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Bedeutung von Leid für den Glauben












Lieber Nasruddin,

Tamas ist Trägheit, Dunkelheit,
Rajas ist vll gut zu übersetzen mit Leidnschaft, Wollen,
und Sattva mit ausgeglichenheit und Heiterkeit.

Ich genieße euren Dialog

lg
Der Sinn des Leides ist für mich die Förderung von Dankbarkeit für alles, was man hat.

Die leidbringenden Dinge des Lebens sind für mich Symbole für das, was ohnehin geschehen muss.

Wenn es eine Naturkatastrophe gibt, so wollte Gott jene Seelen sowieso bei sich haben und gleichzeitig wollte er den noch lebendigen Menschen ein Exempel statuieren, auf dass wir hier friedlich miteinander leben - in Harmonie, Liebe und Verbundenheit.

Leider ist es doch so, dass der Mensch in reinem Überfluss gar nicht merkt, was er alles an Gaben hat und weiss sie einfach nicht zu schätzen. Auch hat der Mensch an sich keinen natürlichen Feind, als die Natur selber.

Unfälle sind ebenfalls dankbarkeitsfördernd, da auch sie uns wieder daran errinern nicht arrogant zu werden. Insgesamt kann ich sagen, dass ich das Leiden nicht per se als negativ sehe, denn der Mensch erfährt auch viele Dinge, über die er sich freuen kann.

Was unter allem Leiden das Erbärmlichste und immernoch der Schandfleck der Menschheit ist, ist die extreme Hungersnot in armen Ländern.
Liebe Freunde,

Alannas Posting möchte ich ein paar Erläuterungen hinzufügen.

Die drei Gunas sind Grundqualitäten, die sich auf alles ! beziehen. Gefühle, Objekte, Nahrung, Gedanken, Absichten...

Tamas ist das Dunkle, Schwere, Herabziehende, Passive. Die Verdauung, die Erde, dumpf, stumpf, schal. Ihm sind die Nahrungsmittel zugeordnet, die unter der Erde wachsen. (Zwiebeln, Knoblauch, aber auch das tote Fleisch der Tiere) Tamasisches Glück hat bereits in der Glückserfahrung einen bitteren Beigeschmack, sodaß wir es kaum noch als Glück bezeichnen würden, eher als Lust, Befriedigung, Genugtuung. Es ist zum Beispiel die Freude darin, jemand anderen zu betrügen, ihn auszunützen, ihn zu quälen. Tamas führt zur Trägheit, Passivität, Lähmung. Sich überessen, viel Fleisch essen, Drogenkonsum, Alkohol, zu viel Schlafen. Eine tamasische Handlung fällt am Anfang leicht, hat aber die träge schwere Dumpfheit zur Folge. Die Betonung liegt auf dem lustvollen Gefühl beim Beginn der Handlung. Man macht es sich dabei aber nur zu leicht. Läßt sich gehen. "Ist doch alles egal"-Haltung. Der Ordnungszustand nimmt ab. Zerstörung.
Rajas ist das aktive Element. Glück das rajasisch ist, ist zum Beispiel die Freude am Spiel, die Freude einen Film zu sehen, sich zu beschäftigen, sich zu bewegen. Rajas sind Nahrungsmittel zugeordnet, die auf der Erde wachsen (Salat, Körner). Rajas ist die Freude jemandem bei etwas zu helfen. Rajas ist die Abwechslung von kurzer Ruhe zur Aktivität und wieder zur kurzen Ruhe. Auch sexuelle Betätigung fällt in diese Ebene (wenn sie nicht im Übermaß und niederen Haltungen praktiziert wird) Eine Handlung bei der Rajas dominiert fällt nicht so leicht wie eine tamasische. Ihr Ziel ist die Handlung selbst, nicht das was danach kommt. Rajas ermüdet zwar, baut aber gleichzeitig auch auf. Sattva ist dem Körper und dem Verstand zugeordnet. Der Ordnungszustand bleibt gleich.
Sattva ist das erhebende Element. Licht, Schönheit, Liebe. Sattva sind Nahrungsmittel zugeordnet die in der Höhe wachsen (Früchte, die voller Leben (Prana) sind, wenn man sie ißt). Sattvische Aktivität fällt am Anfang sehr schwer, erzeugt aber ein Gefühl andauernder Genugtuung und Frieden danach. Die Betonung liegt auf dem Ziel, nicht auf der Handlung, weshalb Sattva eher von wachem Frieden dominiert wird, als von Aktivität. Z.B. etwas zu lernen um es dann zu wissen und zu können, etwas aufzubauen um sich darin zu bewegen. Sattvische Handlungen erheben die Menschen ins Licht, erhöhen den Ordnungsgrad.

Nun wird nicht ein Maximum an Sattva angestrebt, wie man meinen könnte. Erleuchtung so wird gesagt, erlangt ein Mensch, bei dem die drei Gunas im Gleichgewicht sind. Ein gutes Essen bestehe auch aus einem Gleichgewicht der drei Gunas. Warum das so ist, ist mir nicht ganz klar, vielleicht deshalb, weil alle Ebenen unseres Seins erst in diesem Gleichgewicht aufhören nach etwas zu streben und im jetzt ruhen. Dominiert tamas, ist die Seele unzufrieden, dominiert Sattva, ist das Fleisch unzufrieden, dominiert rajas, ist Seele und Fleisch unzufrieden.

Es ist wohl nicht richtig Shiva, Vishnu und Brahma diesen drei Gunas zuzuordnen. (Von Jivatma wurde z.B. Shiva z.B. tamas zugeordnet, weil Er als der Zerstörer bezeichnet wird. Er ist der Zerstörer der Maya, der Illusion und der Zurücknehmer in die Einheit Gottes.)

Lieber Gruß Vaijanath
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion

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