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Wahlen
Angola steht kurz vor den Wahlen - Freitag ist es soweit.
Warscheinlich nix gegen die Wahlen in den USA, und die Welt wird auch kaum Notiz davon nehmen, aber hier im Land sieht es anders aus.
Es sind die 2. Wahlen in diesem Land überhaupt, nach den ersten Wahlen 1992 brach der Krieg noch einmal aus, da der Oppositionsführer, Savimbi von der Unita, das Ergebnis nicht akzeptierte.
Dementsprechend nervös sind die Leute heute.
Die Stadt hängt voll von Wimpeln in den Farben der Parteien, rotgrün für die Opposition, vertrautes schwarzrotgold für die Regierungspartei.
Die Geschäfte, die noch geöffnet sind, sind gerammelt voll, es wir gehamstert.
Wir auch.
Brot gibt es momentan nicht mehr, also habe ich Mehl in rauhen Mengen gekauft und bin am Brot backen bis der Arzt kommt, schließlich verpflege ich nicht nur meine 6-köpfige Familie, sondern auch noch 7 Angestellte mit.
Wir wohnen relativ zentral, Helikopter kreisen aus mir unerfindlichen Gründen die ganze Zeit über unseren Köpfen.
Die letzten Parteiversammlungen finden heute statt, Menschenmassen sind dann zu Fuß unterwegs, leicht aggressive Stimmung wie nach einem Fußballspiel - nur - hier geht es leider nicht um ein Spiel.
Die Schule, die nächste Woche wieder beginnen sollte, hat den Schulbeginn eine Woche verschoben.
Obendrein beginnt gerade wieder die Regenzeit bühnenreif mit stundenlangem Heranbranden von Gewittern.
Irgendwie wäre ich jetzt, glaube ich, gerne woanders....
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@Astrella, Afrika ist im Aufbruch und ist es sicherlich nicht einfach für all die Menschen, die dort gern leben.
| Zitat: |
| Irgendwie wäre ich jetzt, glaube ich, gerne woanders.... |
Das glaube ich Dir gern. Aber Du trägst auch viel Verantwortung auf Deinen Schultern.
Ich muß aber auch ganz ehrlich sagen: ich weiß nicht viel von Angola. Es war bisher immer so weit entfernt.
Gruß
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@Gabriele
Ich muß zugeben, daß ich auch erstmal auf der Landkarte nachgeguckt habe, als mein Mann zum ersten Mal Angola erwähnte. (Links unterm Kongo, über Namibia, falls man weiß, wo diese Länder liegen).
Subsahara ist für viele von uns unbekannt, Simbabwe mag jetzt mehr in den Nachrichten stehen, Südafrika ist "westlich", aber sonst?
Ist auch ok, umgekehrt ist es ja auch nicht viel anders. Meist kommt so ein Land nur in unser Bewußtsein, wenn es Krieg oder Hungersnöte gibt.
Bürgerkrieg hatte Angola genug, ich glaube sogar den Längsten überhaupt in der jüngeren Geschichte, fast 25 Jahre lang. 25 Jahre, und die Welt nahm kaum Notiz, erst als Diana im Zuge einer Antiminenkampagne hier aufschlug.
Das Land war voll davon, Menschen verhungerten, weil es einfach zu gefährlich war, das Land zu bestellen. Und das Land ist fruchtbar.
Und so unendlich reich an Bodenschätzen. Öl, Diamanten, Erdgas.
Die Immobilienpreise - die Preise überhaupt sind einfach lächerlich hoch. Die großen Ölfirmen gucken nicht so aufs "Kleingeld" und können mal so locker 50.000 Dollar pro Monat Miete bezahlen.
Für ein halbes Pfund Butter habe ich vor zwei Wochen den haarsträubenden Pris von 8 Dollar bezahlt, und ich hätte es mir verkniffen, wenn ich nicht meinem Sohn einen Geburtstagskuchen hätte backen müssen.
Das Land steht sich mit seiner Bürokratie und seiner Korruption, die es leider immer noch gibt, selbst auf den Füssen, macht sich abhängig von China, die zu bekannter Qualität alles zum halben Preis machen und staunen, daß alles nur bis zur nachten Regenzeit hält.
Dieses Land muß schnell lernen - nur wie? Die Bevölkerung ist schreiend ungebildet und läuft jedem Schreihals hinterher.
Manchmal ist es zum Heulen.
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Weißt Du, Astrella, ich habe eine Dokumentation gesehen, in der geschildert wurde, daß nach der Befreiung vom Kolonialismus die neuen Herrscher auch nicht anders wurden als die alten - die haben das Übel mit übernommen. Natürlich ist es viel verzwickter - aber wie man sieht, ist das Streben nach dem "Mammon" auch nach der Befreiung nicht außen vor.
Wenn Du schreibst, daß das Land so reich an Bodenschätzen und fruchtbarem Boden ist und der Verstand der Herrschenden nicht weit, dann ist das sehr bedauerlich.
Wer darunter dann zu leiden hat, weiß man.
Doch wie es sich munkelt,sind die neuen Kolonialherren schon im Anmarsch, ehe das Land zur Ruhe kommt. China sieht bereits neue Quellen, die es zu erschließen gilt, und ehe der Afrikaner zur Besinnung kommt, hat er den nächsten Blutsauger auf dem "Buckel" - der in gewitzter Weise voran geht - und die Herrschenden machen mit.
Jetzt macht sich in entscheidender Weise bemerkbar, daß der Analphabetismus dazu führt, daß das Land wieder nicht mit der Handhabung seiner Bodenschätze umgehen kann.
http://www.berlinonline.de/berliner.....0902/none/0067/index.html
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/798057/
Chinas außenpolitische Strategie
Frank Sieren beschreibt den "China-Schock. Wie Peking sich die Welt gefügig macht"
Der langjährige China-Kenner und Korrespondent Frank Sieren beschreibt in seinem neusten Buch "wie Peking sich die Welt gefügig macht". Mit seiner Analyse der außenpolitischen Folgen des wirtschaftlichen Eroberungszugs Chinas schließt er eine Lücke im deutschsprachigen Raum. In einen "China Schock" versetzt er seine Leser jedoch nicht. Dazu sind seine Analysen zu flach, seine Prognosen nicht weitreichend und Chinas Kraft bisher nicht groß genug, meint die Rezensentin und ehemalige ARD-China-Korrespondentin Kerstin Lohse.
Frank Sierens Position ist von Anfang an klar: Der Westen müsse lernen, dass die goldenen Zeiten vorbei seien. Nun gelte es, die Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen, bevor China und Asien das Rennen für sich entschieden und der Westen nur noch folgen könne.
Ich habe nach - china sucht bodenschätze in Afrika angola - gesucht.
Du als direkt Betroffene wirst das alles wahrscheinlich aus erster Hand wissen.
Gruß
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,458968,00.html
http://sites.google.com/site/radiok.....e-teuerste-stadt-der-welt
Falls es dich interessieren sollte.
Man kommt hier oft auf Gedanken, die..hm.. nicht gerade "political correct" sind.
Kann man ein Land, in dem die Bevölkerung so augenscheinlich nichtsahnens ist, wirklich in eine Demokratie verwandeln? Ist es immer die beste Lösung? Dieses Land könnte blühen und gedeien, aber es ist eben "nicht unser Land", und die Afrikaner haben eben auch ein Recht auf Fehler und Lernprozesse, nur werden die auf dem Rücken der Allerärmsten ausgetragen.
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