Hier ist weniger das Wort der Schrift, sondern absolute Standfestigkeit gefragt. Worte der Schrift werden als nicht gültig hinweg gefegt. Aber innerer Friede, Liebe zu den Menschen und das Wissen um Erfahrungen – nicht unbedingt der eigenen – werden erfolgreicher einen Kampf führen als etwa die physische Vernichtung eines Gegners. Das heißt, hier geht es sehr wohl um einen heiligen Krieg, bei dem die Muslime durch ihre innere Hingabe an Gott als Kämpfer vielen Christen als Vorbild behilflich sein können. Wiederum kann und könnte ein vertieftes Christentum mit seinem metaphysischen Denken und in seiner Eigenart als feinfühliges Füreinander (besonders zwischen Mann und Frau) dem Islam sehr zur Seite stehen.
Es geht nicht um „Wer erreicht sicherer, besser, leichter und schneller das Heil?“, auch nicht um das jeweils besondere Gottesverständnis, es geht um das Miteinander, wenn wir Gottes Hilfe für die Erhaltung der Menschheit auf der Erde brauchen. Oder können wir allein die Überhitzung der Atmosphäre, den gesamten Klimawandel bewältigen?
Da gehören wir zusammen, meint - reinwiel
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@reinwiel
Abgesehen von Deiner Lobhudelei an meine Person ist Dein Betrag erkenntnisreich und lesenswert. Ich meine der Ganze Beitrag ist auch in meinem Sinne.
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Es geht nicht um „Wer erreicht sicherer, besser, leichter und schneller das Heil?“, auch nicht um das jeweils besondere Gottesverständnis, es geht um das Miteinander, wenn wir Gottes Hilfe für die Erhaltung der Menschheit auf der Erde brauchen. Oder können wir allein die Überhitzung der Atmosphäre, den gesamten Klimawandel bewältigen?
Da gehören wir zusammen, meint - reinwiel |
Lieber reinwiel. Du hast erkannt, das das wort "Globalisierung" in der Wirtschaft und alle Menschen auf allen Ebenen - nicht nur wirtschaftlich - betrifft.
Die Voraussagen von Karl Marx als Wirtschaftswissenschaftler nicht als "Kommunist" haben sich bewahrheitet. Leider hat dieser grosse Mann ers unterlassen, was nach der Katastrophe - Zusammenbruch des Kapitalismus - , auf die wir tatsächlich zusteuern, kommen wird.
Er hatte den Blick für das Ganze. Wir, die Intellektuellen beginnen langsam zu erkennen, dass Wissen allein keine Rettung ist!
Als Leader in eine Unternehmen müssen die Intellektuellen ihre Leadership-Aufgaben unbedingt wahrnehmen!
Es gibt schon jetzt den unhaltbaren Zusatand, dass nur Philosophisch ausgerichtete Menschen ihr ganzes Leben auf der Akademie der Wissenschaften verbringen. Im Elfenbein-Turm der höheren Erkenntnisse.
Die Zeit, bis diese Erkenntnisse dann in der Welt angewendet werden ist zu lang.
Al-Gore ist ein Beispiel. Er macht Vorträge. Zieht umher. Mach eine Film ( Wo er sich als typischer Amerikaner auch ein bissehcn beweihräuchert, das gehört dazu) Die Wahrheiten die er aber aufzeigt sind korrekt, unabhängig der Person...
Was ist ein Gläubiger auf der Welt, der davon träumt seine eigene Egositische Seele zu retten und übersieht, dass durch seine über-optimistische Haltung ( Gott wird schon alles zu gegebener Zeit richten ) er ein Teil des Umwelt-Sünden-Pfuhls wird?
Beten für die eigene Person ist gut, aber Handeln im Sinne Gottes, für eine gesunde potente Umwelt, ist ein noch besseres Gebet!
Gruss
Nasruddin
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