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Tier- und Naturschutz in der Bahá'í-Religion












Die Bewahrung der Erde und ihrer Hilfsquellen
Eine Zusammenstellung aus den Bahá’í-Schriften
UNIVERSALES HAUS DER GERECHTIGKEIT

Inhalt

1. Leitsätze
1.1. Die Natur als Widerspiegelung des Göttlichen
1.2. Die Erde - ein Land
1.3. Stufe und Verantwortung des Menschen
1.4. Die Einstellung zur materiellen Welt

2. Mensch und Natur
2.1. Wesenszüge der Natur
2.1.1. Ein vereinheitlichtes System
2.1.2. Gesetz und Organisation
2.1.3. Veränderung und Bewegung
2.1.4. Vielfalt
2.1.5. Die Natur dient der Menschenwelt
2.1.6. Die Natur ist unvollkommen
2.2. Haltungen und Werte
2.2.1. Würdigung der Natur
2.2.2. Mäßigung
2.2.3. Tierliebe
2.2.4. Entwicklung der Natur
2.2.5. Die Wichtigkeit der Landwirtschaft
2.2.6. Die Nutzung der Wissenschaft

3. Umweltschutz
3.1. Wahrung der Hilfsquellen
3.2. Kontrolle der natürlichen Hilfsquellen
3.3. Vorgehensweisen zum Umweltschutz

4. Das Bild der Zukunft
1. Leitsätze

Der Zugang der Bahá'í-Weltgemeinschaft zur Bewahrung und zum Schutz der Erde und ihrer Hilfsquellen beruht auf einer Anzahl grundlegender, aus den Bahá'í-Schriften hergeleiteter Prinzipien, darunter:
1.1 Die Natur als Widerspiegelung des Göttlichen

Die Natur wird hoch geachtet. Bahá'u'lláh erklärt, daß die aufmerksame Beobachtung der Natur ein Bewußtsein für die »Zeichen« und »Beweise« Gottes schafft (vgl. GEBETE UND MEDITATIONEN 176/15) und den Beweis Seines Daseins darstellt. In einem Gebet versichert Er:

»... daß ich bei allem, was ich schaue, sogleich entdecke, wie es Dich mir zu erkennen gibt und mich an Deine Zeichen, Deine Beweise und Zeugnisse erinnert. Bei Deiner Herrlichkeit! Wann immer ich meine Augen zu Deinem Himmel erhebe, gedenke ich Deiner Hoheit und Erhabenheit, Deiner unvergleichlichen Herrlichkeit und Größe; und wann immer ich den Blick Deiner Erde zukehre, muß ich die Zeichen Deiner Macht und die Beweise Deiner Großmut erkennen. Sehe ich das Meer, so spricht es mir von Deiner Majestät, von der Gewalt Deiner Macht, von Deiner Souveränität, Deiner Größe. Und betrachte ich die Berge, so drängt es mich, die Fahnen Deines Sieges und die Banner Deiner Allmacht zu entdecken.« (GEBETE UND MEDITATIONEN 176/15)

Die Natur spiegelt die »Namen und Eigenschaften Gottes« (ÄHRENLESE 90/1) wider. Sie ist der Ausdruck von »Gottes Willen ... in der bedingten Welt« (BOTSCHAFTEN AUS AKKÁ 9/14)

Bahá'u'lláh schreibt:

»Sprich: Die Natur ist in ihrem Wesen die Verkörperung Meines Namens, der Gestalter, der Schöpfer. Ihre Offenbarungen sind verschiedenartig durch verschiedene Ursachen, und in dieser Verschiedenartigkeit sind Zeichen für urteilsfähige Menschen. Die Natur ist Gottes Wille, dessen Ausdruck in der bedingten Welt und durch diese. Sie ist Teil des Waltens der Vorsehung, verordnet von dem Verordner, dem Allweisen.« (BOTSCHAFTEN AUS AKKÁ 9/14)
1.2 Die Erde - ein Land

Bahá'u'lláh entwirft ein Weltbild auf der Grundlage: »Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.« (ÄHRENLESE 117) Er ruft die Menschen dazu auf, »dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen« (ÄHRENLESE 117)

Abdu'l-Bahá weist auf die wachsende wechselseitige Abhängigkeit in der Welt und auf die Tatsache hin, daß »Selbstgenügsamkeit« (BRIEFE UND BOTSCHAFTEN 15/6-7) nicht weiterhin möglich ist. Er stellt sich vor, daß die Entwicklung auf eine geeinte Welt hin zunehmen und als »Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen« (BRIEFE UND BOTSCHAFTEN 15/6-7) und in anderen wichtigen Lebensbereichen zum Ausdruck kommen wird. Gemeinsames Handeln ist vor allem erforderlich, wenn es gilt, die Hilfsquellen dieses Planeten zu erhalten.
1.3 Stufe und Verantwortung des Menschen

Abdu'l-Bahá weist darauf hin, daß der Mensch »auf Grund der geistig-himmlischen Kraft, die verborgen und doch offenkundig in ihm vorhanden ist« (PROMULGATION OF UNIVERSAL PEACE p.178), eine Stufe einnimmt, die »höher und edler« (PROMULGATION OF UNIVERSAL PEACE p.178) ist als die der Natur, daß »der Mensch Herrscher über die Ebene und das Reich der Natur ist« (PROMULGATION OF UNIVERSAL PEACE p.178)

»Deshalb ist es klar, daß der Mensch Herrscher über die Ebene und das Reich der Natur ist. Die Natur ist träge, der Mensch macht Fortschritte. Die Natur hat kein Bewußtsein, der Mensch ist damit ausgestattet. Die Natur hat keinen freien Willen und handelt gezwungenermaßen, der Mensch hingegen besitzt einen starken Willen. Die Natur ist unfähig, Geheimnisse oder Wahrheiten zu entdecken, der Mensch aber ist besonders befähigt, dies zu tun. Die Natur steht nicht in Beziehung zum Reich Gottes, der Mensch ist für dieses Reich und seine Zeichen empfänglich. Die Natur weiß nichts über Gott, der Mensch ist Gottes bewußt. Der Mensch erwirbt göttliche Tugenden, der Natur sind diese verwehrt. Der Mensch kann freiwillig schlechte Angewohnheiten ablegen, die Natur hat keine Macht, den Einfluß ihrer Instinkte zu beschränken. Es ist völlig klar, daß der Mensch edler und erhabener ist als die Natur und daß in ihm eine geistige Kraft vorhanden ist, welche die Natur übertrifft. Er besitzt Bewußtsein, Willen, Gedächtnis, Verstandeskraft, göttliche Eigenschaften und Tugenden, deren die Natur völlig beraubt ist. So steht der Mensch höher und ist edler vermittels der geistig-himmlischen Kraft, die verborgen und doch offenkundig in ihm ist.« (PROMULGATION OF UNIVERSAL PEACE p.178)

Der Mensch, ausgestattet mit einer inneren Fähigkeit, die Pflanzen und Tiere nicht besitzen, vermag die Geheimnisse der Natur zu entdecken und Oberhand über die Umwelt zu gewinnen, und trägt daher die besondere Verantwortung, seine ihm von Gott verliehenen Kräfte für gute Zwecke einzusetzen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit weist darauf hin, wie wichtig es ist, daß »diese Verantwortung richtig wahrgenommen wird, denn davon hängt es ab, ob sein (des Menschen) erfinderischer Genius segensreiche Ergebnisse hervorbringt oder Zerstörung in der materiellen Welt verursacht«

(aus einem Brief vom 19. Mai 1971, geschrieben im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen Gläubigen)
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