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Kürzlich führte ich ein Gespräch mit einer Christin und einem ehemaligen Buddhisten über die Rolle des Leids für und im Glauben. An einem Punkt kamen wir nicht überein. Ich beharrte auf dem Standpunkt, ein Glaube müsse auch immer eine Erklärung für Leid im Leben anbieten, sonst sei dies kein Glaube.
Knackpunkt war der Gedanke, wie man über das Leid anderer denken sollte.
Die Christen sehen im Leiden eine Prüfung. Darf man, wenn jemand anders leidet, ihn darauf hinweisen, dass dies eine Prüfung ist, und bin ich dann nicht gefühllos und sollte ich ihm nicht besser nur helfen? Im Hinduismus und Buddhismus ist das Leiden die Folge von schlechten Handlungen gemäß dem Karma-Prinzip von Ursache und Wirkung. Was man sät wird man ernten, wie es im alten Testament steht. Dürfen wir jemandem der leidet sagen oder es auch nur denken, dass sein Leiden die Ernte früherer Handlungen ist? Der Buddhist hatte mehrfach erfahren, dass seine Glaubensgenossen sich für seinen Geschmack zu wenig über das Leid in der Welt Sorgen machten und auf das Karma dieser Menschen verwiesen, weshalb er sich vom Buddhismus abgekehrt hatte und sich eher als nicht-gläubig bezeichnete.
Ist die Deutung von Leid ein unverzichtbarer Bestandteil des Glaubens?
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Das dürfte wohl auf den Anspruch den Glaubens ankommen....
Der buddhistische Ansatz, Ursche und Wirkung, kommt mir persönlich um einiges logischer vor als der religiös motivierte Denkansatz, warum läßt ein Gott das Leid zu.....
Gruß
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Hi,
was ich nicht verstehe, ist: wenn Buddhisten auch sagen, es ist einfach das Karma, dann würde es doch trotzdem ihrem eigenem Karma zugute kommen, wenn sie helfen würden...ach und ich dachte immer, im Buddhismus wird Mitgefühl sehr hoch gehalten?
Vielleicht hat dein Bekannter außer Acht gelassen, dass eine Religion (oder wie auch immer man es definiert) nicht von ihren Anhängern geschaffen wird; es gibt immer solche und solche in jeder Glaubensrichtung; manche sind uns sympathisch, manche nicht, mit manchen stimmen wir überein, mit manchen nicht...
Hauptsache ist doch, was wir selbst aus den Lehren für Konsequenzen ziehen.
Liebe Grüße,
Alanna
PS: Zu deiner Frage (sorry das macht man nicht im PS ): ich denke schon, dass ein Glaube uns auch helfen sollte, die Dinge zu "verstehen" (zu erklären) und damit umzugehen. Deshalb gehört für mich das Phänomen des Leidens unbedingt dazu, genauso wie seine Überwindung.
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@Alanna
| Zitat: |
| wenn Buddhisten auch sagen, es ist einfach das Karma, dann würde es doch trotzdem ihrem eigenem Karma zugute kommen, wenn sie helfen würden...ach und ich dachte immer, im Buddhismus wird Mitgefühl sehr hoch gehalten? |
Soll das jetzt einen Widerspruch konzipieren? Verstehe leider Dein anliegen nicht so ganz recht!
Gruß
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@Vaijanath
Ich habe die folgende Sicht:
Das ein Glaube den Leid erklärt ist sinnvoll...
Ein Glaube ist kein Glaube ohne Leidensweg und Ausweg aus dem Leiden.
Wie das Leiden sich ausdrückt ist verschieden und kann leider nicht generalisiert betrachtet werden.
Wenn zum Leid auch Mitleiden gehört, dann wird es deutlicher.
Christen mögen Leidende suchen, um diese aus diesem Leiden zu erlösen, damit sie selbst befreit werden. Man such Leidende als Selbstszweck.
Buddhisten haben vielleicht eine Erklärung für der Leid das den einzelnen trifft, aber leiden sie mit dem einzelnen. Das Mitleiden wird den Buddhisten sicher nicht abgesprochen werden. Aber das man nach sich von Geschmacks wegen von etwas distanziert, weil diejenigen sich zu "wenig Sorgen um das Leid in dieser Welt" machen, ist auch dumm. Denn auch diese Sicht ist selbstzweck...
Reelle Hilfe, wo Hilfe auf fruchtbaren Boden fällt und Früchte trägt, ist die richtige Hilfe. Dies sollte aber "ohne selber Sorgen um die Welt zu machen" getätigt werden.
Warum soll sich also ein Buddhist sich Sorgen? Warum sollte sich ein Gläubiger sich um die Welt Sorgen?
Es ist unnötig sich sorgen zu machen.
Wenn aber Hilfe vonnöten ist, sollte diese Hilfe ohne Haftung an das Leid des Menschen getätigt werden. Dann ist sie Objektiv und reelle Hilfe.
Gruss
Nasruddin
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